Band 
Zweyter Theil
JPEG-Download
 

940 ioh

Jobanna/ Caroli Grafen von Valois und Margaretä vonSmltcn, ersten gemahlin, töchter, Komqs Philipp , VI inFranckreich schwester,und Eduardi 11 > KonigS m Engelland schwle.ger-mutter, rZie war wegen ihrer gottessurcht und grossen klug«heil berühmt, und wurde den 19 may an. i;o; an Wilhelmum 1,den frommen zugcnamet, Grafen von Hennegau , vermahlt. Nach«dem aber dieser Herr den 71»». an.i;;? verstorben,und einen söhn,namens Wilhelmum > >, und 4 töchter hinterlassen, nahm Johannain der Abtcy zu Fonlenelle den geistlichen Habit an. S'e brachtezwischen den Königen von Engelland und Franckreich, gleich da siemit einander schlagen wollen, an. i; 4 « einen stillestand zuwege.Endlich starb sie bei, 7 mart. an.1400. cllron.

tliit. -le krance r. 2. col. 47; leg.

Johanna, Oarc oder Osy, insgemein kucelle ä'Orleans , oderdie Jungfer von Orleans genannt, war gebürtig aus einemschlechten vorffe Damrcmy, be» Vaiicoulcnr in dem lande Barroisan der Maaß gelegen, allwo sie ein bauer Iacodus von Are mit sei«ner fraue» Isabella gezeugcl hatte, und muste ihren eitern von iu«gend aufbie schafe hüten. Als sie das r8 iahr ihres alters erreichet,gab sie vor, daß sie einen ausdrücklichen befebl von Gott hätte, diestadt Orleans , welche damals von den Enqelländern belagert, undin die äusserste noth gerathen war, zu entsetze» , nicht weniger denKönig Carolmn Vll, her von den Engelländern fast gantz vertue»den war, zu Rbeims zu crönen. Nachdein sie »nn ihren Vorsatzden eitern und nachbar» angedeutet, begab sie sich zu dem Lou-verneur zu Vauconlenr, Baudricoiirt, und trug ihm ein gleichesan. Dieser hielt sie zwar anfänglich vor wahnsinnig; jedoch alssie in ihrem gantzen wesen sattsamen verstand von sich blicken ließ,ihm auch von dem scharmntzel die herings.schlachl genannt, so inwährender belagerung von Orleans vorgefallen, an eben dem tag,da solches geschehen, und davon man zu Vaucoulciir noch keineNachricht haben.konle, anzeigung gethan, schickte er sie an den Ko-ma nacd Chinon. Sie kam hierauf»» lager in manns-kleidern an,und ob sich wohl der König gantz schlecht angezogen, auch mittenunter seine bofleute gestellec, über dieses sie ihn niemals gesehen bat»te, kannte sie ihn doch gleich, erzeigte ihm auch in gegenwart eini»gcr seiner vertrautesten Minister eine begebeabeit, die sonst nie»wand,als dem König allem bekandt war. Der König ließ sie hieraufcramimren, es bezeugten aber alle Geistlichen und Parlaments»Herren, daß etwas übernatürliches an ihr zu spüren wäre. Alssie nun den König ihres badenden bcfebls beredet, befahl sie einschwerdt zu holen, welches in dem begräbmsse eines gewissen Rit.tecs hinter dem grossen altare in der L>'. Catharmemkirche zu Fier»bois liegen, und aufdcssen klinge ein creutz und eine lilie gestochenseyn würde, vorgebend, daß sie hiermit die Engelländcr schlagenund Franckreich erretten würde. Als nun die abgeschickten alleSnach ihrer aussage so befunden / ob sie gleich ihr lebtag vorher lve«der an dem vrt gewesen, noch das schwerdt gesehen hatte, wurdejederman überzeuget, daß etwas göttliches durch sie würeken müste,und hicraufwnrden ihr einige trouppen zugegeben < mit welchen siefuccurs und vroviant in die bereits auf das äusserste gesetzte stadtOrleans brachte. Ja sie nöthigte endlich durch ihre ausfälle dieEngelländer, daß sie die belagerung mit grossem Verlust aufhebenneusten, weqe» welcher that sie denn sich in ein ungemeines ansehensetzte, und ihr zu immerwährendem andencken der name lVueellsä'Qrleans beygelegt wurde. Als dieses geschehen, beredete sie denKönig, gerade nach Rbeims zu geben, welches ihm auch berge«stall glückte, baß sich die meisten städte unterwegs ihm unterwarf«fcn, weil sie alle den Enqelländern gram waren, woraufCarolusendlich den 17 jul. an. >429 M Rbeims von dem Ertz-Buchoffda»selbst gecrönet wurde. Die Jungfer wolle sich hierauf wieder nachhauß verfügen, weil sie sagte, daß sie nunmehr ausgerichtet, wasihr Gott befohlen. Der König wolle sie aber nicht weglassen, undzur danckbarkeil erhob er sie nebst ihren eitern und brüdern. undmännlichen und weiblichen nachkommen derselben, in den Adel«stand, gab ihnen znm wapen eine» schiid, darin 2 lilien init einemschwerdt, aufdesscn spitze eine crvue rubele und legte der familieden namen cle Lis den, davon noch heutiges tags nachkommen vor.Handen sind; wiewol nachgchends den weiblichen descendenten, wc«gen vieler Unbequemlichkeiten, an. 1614 der Adelstand genommenworden. Indessen fuhr die Jungfer von Orleans fort iu ihre» hel«den.thaten, ward auch vor Paris hart verwundet, und endlich ineinem ausfall vor Eomviegue an. igzo von den Eugelläuderu gc.fangen, die solches vor einen grossen sieg schätzten, indem sie öf«fcntlich sagten, daß sie es hoher achteten, als wenn sie 500 manngefangen hätten, liessen auch das sse veum deswegen singen. DieJungfer ward Johanni von Luxembourg zur Verwahrung übcrge.Leu, sie svrung aber in währender qefanqenschafft von einem hobenthurm herab, und weil sie sich am dein beschädigte, und nicht wci«ter stieben konte, wurde sie nach Rouen gebracht. Daselbst ivur»de sie vor dem inquisilions.qcrichtc als eine hexe angeklagt, desglei«chen, daß sie ihr gcschlecht verunehret, und manns-kleider aetra«gen. Man legte sie zwar aufdie foltcr, konte aber nichts aus ,hrbringen, weil sie bald dieses bald jenes vorgab, auch von der her»tzogin von Bedfort vor eine wabre Jungfer erkannt worden, undsich endlich dem urtheil des Pabsts zu unterwerffen versprach. Den«noch ward sie als eine der qotteslästernng, Hexerei) und kelleren über.wiesene person verdammt, und dem weltlichen arm übergebenWeil sie aber kurtz vor der erecution alle erschcinungen wieder läucvnete, und alle trrthumer abschwur, ward sie zur ewigen gefängniüverdammt. Allein sie wldcrruffle dieses den folgende» tag, gabvor, sie hatte es aus furcht gethan, und deswegen ward sie als ce-lapka zum feuer verdammt, und solches urtheil an. 14;, den zotenrnarl. vollzogen, wobey einige Frantzosen vorgeben, daß man ihrIKrtz noch unter der asche gantz gefunden. Jmmitcelst befahl.

