Band 
Zweyter Theil
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926 inn

Rom sihrallarmirte, si> Paß der Pabst endlich, da !ich die Italiani«sehen Fürsten ms Mittel schlugen, etwas uachziiacbci, ansteng, undden Barbarmi zum besten unlerschiedliche dinge emgleng. Alleinsobald alS der Marggrafvon Torrecu,a die Frantzoien die bringe.r»ng von Orbirello aiiszuhebe» genöthigct halte, nichte der Padstseinen alten baß wieder ste aufs neue hervor. Darauf gieng eineandere Frantzöflsche flotte auf Italien laß , und nahm Piomb-iiound Porto Longone weg, welches den Pabst etwas ge>chmeidigergegen die Barbarmi machte. Weil aber Franckreich gleich da.

Mahls in einen innerlichen krieg verwickelt war, so fragte der Pabst unterdessen incht viel darnach, wie sehr sich auch die FrantzöstschcnMinisters wegen der restitution der Barbarin! bemühetcn. Nach.gehends schickte er einige von seinen MinistcrS zu den Münsterischei,tractaten, wobep Chigi, sein dlunriur, als er hörte, daß ein grossertheil der geistlichen guter den Protestanten gelassen werden solle, wi>der den frieden iölennitcr protestirle, und zugleich über die in denOßnabrügglschcn tractaten vecwilligte gewillens freyheil, dermas»se» erbittert wurde, daß er die von dem frieden aufgesitzte schrifftenzerriß, und dißfalls nichts weiter vorzunehmen sich refolvirte, sondernden frieden durch eine bulle zu vcrnichligen suchte. An. 1651 wur.de die crone Franckreich zu Roin so wenig ressectiret, daß derenMinisters verschiedene bctchimpffungen empstcngcn. Als nun fol.ches der Frantzösische Hof zu rächen suchte, trat der Pabst in einegenaue fremidschafft mit Spaiuen, und machte mine, daß er dieBarbarin, wiederum aufnehmen wolle, welche denn chlche gelegen-heil mir beyden Händen ergriffe», an. i6zz des Pabsts gunn wiedererlangien, und ihn aurcitzten, das Königreich Navoli steh unter»würflig zu machen, wodurch beydes der spanische und der Frau»tzösifchc Hof sehr disgustirct wurde; allein der Cardinal AnloiiioBarbarin! blieb Franckreich getreu. Düster Pabst gcrielh auch au.

1649 mit dem Hn'tzoge von Parma in einen streit, welcher aufFrantzöstfche hülste steh verlassend, allzuweit in das Päbstlichc gebie- kirchcn-gürer in denen ledig stehendentc hinein gieng, aber gcstchlagen, die stadl Castro erobert, und auf mern anstatt derer Bifchbffeu und ^

Pabittiche onckre rasirec wurde, fö daß der Hertzog zu einem güili« ^ .- ".ls vcrgchr»,

chen vergleiche sich verstehen muste. Au. 16c; vcrdaminle er diebekannte» ; Janfemstifchen Propositionen, und starb bald daraufan. >6s§. Als die,es Padsts rod kund worden, so enlstmid eine all.gemeine freude unter dem gantzen volcke. Sem cyffcr für die er.

Haltung der Vorrechten sowohl feiner klrchcn und amts, als auchaller versöhnen, welche unter ihm stunden, und zur Geistliche» Hie. geringerm elstec das imeodlö ,,„d die

gehoreten, ist daszemge, p von denen, welche ihnc lobe» ..- — ^ Ibr^Komgs, M

rarchie geiweeiku,. , , .

wollen, am meisten erhebt Wird. Journal cle t>. Xmour.bitt. pscis VVettphsl. Kitt. I'onnt. kitt.ttL-

