Hut
Sielt sich biß in sommer zu Zrom auf; weil auch des ReuchlinS sirerk-sache mit den Prediger-München wegen den büchern der Judennach Rom gelanget war / so setzte er eine inrerc-il.onem an den Car-dinal Adrianum oketlensem für Reuchlin in Versen auf/und ließsich auch bevder Loricisn» neben anderen uoecen hören. Als eraber zu Mterbo mit einigen bedienten des Frantzösischen Gesand-ten am Pabstlichen Hofe in Angelegenheit gerathen/ und denjenigen/so ihm einen zimlichen hieb über den lincken backen versetzet / erle-get / auch die übrigen 4 starck bleßirt / so glaubte er/ vordenFran-tzoscn in Rom nicht sicher zu seyn/ und begab sich deßwegen nachBononien/ schickte aber vorher an Crotum Rubianum das überdiesercncomre gemachkeepi^rammL nebst verschiedenen a- krru 8.0-wrnc», und gcciöiite dem Nicolao Gerbelio seine LpikoiLm XUI-xiiniiisnui» e-xsLrLm Ittii-e worauf EobanusHessus eine
schöne antwort verfertiget. Erwachte auch aühier die andere/ drit-te und vierdle orscion wider den Hertzog von Würtemberg/ undein gcspräch/iRsisrismus betiktelt / richtete aber nichts damit aus /sondern der Hertzog ward -mmviret- Hütten lebte nun zwar beyden Gelehrten in grossem ansehen/ weiter sich aber des Renchlinssehr eifrig annahm/unddiespMoiÄs oMcurm-um virorum verfer-tigte oder doch verfertigen ließ / so predigten die Münche öffentlichwider Erasmum/ Reuchlin und Hütten / und da die beyden erstensich öffentlich entschuldigten/ blieb die schuld anfdemvon Hüttenallein / und wurde er durch Bilidald Pirckheimern an. 1417 ge-wärmt/daß Meuchelmörder wieder ihn ausgeschickt wären. Weiler auch dem Francisio Maria von Rovere/ so das HertzogthumUrbino besessen / wieder das im jan. ergangene Päbstliche verbott/aus gewohnheit den titul als Hertzog von Urbino gegeben/ so warder in bann gethan. Als auch zwischen den Lemschenund Jtaliämrnzu Bononien eine ausruhr entstanden/ und ihm aufgetragen war /die fache der Teutschen n»r»>n bey dem o»c>verneu-der stadt zu 6 e-tenci,rcn / er aber denselben durch die an ihn gehaltene rcde hefftigerzürnet hatte/ so musteer sich gegen ende des sommers an. i;i?von Bononien nachFerrara begeben/ daersichetliche tage auf-hielt/ und von 2 Herren von Hurten/ so nach Syrien reisen,! /nach Venedig beruffcn wurde. Von dannen gieng er nach Dtvckel»derg / und beschloßseine epigr-mmL» auf den Kayser und den Ve»nettanischen krieg heraus zu geben / a-äicirte sie auch dem Kayser.Peutinger nahm hierdurch gclegenheit/ ihn bey demselben zu re-commcmMren/ ließthnzu sich nach Augspurg kommen/ und brach-te es dahin / daß ihn der Kayser zum Ritter schlüge / und zum Poe-ten crönte. Damals befand sich auch der Churfürst Albertus vonMayntz bey dem Kayser/welcher den von Hütten versicherte/daßer die vor etlichen jähren von demHerrn von Steinvor ihn aus»gederene bcdimung Habenseite; worinnen ader selbige bestanden /bat er nirgends gemeldet/ es scheinet aber/ daß es entweder einLämmer-Herrn oder geheimen Rachs-stelle gewesen. Jmnov.be»gab er sich wieder nach Stöckelberg / und äsMcirte Padst Leoni X
des Nsur. V^ttL c!cc!slliLrion!:ni -le fstto crectics 6c eivennrL OnliÄNN-ni clonLtione, gieng unter der iiMe des Königs Caroli mit in Spa.nien/ und kehrte über Franckreich zurück. An. i;i8 langte er zuMayntz an / und legte sich eine diblioihec zu. Damals hatte manallda ein vom Livio mit Longobardlschen buchstaben gefun»den/ in welchem 2 neue bifihcro abgängig gewesene ducherbefind-lich waren. Hütten machte hierzu eine öeMcLuon an seinen Chur»fürsten/ und ward dieses werck an. 1518 zu Mayntz gedruckt; erfolgte auch seinem Churfürsten nach Augspurg auf den Relchs-tag/«ufwelchem derselbe den Carvinals-Hut cmpfieng. Er trieb dabeynoch immerdte Nu6lL und schrieb verschiedene fachen/ als ein ge»spräche unter dem titul machte auch eine -xtiorrscionem sa
^rinci^es OermLnos, ur dellurn grurcis concvrglLliter intersnt, UNdließ an Pirckheimern eine lange epMo>-»m vicce 5 ua- rLrionem expo-
