Band 
Zweyter Theil
JPEG-Download
 

Loh

MM wäre , und das Reich Gottes nahe worden, darum sotten diemenschen dn,,e thun. Er predigte also die tauffe der duffe zur ver.gcbung der sunden. Denen nun, die ihre sünde dekenneten, theil«teer die tauffe mit. Da aber viel Sadducäer und Pharisäer zu sei.ner tauffe kamen, ertheilte er ihnen solche nicht, sondern wiese siemit harten Worten ab. Es stund aber das volck, so zu ihm kamnicht nur in den gedancken, daß er ein grosser Prophet wäre, son«dem es hielten ihn auch viele vor Christum selbst. Allein Johanneszeigte ihnen, wie er ste zwar anitzo mit waffer tauffe, es würde aberein starckerer nach ihm kommen, der würde sie mit dem Heil.Geisteund mit feuer muffen. Zu derselbigen zeit kam auch Jems aus Ga-liiaa zu ihm, daß er sich von ihm lausten ließ. Aber Johanneswehrte ihm anfangs solches, weil er glaubte, er habe viel mehrnöthig, baß er von Christo getauffc wurde. Er ließ sich aber den»noch durch das zureden des Herrn Christi endlich darzu bewegen.Inzwischen hatte die predigt Johannis einen solchen Nachdruck, baßdie Juden aufdie gedancken Miethen, er mäste wohl seibsten Chri«stus seyn. Zu dem ende sandten sie Priester und Leviten von Jeru«salem zu ihm, um ihn zn fragen, wer er doch eigentlich wäre. Erbekannte ihnen aber frevmütbig , daß er weder Christus, noch Ellasnoch sonst ein Prophet sey. In seinen predigten schonte er niemand,der auf bostn wegen gicnge; sonderlich aber stellte er Herodi Antipa,dem Vierfürsten inGallläa, sowohl seine übrigen bösen thaten,als auch dieses frey unter die äugen, baß es nicht recht sey, daß erseines bruders Philipp! weid, die Herodias zur ehe habe. Solchesverdroß den Herodem sehr, daher ließ er Johannem in ein gefang« legen. Allein die Herodias war damit noch nicht zufrieden,sondern sie wünschte gar seinen tod. Da nun einst Herobcs seinengeburts-tag sicherlich begieng, und seinen Obersten und Hauptleu«,len, wie auch den vornehmsten in Gallläa ein gastmahl ansrich«teke, so trat die lochter des Herodias vor dem Herodes, und zeig»te ihre geschtcklichkeit im tantze». Weil dieses.ihm sehr gefiel, ver«sprach er ihr, daß er ihr alles, was sie von ihm bitten würde, ge»den wolle, solle es auch die helffte seines Königreichs seyn. Alssie nun auf anstifflcn ihrer mutter um das Haupt Johannis bat,wurde sie ihrer bitte gewähret, obgleich solches dem Könige sehrschwer eingieng. Demnach schickte er den hencker hin, und ließJohannem enthaupten. Es wurde hierauf sein Haupt unfeinerschüssel hergetragen, und dem mägdiein gegeben, welche es ihrermutier zustellte. Josephus giebt vor, Johannes wäre zu Ma«chärus, einem schlöffe auf dem gebürge in dem lande JuLa, wo»selbst Herodes seinen geburts.tag begangen, enthauplec worden.Und zwar soll dieses nach der gemeinen jahr-rechnung zu ausgangdes ; i ober im ansang des jahres des Johannis, einige zeit vorostern, geschehen seyn. Ais Johannes enthauptet war, kamenseine jünger, da sie solches hörten, namen seinen leichnam, undlegten ihn m ein grab. Da geben nun einige und sonderlich Hie»ronymus und Cusebius vor, er wäre zu Scbaste, der Haupt, stadtin Samaria , begraben worden. Einige aber wollen solches nichteinräumen. Indessen will man sein grad daselbst gefundenhaben, als selbiges unter dein Julians stpolisra von den Hey«den wäre eröffnet, und ein theil von seinen gebeinen von ihm ver»bräunt, der andere aber durch die Christen erhalten worden, wel»che sie einem Abt zu Jerusalem , mit namen Philippus, sollen ge«bracht haben. Dieser, weil er sich nicht würdig geichatzt, einensolchen kostbaren schätz zu verwahre, habe sie demH.Athanasio zuge«sendet, welcher sie unter einen altar vergraben, und dabey glcichlamausPcophetischem gszste zuvor gesagt,daß sie einmal zu grossen nutzendienen würden. Man will auch vorgeben, daß sein Haupt zu Je»rusalem wäre begraben, und von dar nach Emesa , einer beruhm»ten stadt in Phönicien, gebracht worden. Weilers ist auch be«kannt, daß solches noch heut zu tage an mehr als einem Catholl»sehen ort vorgezeiget wird, ohne daß es noch ausgemacht, welche un»1 er allen das wahre Haupt Johannis haben, oder ob auch einesunter allen dessen wahres und eigentliches Haupt seye. c. 40,;.

z, v. r c. 4, z, 4 c. ii, llc. 14, ; legg.