pLtur. /«,/,//>/„ ttkau külme. Xckemoirc-i ilu tlsrll. cke Ke-r

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^nnocentius XI, hieß zuvor Beuedictus Odescalchi. Erwar a». itzn zu Conio qcbohrcn i» dem Hcrtzogthum Maylaud,aus einer Adelichen familie, wurde in der Jefniten-fchule unter-richtet, studirle darnach zu Rom surr, nahm hieraufkriegs-dienstea», und gieng als ein Officircr in Tculfchland und Polen . Vondar kam er nach Navoli, wurdedafcldst Oottor. und demuhetc sichhierauf einige rccominendalions' schreiben a» den Cardinal Bona zubekommen. Wie aber dieser an ihn, merckle, daß er zwar von gu-tem verstände, aber nicht allzugelchrt war, riech er ihm, fein glückweiter im kriege zu suchen. Allein als ihm Odeschalchi wichtigeWechsel-brieffe, die er mitgebracht, zeigcle, ließ ihm der Cardinaleinen stuhl bieten, und ertheilte ihm den rath, er solle sich einendienst in der Apostolischen kammcr kanffcn. AIs er dieses »ach dcöPadsts Urdani VIII tode gethan, bcmühcte er sich der Dann- O-lympia qunst zu erlangen Zu dem ende kauffle er vor ste sehr schö-ne raperen und kostbahre silder-lervicer, spielte zum öfftern mit ihr,und ließ sie grosse gcld-summen gewinnen. Worauf ihm seidigean. 1647 den Cardiiials-Hiil zuwege brachte. Bald darauf wurdeer Legat von Ferrara und Bischoff von Novara, hielt sich auch msolchem stänke sehr eingezogen. Nach Clemciitis X todc wurde eran. 1676 durch einige wohlmeyuendc Cartmälc aufdcn Pädstlichcnstuhl erhoben. Die Frantzöstfche parthcv trachtete zwar den Ro.spigliosi zu erwehlen, da es ihnen aber fehl schlug, gaben sie gleich,falls dem Odescalchi ihre stimmen. Allein da die fache zu einemenlfchiusse gereichen solle, hielt der Cardinal ck Estrecs die völligemahl eine Zeitlang auf, hiß er genüge orclrc; aus Franckreich ein.pfangen haben würde. Milllcrwe le stellte man andere Cardinälcaus die wähl; allein beydes die Cardinälc und Las vvlck richtetenihre inclination beständig auf den Odescalchi, so daß in wäbrciidcrsolcher verzöaerung die Cardinälc nichts anders thaten, als haßsie sich immerfort mit einander zancktcn, und zwar dieses mit sowenig Höflichkeit, daß sich auch Colonua und Maldachino vor uar.reu u»d bestien schallen. Da indessen auch kerKönia von Franck«reich diese wähl billigte, so wurde silbige bewerckstclliget, ohnge«achtet sich der Cardinal Allieri nebst siincm anhange hefflig widcr.setzte. Jedoch verlangte Odescalchi zuvor, daß die Cardinäle eineresvrmalion des kirchemregiments, wvvo» er ihnen einig proicctvorlegte, uiitcrschrciben möchten. AIS er mi» erwehlct worden,nahm er den nahmen Imivcentius XI au. Die Kölugm Cbcistinawar die erste, welche ihm die süsse küsscte; auch verursachte diezeitima von dieser wähl eine allgemeine freude; an dein Pabstc abermerckte man keine andere Veränderung, als daß er tieffstnniqcr zuseyn schiene, als vorhin, und als er das volck segnete, badcv vielthränen vergoß. Das erste, so er vornahm, war,' daß er dre miß.bräuche des imponimi abschaffte; jedoch damit sich sein vcltcrOonLivio Odescalchi über seine strcngigkeit nicht zu beschivercn hätte, >0verm echte er lbm iävilich z oooo cronen. Darauf zog er die »nko«sten und ausgaben ieincs ciaenen böses ein, und beichiutte den frein,den Abgesandten ibre vmbcr gehabte gliartiersareyhett. Danebenbeforecrie er eine k,rchen-reformation, wegen bisher cingeschlichcncr