ioh

nia CarolusViss ihren anverwandten, daßsiebcydenWAlchkern auf eine revisivn des wider sie ergangenen procchs Laen sollen. - Auf derselben aniuctmng nun verordnete der PMUMS M den Ertz-Bisclioff von Rbeims und die BAvffe von U.ris und Contances zu Commissarlen, welche zu Neuen an. 14«rusamMen kommen, und nachdem sie viel zeugen abgehör«, dichAnaler vor unschuldig , und den proceß, durchweichen siever.dämmt worden, vor null und mülltg erklärten. Es ward auch aufdem marcktplatz zu Rouen , wo ihre erecution geschehen, eincrnitz,und hernach nicht weit davon eine Ikarus, dadurch sie inwM.kleiden, vorgestellet ward , ausgerichtet. Dem ungeachtet will iiaewisser Frantzoß, namens Vigmer, dte ark ihres IvdesjnWWrieben , und vorgeben, ste habe sich nach diesem an einen cavckr,Robert von Hermoise, verheprathet, mit dem sie hernach zu Mlanae zeit im ehestand gelebet, und sey eine andere unter ihren, na.uen verbrannt worden. Es zeuget aber Marcellus mit unterschie.denen aründen, daß biciemge Johanna, Ivan. 14z6zu MetzzinVorschein gekommen, eine dctrugerin gewe,en. Indessen wMücl, die scnbenlen nicht darüber zu vergleichen, ob es etwas gM.chcs oder natürliches ,E ihr gewesen, vu Hmllan saget, es ßi,^obanna entweder des Johann, Bastards von Orleans, oderdeSHerrn vvn Baudkicourk, oder des von Polhon mrnresse gcwesm.^eke Herren, als sie gesehen, daß der König in einen «in zu.ünnd aesetzt wäre, da er sich weder z» rathen noch zu heißen ge.wüst, und wohl angem.erckt, daß ohne e,n austerorbenliiches iMden erschrockenen gemülher» nicht wurde aiifgeholffcn werden ksn.nc , hätte» sich dieser Johanna, als cnier listigen person bed«,ste 1 allem wohl unterrichtet, und dergestalt vor den Komg gesch.V nun selbst diese Personen die fragen gethan, io wall es.lür leicht acwesen, daß sie viel geheime dinge entdecket, deMMiillemobiull?rnchte. Dieses hätte der König und das volck als mko °G t ge Ktes nulle, angenommen, welches auch B«statten aeaanaen. r äe?-lsr gekM.

ce p , äe 3°ksnn-. k k. ME.

ste Lkarles Vl. lih. 6 rechest«. /il

^ ll-ik. äc krancc. r. r col.ioz6segg-

ce/ oriß. etc i» mvnsccwe. s'eet-i v ol, r ciiss. M. orb.

rerr. c.

