Band 
Zweyter Theil
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Sie haben allhier einen Patriarchen, welcher von dem Könige inPersien , ungeachtet er ein Mahometanischer Fürste ist, sehr respe»ctiret wird, und ir Bischöffe. An-1609 wurden 1000 Armenia»Nische Christen von dem Könige in Persien Abbas auf einmahl hin«gerichtet, unter dem vonvand, daß sie sich dem Papst unterworf«ftn hätten, p. S8-

peitsch, Göltzsch» ein festes schloß und paß an der Oder inSchlesien , zwischen Breßlau und Brica, den Grafen von Sauer»mann gehörig. Es kam an. iü;4 in Sächsische und an. 1646 inSchwedische Hände, worauf es von den Kayserlichen an. 1647vergebens belagert, und erst nach dem Westphälischen friedenvon den Schweden verlassen worden, 5clll«s. cllron.

Fempterland, lat. , war vor zeiten eine zu Däne»Marck gehörige Provintz von Nordland an den gräntzen von Nor»wegen, gehöret aber nunmehro seit dem an. 164? zu Bromsebroogeschlossenen frieden dem Könige in «schweben. Es ist eine kleineProvintz, stösset gegen norden an Lavvland und Angermannland,gegen osten an den Bothnischen meer-dusen, gegen mittag an Hel-lingen , und gegen Mitternacht an das qebürqe Scarsfielt. Dasland ist mehrentheils berqigt und waldigt, und hat einen engen klei»nen sce, woraus ein siuß entspringet, der sich hernach in den 8inurnLorknicum ergiesset. Die einwohner nähren sich meistens von demfisch.fange. Es sind keine sonderliche ssädte darinnen, ohne allein; schlösset, nemlich Ressund, Docre lind Ltth. 8ue>

cia. öeickreiKunA 8clivveäen p. r c. z.

^ena, eine stadt, Universität, schloß und amt in Thüringen ander Saale , 2 weilen von Weymar gelegen, in einer anmuthigen ge»gend, aber mit hohen bergen umgeben. Einigen scheinet Jena derälteste ort zu scvn, und von dem dach Jemda, der unweit davonflieffet, den nahmen zu haben. Die ersten crbauer dieser stadt sindungewiß, indem einige die Thüringer, andere die Schwaben undHcrmundurer, oder wie es am wahrscheinlichsten ist, die Sorbenund Wenden davor ausgeben, indem selbige in dieser ge»gend gewöhnet, und verschiedene dörffer um Jena herum,als Clößwitz, Eeschwitz, Osinaritz, Cunitz,Ncrickwitz, Löbnitz,u .d.g.angelegt. Und zwar, wie es fast das ansehen gewinnen will, ist ausverschiedenen dörffern eine stadt entstanden; wie denn dieses gewiß,daß die Vorstädte von Jena dörffer gewesen, auch in den alten regt»stern ihre vorige nahmen noch behalten. Es hat dieser ort in altenzeiten verschiedene Herren gehabt. Anfänglich hat selbiger denMarggraffen von Meisten zugestanden, wie denn auch MarggrafEccardus ir, den GrafSiffrid von Nordheim an. 1002 ermordet,ailhier begraben worden. Nach diesem ist die helffte an die Gra»fen von Lobdaburg, und die von ihnen entsprossene Grafenvon Arnshaug gekommen. Es bat aber Marggraf Friedrichmit dem gebissenen backen den einen vierten theil an. i zoi mit Adel«Heiken, Gräfin von Arnshaug, erheyrathet, und den ander» vierv»tentheil a». i;i; kauffweise von den Herren zu Elsterburg undArnshaug, wieder an das Marggräfliche hauß gebracht. AlsMarggraf Friedrich der streitbahre sich mit seinem bruder Wilhel»wen an. i4i i abtheilte, fiel Jena dem jüngern zu, wiewohl siean. 142; miteinander umtauschten, dergestalt, daß stadt und amtJena an Churfürst Friedrich den ftreitdahren, Leipzig hingegen anMarggraf Wilhelmen kam. Hierauf bekam Jena ChurfürstFriedrichs andrer söhn, Sigismundlis, und nach dessen absterbenHertzog Wilhelm der tapffere, welcher auch an. 1446 mit KayserAlbrechts tochrer, Annen, hieseibst beylager hielte. Nach dessen to»de kam dieser ort an Churfürst Friedrich den gütigen, und nach die»ses absterben an die Ernestinische linie. Churfürst Johann Frie»brich ließ allda an. 1548 ein acssteinicurn anlegen,wel»

