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hat das mterreZnum viel jähre gewehret. Einige fangen dassel-be von den zeiten Friderici ll an- weil dieser nicht nur von vielenPabsten mit dem dann beleget, sondern auch von Jnnocentio l Vauf dem zu Lion an. 124? gehaltenen Loncilio der Kaystrl» würdeberaubt, und öffentlich semes Reichs entsetzet worden, c) wodurchsichnnige Geistliche bewegen liessen, daß sie die parthcy ihres recht,mäßigen Königs verliessen, und ihm den Landgrafen von Thürin-gen HenncuimRaspoiiem entgegen fetzten. Andere fangen dassel.be von an-i2;i und dem in diesem jähre erfolgten tobe Friedrichsan. Aber auch diese dedencken nicht, daß dessen anderer PrintzConradus, der einmal von den Teutschen Fürsten rechtmäßigerweüe erwehlet ä) und als Römischer König feinem damals nochlebenden Vater an die feite gefetzt worden, ein gegründetes recht qe»habt, welches er wider aste Prätendenten mir Nachdruck zu behaup.im gesucht. Nicht weniger irren diejenigen, welche von Conradian. 1254 erfolglem tode ihre rechnung anheben. Denn man kankeine urfach erbenckcn, warum man Wilhelmum, Grasen vonHolland , aus der reihe der Könige fchliessen, und fein in Teutsch,land geführtes regiment zum Zwischen-Reich zehlen folte. Zwarkan man nicht leugnen, daß Wühelmi wähl anfänglich ungültiggewesen, weil sie zum prajubitz Friderici u und feines fohncs Con»radi, welche ein weit gegründetes recht halten,vorgenommen wur-de. Jebennoch da nach dieser beyden tobe alle Fürsten Wilhelmseinmulhig anhiengen, und ihn vor ihren König erkennten, so wurdedie anfangs unkräffllge wähl dadurch gültig, und gleichsam ex poiktaÄo legitimim. e) Endlich scheinen es auch diejenigen so genaunicht zu treffen, welche den ersten ansang des imerrexm auf das2256 jähr, in welchem Wilhelmus fein leben eingebüsset, setzen.Vielmehr wird man am besten thun, wenn man von dem 1257jähre, und dem abzuge R'chardi k) aus Teutschlanb zu zehlen an.hebet, weil von demselben b,ß an. 127; Teutschlanb gar keinen Kö»nig gehabt, und also i ü ,ahr durch ein wahres Zwifchen-Reich sichdarin ereignet hat. Zwar wenn inan den zustand des TeutschenReichs etwas genauer betrachtet, so war derselbe freylich auch vordiesen zeiten elend genug beschaffen,und gieng es da zum öfftern der.Massen untereinander,als wenn keinKonig vorhanden gewesen wä-re. Fridericus > i und sein söhn Conradus 1V hielten in den letz«ten jähren sich mehrentheils in Italien auf. Vor Wilhelms vonHolland, als einem ohnmächtigen Herrn, bezeugte fast niemanddie gebührende Hochachtung und respect. Zu Utrecht wurffihm einburger mit einem Ziegelstein nach dem kopff. K) Der Graf vonWaldeck hatte das Hertz, dem Könige seine gemahlin wegzuneh-men, und solange vorzuenthalten, biß sie mit einer geld-summ«wieder von ihm ausgelöset wurde. -) Der Ertz'Bisckioff von Cölnweite ihn gar mit dem pallast, worinnen er sich aufhielt, zu Neusverbrennen, st) Alle commercla und Handlungen lagen darnieder.Die straffen, die wege, die wäldcr waren im gantzen Reich unsicher,rmd allenthalben mit räubern angefüllet. Deswegen stetigen dieam Rhein gelegene städte auf eines Mayntzischcn dürgers Rar«bsvoniS einrathen an, i) ein bündniß unter sich aufzurichten, um da»durch so wohl den commerciis zu helffen,als auch den überhanbneh.wenden räubereyen zu steuren. Die von Cöln, Worms,Straßburg und Basel waren die allerersten, welche unter sich nicht nur auf 10jähr einen fneben, sondern auch ein bündniß schloffen. WilhelmusvonHollano bekräfftigte solches, und als die vereinigte städte berlge.machten vrbnung nach bald zu Vtraßburg, bald zu Basel , bald zuOppenheim , bald zu Mayntz, bald an andern orten öfftere zusam»menkünffle hielten, wurde die zahl der bundes-genossen von tage zutage starcker, und zchlte man an. 125; schon folgende städte darun.ter: Mayntz, Cölln, Worms, Speycr, Straßburg, Basel Zürich, Frwurg, Brisach, Colmar, SüMstadt, Wetzlar ,Gellenhausen, Franckfurl, Marpurg , Agisvelt, Grunperg,Hirschfeld, Valtda, Mulenhausen, Münster, Bremen , Hage»nau, Weiffenburg, Neustadt, Wimpen, Heidelberg , Läutern,bürg, Oppenheim, Friedberg, Aschaffenburg , Seligenstadl,Bnigen, Erpach, Bacherach, Wesel, Poppard, Andernach , Bon,Neus, Aachen und noch 6 anderer, deren nahmen nicht aufge-zeichnet sind. (m) Niemand war übler mit diesem bunde als dieFürsten deS Reichs und der benachbarte Adel zu frieden. Wennbeyde dachten bey diesen zeiten im trüben zu fischen, und eine stadtnach der andern an sich zu ziehen, oder vermeynten doch wenigstensdie zolle an dem Rhein nach gefallen steigern, und von den stäbteneinfordern zu können. Allein da diese sich so genau mit einanderverbunden, muffen die Fürsten das erstere nicht nur unterlassen,son-dern auch die zölle wieder herunter und aufden alten fuß setzen. (»)Ja sie wurden gezwungen sich in die zeit zu schicken, und felbst indasjenige bündniß zu begeben, welches ihnen doch äusserst verhaftUnd ein dorn in äugen war. Wie denn folgende geistliche undweltliche Fürsten in gedachten bund getreten: Gebhard, Ertz-bi.fchoff von Mayntz, Clino, Ertz-Bsschoff von Cölln, Arnold, Ertz-Bischoff von Trier, Richard, Bsschoff von Worms, Henkich, Bi-schoffvon Straßburg, Gerard, Bsschoffvon Basel, Jacob, Bischoffvon Metz, Henricus, (0) Abt von Fulda rc. Ludewig, Pfaltzgrafam Rhein , Cuno, Wildgraf, Wither, Grafvon Catzenelnbogen,Friedrich, Grafvon Leiningen, Berthold, Grafvon Ziegenhayn,Poppo, Grafvon Thüringen, Ulricus, Graf von Pstrt, Sophia,Landgräfin von Thüringen , und viele andere mehr. (p) Einige inSchwaben so wohl als Yachsen gelegene städte folgte» dem exem»xel der Rheinischen. Goßlar, Quedlinburg , Braunschwelg, Got-ringen, Ermbeck, Northeun und viele mehr, verbunden sich widerihre feinde dülfliche Hand einander zu leisten, (g) Wiewohl alle diesein so unruhigen zeiten getroffene vündnüssc waren von schlechterLauer, (r) omn sie zerschlugen sich bald, weil die dunbes. genossenAneins unter sich lelost wurden, und i» viele blutige kriege mit ein-ander zerfielen. Also zum Exempel war der Bischofsvon Straß»dmg so wohl, als die stadt dieses nahmens,», dem Rheinischen bunde
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verhinderte dieses nicht, baß beyde mit ein.
,L'^^"?^Migkeiten Miethen. Der Bischofs
Gervlseck praicnvirte in der stadt eine grosse gewalt,
„ eStrnßvurg hingegen, so ihre erworbene sreyhcu mitNachdruck zu verlhewigen suchten,fielen aus der stadt, und zerstörtenzuständige schloß Haldenvurg dermassen, baß keinfteu, aufbem andern blieb. Gualterus suchte hernach die geistlicheWaffen herfm, und weil er mit seiner krieges.macht der stadt nichtsanhaben tonte, belegte er sie mir dem bann, nachdem er vvrhers dergantzen clensey ernstlich befohlen, daß sie die stadt verlassen, und zuthm sich heraus begeben ivlien. Der ErffBffchoff von Trier undunterschiedene Aedte nahmen sich des Bffchoffs an, gleichwie hinge,geu dle Grafen von Kiburg , von Habspurg, von Ravenbnrg , vonOchsenstein und Freybnrg die parthey der stadt ergriffen. Zwarsuchte Richardus von Cornwal, der eben um diese zeu aus Butan,nie» in Teutschlanb ankommen war, diese unruhe in ihrem erstenanfange zu unterdrücken. Allein beyde pariheyen waren auf einan-der dergestalt erbittert, und Richardi ansehen so gering, daß wederdie stadt noch der Bischoff sich an seinen befehl zu kehren begehrten.Vielmehr fielen die dürger von Straßburg , ober vielmehr GrafRudolfs von Habspurg, nachmahliger Kayser, mit Hülff der stadtStraßburg und anderer mitverbündeten, die städte Misthaufen,Col»mar rc. feindlich an, und als sie solche nach geringen widerständeerobert, muffe die blutige schlackst bey Haußbergen unsern Straß,bürg an. 1262 dem gantzen kriege den auSschlag geben. Der Bi-schofs, ober gleich durch seine lapffere gcgenwehr zeigte,daß auchein geistlicher seelewhirt dann und wann einen solbalen abgebenkönne, zöge dennoch den kürtzern, weilen er sich durch den an derzahl viel stärckem ftind im freyen seid ziemlich unvorsichtig umrin»gen ließ, und verlohr nicht mir seine beste mamischaffl, sondernmuffe auch sehen, daß der vornehmste Adel von den siegenden bür»gern gefangen hinweg geführet wurde. Gualterus selbst konte mit2 von Adel kümmerlich entrinnen, und deßwegen waren die