6. >. /st,. 1. I. 7 c. rs bell. juä. 1.18 anrig, Ma.

in 1. Le in Obaä. 1. bild. eccles I. 11 r. r8.

in annal. exercic. aäverlus Laronmm.

rnemoire; paar kervir Z. I'biüoire äe Vegüleecim. 1 psrr. 1.

/-SM. bild. eccl. dl. 1^. p. ;ro. le<ig. rüsten, äs vicru oe

smidku sobanniz. äist» äs carcere Le supzrlicio goban-

nis. *

Johannes der Apostel und Evangelist / aus Gallläa ge»bürna. Er wird sonst auch der IbeowAus genennet, und war einsöhn Zebedai von der Salome , und 8. Jacobi jüngerer bruder, mitdem er zugleich von jugend auf zu der fischerey war gehalten wor»den. Es will zwar Hieronymus vorgeben, als wenn er aus einemvornehmen Adelichen qeschlecht entsprossen gewesen, und führet an,was in der paßions.hlstorie von ihm stehet, daß er m dem Hause desHohenpriesters bekannt gewesen, und bey unsers Heylandes gencht.lieber verhör ohne scheu sich habe unter die Jüden wagen, und Pe»trnm in den pallast einlassen dürsten. Dieses sey auch die ursachgewesen, warum er gantz alleine dem Heylcmbe bey seiner creutzi.qunq aufgewartet, und nachgehends seine mutter habe zu sieb insein hauß nehmen, und als seine eigene verjörgen muffen. Alleindieses kan nicht sattsam erwiesen werden; mästen seines vatcrs ge-ringe handthierung und dessen privat-stand hierwider streiten. Wasaber seine bekcmdtschasst mit dem Hohenpriester anlanget, so magselbige vermuthlich aus einer andern Ursache hergekommen seyn;wiewohl eben darum noch nicht für wahr anzunehmen, was Nl»cephorus erzehlet, daß er nemlich gleich dazumahl nur vor wenigerzeit sein in Gallläa habendes gut, welches er von seinem vater geer»bet, an den Hohenpriester Hannam verkaufst, und sich davor ein

