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FÄner wird gesagt, daß er die sonst am grünen donnerstag gewöhn»liche excommumcation der Protestanten nicht verrichten wollen,lind hatte er sich zu der zeit allemal kranck gestellet, wie er denn auchvon aufhebung des edicts von Nantes in Franckreich Nicht ebenzum besten soll geredet haben. Er starb den 12 aug. an. 1689, nach.dem er der Päblichen kirche 1; jähr mit grossen rühm vorgestan»den, und wurde sehr bedauret- In dem augcnblicke, da er starb,fiel ein grosses stuck von dem Lolossec, zu Rom von sich sechsten ein.Man hat rings um sein grab in der Peterskirche ein gegirter machenlassen, wobey das volck täglich auf den knien liegt. Vim Innocen-rg Xi. rmrniün. kom. sieZsiio ttAvLräin,. 6-llIia
vinclicar». resseb. Letr mollsrckie universi Klito-ris kspslus. *
Innocentius XII. ein Neapolitaner, vormals AntoniusPignatelli genannt. Er war den 1; mart. an. 1 üi; zu Neapolisaus einem sehr alten Adelichen geschlechte gedobren, welches auseiner in Ober-Caladrien gelegenen stadt, namens Tropea , ent»sprossen. In seiner jngend begab er sich nach Rom , um allda indem temMsno dasjenige zu erlernen, was zu dem geistlichen statt«de, dem er sich ergeben, erfordert würde. AIs er stine studien zuende gebracht, erkannten verschiedene Päbste feine mcriten; da.hero machte ihn Urbanus V11 1 zum vice-Legatm desHertzogthunrsUrbino; Jnnocentius X erklärete ihn zum lngwücore von Malta ,zum üouverneur vonViterbo, und zu seinem dluncio nach Flo»rentz, Polen und Wien ; Clemens der X machte ihn zum Bischofsvon Lecce , zum 8ecreisrio der congregation der Bsschöffe und or.dens«Ieute, wie nicht weniger zu seinem Hofmeister; InnocenliusXI setzte thin den Cardinals.huk auf, machte ihn zum Bsschoff zuFaenza, und Legaten zu Bologna , endlich aber zum Ertz-Bischoffzu Neapolis. Nach Alexandri V11 1 tode wurde er den 12 ,ul. an.rüyi zum Pabsterwählet. Die sreuden.bezeugungen hierüber wa«ren in Rom gantz ungewöhnlich. Er erklärte sich bald anfangs mdes Jnnoccntii XI fußstapffen zu tretten. Er schaffte dayero an.1692 durch eine bulle den nepcmünum ab,machte gute verordnn»«gen vor die armen, und verglich sich wegen der regale mit Fcanck«reich. Unter ihm entstund an. 1698 der streit mit dem KaiserlichenHofe, weil er nicht gestatten wolle, daß jemand in dem Päbstlichengebiete die lehn am Kayferlichen Hofe suchen solle, welcher auchnoch nicht gehoben. Als an. 17°« das jub,l«:um solle eröffnet wer«den, hätte er zwar gerne die sogenannte heilige pforie selbst eröff»net, worzu er sich bereits emen goldenen Hammer machen lassen;allein er konte Unpäßlichkeit halber nicht darzu gelangen, sondernmusie es dem Cardinal Bouillon, als Vice-Dechant überlassen. Erstarb endlich nach langwieriger kranckheit den 27 sepl. an. 170°.dolernoires äu rems. Luroziseiscker bitioricus. reisi-be-
Ickreibung.
