Band 
Zweyter Theil
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roh

Zwey jähr daraus kriegte er mit seinen Unterthanen in der altenMarck, sonderlich der stadt Stendal , zu thun, welche wegen derbür-accise, so im gantzen Churfürstenthum eingeführet wurde, re»bcllirte, etliche von seinen lenken tödtete, und sonsten allerhandinsvlentien verübte, worüber nicht allein die vornehmsten rädeis«führer getödtet, sondern auch die stadt ihrer fürnehmsten privilegienberaubet worden. Was in der Pommcrische» fache mit ihm pa»ßirt, stehet in dem leben Hertzogs Bogislai X. An. 1498 erhielter von dein Pabst Alexandro V l em Privilegium, eine neue Univer-sität zu Francksurt an der Oder aufzurichten, weil er aber den y ian.an. -499 zu Arneburg in der alten Marck vor allzugrosser ftttigkettgestorben / muste er die austührunq seinem Nachfolger überiajsen.Von seiner gemahlt» Margaret», Hertzog Wilhelms III m Sach»scn.lochker - hatte er ; Printzen, worunter der älteste Wvlstgangbald wieder verstorben; der andere JoachimuS U folgte ihm; derdritte Albrecht war der bekannte Churfürst von Mayntz.

Ke«/c/,in elem 6rau6eQb. ceäernl^L) n. 8ciipr. LrWÜeLk.

Johannes Georgius ^ Churfürst Joachimi II söhn, vonMagdalcna, Hertzogi» zu Sachsen , gcbohren den n stpt. an.

Er halte sonderliche lust zum studiren, welches er auchauf der Lcaäemie zu Fcanckfurt au der Oder mit fleiß trieb. Erthat Kayser Carln dem V in dem Schmalcaldischen kriege gutedünste, wurde von demselben deshalben zum Ritter geschlagen,wie ihn denn auch der König Philippus ll in Spanien an. i;;0,hernach der Kayser Ferdinandus I, endlich Maximilianus II zuihrem Rath und zukünfftigeli Feldherrn bestellet. An. 1571 folgteer seinem vater in der regiernng, erbte auch n tage darauf vonseinem vetter Johanne von Cüstrin die neue Marck nebst dem Für.stenthum Crossen, jagte alle Juden aus dem lande, und bestraffleseines vaters mörder, den mn eigen weib verrathen, ernstlich.An. i;7d wohnte er des KaysersRudolpht II wähl bey, erhültbüseinem vater versetzten Herrschaffken Storcauund Beskauerblich,erneuerte an. 1587 zu Naumburg die erb,Verbrüderung mit Sach.stn und Hessen , richtete Mit Ehurfürst Augusto von Sachsen einesolche freundschasst auf, daß sie auch einander versprachen, daßjeder des andern bild mit ins grab nehmen wolle. Er erhielt an.r??8 zu Warschau die mitdelehnschasst auf Preussen, so ihm 10jähr hernach von dem Könige Siglsmmttv bestätiget worden. Erwar für sich ein guter «conomus, worzu ihm in seiner jugend sei-ne zahlreiche famille gelcgenheit gab- Und bey seiner eigenen re«gierung so wol, als bey dcrAnhaltischen und Chur > Sächsischenvvrmundschafft, deren jene über Fürst Joachim Ernsis kinder an.i; 86 , diese aber über Christian! 1 söhne an. 1591 ihm aufgetragenworden , stichle er das finantz-weftn in guten stand theils zu setzen,theils zu erhalten. Er hat auch seinen freunden zu dienen keine mü-he noch kosten gespart. Wie er denn dem Könige Henrico IV inFranckrcich, und dem Cölnischen Ertz-BischoffGebhard Truch,ses, wiewol dem letzten vergeblich, deygcstanden, an. 1; 78 einenvertrag zwischen Polen und Dantzig stifften helffen, und an. 1x79bey dem Eislebischen vertrag zwischen Cbur-Sachsen und Magde-burg , seinem söhn dein damaligen Ertz-Bifchoff zu gefallen sich desrechtes, so er nach dem an. 1; ;o geschlossenen niparric an der stadthatte, begeben. In religions,fachen hielc er eS mit Churfürst Au-gusts, und halffan. i^o vie so genanme sormulsiN concorcii^aufalle weise befördern. Er starb endlich m gulem frieden an. 1598den 8 jan. Er ist der stamm-vater aller Churfürsten und Marg-grasen zu Brandenburg , die nach ihm gelebet. Wie er denn mitseinen; gemahlmnen 2; kinder gezeuget, welche in dem articulBrandendurgtsch geschlecht nachzusehen. 8ci,pr. Lraaäenbur-

8>ci.