simonie, auch anderer mißbrauche und ärgerlichen lebens, undordnete 4 Cardinäle, deriemgen leben und wandei, so nach Mn»mern strebten, zu unter,uchcn, verbannete die huren aus Nombot das spielen, und war besorgt, daß die so genannten tzLwn - ,Rom ihre crecluore; Nicht betrugen mochten. Weil dieChrislina den grösten theil ihrer einkünffle Lurch ven Knea ve ok.ren, machte er derielbe» eine lahrliche venston von ,2002 »WenHiernächst bemübete er sich, zwischen Franckreich und Omemimeinen frieden zu stissten, und hingegen die Christen zu einem 7m.ckeii-kricqe zu bewegen. Er hallender viel Unruhen. Seine ml,zwistigkeck ereignete sich mit dem Svauischen Lmbsssalleur j„d-meinige die Spanier wegen ihrer ungeziemenden procedure» affro,.tirct. Ob nun wohl die urheber von dem Pabste mit gebühre,straffe angesehen worden, so wolle doch gedachter ämbMgM ickmit nicht zufrieden seyn, sondern forderte eine mehrere saiisfaclmund einhielt sich des hoffes. Desgleichen wolle auch der Vice.x,Lvon Napvli dem Päpstlichen bttmcio keine audientz ertheilen, wcl.ches denn den Pabst hcffrig verdroß, so daß er sich deßhaldeu ui demconiittorio höchlich beklagte, baß ihm die guten dienste, so er diesercrone erwiesen, also vergolten werden sollen. Dahero gab er emebict herauf kraffl welches er allen und jeden, wes standes sie auchwären, verbot, keines ausländischen Fürsten oder eines andernvornehmen Herrn wapcn über ihre tbnrcn zu setzen, gestalt dieses mxVerkleinerung, ja gäntzlichen schwächimg seiner Moritat gereichteDieses allarmirle die Spamcr nicht wenig. Ihrverlangte aubtentz, es wurde ihm aber selbige so lange venvckmtbiß dem dluncio zu Napoli dergleichen wieberfahren, und der Mnig solches durch ein eigenhändiges schreiben begehren würde. U.lein dieser streit wurde endlich in der gute beygelegt. Hierausbc-kam er mit Köing Ludwig dem XI V i» Franckreich streu wegen derrcx-cke ober dem Königlichen rechte, die geistlichen benchcla 1kirchcn-gürer in denen ledig stehenden Bssthümern und Ertz.Mliiern anstatt derer Bischdffen und Ertzdischöffc» m vergehen, um,biß zur destelluiig eines neuen Prälaten die eniküiiffiei, zü gcniesscn,welches sich demeldter Monarchc ziieignete. Hierüber beklagte sichder Pabst an. 1 78, so daß man endlich kiesen streit mit ziemlicherHitze zu treiben ansicng. Der Cartmal ck'EstrecS wurde dOalbernach Rom gesandt; allein der Pabst blieb beständig auf seinermcynung ; hingegen behauptete das Parlament zu Pari,; mit nichtgeringerm cissec das inceocsse ,„,d die p--«wxLiiv ihres Königs, undverdammte an. 1681 des Padsts darwider aiisgelagencs Kreve.Damit ste nun ihrer fache einen desto grossem Nachdruck nebenmöchten, so berit'ffen ste <111.1682 sichs Ertz-Bischöffe, aSVffckD,und 7 zu Bißlhümer» ernennte Personen, nebst einige» Delmiimnvon der geringern clerisey zusammen, führten ihnen zu gemülk,wessen sich der Pabst wider die rechte der Frantzösische,, kirchc unter,nähme, und schloffen 4 vroposttivnc», wodurch sie des Padsts machti» Franckreich aiissnhcben suchten, welche ste allen Fra»tzösischc>ikirchcn und Bischöfen zuschickten, nachdem sie von der gantzen Ver-sammlung unterschrieben, und durch des Königs General-Anwaltden 2; matt. an. 1682 rcglsirirct worden, hingegen caßittc derPabst alles, was man ,» bie,er Versammlung geschlossen,auch nahmer sich vor, keinen von den geistlichu,, so dieser vcisalninluiighcy.gewöhnet hatten, zu befördern. Nachgehe,its sitzte die Versamm-lung untcrichledl chc propotllione., auf, iin, den zzöiiig und Pabsimit einander zu vergleichen ; allein weil beyde vartheyen einandernichts nachgeben wollen , so wurde der streit suspendircl, „meinedesvrgliche spallimg zu vcrmetde». Hiernachst entstund z>M>cnihm und dem Kömge 1» Franckreich ein neucr streit wegen derquarkiers-fteyheiten der ausländischen Abgesandten, alsw.ichedcrPabst nach dcö Hcrtzvgr von Estrbes todc aushub. Daraus schick-te der König den Xllseguir cke Lcwardiii nach Rom , welcher dannals Frautzöstschcr ^mbsttscleur ciiicu lnsolcutcii »iid gantz unge-wöhnlichcu cmzug hielte, dcßhalden aber von dem Padlic in den' banii gethan wurde, woraus hernach viel scrupel ciilstaiiden. DerKönig >» Franckreich nahm zwar an. 1L88 dem Pabste die Gras-schnitt Avlgnon, rief auch den Lavardm an. 1689 zurück iilid av-pcllirte an ein gciicral-conoünin; allein der Pabst ließ sich durchmcl ts bewege»,und es wäbrkc dieser streit biß an sein ende. An.1688 kam auch des Königs von Snmi Grsirndlichafft zu Rm an,welche bey dem Padst audientz halte, und Hoffnung machte, alswen» dessen autorität auch 1» Ost-Indien solle angenommen wer-de». Unter diesig Padsts rcgicrung stürbe» viel Cardinale, da demder Padst an. 1681 16,und an. 1686 andere 27 crlcdigicstellciiwie'der besetzte. Den streit wegen des von Padst Paulo V eingcfiihrlc»ottlcu von der unbefleckten ciiipfäiiaiiiß der heiligen ilingsraiiMan-en unterdrückte er,wie auch viel iiidulgeiitlen und ablasse,so vEN-to lV,E»gcliio III, Johanne XXiii,LeoneX. GregorioXV M-bcn worden, nebst denen, so auf80000 ,abr kräfftig siv» sollen, Mvon einer allen tasel abgeschrieben worden, die in der L-urrMW-scheu klrche z» siubeu icyu soll. Gleichergestalt verdammte er«

6; morai-sätze, welche kie Icsiiitcu und andere Casiiiste»zuocham-tcn gcmchel, und von denen un gegentbeil viele Cathol.M Wbeklmitcn, daß durch solche fast die gantzc Christliche MEtüber ei» Haussen gcstosseu ivurde. Zu ende seiner regiermig d>Hcr die rripge Lllisncezwischen dem Kavsir, den Polen und Peiiena-nern wider die Türckcu befördern, verwilligteauch grogegele-siun-men zu den, Türckcu -kriege. Von den Mittel», welche er !>«,und seinen Nepoten übergab, behielt er nur 600 reichsinaler M-lich, solange er lebte, zu verzehren , daher er nllck bloß zur mzahlung der Pädstlichcn cammer.schiildcn , und zm» ^Christenheit anwendete. Er war dem Molinos »ickit uocl gM>gen, und gieng es garsihwcr zu, ebe er silbigen !

stiren ließ, daher auch das aml der »igulsitton cuiige Dtt'm h»ihm schickte, welche ihn seines glaubens halber detragcn