innocentius xm, ein edler Römer, aus der alten und vor«nehmen fannlie von Conti, zuvor Michael Angclus genannt, (sieheConti eine familie.) Er wurde gebohren zu Rom denmay an.iüz;. Der vater wäre CaroluS ll, Conti, Hertzog zu Post undGuadagnuolo, und die Mutter Ilabella eine Hertzogm von Muti,welche ihne als ihren zten söhn von jugend an zum geistlichen stan«de gewidmet. Sein fertiger geist, benebst einer sorgfältigen aufcr»Ziehung verhiesscn von ihme srühzeilig einen geschickten Prälatenund Staatsmann, welches dann auch, als er zu reisten ishren ge«kommen, sowohl genelhe, daß er stuffen-welsi von einer bedie.nung zu der anderen, und so endlich biß zu der höchsten würde ei.»es PabsteS gelanget- Anfangs verträte er die stelle eines Cam.mer< Prälaten beyPabst Alexandra VIl 1, biß er von dem ncinlichenals Inrernuncius nebst Slocco und Beretlo an den Doge Morosininach Venedig abgeschickt ward. Hierauf wurde er Gouverneur inMost, Viterbo und vielen anderen stäbten des kirchen>staats. Sodann ernennte ihne Pabst Innocentius Xi l, zum titular.Ertz.Blß«thum von Tarfus, ferner sandte er ihne als Xuncmm nach derSchweitz , und endlich nach Portugall, woselbst er 6 jähre geblie«den. Zu der Cardinals-würde aber ward er von Pabst ClementeXI ausfolgendem anlaß beförderet: An. 170S hatte dieser Pabsteuie grosse Cardinals. Promotion vorgenommen, da er nemlich aufeinmal 19 Cardinäle crciret. Unter diesen befände sich einer, na.mensGabrielPhilippuci aus einem burger-geschlechte von Macera»ta entsprossen. Er wäre Ookkor jurir und wegen seiner lugend,gelehrtbeit und erfahrenheit sehr hoch gefchätzet, als derentwegener auch vorhin von Pabst Innocenlio X I I, zum Votsmecli 8:Zn»-
rurr erwehlet worden. Als ihme aber zur ferneren belohnung sei.ner Verdiensten in ermeldtcr Promotion von Clemente x i, auch dieCardinals.wi'irde angetragen ward, weigerte er sich dieielbige an.zunehmen, wobey er auch aller gethanen Vorstellung ungeacht sostandhafftig verblieben, daß diese vacanle stelle mit einer anderenPerson besetzt werben muste, und dißmahlen fiel Clemens mit «ei.ner den Mi jun. des bemelten jahrs vorgenommenen 2 ten wählaufunsern Michael Angelum, der sich auch zu annehmung dieserwürde gantz willig und bereit finden liesse. Worauf ihme zu bc«quemlicher subsistentz, ferner die B'ßthumer von Onmo und Viter.ho, das erstere nemlich an. 1709, das andere aber an. 1712 zu.gelegt wurden. Bev dieser ehren «lstelle führte er zu Rom dasproieÄorar der cron Portugall. Hicrnechst mrnese er sich bey vor«fallender gelegenheit, absonderlich indem spanischen succestions«streit, gegen den Kayserlichen Hof, mit deme ermeldte crone mslliance stunde, nicht abgeneigt. So fern wäre aber, daß ihn die«,scs an seiner ferneren beförderung etwas zu hinderen vermochte, daßes vielmehr zu solchem ende als ein kräffttges mitte! gedienelz Dennan. 1721 am tzten may ward er im 6üien jähr,eines alters mit cm«belliqen stimmender anwesenden z; Cardmalen an des abgeswr.denen Clementis X1 stelle zum Pabst erwehlet. Als welches erderjenigen parthey, foman Kayserlich'gesinnte nennet, vornehm»
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lich zu dancken hatte, worauf er auch den namen Innocentius Xmannähme, und sodann mit gewöhnlichen solemmäten in diese wür»de eingesetzt und gecroner wurde. Seine regierung bat er anae.fangen mit ablaß geben, erleichterung der befchwerden des volcks,loßlaffimg einer anzabl ruder-.sclaven, erhebung des vorigen Pabst.liehen Nepoten zum Isiencipe 6i Sogüo, und seines bruders Bern »hardi Maria von Conti zur Cardinals-würde,wie nicht weniger sei-ner übrigen drüder und naben anverwandten zu unierschiediichengeistlichen und weltlichen ehren.stellen.Währcnder regierung krach,tele er zwar die zwischen denenCathotischen potentzen und demPäbst.liehen stuhl waltende streitigkciten in der gute zu heben, muste abersolche mehrentheils in der Unrichtigkeit, da er sie angetroffen, auchwiederum verlassen. Also muste er zugeben, baß Commacbio inKayserlichen Händen bliebe, gleichwie er auch nicht hindern konte,daß der Spanische Jnfanl von Carlos vermög der quadrupelmi»liantz, die Investitur der Hertzogthümer Parma und Piacema vondes Kaysers Handen empfienge, hiemitdiese lande als Reichs-lehnangesehen wurden, obwvhlen er an seinem ort dem Kaysir die in»vcstitur über Neapolis gegeben, und wegen der geistlichen benefi»cien in diesem Königreich deme seinen willen ziemlich