friedens»Vorschläge, welche der Bischoff nach einer so grossen Niederlagedem Rathe thun ließ, so lange vergebens, (-) biß dieser unruhigemann selbst vor kummer und hechelest) starb, (r) und sein Capiteldadurch in fteyheit setzte, einen sichern vergleich mit der bürger»schafft aufrichten zu können. Unterdessen gieng es an dem Rhein »flrohm fürnenstich über die Kayserliche täftl-güter und stoinsm»her, weil alle auch sonst ohnmächtige Fürsten sich von diesem nochuderbliebenen kleinen reff zu bereichern suchten, (u) Sonderlichmachte der Pfaltzgraf am Rhein Ludovicus Severus sich kem ge-wissen, der Geistlichkeit selbst die ilügel zu beschneiden, und viele vonihren gütern an sich zu ziehen, weßwegen ihn aber der Pabst m denbann thun ließ. (x) Überhaupt kan man wohl sagen, baß die zeitendes Zwischcn-Reichs, fast der gesammten clerisey fatale und trüb«seelige zeiten gewesen. Als Engelbertus, der Ertz>Bffck)off vonCölln, die stadt dieses nahmens durch hülffe des Hertzvgs von Lim«bmg, des Grafen von Eleve und anderer um ihre fteyheit zu brin-gen suchte, nahm Wilhelm Grafvon Jülich dieser bedrängten stadtsich mit gröstem eifer an. Das glück war auch diesem Herrn der»Massen günstig, daß er nicht nur die Bischöffliche trouppen bey Ma-tienwaldc in einer schlacht erlegte, sondern auch Engelbert»« per-sönlich gefangen bekam, und ; gantze jahr aufdem schloß Nibdecknrrett halten ließt ()-) Nicht besser ergieng es dem Ertz-BischoffGerhard von Mayntz,welchen Hertzog Albrecht von Braunschwejg,nebst dem Grafen von Eberstcin, der schimpfflich von ihm geredet,in einer feld-schlacht gefangen bekam, und diesen bey den füsseitaufhengen, 2) jenen aber nicht eher loß ließ, biß ihn Richardus vonCornwal mit 8000 marck silbers rantzlvmret. s») Die Aebte vonFulda wurden von den nahe gelegenen raub-schlössern derer von Al-be! nicht wenig angefochten. Man weiß, wie viel Müde Henricusder Prälat dieses klosters hat anwenden müssen, bevor erden Gra-fen Bartoldum von Ziegenhayn, der so viele unruhe» anrichtete,bändigen konte. bk>) Hingegen gieng es seinem Nachfolger Berrhol»do desto unglücklicher. Denn als dieser in Henric: fußstapffen trat,und nicht wenige raub-schlösser, sonderlich aber Franckenstein, Nie»derschlitz, Warpurg, Schwartzenfelß und andere mehr der erdengleich gemacht, wurde der Adel auf ihn dermassett erbittert,daß dievon EverSberg , Steinau, Brandaw tc. sich mit einander verbun-den, in das kloster brachen, und den unschuldigen Abi wüten unterwehrenden amt der messe niederstießen- cc) Auch die Bischöffe vonHildesheim muffen gar viele Verdrießlichkeit ausstehen, als Johan»nes von den Grafen von Woldenberg und Herren von Eskerdc ver-schiedene güler an sich kauffte, worunter die stadt Peine war, aufweiche das Hauß Braunschwejg gleichfalls einen gegründeten an»spruch zu haben vermeynte. üff) So confus es im geistlichen ständeund bey der clerisey aussähe, so elend und kümmerlich, ja um so vieldesto schlimmer war es mit dem weltlichen beschaffen. Zwar schie»neu diejenigen theile von Teutschlaud, in welchen mächtige Hertzo«ge regierten, und dem muthigen Adel widerstand leisten tonten,mit»ten in dieser unruhe noch ziemlich ruhig und glücklich zu seyn. Hin»gegen gieng eS in den Provnitzemwo entweder keine, oder doch nichtgar mächtige Fürsten damahls vorhanden waren, desto schlimmer:zu. In Schwaben war kein Hertzog, in Francken kein Regent,seit dem gewaltsahmcn lod des jungen Conradmi ee) gewesen, undda der Schwäbische Adel ohne dem bey vielen bewehrten scribentendas lod hat, daß er sich schon zu Philipp- des Schwäbischen Kay,fers zeiten mehr ausrauben und plündern als andere dinge gelegt,M so ist kein wunder, baß eben dieser Adel, in dem grossen mcerre-ena.da weder ein Kavstr noch Hertzog vorhanden, und al,o kemRichter in Israel war, je länger je mehr sein ansehen um, fernemacht ausbreitete. Unterdessen irren diejenigen dennoch, welchesich überreden, daß der Ursprung des unmittelbahrcn Reichs. Adelsin dem grossen mrerreZno seinen ersten ansang genommen. Dennw,r haben deutliche zeügnisse, baß sonderlich der Schwäbische un«ti theil. Bbbb.bbs mitte!»