ncnrem von Augspurg abgehen / und drucken/ meb auch anfdemReichs-tage mit allen kräfften des Reuchlins angelegcnheit / giengendlich wieder nach Mayntz/ curirke sich an seiner beschwarltchenkranckheit/ und schrieb 2 Mäiogos.fekns genannt. An. y? 19 befander sich unter der armee / welche der Schwäbische bund wieder Wur-temberg zu selbe führte / schrieb auch die grsru>Lnor,8-rede über denüberwundenen Hertzog / und ließ seine wieder denselben verfertigtefachen zusammen drucken- Zu ende des monats may gieng er wie»der nach Mayntz/ und war willens zu heyrathen / that eine rerjenach Italien/fand zu Fulda indermmjotkLcPllntum/ Qulntl-lianum undMarcellinum/wie auch ein «visc. Neunte eccieü-e con-
lcrvLncls 6c kcliismsre inkcr licnricum 1^/ 6c OregoriuM V ll > Wel-ches er an. 152° zu Mayntz drucken ließ. Er verfertigte auch sembuch cle iueV-nsreä 6c lignoLuLi-coPariNeN kt' ftlNe tUr alt sich stwjterzehlet/ und gab einen öiswgum, korcun» genannk/tngleichen seineiri2(temNom3r>a und Inipicicme,- heraus.Jnmittelst hakte crLuthersschrifften gelesen / und nahm sich dessen sacke mit grossemeyfer an /in Hoffnung / der neue Kayser Carolns V wurde ihm glctchfallsbevstehen. Er schrieb einen kurtzen anszng/wie sich allezeit diePäbste gegen den Teutschen Kaysern gehalten / fand aufder reise zuBoppard im Trierischen ein Er. und eMrtees an. i;2o mit dte»
sem tÜUl' t'cKitmLre exrin^uencio öc vera lil)srrLre sä-
k-reng.,. Er schrieb von Mayntz unterm 4 jun- an Lutherum / undreißte noch selbigen tag nach Trabant zudem Erk-Hertzoge Ferdi-nand. Weil er sich nun völlig vor Lulheri parlhey erklärte/ dieTeutsche freyheit wider den bisherigen zwang rn reltgrons-sachen6ete„ci.rcn wolte / und zu seinem wahlspruch auf seine schrifften se-tzen ließ: l-A-r L,e-> oder vive IM-m-s, oder-»stU-«?--°us vinculaeorum öc projic>»mui A nobis Iptoium , so schrieb der Pabst anCarolum V und andere Fürsten / befahl auch dem i^uM^r.Hogstraten / daß er ihn gefangen nehmen und nach Rom schickensolle ; ja es waren auch einige/ so ihn um gisst oder durch das
heimlich aus dem wege räumen wollen. Solches wardtcken ru Bruffel hinterbracht / da er sich mit et'
kerweaes^?^»am^n nach ^bcr-Tcutschiand aufmachte / un»"'"ran / welchem er mit seinem schwerdtzu fuffefiel/ ließ er ihn ziehen.
^? 5 ^Ee sich bey dem Churfürsten von Mayntz / wi-von Hütten emrte und zu Mayntz gedruckte bü».^.hurfursten veranlaßte /daß er ihn von seinem^e Sucher bey straffe des bannes zu lesen ver-^dtt. Da er also vor der gerstiichkeit nicht sicher war/ begab er sichnach Franckiurt/ und im sept. aus des Frantz von Sickinaen veikesschloß Ebernburg/und schrieb von dar aus mtt grosser l ?ff^Lawtnan den Kayser/ an denChurf. Friedencum vonMü'en/an Albertum Churf. von Maynß/an Sebastian von RotÜhchn/und an die «ursten und alle Stande von Temschland / beschwärtesich wider die ihm angedrohte gemalt/ und ermähnte d e Teut-schen / das von der Geistlichkeit ihnen aufgelegte joch abzuwerffen/und sich wieder die ihnen angebohrne freyheit zu setzen/ welche erauch sohoch schätzte / daß / ob ihm gleich der König in Franckreich400 cronen jährlich p-nllon und den kiml eines Raths angebottcn/mit dem beding / daß er sich aufhalten möchte wo er wölke / er so!»ches doch nicht annehmen/ un-keinem auswärtigen Primen sichunterwurffiq machen wollen; gab iich auch anfvcrschicdmen vonseinen schrisftm den Lüul OermsnicX NkLNÄNs PI Opugn2ron5, undgu'ttitte seinen platz unter des Frantz von Slckingen regimenk / soaus lauter Rittern bestund / weiche von dem Kayser Carolo Vdoppelten sold / nemltch 200 dncaken/ genUc,» bekamen. Obbe-meldte k!ag»schreiben hat er damals bald in Teutscher spräche he»raus gegeben / damit es auch der gemeine mann wissen möge; unddamit er seine brüder und verwandten seinetwegen m keine Verant-wortung bringen mochte / so -em, w er ihnen/ als der erstgcbohme/das väterliche erb / und verbotk ihnen / ihme mit nichts behzusiehen.Weil auch der Pabst unterm 1; jun. eine bulle wider Luther hatteausgehen lassen / so machte Hütten sehr