Band 
Zweyter Theil
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keit sonderlich bekannt, daß er nicht allein grossen znlauffim predi-gen bekam, sondern auch beydes Königs WenceSlai gemahiinbncht-vater wurde. Nach diesem ficng er an, von dem verfall derrirche und der Nothwendigkeit des wahren Christenthums öffentlichzu predigen, dabey auch des Pabsts ailzugroffe gewalt zu vernich-ten.Was einige vorgeben,Huß hätte auch gelehret,baß der kelch imheiligen aoendmahl allem volck mitzutheilen sey, ist nicht erweis-lich, und erfindet sich vielmehr , daß Jacodus cie wi-L. sonstauch Iacobellus, solches auf die bahn, und bald hernach auchm Übung gebracht, als Huß schon auf dem Loncibo zu Eostantz wä-re. Fast zu gleicher zeit hatten 2 brüder aus Engelland, Jacodusund Couradus von Candelburg, in ihrem gemache auf einer feitedas leiden Christi, aufder andern den Pabst mit feiner pracht vor-gestellt, und weil Huß solches öffentlich gelobt,wurde em grosser zu-iauffdahin von dem volcke- Hierzu kam, baß HicronymusFaulfisch,soustprsx-n 5 § genant,welcher ausEngelland wieder zurück kaiN/sichzu «hm gesellte, und weil selbiger viel von des Wiclefs fchrifften mitsich brachte, bcgunte Huß die darinnen enthaltene lehren mehr undmehr auszubreiten. So lange nun Huß nur weltlicher Personenlasier straffte, wurde er überall für einen heiligen mann gehalten; daer aber auch den Pabst und die geistlichen angriff, wurde die cllriftysehr darüber erbittert, und bewog die Teutschen KlüZiiiros und llu-^iol'os, daß sie Husten bey dem Könige Wenceslao in Böhmen ver-klagten , welcher die fache dem Ertz - Bischofs Wvllbra von Prägeauftrug, der einen stnollum berftff, aber den ausspruch that, daßman nichts ketzerisches an ihm fünde; Huß wäre bey seiner oi-m-iL-rion mit einem eyde verbunden worden, die warheit zu sagen, dietönte man ihm nicht wehren. Hierauf fuhr Huß, wie er angefan-gen hatte, fort, welches aber Ursache war, daß seine wiedersächerdie Teutschen wider die Böhmen, so meistens Husten anhiengen,verhetzten, woraus viel unruhen entstundemJedoch, weil die Teut-sche in academischen fachen; v»» hatten,bieBöhmen aber nur eins,und jene dahero fast allezeit einen «.eLor°m ihres mittels erwähl-ten, druugen selbige mehrenthcils durch. Als nun den ersten mayan. 1408 wieder ein neuer «.ecio,- solle erwählet werden, baten dieBöhmen Hassen, daß er sich doch bemühen möchte, wie er es dahinbrächte,daß,weilCarl berste diePragische scaciemis nach derParisi-fthen gestiffret, sie auch ins künffrige; vor» und die auslander nureines haben möchten. Die fache kam vor Wenceölaum,welcher biszu austrag der fache seinen Küche.meister zum keöwr setzte. In-dessen verfügte sich Huß zu Wenceslao, und zeigte ihm Kayser Carldes IV bulle vor,worinnen er diePragische scan-mi- nach der Pari-ser gestifftet,dahero selbiger nach vorgehendem rath den 27 stpt. an.1409den ausspruch that,daß hmführo bieBöhmen ; stimmen,unddie ausländer nur eine eintzige haben solten. Welches denn dieseletstere bewog, daß sie bey etlichen taufenden von Präge wegzogen.Hierauf wurde erdenket, an. 1409 zum KEor erwählet. Alsnun Huß seine lehre immer mehr ausbreitete, bat die ci-ftfty denErtz - Bischoff Sbinco, baß er einen ftnostum ansetzen, und Hassendarzu beruffen, auch die fache an den Pabst Alexandrum V nachNom gelangen lassen möchte. Der Er!;-Dischvff brachte die facheau den Pabst , welcher so fort beseht ertheilte, die ketzer zu vertilgen,auch nicht zuzugeben, daß anders als in kirchen und capellen, kei-nes weges aber in klöstern geprediget würde. Hierauf ließ der Ertz-Bischoff alle bücher des Wiclefs, Hussens und andere dergleichenin der stadt Prag aufsuchen, und derer über 200 in feinem Hofeverbrennen. Huß aber kehrte sich nicht daran, sondern redte denfolgenden sonntag auf der cantzel scharst darwider, weshalben derErtz - Bischoffdre fache an den Pabst Johannem XXIII, Aleran-dri V Nachfolger, gelangen ließ, welcher selbige dem Cardinal Co-lumna auftrug, der auch Husten nach Rom berieff, um sich daselbstzu rechtfertigen. Allein des Königs Wenceslai gemahlin, Regina,bat den König, daß er Gesandte nach Nom schicken solle, welche esdahin bringen möchten, daß Huß nicht zu erscheinen nöhtig hätte,warum denn auch die acall-mii: zu Präge und die meisten Bohmi»sehen von Adel und städte baten. Wenceslaus schickte hierauf den14jan.au. 1411 Gesandte nach Rom , ( denen auch Huß selbst einentschuldigungs - schreiben mitgab) welche von dem Könige sowolals den Reichs-Standen und sc-ciemie herrliche teitimai»a mit-brachten. Allein der Cardinal Columna wolle von diesen entschnl-digungen nichts annehmen, sondern thatHussen in denbann. DieGesandte prurcikiften darwider, und 2ppeüirten an denPabst,wel-cher die fache 4 andern Cardiuälen auftrug, welche aber solchesnur verzögerten. Als indessen der Ertz>BischoffSdinco von Prag an. 1410 verstorben war, und der Pabst an. 1412 wider Ladislaum,König von Reapolis, das creutzpredigen ließ, schlug Hußden 7 jun.öffentlich -Net« darwider an, und ob sich gleich einige deshalbenmit ihm öffentlich einließen, konten sie doch nichts erhalten,sondernHuß wurde von allem volck nach Hanfe begleitet und ihm deyfallgegeben.Ja die Studenten fielen den,der den ablaß verkündigte,öf-fentlich an, zerrissen ihm seine bullen, und verbrannten sie öffent-lich. Die Prediger fiengen hierauf an,aufden cantzeln wider ihn zulehren, und als einige von dem volck ihnen öffentlich widerspro-chen, wurden sie gefangen gefetzt,und ihnen die köpffe abgeschlagen.Als nun Huß fortfuhr) auch wider des Pabsts gewalt zu lehren undzu schreiben, kam den 9iul.au den neuen Ertz-Bilchoff von Prag em gar fcharffes ck-cec, durch welches Huß in den bann gethan,undaller qottesdienst, so lange Huß in Prag seyn würde, ernstlich ver-

