Band 
Zweyter Theil
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mid Sendomir liegt eine stadt, welche gleichfalls 2 >wwloczheist,all wo sich ehemals ein prächtig schloß befunden. e-,««-,»- üsre ot

Lolanck. p. I lecr. s.

"riiamiltioii/ ist ein gewisses von den Päbstcn wider die, soketzereyoder übest» lebcns beschuldiget werden, gesiifitetes hac esaerichte Es hat «elbiges in demi; leculo lemcn Ursprung,als PabstInnocentiusUl enuge Cistercienser, zu welchen sich auch Dom,-mcus aefeUele, nebst andern geistlichen Personen in Frauckreichschickere, um der Albigcnser und Waldcnser sieche zu unl-rsuchen.Weil aber noch keine gewisse rege! war, warb auf dein «11.1229zu Toulouse gehaltenen (.oncillo unter andern auch verordnet, wieman wider die vermchnlc» ketzer verfahren «olle. Anfänglich zwarübergab Pabst Gregor,uü kX diese inguistlion den Bstchössen, alser aber vermeynic,'baß selbige zu gelinde wären, überließ er selb!»ge den Domiiucanern. Allem weil diese das werck allzuhvch trie»den, wurde» sie nebst dem Bifchoff, der ihnen zugethan, aus derstadt Toulouse verjagt, doch aber bald wieder eingenommen, undihnen ein glimpflicher Francifeaner zugeordnet, nichts defiowcui»ger bald daraufalle nmgebracht. DerGrafRaymondns von Ton»tonst verfuhr wider die lhäter mit aller schärsse, und nach dessen lodbekamen die Inquisitoren unter seinem Nachfolger Alfonso alle frey«hell. Indessen halle Kaysec Fridcricus I l an. 1244 eni scharffesedicl verfertigen lassen, wodurch er die Inquisitoren m seinen schütznahm, und ihnen die schuldig befundenen mit dem fener zu straffenbefahl, diejenigen aber, so wicterruffe» würden, zum ewigen ge«fängniß zu verdamme», allem we,I er so fort darauf mit dem PabstJunocentiol V viel Händel bekam, wurde auch dieses edict nichtpublicirek. Nach desKayfers an. irzo erfolgten, tode fand derPabst gclegcnheir, die Inquisition an. irz i in Italien einzuführen,welche er den Dommicancrn und Fraiiciscaiicrn übergab, sedochdaß die Bischöfe allezeit Richter in dem Iiiqnlsilivns.colleisic) seynsolle», und die Mellon von dem Msszifirat ernennec ivürden.Als die inquisition dergestalt eingerichtet war, wurde selbige in demgrössten theile von Italien angenommen, biß auf das KönigreichNapvll, und zwar dieses wegen eines Mißverständnisses, so da«lnals zwischen dem Pabst und dem Könige war. Die RcvnblicVenedig hatte erst das iahe zuvor gewisse geistamd weltliche Richterbestellt, welche unter des Doge direclion die ketzereycn nnlersiichensollen, daher es dieselbe mehr eher als zu des Pabs Nicolai I V zci»ren, und zwar nicht anders als unter gewissen bedingungen, an.nahmen- Einige Provintzen von Teulfchland und Frankreich nah«nie» die inquisition an, machten sich aber bald wieder davon loß.In Spanien nahmen selbige die Aragonier zu erst a» ; allem alsder König Ferdinand und Isabella/ahen, daß viele bekehrte Iu.den und Mohre» wieder abfiele», sichreren sie aufemrathen Frau«cisci von Torqncmaba und des Cardinal Pein Gonzales von Mcn»doza, so Ertz'Bischoff von Qkvilien wm, an. >478 dieselbe auchin Eastilicii, und nachmahls in gantz Spanien und Spanischenprvvintzs» em, biß auf das Königreich Napoli und die Nicderlaii«be, in welchen letzter» sich allezeit »»ruhen geäiissert, wann dieinquisition hat wollen slabilirl werde». In Portugal ! führest sel.bige Kömg Johannes l l l cin. I» Frauckreich bemühele sich zwarder Hertzog vvn Guise lind dessen bruder der Cardinal von Lotbrm.gen, die Königin Calharinam gleichfalls darzu zu bereden, welcheaber nickt daran wolle, sondern die nnlcrsiichung der kctzerevenden Bischöllcn, die bestraffimg aber den welll. Richtern überließ.In Spanien »nd Pvrlugall sind die Könige l'rorediore; davon.Diese ernennen ei» seder m seinem Reiche einen Präsidenten, wel«chcr von dem Pabst bestätigt wird. Der Präsidente ernennet dielninrillrorer zu iebivcdem rribunLl, jedoch wenn sie zuvor von demKönige sind approbirec worden. Der oberste Jnqnisilionü.Ralhvon Spanien ist zu Madrid und der von Portugal! zu Lssabon. DasHaupt des Inqiiisilloi>s«Raths zu Madrid ist der Ertz-Blichoff vonToledo , als (len^al-Ingmlitor - diesem sind ; Rathe zugeordnet,deren einer cin Domiincaner sivn muß, z Secrelarie», cin vor»nehiner von Adel, so irgcnts -stcavcle oder em