Johannes Sigismundus / Churfürst zu Brandenburg .Bey seiner geburt au- 1^72 den 8 nov. ließ sich eben ein neuer sternin der calliopM» sehen,welcher daher der Brandenburgifthe glucks ,stern von einigen genenet wird.Er ward von feinem grvß-varerChur-fürst Johann Georg erzogen , an. i;88aber nebst seinem brudernach Straßburg gesendet. An. i s?ü begleitete er seinen vater aufder reise nach Sänemarck, und brachte seine übrige zeit meistensin Preussen bey seinem schweher zu, bis er an. >6o8 seinem vaterm der Cbur siiccedirte. Er bekam die postvon dessen tob, darreben auf der reise m Preussen begriffen war, welche er, weil seinegeqenwart sehr nöthig war, fortsetzte, und unterdessen AdamGans Freyherr« von Putlitz zum Statthalter in der Marck verord-nete. Als er zu anfang des , soy jahres die curLne feines blödsinni-gen fchwehers nebst der Versicherung der siiccesston von dem KönigSigismundo in Polen erhalten, gieng er nach der Marck, undnahm daselbst vossession von Schwel und Vierraden , welche durchden kod Martini, des letzten Grasen von Hohenstem Märckifcherlinie, ihm zugefallen waren. Die wichtigste fache, welche i» die.ses Herrn regiernng vorgefallen / betrifft die Jülichüche erbschafft,welche der Churfürst nebst dem Hertzog zu Pfaitz-Neudiirg anfäug.tick) gemeinschafftlich lin besitz hatte. Doch entstund hernach darü-ber zwischen beyden bcsitzern ein krieg, und ist die fache bey Joh.Sigmuuds leben zu keinem stände kommen; wie unter dem articulJültch mit mehrern zu sehen. Bey dieser gelegenbeit machte derChurfürst die so genannte Hufeistrische schuld in Holland , welcherwegen hernach die Holländer an Churfürst Friedrich Wilhelm eineforderung von 12 Millionen und 6000c, st. machten , ihm auch tuefestunq Eleve deshalben vorenthalten wollen, wovon an seinem or-te. Was seine übrige geschützte Mangel, ist er an. i6,i bey leb»zeiten seines fchwehers Albrecht Friedrichs ,,mit dem HertzoglhumPreussen nicht mehr als cursror, sondern für sich sechsten zu War-schau belehnet, aber die siiccesston weiter niemand als seinen brü-Lern, und deren söhnen versprochen, auch sonsten unterschiedeneharte conämoae; vorgeschrieben worden , als daß er das lehrn,

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Nicht, wie einige zeit her, durch Gesandten, sondern in person,und dazu kniend empfangen, und versprechen müssen, jährlichüber die ertraordinairen sudsidün ;oooo gülden zu erlegen / denCathvlischen caünder cmMehmm, und selbiger religion ein freyesexerciüum in diesen landen zu verstatten.An. 1614 den 24 feb.betan-ke sich der Churfürst öffentlich zu der Reformrrtm religion,wobey erfeine meistens Lutherische Unterthanen durch ein patent der religions.freyheit versicherte. In diesem jähr ist auch die erb,Vereinigungmit Sachsen und Hessen zu Naumburg erneuert worden. An.1617 war es 200 fahr, daß die Brandenburgische Cbur auf dashauß der Burggrafen von Nürnberg gekommen. Man hielt füretwas curibses, daß diese jadr-zahi in den Worten lohaunSig»XlVnv ChVrfVrst enthalten war. An. 1618 wegerte er sich, je-mand von seinen Theologen auf den Dvrdrechtifche» ssnoclum zsenden, weil ihm die meymmg von der absoluten Prädestination, dieman daselbst fest fetzte, nickt anstund, welche auch feine unttrtha.nrn nie angenommen. In eben diesem ,ahr that der Churfürsteine reise nach Preussen, und ward daselbst vom schlag gelahmel.Worauf er wegen zunehmenden Unvermögens an. 1619 den 22 nov.die Cbur an seinen söhn überlassen, und den 2; dcc. daranfzu Ber-lin in einem privat'beuge Verschieden. scripeoreLQeanäeNbur^iciLorurstci. ir, c!e causti ^ uhaca Lcc.