ches nach erhaltenen Kapserlichen Privilegien an. i;;8 in eine völli»ge acaüemie verwandelt wurde; wie man denn auch bald einenschöppenstuhl und ein Hof-gerichte allhier angerichtet. Nach diesemist die stadt zwar zudem Weimarischen antheile geschlagen worden,die Universität aber der Ernestinische« lulle biß jetzo gemeinschafft»lieh verblieben. Nach Hertzog Wilhelms tode ist in der unter demhinterlassenen Printzen gemachten theilung stadt und amt Jena demjüngsten Hertzog Bernard zu theil worden, der seine residentz dahinverleget, und erste eigene linie gesichtet, so aber mit dessen Printzen,Hertzog Johann Wilhelmen, wiederum verloschen. Es ist hieraufJena an die Eisenachische linie gekommen, welche selbigen ort an»noch besitzet. Der ort ist nicht groß, hat ein Fürstliches schloß, undist init; kirchen versehen, worunter die zu 8. Michaelis dre vor-nehmste, so einen altar hat, unter welchen man weggehen kan. Diecollegien-kirche hat vormahls den Dominicanern gehöret, ist aberbald nach aufgerichteter academie nebst dem daran stossenden ge«däude darzu gewidmet worden. In dem collegio ist die bibliothetund das müntz-cadinet nicht zu verachten. Ausser der stadt findetman den Hausberg nebst dem sogenannten Fuchsthurn, den Gleiß»berg , welcher wegen der trefflichen kräuter berühmt, den Luther-brunnen, woselbst sich Lutherus öffters aufgehalten, den Fürsten »brunnen und andere; auch giebt es viel Weinberge da herum.In dem dreissigjährigen kriege hat dieser ort viel ausstehen müssen,indem er bald von den Schwedischen, bald Kapserlichen völckernausgeplündert worden. Nicht weniger hat auch daselbst die pestzum öfftern graßiret, zumahl an. ,578, in welchem jähre man dieUniversität nach Saalfeld verleget, und an. i6zü. An. i6üc> ent-stund allhier ein hefftiger stubenken tumult, so aber,nachdem die ra»dcisführcr theils darinnen umgekommen, theils gefangen weg»steführet worden, sich bald wieder gestillet. geo-

xeLpkur Le Lrckueäu; feneotir. kissor. lempli lenenllr.

mercLA'ürcliAlceiisn cler 1.snÜArstiictiL6c Iliüringeu.saus!. §sxoN« Hur. rer. Illur»

TZena/ (Gottfried von) Königlicher Preußischer geheimderRaty und Cantzler in dem Hertzvgthnm Magdeburg zu Halte. Erwar den 24 nov. an. 1624 zuZerbst gcbohren,al!wo sein vatcr undgrvß-vater Ober-Burgermeister gewesen. Seine vorfahren habensich erst in der Grafschaffl Schwartzburg und in Thüringen aufge»hallen, indem iz kecuioaber indemErtz-Stifft Magdeburg nie»dergelaffen. Nachdem er auf dem zu Zerbst , wie auch zu

Wiltenberg, Marpurg und Giessen studieret, wgleichen die Nieder-lande, Engelland, Holland, Frankreich »nd Italien durchreiset,ist er von Churfürst Carl Ludwig von Pfaltz zum krotessore ssriszu Heidelberg , und hernach an. iüs; von Churfürst Friedrich Wil-helmen zu Brandenburg zum krot'essore zu Frankfurt an derOder verordnet worden. An. 1662 wurde er zum geheimbdmRathund Cantzler des Fürstenthums Minden gemacht, auch baldhernach als Abgesandter nach Regenspurg, unv von daraus an dieChurfürsten zu Mayntz, Bayern und Psaltz verschicket. An. iü8<rwurde erzürn Cantzler des Hertzogthums Magdeburg bestellet,wie-wohl er selbiges amt nicht eher als an, 1687 nach seiner rückkunfftzvon Regenspurg würcklich angetreten. Er hinterließ keine erben,da»hero er sein hauß zuHalle nebst üoo°o rthlr.zum unterhalt zchen Ade»lichcr Fräulein vermachte,auch über biß einHolmtal zur CbristlichMliebe genannt, vor arme gebrechliche Reformerter religion stiffiete.Er starb zu Halle den 8 jan. an. 17»;, und liegt in der schlvß.kirchsbegraben, woselbst ihm ein prächtig epuspdmm gejetzet worden. Eeist msonderhert auch berühmt wegen seines tractatsllerLt,oneKstu§.welchen man zu verschiedenen mahlen aufgelegt. Hawb. !wt. rem.sn. 1707 p« zoo» /»nllÄr. lliüor.