welil. Richter qewc»sen, em einnehmer, nnd wohl-o dicner, so mcßingene creutze auden mantcln tragen. Ausser diesen giebt es eine grosse menge vonbedienten nnv zugethanen, die man laminare; nennet, welchegleichsam schonen odergchülffcn sind, und die inquisitcv. in arrcstnehmen. Selbige stehen vor keinem andern geeichte, als vor demInqiiisitionS.Ralh, dahero lassen sich die vornehmsten Herren inSpanien darzu gebrauchen, »nd solle» deren über 20000 sei,», derengesellschafft lalamL dermal,(lall , oder die heilige brüderschafft ge»nennet wird. Dieser hohe Rath hat über alle andere inquisitionvollkommcntlich zu befehlen, allermassen solche ohne der gencral-jnquisilion cinwillignng keine straffe crequircn können. Es sindaber die inqmsitionS.gcrichtc zu Sechste», Toledo , Eordova, Gra»nada, Murcia, Valladolib, Barccllona, Saragossa , Valen«cia, Conipostcll, Cucnca, Logronno, Derena, Palermo , Me«xico, Carthageua, Lima, 1» denen insuln Maiorca, Sardinien ,und denen Canaric». In diesen niquisition'gcrichtc» wird die Ich»rx, so wider die Eatholischc kirche ist, untcrsuchel, nicht wenigerauch die Polygamie, hexcrey und dergleichen wider die natur strei»Knde lasier. Wenn nun einer dergleichen von 2 zeugen bcschuldi»gel ist, werden einige laminarer und zwar von der condilion als derniqnisit ist, gcschickct, um ihn in verhafft zu nehme». Da wirdsich keiner weiter widersetzen, denn so bald sie nur sagen auf dcfcblder inquisition , so wird ei» solcher mensch von allen freunden, selbstvon vatcr und mutter verlassen, und unlcrslehet sich kein menschsich seiner anzunehmen, weil sie sich dadurch nur verdächtig ma»chen. So bald er 1» das gefangniß kömmt, welches keine feilsterhat, sondern nur kleine löcher, daß man ihn nicht sehen kan, wirdihm das Haupt gantz abgeschoren, und er wegen seines namens,Vaterlandes, eitern und vermögcns gcfragct. Damit er auch alles

recht ansage, wird er um der barmhertziqkeit Christi willen-«.»,ren. Wenn er nun alles erkläret, versichert man sich c, d«und verkaufft solche an die meistbictende, und wenn m ^loß kömmt, erhält er doch selten etwas wieder, wej, ^die Unkosten der inquisition rechnet. Mau sagt ihm wederster, dessen er beschuldiget wirb, noch stellet man ihmsiin-F."'ber und zeugen vor, sondern er muß alles errathen, und me»» 'jengen wider ihn ausgefeget, da hilfst keine wiederrede. 27 .er wird verdammt. Wann cr 2 oder; nivnat i» dem gefananiöst,,»sen,wird er vor das f» genannte heilige anst gcführehund ffaM »mder oberste inguNiror. warum er da sey? wenn er den» ,aa, er 2nichts, wird er unter Versprechung das leben zu behallen, 72nec alles zu bekennen. Nach diesem wird er wieder zurück 2 sgefangniß geführet, allwo er biß auf das erste urlheil des alaubMkturo cla te genaiint, manchmal 2 oder; jähr aushalten mun, n -daß er bisweilen vorgeführet wird,da man ihm gleiche fraae von IDer sicherste iveg soll seyn, daß mau sich lelbsien angiebl, da kömmtman noch mcbrenchcils mit dem leben davon, sonst wenn man sne inifchuld mit gemalt behaupten will, wird man aufder rein e',aussage nichts destoweniger verdammt. Wenn aber ein incs« >7lasier bekannt, so muß er auch feine geleiten, die ihm behülffiwgewesen, anzeigen, und wo er dieses nicht gutwillig thun will, wirder auf die foller gefpannet, biß cr bekennet, und so darff man we.der vacer, mutter noch kinder schonen. Wird er wegen desdcnrbums eingesetzt, „nd bekennet es, mach« auch andere nach,,haffi, ,0 entgehet er dem rode, wofern er sich nur nichlwiederaufgleicher lehr bctretie» last, läugnet er aber fein isidenihum, mdwird doch überwiesen, so firangnliret mainh», und wirfst ihn s»bami „is fener. Wann einer besiändigjläuguel, zum andern malvor dieses geriefte kömmt, oder eines grossen lasiers, als dervo>Ivz-amm, heperey , und anderer wider die nalur lauffenden fündenbeschuldiget wird, so wird er verbrannt. Sind es aber anderednige, wird er mit consifeation ber guter, landes-verweisung odergeringern Iclbes.sirafieii beleget, welches auch den Protefianlcn ge.schiebt. Kommt einer wieder loß, so muß er einen cörperlichcu Gleisten, daß er von dem, was er gehöret oder gesehen, mchis mG.gen wolle. Beschweret,er sich aber, und es wird erfahren, wirdcr znm andern male ergriffen, nnb zum lobe verdammet.

