Band 
Zweyter Theil
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schwttglichen traute» aus der stadt ziehen, die bürgerschafft aberihres landcs-Herrn gnade überlassen werden solle. Es hat diesestadt, wie andere Westphalisthe städte, ihre besondere lärmen,stcyheiten, gcrechtigkeiten, pollcey, gebrauche und müntze, auchwegen der schifffahrc von Bremen aufMinden seine Nahrung. Esist selbige mit starcken mauren und thürnen versehen, und fliestet aneiner seile die Weser vorbey. Sie hat ein feines rathhauß und zkirchen, als 8. Kiliani, 8. Petri und die Brüder-kirche. Vor zeitenhat sie zimliche» frieden gebabl, ausser baß der Bischoffvon Pader.born, Graf Simon von Schwannberg, an. 1271 der stadt feindworden, und ihr mit feuer einwerffen hart zugesetzt. Sonst hat siein den Teutschen kriegen auch viel ausstehen müssen. corb.

cbron. cr>c. p.?. I. z. c. r6.

ssük. I. p. zpo. Lr/?. 1704. Z79.

^of/ lat. CuriL Varilcorum. die Hauptstadt in dem Vorgtlanbe,ligt z weilen von dem Fichtelberge, auch so viel von Planen,Dchlaitz, Wonsiedel, auf einem lustigen Hügel, und ist mit einemwalde umgeben. Ihren namen führet sie daher, weil ehemalssuch einmeyerhoffallda gestanden. Es war vor diesem«» düstererwald herum. ,Zu des Kaysers Henri« IV zeiten wurden anfäng-lich z raub-schlosser daselbst erbauet, eines aufdemClausenberg, wojetzo die 5 . Loreytz-kirche, das andere bey dem dorffe Gottendorff,eine halbe meile von Hoff,und das dritte aufdemSalenstein, derge-stalt, daß man von einem zu dem andern sehen kunte; allein weilden benachbarten aus selbigem grosser schabe geschahe, schlugen sicheinige vomAdel, namentlich die von Kotzau, «sparneck,Rabenstein,Frilitsch und Lüchov, zusammen,rotteten den Wald aus,nahmen dieschlösset' ein, und schleiffeten selbige. Damit sie aber nicht etwa»wieder aufgebauet werden möchten, baueten dieselbigen um dasjähr loLy em dorffan der Saale, woselbsten sie einige einwohnerhinsetzten; weil aber deren menge je mehr und mehr wuchs,wurdenach und nach die alte stadt Hoffdaraus. Bald darauf fieng manan auf den Clausenberg eine kirche zubauen, und weil die mengeder einwohner so groß wurde, man auch häuffig gegen Mitternachtanbauet« so entstund auch die neue stadt daraus,welche anfänglicheineNeichs-stadt war. Als aberBerlholdus IV an. nZovondemKayser Friderico I zum Hertzog von Meran und Voigtlande ge-machtwurde, bekam er solche von ihm zu lehen, und versähe selbigemit Privilegien und ü«uken. HertzogOttrM.sieng an.nzodieneuestadt zu bauen an, tonte aber selbige nicht vollenden. Sein unge-rathener söhn Otto II bekümmerte sich nicht groß darum; als aberselbiger an. 1243 umgebracht ward, und Hoff an GrafOttonemvon Orlamünda kam, und zwar dieses wegen seiner gemahlin Bea-trix, so Hertzog Ottonis M tochter war, bauete er die stadt bis anDie unterste pforre fort, und erweiterte selbige. Nach diesem ver-kauffte Graf Otto diesen ort an Henricum Vogt von Weida, webcher selbigenmit mauren, gräben, Zwingern und --onU-len befestigenließ,wie er denn auch daselbst seinen hoffhielte. Kayser Ludwig derBayer besiehe Fridericum I V, Burggrafenvon Nürnberg, mir dervber-herrschafft über diese stadt, iveil er ihm in dem kriege wiederHertzog Fridcricum aus Oesterreich getreulich beygestanden, wieDarüber ein besonderes Privilegium den 27 oct. an. 1)2; zu Mün-chen ertheilet und den i8febr. an. i;28zu Rom durch eine göldeneDulle bestätiget ward, jedoch behielten die Vögte von Weida an-noch die Nutzung. Es kauffteaber BurgqrafFridericus V die gantzestadt folgends Herrn Heinrichen von Weida um 8°oo schock weis-ser qroschen ab, von welcherzeit sie bey den Marggrafen vonBran-Lendurg, als Burggrafen von Nürnberg , geblieben, und zum Ba-teutischen antheil geschlagen worden. Es hat die stadt; Vorstädte,deren die eine die Vorstadt, die andere die gebäue am graben,und diedritte das Fischerdorfsgenennet wird. In der alten stadt ist die kir-che 8. Laurentii, in der neuen 8. Michaelis und 8. Francisci,und die Hospital-kirche in der Vorstadt. Nicht weniger gibet esdaselbst ein berühmtes gvmnzgum. welches Albertus Alcibiades an.i;4t gestiftet. Sonst ist das rathhauß allda zu besehen.