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land, da er sich einige zeit aufdcm Moste Klakowetz aufhielt, undauch aliföffeuklichem selbe predigte- Letzlich begab er sich zu feinemErb-Herr», Nicolao vonHussenitz, welcher ihn auch in schütz

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nahm. Indessen setzte der Pabst Johannes XXIII auf des Kay-serö Sigismundi anstifften, das berühmte Concil»»» zu Cvstnitz an,zu weichem auch Huß mir vordrer wurde, und Sigismundnsgab einigen vom Adei befthl, Huffen dahin zu bringen. Als Hußhierauf nach Präge kam, schlug er an alle coüezis, kirchen und kld»ster an, daß er bereit wäre, emem jedweden von seiner bisherigenlehre rede und antwort zu geben; allein es wolle sich niemand fin-den. Als hierauf der Ertz - Bischoff den 27 aug. eine Versammlungder Geistlichkeit in seinem Hofe hielte, schickte Huß fernen strocur»-cor«m, Johannem von Lessenitz, dahin,daß er von ihnen vernähme,ob sich jemand fünde, welcher ihn einiges Irrthums oder einer kctze-rey beschuldigen könte, derselbe solle auftreten, er wolle allezeit seinelehre vertheidigen; allein der rrocursryr wurde von des Ertz-Br-schoffs Hof-Marschall abgewiesen. Er schickte hieraufden beweib-ten krocurswreM an den Ertz - Bischoff Conradum selbst, als selbi-ger nebst andern Reichs - Ständen m dem klvster S. Jacobs eineVersammlung hielt, und gab daselbst ein schreiben ein, wvrrmien erbat, daß, wenn der Ertz-Bifchoff ihn einiger irrthumer überweisenkönte, er sich gar gerne eines bessern wolle unterrichten lassen, wü«