Das osteniliche mqmsillons'gcrichlc wird »ich!eher, alselwanalle 2 oder; ,ahr und zwar mit vielen ceremoilien gebalien; ins.gemein wird ein fstllaq darzu erwöhlet. Es wird solches;» M.drid aufcineni öffentliche» platze, welcher wdoch mit einem grosse»liiehc bezogen wird, an andern orten aber »1 einer kirche gehalst».Dasilbsi wird eme grosse bühnc ausgerichtet, und darauf in formeines Lmph'illleain viele siye, wohl vor ; biß 4000 mann, übereinander gel anet, da den» die mgullirows ihren gewisse» orl ch.den, nicht weniger auch andere collegia; in der mitten Mtder6enei--l, snguilicor auf einem stuhl. Auch sindcl man dar«aus einen gefchmncklen altar , cantzel und einen kleine» sitz,worauf der beschuldigle sitzet. Das genchie Heber sich von inor.gens s iihr an , und währet biß gegen abend. Man führe! als.dann die gefangenen aus ihrem gefangniß, welche mil cincii!engen kleide von fchwartzen lnchc weiß dnrchwürckct angeilMsind. Über dieses trage» sie einen Habit, lambeniro genannl, wel.ches wie ein Meßgewand gemacht, worauf verschiedene hilder, >«.aus man sehen kan, was der beschuldigte vor em urtheil zu gcwnr.teu. Die, fö der lodes-siraffe entgehen,tragen eine» von braunen in»che, worauf hinten und forncn ein rothes Andreas, creutze zu sehen.Die, lö zwar zum tobe verdaninrehader wegen ihres frcywilligcn be>kännlnlsses noch gnade erlangen , wagen einen langen rock, so nn!umgekehrten flamme» versetzet, welches die Porlugicfeu kogore-volio nenne». Die aber zum fener verdamme! sind, tragen cincngrauen rock, worauf des mquisiten Portrait im fener zu sehen, >oc!.ches die icnffel anblasen. Unten sindcl man feine» »amen »cbsls-'i-nein lasier verzeichnet, ciilwcdcr porhereie comumar, wennernifincm inipiilirien irrlhnm verharret,oder poe llci-cle neZ-uivo con-viro , wenn er beständig läugnet, obiigeachstl er durch zengmustr-wiesen worden, oder por hercie i-elsz», wenn cr wieder in feliiciM'rigcn irrlhuin gefallen, llbcr dlß trägt er eine pavierne mühe Mdem Haupte, welche mit leiiffel» und flammen bemahlet ist, so sieCarochaS nennen. Alle zusammen tragen eine gelbe wachs-Mllin der Hand und gibt man einem jedweden einen famistarcndeshci.lige» oilicii bcr ihnen biß an den lod bevsteben »mß, wclchwsstihre» palhen nciiiien. Alsdann gehet die vrocchon an. Dst D»'.nnliicaner izehcn nnt der sahne dcs heil. Doinimci,voran, WMfolge» die übrigen jiiqnisttvrcn alle mit wachs > fackeln, und bau»die beschuldigten , deren einer auf den andern lolgel. wä diSsscnfüsfen »nd köpsscn, biß auf die zum lobe vcrdammlcn, welchesstMütze tragen. Auch wird ein gropes criie>fir mit getragen, dW>gcfichke denen, so noch der lodes.strafe entgehe», zugckehttl um,denen aber, so zum lobe verdamm! sind, wird der rücken zugcrchra.An deren feste werde» auch die gebeine dmeiiigcn, so m dünge»fängnisse gestorben sind, oder welche erst nach ihrem wde m u^n»quisilio» komincn und ansgegrabcn worden, in schwartzen sargedso Mit flammen und tenffel» bemahlet sind, nebst dericlbc» ow, 0in lcbcns.grösse von pappe gemacht »nd bemahlet, M r>ner,s.'angcvorgetragen. Wenn sie nnii an dlegerjchls.siellekoinincn, mmnein jeder feinen platz em. Darauf tritt ein Prediger aus, mw Meine fermo» von bekehrung der Inde» nnd ketzer. Wann dieser giprediget, steiget einer von den Inquisitoren auf, und lUfll cnici, >nquisite» nach dem andern. Der beschuldigle gehe!von ch>e'>nm-,und wird durch einen Alcaide vor den mguNiwr gc,nbrel,da er iWsein urtheil höret. Wenn nnii aste uriheil verlesen sind, toi» >ei» inauilicornebst einige» Priestern zudem», welchemchl an ibcn gestrafft werben, gibt ihnen einen streich mit der russe,