Band 
Zweyter Theil
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den r i aug. gewähret, wieder aufzuheben, worauf der Hertzogvon Savoyen in wenig lagen die festung Susa einnahm. Al'..l7o'8im aug. ergab sich das Königreich Sardinien an den König Caro«!um III. und Eriies nebst Fenestrelles fiel in die bände des Hertzogsvon Savoyen, welcher letztere in den nächstfolgenden jähren (in«sonderbeit wegen einer aufdie landschafft Vigevano von ihm gemach«ten prätension ) gegen den Kaystrlichen Hof, einiges Mißvergnügen,und daher gegen Franckreich keinen rechten eifer mehr, bezeigte;wie denn diese cron ebenfalls seit dem entfatz von Turin wenig aufder feite von Italien vcrsiichte, ausser daß selbige an. 1710 einenH anschlug, doch vergebens, aufSarbinieuformirte, und an. 1708mit einem gleichmäßigen succesö bemühet war, durch den Mar»schall cle Tesse die Italiänische Potenzen zu einer alliantz wider dashauß Oesterreich zu bewegen. Mit dem Pabst Elemente Xl gelunges dißfalls einiger maßen. Denn über diesen hatte schon seit gerau«mer zeit der Kayserliche Hof sich beschweret, baß er eine alizugrossepartbeylichkeit in taveur Franckreichs sehen liesse , und daß er demKayser in seinen rechten, sonderlich wegen des Parmesamichen undandrer von dem Reich als lehen dependirender örter, aufvtelfältigeart abbrach gethan hätte. AIS nun deshalven die Kayserltchentrouppcn an. 1707^ quartiere in dem Kirchenstaat nahmen, auchan. 1708 gar in das Ferrarische eindcungen, Comachio, nebstMagnavacca, inglclchen einige andre umliegenoe orte besetzten,unddie zuerst gedachte Plätze befestigten, brachte der Pabst eine armeeauf die deine, und gab das commanclo über dieselbe dem GrafenMarsigli, welcher ehemals dem Kavser als General gedient, undwegen des verlusts von Bmach wiche würde aus eine schimpflicheart eingevüsset hatte- Dieser vertrieb zwar anfangs die Kayserli.ehe, so der Geueral Bonneval commandirte, aus etlichen platzen.Allein der Grafvon Dann ersetzte solches durch den gebrachten suc«curs, eroberte viel örter, als : Bvndeno, Ostellala, Steliata,Lagoscuro, Ficcarnoto rc. nöthigte die stadl Bologna zu anrieh«mung der Neutralität, wie auch zu bcwilliaung von quartieren, undrichtete darauf seinen marsch nach Nieder Aomagna, mittlerweileder Printz von HessemDarmstadl mit einem andern corpo aus demNeapolitanischen in das Päbstlichc gebiet rückte. Hierdurch warder Pabst genöthigt, durch einen vergleich , welcher an. 1709 denI? jan. mit dem .VlLrgujr cle Priä/ als Kayserlichcn Gcvollmäch«tigten, geschlossen ward, unter andern die abvaucknng seiner troup«pen, bis, ingleichcn die recogmtton Caroli llt vor einen»nigvon Spanien , zu versprechen. Meinen anhang desFcan«tzöflschen kriegs hatte man den ausstand anzusehen, welchen zu aus.gange dcS jahrs 1705 die baurc» in Bayern erregten, indem durchsie die Kayserliche aus Vilsburg , Burghause », Brannan,Schar,dingen, Cbamb, und einigen andern, theils m Bayern theils inder Ober.Pfaltz gelegenen örtern vertrieben wurden. Man brach,te sie aber gar bald wieder zum gehorsinn, nachdeme einige tausenddarüber niedergehauen, auch die sich vorgehabt«! München widerdie Kayserliche zu regen, durch entdeckung des anschlags gleich imansang underdrucket worden. Es gewann auch das ansehen, alsob es init dem Könige von Schweden , nachdem derselbe a». 170smit seiner armee aus Polen in Sachsen gerückt, zu einem öffenl.liehen bruch kommen würde; allein diese furcht verlohr sich durchdie im aug. an. 1707 theils zu Alt'Ranstadl. theils zu Wolckewitzin Sachsen , geschlossene tractaten, wornmen der Kayser denSchlesiern ihre religions-freyheit, auch eines und das andere demHertzoglichen Hause von Holstein. Gottort znm besten, einräumte.Das übrige, so unter dieses Kaysers regierunq vorgegangen, undvor andern anzumerckcn, bestehet kürtzlich m folgenden. An. 170zim jun. ward die stadt Dvnauwerth wieder vor erne freye Reichs,stadt erklärt, und den 29 dcc. Mindelheim mit dem ütul einesFürstenthums und unmittelbaren Reichs. lehns dem Hertzoge vonMarlborough gegeben. An. 1706 den 2s april wurden die 2 brü.der, Joseph Clemens und Marimilianus Maria, Churfürsten vonCölln und von Bayern , als Alliirle von Franckreich, in dieReichS.acht erklärt. In eben demselben jähr ward die Gräfin vonBerlips, erwehlte Aebtißin des Enalischen weltlichen Stiffts zuPräge, nebst allen ihren Nachfolgerinnen in dieser Abtcy, zu derwürde einer Reichs.Fürstin erhoben. An. 1707 den 1; april ivardder König von Preussen mit der Grasschnitt Meurs, als mit einemFürstentdum, belehnt, und den 1 nov. cmpfieng Leopold Mat«thias, Graf von Lambcrg, vor sich und auf