ite er av?p Niet,t « eniner ikn o» .l'». . ..».^

thu keines irrthums zeugen, nur dieses wäre sein rath, Huß solle sichvon dem banne loßzumachen suchen. Hierauf schickte er seinen »«>-curLwrem au den Bischoff Nicolaum von Nazareth, und bat selbi-gen, daß,wenn er ihn keines irrthums überführen könte,er ihm dar-über ein öffentlich zeugniß ertheilen möchte. Dieser ertheilte ihmein herrliches zeugniß, darinnen er ihn als einen virum oMoiicumlobte. Als inzwischen Huß den Kayserkichen geleits-brieferhalten,machte er sich nebst seinen krocursc-ribus, Wentzel von Duba, Jo-hann von Chinin und Henrico Latzenbock,den 1? oct. an. 1414 aufden weg, da er zuvor seine reise durch öffentlichen anschlag kund ge-macht,auch seine freunde zur treue und beständigkeit in der von ihmgezeigten lehre in einem briefe sehr nachdrücklich vermahnet. Über-all wo er durchrcisete, kam das volck hauffen-weise zusammen,ihn zusehen und zu sprechen. Insonderheit wurde er zu Nürnberg wohlempfangen, da er denn auch an die kirch-thüren öffentlich anschlug,und sich erbot, von seiner bisherigen lehre jedermann rede und ant»Wort zn geben. Wannenhero er auch einsten mir einem Carlhäuserund X Alberto,Prediger zu Sr. Seba!d,bis in die spate nacht vonglaubens-sachcn geredet, und von den mgAiNris das zeugniß er-hielt, es sey alles dem Cathvlischen glauben gemäß. Endlich lang.te er den; nov. an. 1414 zu Cosinitz an, da denn des andern tages2 seiner xrocurscorum. namentlich Johannes von Chlum undHeinrich von Latzenbock, bey dem Pabst audientz suchten, und sel-bigen berichteten, wie Huß unter Kayserlichem geleit angelangetwäre < dabey aber baten, daß ihm kein leid wiederfabren mochte;Welchen der Pabst zur antwort gab: daß, wenn er auch gleich sei-nen drüber umgebracht hätte, er nicht zugeben wolte, daß ibm eini-ges leid geschähe, weiches Huffen gantz sicher machte. Als indessenden 16 nov. das cionciimm seinen ansang nahm, traten Hustens Wi-dersacher, namentlich Johannes Stephanus Paletz, welcher ?ro.Lübr iveoiogiL zu Prag war, Christians Prediger zu St. Mi-chaelis m «lt-Prag, und Michael lle esull-, Prediger in neu-Prag ,auf, übergaben einige lehr-sätze, brachten auch von Hustens leh»re und leben viel unanständige dinge vor. Die anwesende Cardi-näle gaben diesen allen gutes gehör, und erklärten stlbige articulsfür irrig; wie sie denn auch den 28 nov. den Bischoff Augustinumvon Trident, den Ritter Johannem von Potlim und den Bürger-meister von Costnitz mit befthl an Johannem von Chlum schickten,daß er Huffen vor sie stellen solle. Ob nun gleich Huß lieber vordem concu-o sich hätte vernehmen lassen, so ließ er sich doch durchfreundliches zureden bewegen, und erschien nebst Johann vonChlum vor ihnen, da sie vorhero unter sich als einen glaubens-arti»cul feste gesetzet, daß, des sichern geleites ungeachtet, ein ketzer den-noch gestrafft werden müsse. Ais nun Huß dergestalt vor ihnen er-schien, redeten ihn die Cardinäle an, daß, weil sie viel von ihm ge-hört hatten, sie ihn auch selvst darüber zu vernehmen verlangten.Worauf Huß antwortete, baß er eben darum gekommen wäre, da-mit er die csiumnien, die seine Widersacher von ihm ausgestreuethatten, von sich adlehmte. Hierauf gjengen die Cardinäie davon,und überliessen denHuß nebst dem Chlum, der bereits darzu verord-neten wache. Chlum beschwärte sich zwar darüber,aber vergebens,indem Paletz und Michael <Z-oulls jagten: Nun haben wirdich in unserer gewalt/ daraus soll du nicht kommen/bisdu den letzten Heller bezahlest/ und beyfügten: Sie wollennun mir Gottes hülste diesen ketzer bald verbrennen/aufden sie schon so viel geld gewendet Hätten. Gegen abendwurde Chlum loßgelassen, HnZ aber in eines Lsnomci hauß gesang-lich geführet. Chlum beschwärte sich zwar hierüber bey dem Pabst ,welcher sich desfalls entschuldigte, und alle schuld aufdre Cardinaleschob. Er schickte hieraufbrieft an den Kayser Sigismundum,wel-cher sich auch die fache angelegen seyn ließ,und verlangte, sie soltenHuffen loß lassen-Allein der Pabst und die Cardinale gaben zur ant-wort: man wäre den ketzern keinen glauben zu halten schuldig.Weilman aber.nuffcn wegen den vielen anwesendenBohmm nicht trau-ere,wurde er den zdec.in demDomimcaner-kloster in em sehr garsti-ges qefänqniß gemorsten, worüber er erkranckte, jedoch durch hulffeemiaerihm zugeschickten ^--n-corumwach wenigen monaten wiederzu voriger qesundheit kam. DieBöhmische vomAdel und andere leg-ten zwar viel vorditten bey dem Kayser ein, stellten auch demconc,.iio selbst das harte tractament vor,und baten um einen freyernkonten aber nichts erhalten Inzwischen viMiften sie alle sernc fachen,

und suchten viel alte schriften,aussagen und dergleichen auf,daraussie articuls machten,und sie den Comissarien zu untersuchenfallen.