Band 
Zweyter Theil
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Keifen / biß der mann den fern,gen gefüllel / da sie dann zu den ke-ßen gremen kan; ,n dem übrigen leben sie ftiedsam mit einander /sind auch aufrichtig/ redlich und gutthätig so wobl gegen sich untereinander / als gegen die fremden; ihre nakur und remp^-mem istsehr starck/ daher sie auch ihr leben sehr hoch bringen / und das 8 c>jähr bey ihnen für nichts sondrrlichs gehalten wird; sie vermischendas fett von den geschlachteten thieren mit dem ruß der töpffen / undbeschmieren also ihre haut wider die stechende Malen der sonnen;je reicher einer ist/ je offters er ein solches thut/ und bekümmeret sichwenig / was er d«n benachbarten für einen geruch prel-nrire; ihrgröster reichthum bestehet im Vieh. In Winterszeit tragen sie einerauhe beschmiert« mutze auf dem kovff/ die unter dem hals zuge-bunden wird; um den Hais gehet ein riemcn / wbran ein ledernerbcütel hanget; dee schultet wird mit einem schafs-fesi bedecket / wel-ches mit riemen unter dem arm zugebunden wird; die schäm bede-cken sie mit einem stuck katzen-fcll; an dem lincken arm über dem esilenbogen tragen sie grosse ringe von heißendem / und in derselbenHand einen fuchs-oder katzm.schwans an einem stock / welches ihrnaß'tuch ist; die weider bedecken ihre dein mit ringen von schafs-fel-len. Ihre Häuser lind klein und schlecht / und sehen einem backofengleich / so daß zu ihrer anfbauung nicht mehr / als ein paar stund /nöthig sind; mr tten darinn ist ein loch zum ftür / und rings herumlocher in der erde eines halben schuhes liess/ darein sie sich schlaffenlegen. Das hauß-gerath bestehet in etlichen töpffen / einem Hund /einem croEn oder fett /bogen / pfeilen und stecken. Die dörffer sindin die ründe gedanen/und werden vfft von einem ort an das andereverrücket. Liese Hierüber weiters den articul Caffraria; sihe auchbey DsAer. Lo/Lc eZ-c. *

^ottitiger / (Johannes Henricus) war den l ü Mertz an. IÜLÄzu Zürich gebohren. Sein vater war Johann Caspar Hottinger /welcher über die schiffcr gesetzt war. Wie denn auch unter seinenVorjahren Nikolaus Hvttinger/ ein bürger von Zürich / der erstegewesen / so in der Schweitz wegen der religron umgebracht wor-den. Er wurde bald anfangs zur schul gehalten/darinnen er auchsehr fleißig war. Weil er aber bey müßigen stunden die fischerey zuüben pflegte / trug es sich ernsten zu / daß / da er über dem fischenbcariffen war / und lange vergeblich gefischet/ ein sehr schwarer fischanbiß / aber sich wieder los riß. Wer! er nun aus bcgierde die an-gel nebst dem fisch wieder zu haben / sich in das waffer begab / wäreer bey nahe ertruncken/wofern nicht die nachdarn ihn schreyen gehö-ret/ und dergestalt errettet hätten. Er legtesich nebst der Lateini-schen insonderheit auf die Orientalische sprachen / da er denn dieTeutschen predigten so fort Griechisch nachschreiben konle/ auch inder Hebräischen spraach/ die er sonderlich liebte/ wohl zunahm.An. iS ;8 den rs mertz wurde er auf der stadt kästen nebst JohannHenrico Oltio nach Genss geschickt/ da er sich vornrmlich zu Fri-derieo Spanhemio hielt. Allein als er sich kaum 2 monat daselbstaufgehalten / Meng er durch Franckreich / Flandern / -Leeiand undHolland / und kam nach Groningen/allwo er bey einem Juden

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.—..... .uu^'wo ruvolvyen wegen seiner sonderbares

wissenschafft inderAechiopischen und Abrssynischen spräche sehr be-kannt. Als er wieder zurücke nach Heidelberg kam / und nun dreversprochene; jähre umwaren/ dachte er zwar/wie er wieder in dieSchweitz zurücke kehren möchte/ allein der Churfürst vonPfaltz er-hielte so viel von denZürichern/daß sie ihn noch länger allda liessen-

Jedoch wurde er an. 165 y von der Republic Zürich an denHertzogvon Wüttemkeva »«««» —. "

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glücklich wieder ankam. Als um selbige zeit die Teutsche dibel nachdem grund-iexte solleverdehert werden / und man diese arbeit ver-schiedenen rkeoto§i5 zu Zürich aufgetragen / wurde Hvttinger zumMreÄvre darüber bestellet. An. I Ü6; ließ er sich in Schwaden schi-cken / um wegen Damals anscheinender Türcken gefahr mit dem