scharffe rand-gloffen darü»der / und ließ sie drucken. Da Luthers bücher zu Mayntz verbrandtworden / gab er in Teulschen und Lateinischen verser- eine klag überden Lutherischen brand zu Mayntz heraus/ deßalclchen eine klagund vermahnunq gegen den übermäßigen gemalt des Padsts/ unddre ungastliche Geistlichkeit. Ferner schrieb er einen driefunterm sdec. an Luther / darinnen er grosse Hoffnung auf den KayserlichenGeneral Frantz von Stckmgen setzet / daß/da er bey dem Kayser ingrossem ansehen wäre / er sich seiner und des Lutheri ernstlich an«nehmen werde / aeciicirte auch dem von Sickingen die von ihm indas Teutsche übersetzte gesprach-büchlem tekns 1 6 c 11, v-mscu-, undim'picEss, und hatte vor / alle seine schrifften zu vertauschen / da«mit,sie der gemane mann lesen könte. Er machte auch 4 andere ge«
spräche LuUicMrm , monicorcm primum üc secuiMum ünd pr»cil>nes
genank/welche er an. i;2i demPfaltz-grafenJohani a-Mcirte. Fer-ner ließ er um selbige zelt ein büchlcin/ so er bey Frantz ovn Sickin«gen gefunden / wie man cun-m,- hMen soll / und von Verleihunggeistlicher lehn-pfcünden/nebst Cvnrad Zärtlins ermahnung/daßein jeder bey dem alten Christlichen glauben bleiben solle / drucken;schrieb hierauf; invccuv--- auf die 2 Päbstliche Legaten Hierony«mum Alcxandrum und Marinum Earaccivlnm und in a-rcUnsler
Lpilco^os 6c sscerclores, UurUerum Vc/nrmsti« in Ooncilio Osrmsni.«
impußNLnrsü. Deßgleichen zwey brieffe an den Kayser / einen anden Churfürsten Albertum / welchen er seiner beständigen hochach«tung versichert / wie auch 2 brieffe an Luther / welcher aber seinegrosse hcfftlgkeit in religions-sachen nicht billichte / und sich dahernicht mit ihm einlassen wolte. Er schrieb ungefehr um diese zeit inTeulschen Versen / beklagung der frevstädte Teutscher n»rio„; leben-dige abconcrsLüur des gantzen Pabsthums/ samt einer ermahnungan die freye starcke Helden Teutscher -»»on sich davon zu errct»ten/ so msnis tturreni bctittelt ist/ und an. I6;2 unter der rubc.c:Aufwecket' der Teutschen n»«on, wieder aufgelegt worden/u. a. m.auch etliche ohne seinen namcn/als eine klägliche klag an den Christ-lichen Kayser Carolum von wegen Luther und Ulrich von Hütten/auch wegen den Cnrtisanen und Dektel-München/durch 15 bunds-genossen; zwey qesprach-büchlein/Karsthans/ und dergleichen. Ergab auch seine entschulbigung heraus / als solte er wider alle Geist-lichkeit nnd Pricsterschafft seyn/ mit erklärnna etlicher seiner schriff-ten / und schrieb im jul. aus dem Sickingischen schloß Landstall einedemüthige erinncrung an eine gemeine stadt Worms . An. 1522gieng er mit Frantz von Sickingen zu selbe / nnd straffte em Car«thäuser-kloster um 2000 gold-gülden/weil sie sein biidniß verunehrthakten. Er hatte sich aber schon zimliche zeit vorher / ehe derselbe tnseinem schloß Landstall belagert ward / in die Schweitz rec.r.ret/und sahe sich genöthiget/ gute freunde anzusprechen/ und viel schul-den zu machen. Er befand sich zu ansang des 152; ,ahrs zu Dasei/da er von dem Rath mit dem öffentlichen geschcnck beehret/nnd vonden vornehmsten lernen häussig besuchet ward. Erasmns / welcherihn sonst so sehr in seinen schrifften geruhmet/ war der eintztge / soihm keinegab/auch keine von ihm annehmen wolte/aus furchtfür der Geistlichkeit. Weil er nun in einem gedruckten briefan Lau«rinum die a-prccirung dieser bcsuchnng dem zugeschrieben / daß decvon Hütten wegen seiner grossen Unpäßlichkeit nichfauffer einer ein-geheitzten stubc bleiben/er aber keine vertragen konte/so verdroßsolches den von Hütten dergestalt/ daß er eine sehr v-Mem-nte sxp».n..iLnoncm wider Erasmum schriebe / darinnen er ihm seine unbe«ständigkeit und furcht vorwarff; da denn Heinrich EppendorffmitErasmo -rEiren wolte / daß wenn er üoo gülden gäbe / solte sienicht gedruckt werden; allein der von Hütten ließ sie dennoch dru-cken / verfertigte auch ein lächerliches büchlcin wider einen gewissenmeckcuw daselbst; inzwischen aber brachte es doch die Geistlichkeit(k.rrrl'L) dahin/