"Johannes der Täuffer/ und vorlauffer des Herrn CHM,wird auch in heiliger lchnssl eine stissie emcsPrcdigcrs li>dec iMc,derEngcl so vor dcmMcßia den weg bereiten soll,der in dcrkr«.Iia,vor ihin hergehen ,oUe, und ein Prophet des Höchsten gcnemikl.Es wurde seine cmpfangniß von dem Engel Gabriel siinem valcrZachariä, dercmPriester aus derordniiiiq Abiawar, kund«,thun, als er in dem lempel des Herrn Priester «aiuts vßeale, Mvor dem Allerhöchsten räuchern wolle. Dies vcrhc>ssimg des hcmiiwurde mm erfüllet, und Elisabeth, des Zachariä weid, so wii teiitöchter» Aaron, und eine getreiindtin der jungfta» Maria war,brachte einen lohn zur weit. Der vrt wo die medertuiiffl der Eli-sabetb geschehen, wird gemeiniglich vor die stadt Hebron , aufden.Jüdischen gcburge gelegen, gehalten. Andere aber setzen den ge.durts.ort Johanms näher zu Jcrulalem gegen Emmans'zu.bat Auguslinus angcmcrckl, es wäre nicht ohne sonderbare pc»dcntz Gottes geschehen, daß Johannes zu ter zeit gebohren im>den, da die tage im jähre sehr kurtz werden, Christus aber um diezeit, da sie wiederum zuzunehmen ansangen, um dadurch aii;ii>zeigen, wie Johannes sich vor Christo ernietriqcn solle, u>id wiehingegen die,er grösser als jener sey. AIs nun Johannes an dem8ten tage nach jemer gcburt solle beschnitten werden, so wolle» ihncmigc von den gesrcuntlcn und Nachbarn der Elisabeth den »amenZacharias hcvlcgcn; Ellsabeth aber verlangte, er solle Johannesheissen, weil ihm der Engel des Herrn bereits diesen namen Denzugedacht, ehe er noch empfange» worden, ungeachtet, daß ü,.ner m ihrer srcundschaffl diesen naincu führte. Weil auch Zacha,rias wegen imglaubens gegen Gott bey der Verkündigung eines seh«»es war stumm worden, so wiiickteii sie ihm, wie er ihn wolle»neu lassen. Da er nun em täfele», forderte, den rechten namc» sei-nes sohnes darauf zu zeichnen, so schrieb er nicht nur, solidemsprach auch zugleich mit wiederum geöffneter zunge: er heissei 3»'hanncs. Dieser Johannes gad, ehe er noch gcdohrcn wurde, gleich«sam einen Proplwtcu ab, weil er vor freudcn darmucn büpßcie,als die Mutter Gottes zu semer muiter, der Elisabelb, kam. Vmscmer auferzichung wird iu heiliger schrissl wenig gemeldtt; und obgleich Baronms vordstcdt, er wäre in dem zlcn iahrc stincs Msin die wüste gekommen, so sindcl man doch hierzu den geruiMgründ nicht, viel ist gewiß, daß er in der wüste so lauge gi«blieden, biß er vor das volck Israel hervor trctlcn solle. Es beuch-tet sonstcn ein aller Luäkor.tmß er m der wüste» deiijenigcorlgcsebm,woselbst siel, Johannes ansgehalten, mid ivelcherLavias gcheW.Daselbst habe er in einer höle, ohngesebr eine meile jenseit des Jor-dans gewöhnet. Es soll auch in dein 7 sccvlo an diesem orte ei«kirche und ein klostcr erbauet worden scvn. Einige wollen gar vor-geben > Christus wäre, den Johauncm daselbst zu besuchen, Möfftern dahin gekommen. Allein Chrysostomus glaubet vielmehr,Jobanncs habe Christuin nicht eher gekannt, als biß er ihn-Mlauffen wollen, welches auch mit der schrifft übereinkommt. Lei-ne lebcns-art anlangend, so war solche nicht herrlichbrnn er ml«te ein kleid von cameels-haaren, und eine» ledernen gurtet um«lcndcn, seme speise aber waren Heuschrecken und wildhonii!- -il-er sich nun eine geraume zeit in der wüste aufgehalten, geichMWselbst der beseht Gottes zu ihm, sich von bannen mifMachM-Gieichwie aber das Propheten-amt damals zugleich in lehre» orstunde, also verwaltete er solches anch tmilich. Cs ivare aoadie haupt-summa seiner lehre, wie Chrisius auf kiest well ist""'