NkL ckrvn. oriz. urb. öc LurMäv. dlorlco. Le-r/c/-

Äofalize / eine stadt in dem Hertzogthum Luxemburg an demSuß Ourte. p. r;-.

^ofer / Höfec zu Lobenstein / eine alte Adeliche und nun-mehr» Freyherrliche familie in Schwaben , ist Bayerischer an-kunfft, und hat ehemals das Erb-Marschall-amr in dem StifftRe-genjpurg besessen, sich auch in den alten zeiten in Seeland und inHolland ausgebreitet. Gremold Hofer von Lobenstein ist an. 948aufdem thnrnierzu Costnitz, an. 968 aber thurnier-Vogt zu Mer»seburg gewesen. Friderich hat an. 116z dem thurnier zu Zürich beygewohnet. Stephan Hofer von Lobenstein zog an. r; 78 indreGrafschaffk Görtz, dessen nachkommen denFreyherrlichen -UrrLÄererhalten und die Herrschafft Reutschach an sich gebracht, wie auchTubein amAdriatischen meer von dem ertz-haußOesterrcich pfands-weis inn gehabt haben. In dem 17 seculo hat sich dieses geschlechtin Schwaben säßbafft gemacht, und florirte an. 1717 ein^ronHofer von Lobenstein, als Marqgräflicher Bayreuthischer Rathund des Fränckischen cräyseö Obrist - Lieutenant, der seine guterWildenstein und Neustädtel in Schwaben bey Dunckclsprel hatte.

VOM 8clivväbiibNen Ueictüi-uclel. llekuMLr. p. z

P2g. 416. it. 17 4 p. 494. Lü; er. ckslum - duck.

^oferus/(Iohannes) war ausMeissen gebürtig,und bekleidetean. iü24 die stelle eines «Eori- zu Spandau in der Marck Bran-denburg, als ihm die Sächsische Meow§i den?- Christoph Mayrzu widerlegen auftrugen. Allein unter dieser arbeit geschahe es,daß er sich änderte, und in Oesterreich die Catholische resigwn öf-fentlich annahm. Hierauf trat er an. '-6z; in den Jesuiter- erden,

8oz

und nachdem er sich etliche jähr auf die rbeologism lcliolssiicsm ge-legt, fieng er an die Hebräische spraach zu lehren.Nach diesem warderbch dem gefangenen Ertz-Bischoff von Magdeburg , ChrssmnoWüheliuo, beicht-vater, als er selbigen zu demCatholüchen glaubengebracht hatte. Endlich starb er an. 1646 zu Prag , in dem 44 rahr

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bibl. cjiär. bro^r.

Hoffaus/ (Paulus) war zu Bingen in dem Ertz-StifftMayntzgebohren, und brachte sich durch scnie gelehrsmnkett m grosses an-sehen. Als er in seiner jugend von einem hohen rhurn sie!, gelobte erin die lvciecät Jesu zu trclten, wenn er unbeschädtgel davon käme,und machte solches werckstellig, nachdem er zu Cvlm, Rom und anandern orten den studien obgelegen. An. rz;8 warb er zu Bvno-nien ooÄovrii-ologi^, hernach zu Wien KuNioiumDireetor. undnach ; jähren LeAor des cvUegii zu Jngolstadt, welche stelle erauch zuMönchen verwaltet, biß er rrov-ncislü burchOber-Teulsch-land worden. Nach diesem ivrrrd er Visier»? durch Ober - Teutsch»land, und muste letztens das amt eines Leüori- des coUegn zu Iu-golstadt wegen hohen alters niederlegemSein tob erfolgte an.lüos,in dem 8 ; jähr seines alters. Er hat raccekilmum aus

demLateinischen in dasTeutsche übersetzt,und unter demnamenderBayrischen tsieologorui» öe cvmmunivne luv UN3 specis geschrieben«Dem Smidelino und Cyriaco Spangenbergen, ivelche dieses Merckangegriffen,hat er geantwortet»^,'^, bibl.s. gis,. bioxr.

^of-geißmar / Geißmar / eiue zimlich weitläufftige stadtnebst einem amr, in Nieber-Hessen , 2 meilen von Cassel , gelegen.An. iü;y wagte der Käyserliche GeneralLmtersam einen stürmaufdiesen ort,ward aber mit grossem verlurst abgeschlagen.In ebendiesem jähr entstund aühier ein gesund-brunnen. Vor diesem habendie Hessen den auf einer grossen eiche hieselbst angebetet-

rer. tvlvg. I. ; c. »7 p. z;c>. KeL deidlir. p. 8 ,.