Marggrafen zu Brandenburg:

Johannes/der weise und weiH/ (»'bu; und pruäen;)der ernstdaffttge / uem das äuge T^utschiandes genannt,Maraarafzu Brandenburg, Churtucsi Joachiml I,ohn, gebvh.ren den ? aug. an. 1;1Vermöge väterlicher difposilion bekamer Crossen nebst der neuen marck , IN Leren regierimq er ein rechtbeMül eines löblichen Fürsten gegeben. Er machte sich sonderlichdurch die festunq Cüstrin bekannt, welche er an.vvrtrestichanlegen ließ, wie er denn auch ein prächtiges resident;, schloß, soaantz mit kuvffer gedeckt, nebst; ansthnlichen zeughaustrn crdanet.Er trat zwar an. 1 c;8 mir in den Schmalcaidiichen bund : alsihm aber von dem Kavstr wegen der religions-freybei Versicherunggegeben worden, stund er davon ab , und ließ sich vielmehr w Kay»ür leben diensten Wider diesen bund gebrauchen, wie er denn müll cr sabne die Worte führte r gebt dem Ray er was des Rax»s ist Doch konte er weder durch der ItüoloMrum noch»was a-erdinandi Vorstellungen zu aunchmung deSmemm gebrachtwerden, und muste sich an. 1748 von dem Reichs - tage wegbcge-ben. damit nichi durch sein cxempel andere dcstarcket murren.ch»ie er a-ürst lebte sonst sehr ordentlich, und soll leben tag in, lhei«abaethe-lr haben , davon er einen zu feiner «»dacht,, den andernru sei en und feines ianbcs, den dritten zu anderer Fürsten angele-an d i n angewendet. Erstarb den >an.an. r;?-/ und weiler vo. üiner aemahlin Calharina ane Braunschweig keine mann.-we rb n ließ fiel ftm '.and Churfürst Joachims heim.. 8»,pr.kranstenb. sonsterlick brük bs/m ongm.

Lranä.

Johannes Georgrus / Marggrafzu Brandenburg, Her.tzvg zu Jggerndorff. Er war Churfürst Joachim Friedrichs vonBrandenburg söhn, von Calharina, des obigen Marggrafen Jo.Hamas zu Brandenburg tochtcr, den w dcc. an. 1577 zu Wolmer-städt gcbohren. Erwürbe an. i;88 studirens. halber nach Straß,burq geschickt, auch daselbst nach absterben des Bischoffs JohanuisGrafen von Manderscheid , an. 1592 von theils Domherren, wel»che der Lutherischen religion zugethan waren, zum Bischoffe vonStraßburq vostulirct. Hingegen erwählten die Catholischen Her«tzoq Carin von Lothringen , der auch Cardinal war, zum BWoff.Dieses veranlaßte einen krieg, da denn die Lothringer Wasselheiinund Dachstein einnahmen, die Brandenburgischen über Mvltzheimeroberten. Jedoch verglich er sich an. 1604 durch VermittelungHertzog Friedrichs von Würtemberg dergestalt, daß daö Bißthumdem Cardinal von Lolhringen bleiben solle, hingegen erhielt derMarggraf, 00000 nhl. Haares gelb nebst andern conditivnen. An.160; that er zu König Heinrich dem I V in Franckrcich eine reistnach Metz , cmpfieng an. W07 von dem Kayser Rudolpho II dielehn wegen des Hertzogthums Jägerndorff, welches ihm sein.vater übergeben, trat, auch st fort die regiernng an, Er leiste-te an. -an dem Könige Matthiä von Böhmen die huldi-gung, und hielt demselben zu ehre» den oct. ein ring - undquintan - rennen zu Breslau . An. 161; trat er zu der Reformirtcnreligion, und ward nach Marggraf Georg Albrechts von Brav»dendurg absterben zum Herrenmeister der Marck Brandenburg er.wählet. AIs sein dritter, Churfürst Johann Vigismund, sich inPreussen aufhielt, wurde er auch zum Statthalter der MarckBrandenburg gesetzt. An. 1617 schickten ihn die Schüsiscke Für.sten und Stände Ertz'Hertzoq Ferdinands entgegen, ihm seinewähl zum Böhmischen Könige zu hinterbringen. AIs er bey sei»nen Unterthanen die Reformirte religion einführen wolte, verklag,ten ste ihn hierüber bey dem ober-amte;es wurden ihm auch an. 1617die Herrsckafften Oderburg und Beuchen ab, unb der Königlichencammer zugesprochen: daher als die Böhmen Churfürst Friedn»chen von der Pfaltz zu ihrem König erwählten, er sich zu ihm schlug,und den succurs führte, welchen Schlesischen Stände ihm zu»schickten, wurde aber deshalben von dem Kaystr Ferdinands II mdie acht erkläret, seines Fürstenthums Jägerndorff entsetzet, undsolches Fürst Carl von Lichtenstein übergeben. Er eroberte hieraufdie Graschafft Glatz nebst andern orten ,n Schlesien , conjungirkesich mit dem Sübenbürgischcn Fürsten Bethlen Gabor , starb aberzu Lcutsch in Siebenbürgen den 2 wart. an. 1647, worauf er nachCaschau gefübret, und daselbst Fürstlich beygesetzt wurde. Er hin-terließ von seiner gemahlin Eva Christum, Hertzog Friedrichs zuEeeeee; Wur»