gelassen. Dieeinige constitutions«sache in Franckreich hat unter ihme färbenPäbstlichen stuhl ein besseres ansehen gewonnen, als sie vorhin ge»gehabt, doch mehr darum, daß er es damit seinen weg gehen lassen,als daß er selbs etwas dazu beygetragen. In dem Chinesischen be»kehnmgs-werck wüste er sich ebenfalls begnügen, alle bullen, so seinVorfahr beßfalls heraus gegeben , zu dekräfftigen; inzwischen wa«re er so glücklich, daß ihme der Chinesische Kayser durch den zurückgebenden Apostolischen Bisitatoren Mezzabarba eine.mit n überdie Massen kostbaren perlen besetzte tadacksckofen, samt einem sehrgrossen gantz weissen papagey nut rother brüst zum präsent über»reichen liesse. An. 1722 wurde mit dessen beyhüisszu lsvoi- des Prä»tendcnten ein gantz fonderbahrer, obwohl gleich den übrigen un»fruchtbarer anfchlag aufEngellanb gemacht- Hingegen hatte sichder Cardinal Alberoni unter diesem Pabst eines besseren glücks zugetrosten, alldieweilen selbiger nicht nur alle wider dene einge-brachte beschuldigungen vor nichtig erklärte, und den Proceß gäntz»lich aufhöbe, sonderen auch ibme den i2ten jan. 1724 den solangerwünschten Carbinals.Hut aussetzte. Jnmitlelst halte die Päbst»liche Herrlichkeit bey Innocenlio kaum ewige jähre gewähret, alssein durchstmmerwährendc stein-schmertzen ohne deme geschwächterleib,und bey welchem er sich im übrigen weder zu der von denen artz»ten vorgeschriebenen diät bequemen, .noch sonsten, was das essenbetrifft, im geringsten binden lassen wolle, mit einem hcfftigenund tödtlichen fieber befallen ward. In diesem zustande ward erzwar noch von denen gesamtenCarvinälen ersuchet vier in dem Car»dinals-Oolieglo ledig gewordene stellen zn ersitzen; dessen er sichaber weigerte, sprechend: Ich bin nicht mehr von dieser weit.Gleichwohlen liesse er sich nachvemc noch bewegen, diejenige di»spensaiion zu imrerschreibe», vermöge welcher der Printzeßin vonTurenne und ihres verstorbenen gemahls leiblichen brnder dem vuccle Bouillon ftcyheit gegeben wurde, einander nzu heyrathen. Sechsstunden hernach aber, als den 7 mertz an. 1724 verstarb er im 69jähr seines alters, und ehe er noch das dritte jähr seiner regierungvöllig zu ende gebracht. An seine stelle ward den folgenden 27WNmav nach einem io wöchigm concisvi zum Pabst erwehlet Bin»cenliusOrsini, seit deme Benedicius der XIII genannt, damali«ger Cardinal und Ertz. Bischofs zu Benevento , aus dem ordcn derDominicanern, da er bereits 7; jähr alt, mid die Cardinalsttvür«de z2 jähr bekleidet, ist der heut zu tage annvch regierende Pabst.
6ePr. im K. cicr loclr. Xlercures lilllor, *
Idllgoxilbixl'l, werden die Mitglieder einer zu Parma in Ita»jien aufgerichteten gelehrten gesellschaffl genemm.
"<no/ eine tochter Cadmi, und eine gemahlissAthanantis,welcher ein söhn Acvli, Königs zu Theben, war. DiePoetendichten von ihr, daß, da sie gesehen, wie ihr gemahl aus rasereyden mit ihr gezeugten söhn Learchum an einer wand zerschmettert,auch mit ihrseibst und ihrem andern ,vhn Melicerte ein gleiches vor«gehabt, sie diesen letztem in thre arme genommen, und sich mit ihmin das meer gestürtzt, woraufinan sie beyde unter die zahl ber meer»aöller versetzt, jedoch mit Veränderung ihrer beyder namen, indemIno nackmahls Lmcothea, Mclicertes aber oder Melicertus vonsolcher zeit an Palämvn, und bey den Lateinern konurrmuz ge.nennet worden, (siehe Athamas.) Eben diese Ino wird voneinigen Pocccn zu deS Bacchi amme gemacht, und von andern voreben dieienigc gehalten, weiche man unter dem namen Matura ver.ehret. memmorpk. lib. ;> 4. xsnck. rn/ch-c. x. 189,
22z.
iNOX > war ein fest, welches man an dem Wasser Jinis in demLacedämvnischen gebiete feyrete, in welches man einige drodte warff:blieben solche in dem waffer, lo hielt man es vor ein gutes zeichen,wenn sie aber das wasser auswarff, so war es unglücklich. Der.gleichen fest ist auch zu iMegara und Cormth gehalten worden.
LrisiL.
'Inowlocz , eine zu der Groß.Polnischen landschafft Cujaviengehörigen Wovwodschafft, welche; districte in sich Met, nemllchden von Bydqosty, den von Bobronicz und den von Inowlocz. Sieerstreckt steh von dem sie Govlo und ver ffadt Cruß.vick biß an dieMeicnsil und an die Pommerische gräntzen. Die besten orter so^ m nisigcn, sindCrußwick, Bydgosty, D.dvw, Gnieukow,Solec, Strelon und Wratislaw. Der ort Inowlocz. welcher ganyklein ist, wird auf Lateinisch inolocrmm ober auch sumclsäiriLvmg» P-äntzen der beyden Woywovschafften Lenczttz