.i6zy nach Leyden / allwo ihn Jarobus Golius in sein häuß

aufnahm / und lhm seine kinder zu mkormixen gab/ da er dennnicht allein des Golii unlerrichtung in den Orientalischen sprachenfleißig gemessen kunte/ sondern auch gelegenhcü hatte/ bey einemLürckcn jich in der Arabischen und Lürckischen spräche vestek zu se-tzen. In währenden 14 Monaten/ die er sich zu Leyden aufgehalten/hat er vielAradischecoMcezdeZ Golii abgeschrieben/ und Golius selbst hat rhm das zeugniß gegeben / er habe mehr Arabische coMcesabgeschrieben / als andere ihr ledtage lesen würden. Als an. 164tGuiltelmus Boswellus im namen der vereinigten Niederländerals Gesandter nach Constantinopcl solte verschickt werden/ wurdedem Hvttinger angetragen / daß er als Gesandschaffts-Predigeemitgehen solle; allein die Republic Zürich wolle es mcht zugeben.Als er hierauf in sein Vaterland zurück berüffen wurde / that er zu-vor in gescllschafft Churfürst Carl Ludwigs von Pfaltz eine reise inEngelland / da er sich insonderheit mit Jacob» Usserio / JohanneSeldeno/Pocockio und Wheloceo bekanntmachte. Von dar begaber sich in Franckreich/und kam zu Paris in Hugonis Grotii / auchder Frantzösischen Prediger / des DrelinrorrM/ Dalläi und ande-rcr/auch Gabrielis Sionitä undMarini Mersenni bekanntschasst.In selbigem jähre laugte er glücklich wieder zu Zürich an / undwurde in folgendem jähre 1642 zum krokelrorcberküchen-historiein dem obern co!i°g,» ernennet. An. 164z wurde ihm auch die ^»5.rkeolox.csrscllek. indeM coüegiokucnsojcscizllnd.derOrieNtalischcNsprachen in dem obern coiiegioübergeben.An. 16? z bekam er die ?ro-Lss.rkcoiogi« alten testaments / und wurde zugleich t'rofcNoc con-

kivversisrum exrrsorUinsrius, auch <dsnonicuz. AU. 16;; wurde tk

von dem Churfürsten von Pfaltz nach Heidelberg Verrissen / um sel-bige aeademie wieder in staub bringen zu helffen / und die ckeowgienebst den Orientaitschen sprachen daselbst zu lehren; welches auchder Rath zu Zürich auf; iahr zugab/jedvch/daß er nach deren der«lausswieder nach Zürich zurück kommen solle. Er rcisete also denz iulit ab/ und nahm zu Basel den grslluw vo/roi-ls an/ worbcy betRath daselbst auf eigene kösten ein prächtiges bsnquer hielte. Er be-kam bald daraufauch die ansticht über das coiiegium isplem,«, undwurde mit in das conMormm scimirciret/ wie er denn auch um sel-bige zeit eine druckcrey der Orientalischen schrifften zn Heidelberg atistellete. Als an. i6;6 verschiedene -onMis gepflogen wurden/ wiedie Lutherische mit der Reformitten kirche zu vereinigen wäre / ließer einige lliss-utscion-z iren-css drucken / welche aber den verlangtenerk-2 hakten. Als er an. r6;8 müdem Churfürsten auf denReichstag nach Franckfurt zog/ und sich daselbst einige wochen auf-Hielt/machte er sich mit dem Cbrrr-Sächsischm ObepHof-Predrser

— .»!> wiuei« aeimicrel.

An. 1667 becieffen ihn die Staaten der Prvvintz HoTsnd auf dieaeademie Leyden / und baten ihn deshalben von dem ^sgiMst zuZürich aus. Als nun selbiger es endlich bewilliget / machte er sichden z jun. nebst seinem ehcweibe / ; kindern/ einer magv/ stwmschwager/Wilhelm Freyen/und RittmeisterGeorge SchMbergcrnauf denweg; allein dacrsichauf dcnfluß Limarsetzte / um seinland-gut / so i meile von der stadt lag/indrssen zu verpachten / undkaum einen büchsen-schuß von der stadt war / stieß das schiff an ei-nen unter dem wasscr verborgenen Pfahl und schlug um. Hottingerzwar nebst seinem schwager und dem Rittmeister waren durch

Oaffttget / geriethen sie selbst darüber in gefahr / dergestalt / daßHomnger nebst dem Schnreberger uniersuncken / und ob sie sichglelch zu helffen suchten / auch von denen / so zu hülste gekommen/noch heraus gezogen wurden/ sind sie doch so bald gestorben. Diestau nebst dem schwager und der magd wurden noch kümmerlicherrettet / die; kinder aber einige stunde bernach an verschiedenenorten am user todt gefunden. Merckwürdig ist es/ daß 8 tage zuvoran einer tasel bey dem catheder / worauf er proKrirte / dieser verß