Loh 941

schon hauß zu Jerusalem um den berq Sien angeschaffet hätte, undso cher gestalt mit dem Hohenpriester bekannt lvordei. wäre Emissei.?!s wenn Johannes vor seinem beruff zudem Apostel-amte bereits ein Junger Johannis des Täuffers ac»Wesen, und wollen solches bewlisen aus Joh. 1, allwo gemeldetIuugersich zu Christo gemacht, deren einer An»dreas benähmet wird. Weil sich nun Johannes sonst niemahlsftlbsten zu nennen pflegen, so wäre wahrscheinlich, daß er der andere^unger geivesen. Er wurde zu einer zeit mit seinem druder Jaco»bo dem grossem zu einem Junger und Apostel von Christo beruften,und war unter allen andern Aposteln der jüngste,wie die alten durch»gehends bekrafftig n, und solches auch sein hohes alter, da er fastnoch gantze 70 ,ahr nach Christi tod gelebet, mit sich zu brinaenscheinet. Nachdem nun Christus ihn und seinen bruder zu Avo»stell, beruften hatte, ncnnete er sie wegen ihres eifers DonnerkinderInsonderheit wurde Johannes von Christo am meisten Miedet;wie er denn allezeit bey tische an seiner brüst gelegen. So bald mandie erste Nachricht von der avferstehung Christi erhielt, war er dererste, welcher mit Petro unverzüglich zu seinem grabe eilte. Nachdes Herrn Himmelfahrt aber war Johannes nebst den andern Apo.stein zu Jerusalem , und wurde mit Petro in ein qcfängniß geworf.ftn, darüber er ein herrlich bekännlniß von Christo ablegte. Nachdiesem solle er mit Petro nach Spanien geschickt worden seyn, dieneuen Christen allda im glauben zu stärcken; welche reise aber nichtvon allen angenommen wird, auch in der that gar keine alte odergenügsame zeügnussen hat. Hierauf hat er das evangelium in A»sien gepredigehimd daselbst viel herrliche gemeinden gegründet-Dochhielt er sich meistens zu Epbeso auf. Denn ob er gleich daselbst nichtBischofs war, sondern wie die alten melden, Timvtheus solchesamt verwaltete, so hatte er doch gleichsam die ober.aufsieht,und aufdie Christliche kircbe stets ei» wachsames äuge. Es wollen einigeglauben, er habe auch in andern morgenländischen Prvvmtzen, son»derlich in Parlhien, geprcdtget; sintemahl seine erste epistcl vor al«lerü an dastge einwohner intituliret war. So versichern auch dieJesuiten in der reiation deßienigen, was sie in den Asiatischen län.der ausgerichtet, baß die Bassorä, ein volck in Indien , aus einervon ihren vorfahren empfangenen tradition fest behaupten, Jvhan»nes habe allda den Christlichen glauben gepflantzet. Da er nun em»sig begriffen war, das reich Gottes zu Epbeso und an ander» ortensörtzupflantzen, so war unter dem Kayfer Domitiano eine hefftigeVerfolgung der Christen, welche diesen Johannem mit betraf. Ei»nige Patres melde», er wäre in ein siedendes ö.l gemorsten worden,aber ohne einige Verletzung wieder davon gekommen. Hieraufwurde er in die insul Palhmos, in dem Lrcüipelsgo gelegen , rele»giret, baß er daselbst in einer ertz« grübe arbeite» solle. Von wemaber, und wie solches geschehen, darinnen differiren die scribenten.Er muste daselbst unterschiedene jähre aushalten,doch aber unter-richtete er mittlerweile die einwohner seidiger insul in dem Christen»thum. Eden daselbst geschahe es, daß er zu ende der regierungDomitiam seine -rpoc-äiptm schrieb, nachdem ihm durch mancher»ley qesichter unv Prophetische bilder der zustand der Christen in denzllkünsstiqen zeiten war klärlich gezeiget worden. Man weiset ineine,» auf dieser instil gelegenen kloster noch heutiges tages einestodten Mannes Hand, in deren fingern die nägel immer wieder wach»sen sollen, so offl als man sie abschneidet. Da denn die Türckcnbehaupten wollen, es fty die Hand eines ihrer Propheten; die Grie»chm aber vorgeben, es sey Johannis Hand, womit er seine offen»bahrung geschrieben. Nachdem nun die Verfolgung Domitiamdurch dessen tod aufgehört, so wurde Johannes wiederum befreyet,und kam nach Asien , insonderheit aber nach Ephesus , allwo er alsein treuer kneckit Gottes seine zeit vollends zubrachte. In seinemevaugello,weiches er zu Ephesus auf ansuchen der Asiatischen Bi»schösse geschrieben, widersetzte er sich dem Cerintho, dem Ebloni,den (»noivcis und den 8imoriisnis, auch wird erzeblet, daß als ereinsten mit etlichen guren freunden zu Epheso in ein öffentlich bad,wohin er sich öffters zu verfügen pflegte,gehen wollen,und man ihmangesagt, eS wäre CeriulbuS, oder wie Epiphanius meynet, Ebiondarinnen, sey er wieder zurück Mehret, und habe gesagt: ach! lie»den brüber, lasset uns ja von diesem orte schleunig wegeilen, damitnicht etwan die bab.stube, worinnen sich ein so abscheulicher ketzer,ein so grosser feind der warheit, befindet, uns über dem kopff ein»fallen möge. Gleichwie er aber von Christo vor andern sonderlichwar gestehet worden, also ließ er auch gegen jederman die gröstenliebes'proden verspüren, welche darinnen bestunden, baß er für dasheyl der menschlichen seelen aufs höchste besorget war. Einige al»te ziehen zu solchem ende folgendes merckwürdige exempel an.Als er cinsmahls eine kirchen.visitation anstellte, trascr nahe beyEpheso einen jüngiing an, welcher ihm vortrefflich gefiel, und deineinsgemein der »ahme Agapetias gegeben wird. Diesen übergaber dem Bischofs selbigen ortcs, mit beygefügtem ernsten defehl, ihnwohl zu unterweisen und auszuziehen. Der Bischofs nahm solchecommißion auf sich, unterrichtete seinen untergebenen und tauffteihn. Als er aber hierauf meynte, er durffte ihn nun nicht mehr ineben allzu scharffer zucht halten, und ihm daher» etwas freyheit ver»stattete, mißbrauchte sich deren alsobaid dieser jüngling, ließ sich vonböser gesell,chafft verführen, und machte sich zu einem Hauptmannüber euie rotte strassen-räuber. Als nun Johannes bey »einer zurück»kunfft dieses vernommen, verwieß er zuerst dem BisiLoffstine nach»läsii akcit e ffrmst, und nahm sich hierauf vor, ihn unverzüglich wie.der ru suchen. Diesem nach reisele er alsobaid nach dem gcburge»u, allwo sie ihren strassen-raub gewöhnlicher Massen zu verübenvSeatcn Da er nun allda von einem aus dieser rotte gefangenaenominen worden, verlangte er vor ihren obersten gebracht zu wer-den. Der jüngling, so bald er ihn ansichtig wurde, nahm astofottdie flucht, und lief darvon. Allein Johannes, so alt und schwachCcccec r als