Band 
Zweyter Theil
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fens schafften, vornemlich aus dem buch -ie-cci° 6 L. 19 Irrthümerzoa, welche er dem concilio und dem Kayser übergab/ worzu fernewrder«acher, 6 °csll 6 ,und Paletz, noch andere fugten. Diese artl.ruls wurden Hussen zur Verantwortung zugeschickt/ und ob er gleichbat, ihm zu vergönnen, daß er solches vor dem gantzen cooc.uothun möchte, konte er doch solches nicht erhalten, sondern musteseine antwort schrifftlich einschicken. Weil er aber wegen des üblengefängnrsses und bisheriger vieler arbeit abermals erkranckte,wur-de er endlich, auf seiner freunde vorbitt, in das Minoriten-klostergebracht, und dafelbst einige tag verwahret. Als indessen Pabst Jo-hannes XXlII fahe, daß er in feiner eignen fache kein gut urtheilzu gewarten hatte, und sich deshalben fort machte, uberfchickte erdem Kayser die schlösse! zu Hustens gefänguiß, welcher solche demBisthoffzu Costnitz zusandte- Dieser ließ Hussen durch viel soldatenin sein jenseit des Rheins gelegenes schloß Gottlcben bringen,allworr in einem thurn sitzen muste, darinnen er zwar bey tag herum ge-hen konte, aber des nachts hart geschlossen wurde. Hieraufkamendie Cardinäle den ; jun. an.14^ wiederum zusammen, des Vorha-bens , Hussen ohne weiter verhör zu verdammen; allein weil derKayserSigismundris ihnen solches,als etwas unbilliches,vorstellte,müssen sie Hussen zuvor anhören. Da wurden ihm nun dre ausseinen schrifften gezogene Puncten vorgehalten ; wenn irch aberHuß verantworten wolle, und darbey auf die bibel bezog,schryen sie alle zugleich, das thue nichts zur fach, und machten einengrausamen kumuik, also daß Huß endlich gar still schwieg. Hieraufwurde er den 7 jun. vor das gantze ecmciiuun gefordert, und alldaüber einige Puncte, welche man ihm vorlegte, verhöret, die ertheils für die seinigen nicht annahm,theils aber aus heiliger schufstzu beweisen suchte. Endlich wurde er den folgenden tag, nemlichden 8 jun.noch einmal vor das Concilium gefordert,ihm ;9 articulsvorgelesen, und feine antwort darüber verhöret. Als er nun die«jenigen, so er annahm, aus der schrifft beweisen wolte, wurde ihmbald widersprochen, und er nur ausgelacht, mit dem vermelden,daßschon das gegentheil durch erleuchtete männer wäre dargclhan wor-den; weil er auch des PabstS und der Cardinäle gemalt so sehr ver-nichtet,konte er um so viel weniger einen gütigenRichcer erwarten.Sie unterliessen indessen nichts, um ihn wieder an sich zu ziehen,ka-men häufig zu ihm ins gefängniß, und ermähnten ihn, feine irrthü-mer abzuschwören, versprachen «hm grosse ämter, und was er sonstverlangte, dröhnten ihm im gegentheil mit allen ersinnlichen straf«fen, allein es war alles umsonst. Als nun die Cardinäle sahen, daßbey ihm nichts auszurichten war, so wurde endlich das blut-urtheilüber ihn gefastet, und erdenSjul. an. 141; in die Haupt-kirche zuCostnitz gebracht, da der Kayser mit allen Cardinälen, Bisthöffenund der übrigen c>-riley nebst einer grossen menge volcks war. Nach-dem sie meß gehalten hatten, wurde durch den Bisthoff von Con-cordien abgelesen,daß alle anwesende sich still halten sollen,bey straffdes bannes-Der BisthoffvonLonden hielteine predigt überRöm.s,daß der stündliche leib auffhöre / welches er aus dem Aristotele ausführte, und denKayserdadurch rechte/ Hussen zu verbrennen.Darauflaß derkrocur-rordesLonciiii die articuls wider ihn ab,füg-te auch noch bey, es wolle verlauten, Huß habe sich vor die vierdteperfon in der Gottheit ausgegeben,und was dergleichen mehr war.Indessen lag Huß auf seinen knien,und befahl sich göttlicher gnade.Als er aber sahe, daß er wol sein todes-urtheil empfangen würde,wandte er sich zu dem Kayscr Sigismundo,ftagend r ob dieses dassichere geleit gehalten hiesse? worüber der Kayscr soll cndlhec seyn.Endlich wurde durch den