^4^. öilst «lc guercu spus 7i. L. ^ovi iscrs. *

vofheim / ein ehemaliges klosier, ; stund von Darmstadt indem Heßischrn amr Dvrnberg gelegen, ist an. r;z; von LandgrafPhilipp dem großmüthigen nach austreibung per Mönchen zueinem Hospital vor presthaffte und arme weidö- Personen verordnetworden, gleichwie er auch die andern; Haupt-klöster HeyiimGrunaund Marrhausen zu solchen Hospitälern, theils vor manns- theilsaber vor weibs- Personen gemacht, welche dahero noch jetzo die 4hohen Heßifchen hojpitäle heiffen.Eine meile von Höchst und 2 mei-len von Franckfurt und Mayntz ligt ein Chur -Mayntzifches städt-.ieiN gleiches Namens. ttess bes-krsib. psg. 107. 4Z4.

Hofkirchen/eine Gräfliche familie in den Oesterreichjschcn erb-landen, deren stamm-reihe Bucelinus mit Udalrico von Hvskirchenan. 1; 80 anfängt. Derselbe wurde ein groß-vater Iohannis, wel-cher sich um das jähr 1464 zuerst einen Freyherrn in Kulmütz ge-nennel-Von dessen söhnen ward Laurentius von Hofkirchen, Frey-herr von Kulmütz, Kayserlicher Rath. Von dessen enckeln habensich Christoph und Iobst wider die Türcken wohl verhalten,und da-bey ihr leben geendigct; Wilhelm aber ist um das jähr i;oo Kay-serlicher Hof-Kriegs - Raths-?r«Läcar gewesen,welche stelle auchsein söhn Georg Andreas verwaltete, der wegen den BöhmischenHändeln, an denen er theil genommen, in Kaystrljche m,gnade fiel,aber vor seinem end noch ausgesöhnt würbe. Dieses Georg» An-Lreä bruder Wolffgang zeugte unterschiedene söhne, von denenLau-rentius II sich als Kayserlicher General hervor gethan, WilhelmuLII aber; söhne hinterlassen. Dieselbe waren l)WenceslausWil-helmus, der noch an. 1670 als Bischoff zu Seccau floriret, und den,Gräflichen cK-r-Äer auf seine familie gebracht; -O WolffLorentz,Cbm- Sächsischer Lämmer - Herr und Chur - BrandenburgisthevObrister, der an. 1672 verstorben; Carl Ludwig,der sich im dreyßig-jähriqen krieg als Kayserlicher General-Feidmarschall hewor ge-

die Türcken an. 169; bey Giula an der Theiß rot-lirer geschlagen,und bald Varaufzu Debriczin mit tod abgegangen, 2 söhne hinter-lassend. Man sagt, daß er sich in seiner todes - stund einen spicgelvor das bett setzen lassen, um zu jeden , mit was vor concenaocser mit dem tod ringen würde. üemm. psZ. 2. siim

insiZn. Orkllm. vt'üice p> r.

^ofmann/ eine Freyherrliche familie in Steyermarck, welchedas Erb-Land-Hofmeister-amt in selbiger Provintz an. 1440 erhal-ten, an. 1627 aber wieder veriohren, nachdem einige dieses ge-schlechts in der Böhmischen Unruhe mit verwickelt gewesen. Spe»uerus leget ihr auch das Erb- Marschalls- amt in dex «steyermarckbey, und berichtet, daß fle dem.Kayser Friderico IV, der auch son-sten III genennet wirb,und im 1; seculo regierte, ihr aufnehmen zuverdancken habe. Zu des Kaysers Ferdinandi I zeiten hat sie sich irrOesterreich auch ausgebreitet, und die schlösser Ober-Wallsec,Senfftenberg, Stcyer, Weiß und andere an sich gcbracht.FriderichHofmann Herr in Gmnpühel und Streich«» bey Rottemann inder Steyermarck gelegen, war ein groß-vater Johamns, weicherdes gedachten Kaysers Ferdinandi I gehcimder Rath gewesen, undzu erst die Erb- Land- Hofmcisier-cbLi-ge m der Steyermarck erhal-ten; er soll auch Erb-Marschaü in Oesterreichwordm seyn. Seinesöhne waren: i) Adam, der an. 157 ? als Burggraf in derSteyer-marck verstorben; 2) Ferdinand, der um selbige zcrt als Kayserli-chcr Caininer-Nra-ll-jenk florirte. Johann Weickhard war an. 170sals Kayserstcher Cammer - Rath bckandt. Ob der Freyherr Hof-mann von Löwenstcin / so an. 1709 als Kayftrlicherla-jor und Commendant zu Landau verstorben, hieher gehör« kaumau nicht gewiß sagen. tt-mwsl. t-. Z.

Irin» Hsjv