DklejtN tVUkdö : LarwinÄ jam mvnöNs canir exe^MLÜL c^Znus ; hK

niemand erfahren können/ wer selbigen angeschriebm;und daß den7 tun. an welchem selbiger begraben worden / ein grosser schnee ge-fallen. Nebst seiner wlttwe Anna Ulrich hater4söhiietr»d L töch-ter hinkerlaffen/darunler der älteste Johannes Henricus gleichfallsin Orientalischen sprachen nicht unerfahren gewesen / und als ?ro.kessor znZürich an. 1692/der anderc/Salomon/abee

Ul§ MeöicinL OoAor UNd ?roLelIor ÜN. 171) UNd

der dritte JohannJacob als k°rokcm>r liisoiogi« zu ZstUch / sichdurch verschiedene schafften / sonderlich seine «-irische kirchen-ge»schichte / in; grossen gusrk.bandern/sv wohl als durch viele gelehr-te ideologische / historische und cdroiioiogische viüirrscioncs bekanntgemacht. Der vorgemeldte erste söhn Johann Henricus / bat auchvon sich einen söhn / gleiches Vornamens hinierlassen/ welcher vor-mal bey der umvertstätMärpurq gestanden / und düfer zeit einrideologische pcokctttvü in Heydelbrrg verwaltet / auch ebenfahlsaübereit viel proben seines Misses und geschicklichkctt abgelegt hat.Seine schrifften sind ; ttoclcgus LkriNisnus; rdeisuruz xkilotogicus;dikocis eccledgktics - gismwstics Lksllisic« öc Z^riLcs- linguL dsr-wonics ; SosisLiä kiüorico cdeologics > aillerisrionsz iniicsUsncrx ;jüris dlediLorum leger r6r ; taiegms Orienrsle ; bibliordscs Onemsllz;btbliocdecsriur ^uscinzigrrirür;LiPpi Ucdrsicl; cxercirsriones ÄntHio-rinisnee - dilioris Onsnisliz; dilloris: cresiionir exsmen tdeologico-pdilologicuüiz eiZ-mologicum Orientsie; compenöium umverde tdeolo-gi« ssuctsicT; H-c> LieeÄeFzei'r dilloris viiL ör okirns dtoningeri.rdeskrum p. 647. snimsllv. i. l c. r. *

. Höttmann / (Vincentius) Herr von Fontenay/ Reguttenmei-ster und Aufseher über das finantzen-wesen in Franckreich. Sein ge-schlechte war nach seinem ältesten und ersten ursprung/welcher be-kam ist/ von Brcßlau aus Schlesien/von wannen es sich in dieLaußniz/Meiffen/ auch ins Clevische ausgedreitet/wlewohl es dan-noch auch zu Breßtau / wenigst noch zu ende des i ö sceuli/ in gutemflor gewesen. Henricus Hotimann kam am ersten mit dem HtttzogeEngelberro von Eleve in Franckreich. Sein älter-vaker war Vin-eenlius / Parlaments.Rath zu Paris . Sein groß-vater / Francis-cns/ Königs Henrici III -rdretdricr, und nachmals Hmrtci lVAbgesandter in der Schweitz. Sein vater/Timoleon/war Prä-sident über die casse zu Parts. Dieser Vincentius war anfänglichbiß an. i6;6 indem hohen Nach zu Paris/und wurde hieraufReqMenmejster. Nach diesem verfahr er die inrenUsmen-stelle vonTours/ BourdeaurrindMontauban/ wurde an. 166; ocnersi-krocurstor bey dem hosigei lchle/ und nachdem selbiges au. 1Ü69aufglcng/ inren^sncüber das finantzen-wesen. Erstarb immartioan. lü8z< </« it-E. Lpill. *

-^otromaitnus / (Franciscus) ein berühmter FrantzösischeeNechtsgclehrter, war den 2; aug. an. r^4 gel'ohrcn. L-M VaterPetrus /,ottoma!mus- war anfangs Königlicher Ober - Forstmei-ster und nachmals Parlaments-Ralh. Sein groß-vater aber, Lam-bertus Uthmaim oderHottman, hatte sich aus Brcßlau,allwo smwfamilie noch unter dem namen Utbmann befindlich ist, in des Ko-nias von Franckreich, Ludovici XI, kriegs-dienste begeben , und zuParis niedergelassen. Franciscus wurde anfänglich durch xr.vm-prXcepcoces wohl unterrichtet,aber in dem I; jähre fernes ülters aufdieacademie znOrleans gefchiM, woselbst er nach verlauff dreyer