Bischofs von Concordieti das blut-urtheilabgelesen, welches denn alle und jede, so bey dem Lonciiio zugegenwaren, billichten, der eintzige Graf, Caspar Schlick, so des KayfersSigismimdi Cantzler war,widersprach solchem, sagende: Erkönnediests mit gutem gewissen nicht unterschreiben. Huß redte zwardie Versammlung an, und fragte: warum sie seine bücher verdach-ten, die doch kein mensch noch widerleget,und die auch sie weder ge-sehen noch gelesen hätten ? endlich fiel er aufseine knie, unb betetedergestalt : HErrIEsil Christe/ ich bitte dich durch deineUnendliche barmhertziqkeit/ vergib meinen feinden/ wel-che mich durch falsche und darzu bestellte zeugen angekla-get/ vieler irrthumer beschuldiget/ und nun unschuldigverdammet haben; worüber aber fast die gantze Versammlunglachte. Hierauf wurde er auf einen erhabenen ort gestellet, undibm die gewöhnlichen Priester-kleider angezogen, wobey er sich desmeisten klcides, worein Herodes Christum kleiden lassen, erinnerte.Hier wurde ihm nun durch den Ertz« Bischofs von Mayland undandere nochmals zugeredet, er solle wiederruffen, allein er sagte bf«fentlich: Erstünde nun vor Gottes angestcht/ ohne des-sen schwach und Verletzung des gewisscns er nimmermehrthun konte / was sie forderten. Darauf muste er von seinerbilhne absteigen, und nahmen ihm der Ertz-Bifchoff von Maylandund der von Bgantz den kelch, den sie ihm in die Hand gegeben hat-ten, mit dreien Worten: O du verfluchter Judas/der du denrath des frredens verlassest/ und mit den Iüden rathschla-gest/ sihe/wrr nehmen dir diesen kelch. Woraufer antwor-^ Ä'i allmächtigen GOtt und mei-nen HErrn nEfum Christum / daß erden kelch des hevlsnimmermehr von mir nehmen werde/ und glaube unae-^e'ffelt/ daß er mir ihn heute i» seinem Reich gebenwird. Alsdenn nahmen sie ihm fast mit eben solchen formtenPriester- klerder ab, wobey sich Huß der VerspottungIndessen waren sie auch lang nicht einig, ob siemit der scheer oder dem scheer- messer verderben sol,rem daß auch Hu« deshalben zum Kayscr sagte: Ich wundere

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mich/ daß/da alle so grausam sind/ sie ,,, ..

samkeit nicht mit einander »herein kommenlich verderbten sie ihm die platte mit der scheer, undcreutz über den kopff, erklärten ihn auch nunm Mchc» «i-d- T--E M,°» «l ihm L°L L?!-

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mit den Worten: Dieser ist der ertz- ketzer; worbey 28abermals mit der dornen -cron Christi tröstete. Endlichsie ihn der weltlichen obrigkeit, milden Worten: Iektii^üwir dich dem weltlichen gericht/ und deine seele bestb »wir dem teufet. Aufdrefe wort wandte sich Huß tzhrjL Äbetete: OHErrMsu/in deine Hände befthiichTn!geist/ den du erlöset hast. Alsdenn übergaben ihn die BilckMmit folgenden Worten dem Kayscr: Die Versammlung zuM-nitz uberlassetHussen/als welcher an der kirche keinen D lmehr hat/ der gemalt weltlicher gerichte. Worüber der Lser auffstund, nno Hcrtzog Ludwig von Bayern, der neben ihm Mdem blossen schwerdt in der Hand stund, dergestalt anredete- Die-weil wir das schwerdt haben/so nehmet diesen verfM.tcn keyer/ und straffet ihn/ wie es einem keger zukomme'Dieser rieffdem Richter zu Costnitz, und übergab den HnssenMfolgenden Worten: Im »amen des Rayfers Giaismundtübergebe ich euch den ertz-ketzer Huß/nehmet ih,r hm/undverbrennet ihn. Dieser nahm ihn ,0 fort an, und ließ ihn HMHertzog Ludwigs soldaten gebunden führen. Vor und dinier ihn,giengen s Häscher, auch folgten bewaffnete männer, welcheihn dergestalt zu dem richt-platz führten. Als er vor der kirch vor-bey geführt wurde, sahe er seine bücher nebst der Böhmen sion;- schreiben verbrennen, worüber er lachte. Indessen nahm »gelegenheit, denicuiaen, so ihn begleiteten,kürtzlich anzuzeigen,,»innen seine lehre bestanden, wie er fälschlich angcklagei, ihni mlfalsche