Tlenatz/ Ienatsch, das dritte geeicht im X geeichten bund,unter Casteis hinab lincker hands gelegen; ist em schönes, grossesund wohlgebautes dorff. Wird sonst auch das Castelser-gerichr ge»nennet, vom nahe gelegenen schloß Castels, da man auch d>e hohengerichte fertiget.*

'Jencköping/ oder Ieneköping, lat. lenecosss, eine Schwe»dische stadt w Smaland , so eine Provintz von Ost-Gothlandisi.Sie liegt am südlichen uftr des sees Meter,ist gautz von boltz ge«bauet, und 17 Teutsche weilen westwärts von Calmar entfernet.Der ort hat keine mauern, aber das schloß ist mit einem aufgewors-fenenwaü verwahret, und an einem see gelegen. Die stadr beste»bet aus einer cintzigen langen gaffe, welche mit lauter handwerckernbesetzet ist. So macht man auch daselbst feine lapeten. Die Kö»ujae hielten vorzeiten allhier ihre zusammenkunffle; wie denn auchSteno Sture an. 1 z«; hier eines jähen todes verstorben. Als derKönig Christianus IV in Dännemarck an.iSir Jeucköping einneh»men wolle, haben die Schweden das schloß selber in brand gesteckt,die ftstung aber noch conserviret. 8uec.

keLreLanZ tzokvveäen l?. p. 7-.

'Xenckrvitz,Iencowitz,eine uhralte Adeliche familie inSchle«siewlstaus dem qefchlechtderer vonHabdanck in Polen entsprossen,und schreibt sich aus dem haust Goldschmieden in dem Breßlaui»scheu. Laurentius Nicolaus von Jenckwitz auf Poslauiz zeugteMit Barbara Weigelin, Petrum und dff Ambrosium. Dieser starban 1477 als Lanonicus des hohen Dom-Stiffts zu 8. Jvhannis inBreßlau. Jener aber hinterließ 2 söhne, Pclrnm und Nicolaum,davon der erste an.1521 als Lsnonicus zu Breßlau , der andere aberan i<-;7alsLanbes»HauplmanndesBreßlauischmFürstenthumsverstorben. Sein söhn Abraham von Jenckwitz auf Goldschmie-den, Jarau, Kutsch und Baumgarten, gicng an. iüv6 als Landes»Haupkmann des Breßlamschen Fürstenthums mit tode ab.

Lcllles. curiok.

^enisceV oder Jenci/ ein siuß in der nördlichen gegend vonMvscau, in der Provmtz Lovia, nahe bey dem vvlcke, Tingöses ge-nannt. Er bat aufder vst«feite grosse berge, aufder westlichen abereine grosse und sehr fruchtbahre ebene. Man sagt, daß dessen laufsich so weit erstrecke, als des siusses Oby, und daß er in vorigen zeitenfast 70 weilen lang in das land hinein geflossen. Letcllreibuog

d/lolcau.

"(enischius/(Paulus) wurdeden27jun.an.iss8 zuLintwer-pevgebohren. Er war sehr gelehrt, und verstund verschiedene spra-chen ; jedoch weil er ein buch unter dem tikul ckeisuruL animsrum«geschrieben, wurde er vertrieben, und muste gantze so jähr biß anseinen tod im elend oder doch ausser seinem Vaterland zubringen,wie-wohl er dabey eben nicht sogar unglücklich gewesen, ober sonder«bahre noth ausgestanden. Er lebte auch biß an sein ende in gutekaestindheit, und brachte seine zeit mit leimig heiliger schriffr, der mu»sie und mecksmc zu. Er hatte 19 kinder, von welchen nicht mehrals 4 lebten, als er starb. Er wurde in dem letzten jähre seineslrbens von einer kranckbeit hart angegriffen, und starb den 18dec. an. 1Ü47 zu Stultgard unter sehr grossen schmcrtzen.

epilk. 190. *

"teMa oder Ienitza, eine kleine stadt in Macedonien, so voikdenTürckcn erbauet worden, und zwar an dem orte, wo vorzeitenPeüa, des qrvssen Alexandrt qeburts-stadt, gestanden, an dem ThcssAlonsschen meer.buscn, zwischen den flussen Bcvoda und Castora.Sie liegt rg weilen südwärts von Tbeffalonich,und eben so weit ost-wärts von Edessa.

"lens/ oder Gens, auf Ungarisch Deßne, ein befestigter ortin der Ober.Ungarischen Grafschaffl Owo, zwischen den beydmllüssen Fekete Keres und Fekier Keres, nahe bey Giula gelegen. An.169; den 28 may musten ihn die Turcken mit accvrb an den Prm-tzen Carl Tdomam von Lothringen , welcher in abweserchell desGenerals Heüßlek die Kaystrliche trvuppell cvminanbllte, er»

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