articuls,die er nie geglaubet, -mpm-ret worden, und er als»gantz unverschuldet zu diesem richt-platz geführt würde. Wvlbeyer dann bat, sie sollen ja glauben, daß er nichts irriges gelehrchunvvor feine fecle Gott bitten, wiederholte auch zum vsslern Liese»:In deine bände befehl ich meinen geist. Als das volck sahe,wie er dieses alles mit so grosser standoaffligkeit und freudigkeitthäte, muste es ihm das zeugniß geben: daß sie zwar nicht wüste»,was er vorhero gethan, jetzt sähen sie aber nichts, als gutes, vmihm, wünschten daher, daß ihm ein beicht-vatec möchte zugegebenwerden. Ulrich Neichenthal, ein geistlicher und verordneter uÄm.cu;, oder geschicht-schreiber des OnciM meldet, er selbst hätte beyfolgender ausführung des Hussen nahe bey der richt-statt selbigenbefragt: ob er beichten wolle.Huß habe mit ja geantwortettAIsaberer,Rcichenrbal,hicrauffeinen gegenwärtigen Priester, namens lll-rich Schoranb, der vom conciUv macht zu deichten und gl>l°lm°azu geben hatte, erfordert,hätte crHussen,wiewol mit Wichen»ten, zu verstehen gegeben r wo er die kctzcrey, wegen deren »ver-dammt feye,nicht wiederruffte, so könne er ihm nach denen c-Mi.sehen rechten keine -Ktoiurion geben. Hussen erklärung düranswÄnach Reichenthals bericht: So wäre dann die deicht nicht Mg,weil er kein tod-fünder feye.Hicrauf wurde er auf Hertzog Ludwigsvon Bauern befehl durch die Häscher zumfcheiter-hauffcn gesühnt,da er denn mit erhabener stimm ftufftzcte: HErrIEfu Christe/ich will die grausämeund erschröcklichemarter um-einesheiligen Evangelir und der lehre göttlichen wortswillengern ausstehen/ du wollest mir nur mit deiner hülffmdgnad beystehen. Als ihm indessen die vavicrne mütze mil j leu«fein von dem kopff gefallen war, und Huß solche aufder erden ligensahe, lachte er darüber; die soldaten aber fetzten sie ihm mit vielenfchmähungen wieder aufdas hanpt.Als man ihn nach diesem; malum den fchciter-hauffen führte, bat er die anwesende», iie nMleirdoch nicht glauben,daß er um falscher lehre willen den tob verdienthätte, indem er diejenigen irrthümer, welche ihm feine widersachekschuld gäben, gar nicht gelehrct. Als er hierauf sich gegen MWächter bedanckt, und ihm der hcnckcr die kleider auszog,wurde»mit 7 stricken an ein starckes brctt gebunden, und ob matt UManfänglich mit dem gesicht gegen morgen gekehret, so wurde er dochauf vorher gegangenes gefchrcv,er sey nicht wärth,daß ihn die Wbescheine, gegen abend gewendet. Als nun auch noch ein emW«ger armer banr zugelossen kam, und boltz zu dem fcheitcr- hnuMbrachte, lachte Luß darüber, und riessaus: L> heilige cmfall-Merckwürdig ist es auch, daß er kurtz vor feinem tob soll ausgnni'fenbaben: Heute bratet ihr eine gans/ aberuberi°oMwerdet ihr einen schwanen hören singen/den solt ihr umgebratcn lassen. Ändere sagen, er bade es an die Böhmen ge-schrieben, da gleichwol in der that kein sicherer bcweiß deswMfürzubringen ist. Als er nun dergestalt angebunden wnrMn>Mder Hertzog Ludwig von Bayern und des Reichs Erb-MarM,Graf von Papvenheim,ehe der fcheiter-hauffen angesteckt wurde, zuihm, und ermähnten ihn nochmals, er foltefeinc lebre wiedemM"'allein Huß gab zur antwort: Ich schwöre beydemdrey-MgenGott/ daß ich alles dieses/ was mir durch sistMEgen schuld gegeben wird / weder geschrieben noch E«»habe/ sondern in meinen predigten nichts anders geMuals daß ich die menschen nach der heiligen schufstReich Gottes führen möchte/ weshalbcn ich nun m» Wdigem inuth uird guten« gewissen sterben/ und mit -icn ?tod meine lehre versiegten will. Als der Hertzog Lud« g' Wdem Grasen von Pappenheim dieses vernahmen, rlM m Mund befahlen, den scheiter-Haussen anzusteckenda indessen v ?mit lauter sttmme das 8;-mdoium vc,cä.-num abiung, mwmyriess: IEsu Christe/ du Sohn des lebeildigettMttes/»barme d«M meinibiS er endlich das dritte mal von denn« ^