seinen, wie auch,ei.ner männlichen nachkommen, abgang vor die so genannte Mari.milianisthe seiten.littie, den Reichs. Fürstenstand, worzu hernachden 10 may an. 1709 die würckllche belehiimig mit der Landgraf,schafft Leuchteuberg erfolgte. An. 1708 vertrat der Kayser zwey»mal die bräutigams -stelle, einmal den 2; april bey der Vermählungdes Königs Caroli III mit der Printzeßm von Woissenbültel, Eli»sabcth Christin«, und das andre mal den 9 >»>-. bey der Vermählungseiner schwester / Maria Anna, mit dem Könige von Psrtugall,Johanne V. In eben demstldcn iahr den z r inay rückten die Nie.dcrfächsische creyß-trouppenin die stadt Hamburg , um der Kayser-stchen commissivli, welche die streitigkeittn zwischen dem Rath undder bürgcrschafft daselbst untersuchen fälle, hülfliche Hand zu bieten.Den 2; jnn. ward der Churfürst vvn Pfaltz, durch feine Gevoll.mächtiqte, mit der durch des Churfürsten von Bayer» achts.erklä.runq erledigten alten Pfaltz > Chur , »»d barz» gehörigen Ober.Pfältzifchen Reichs»leben, mit der Grafschafft Chamb , mir demErtz. Truchfessen« amt und dem anhängigen vvrsttz und stimme indem Churfürstlichen collexio, wie auch mit dem Reichs. vicariLt,öffentlich bestehen. Den zo jun. geschahe des Hertzogs von Man.tua Caroli IV, als eines Frantzösifchen blindes, aenossen, erklarungin die Reichs.acht. Den 8 scpt. warb der Kayser, in der qualiläteines Königs von Böhmen , ingleichcn der Churfürst von Hanno.ver, durch ibre Abgesandte bcv der Reichs-versammlung zn Regeii./purg in das Cburfürstliche coUc-xium würcklich introducirt. An-

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1709 den 2 oct. ward, nach anleitung des von Leopolds an. is-igegebenen und an. 1696 wiederholten cle^e», HenricuS Feanas.cus, Graf von Mausfeld und Fürst zu Fondi, als wnrcklicherReichs. Fürst öffentlich erklärt. An. 17,0 den 12 apr. ward dieChur > Hannoverische gesandfchafft, im namen ihres Principalen,mit der Ectz-Schatzmerster.würde belehnt, und in eben diesem jährbekam der Hertzog von Modena gegen eine summe geldeS das Her.tzoglhum Mirandola, nebst dem Marggrasthum Concocbia. An.17, i den 28 jan. warb das cammcr.gericht zu Wetzlar , nach gecn.digler solennen visttation desselben wieder geöffnet, und den ,9 mark.der Kayserliche Odrist. Hofmeister, Joh. Leopold Donat, Grafvon Trauttön, in den Reichs»Fürsten , stand gefetzt. Bald darauf,ziemlich den 17 apr. erfolgte der frühzeitige tob des Kaysers Josephe,und zwar an den Ander.blättern. Von seiner äusserlichen gestalt,wie auch von seinen andern eigenfchafflen ist kürtzlich noch folgendesbeyzufügen. Er war von einer mittelmäßigen und wodi prvpvr»tiomrlen grösse, weiche gleichwohl der kleinen statt,r näher kam,als der langen. Seine glieder waren starck , doch nicht sonderlichfleischig- Das gcsichl, woran eine Hohe stirne zu sehen, war gleich,falls nicht völlig und etwas länglich, und halte viel rölhe an denorlen , wo fönst ordentlich dieselbe zu seyn pflegt, an den übrigesaber eine sehr meiste färbe, wiewohl dieselbe in den letzten jährendurch das öffrere jagen sich ziemlich geändert. In seinen lichtblauenäugen, welche anseilte angenehme art hervor stilnden,jelgtesichei.ne grosse lebhafftigkeit, gleichwie in seinem gange nnb Wesen etwasmajestätisches. Seine zahne waren weiß und in guter ordnung, seinetippen aber, obgleich starck, doch nicht,wie man sonst bey den mitcc«lippen vieler OesterreichlichenPrikitze angemercktthcrvorgeheb.Nach»dem er seine erste jugend zurück gelegt,pflegte er eine sehr blöde pcruquezu krage», weil von dergleichen färbe auch sein haar war, doch so,daß seidiges ein wenig in das röthliche fiel. Auf reisen, jagden undsonst ausserhalb der stadt Wien , bediente er sich, an statt der sonstgewöhnlichen mantel.lrachl, einer Frantzösifchen kleidung . Ertantzlc vollkommen wohl, und in den eigentlich so genannten m«reiflichen exercinu hatte er Nicht viel seines gleichen ; absonderlichwüste er mit einer rmgcmcinm fertigkeil, beydes im flug und unlauf, zu schiesscn. In der music war er so weit gekommen, daßer nicht nur das clavier, die Home clouce. und andere iMrumcms,überaus wohl traclirle, sondern auch selbst componiren kunte. Inder mLchcli.und zilförderst in beyderley gattungen der sl'cimeÄur.hatte er sehr gute xrokecktur erlangt. Hiednächst verstund er, ausserfeiner Mutter»,prache, die Ungarische, Böhmische, Lattlinstüe,Spanische, Italiänische und Frantzöstsche, und zwar in einem sol.chen grad, daß er auch die unterschiedene cliLleüos von einigen der«selben (absonderlich von der Italiänischen) in leinen reden nachzu«ahmen wüste. In feinem goltesdienst war er eifrig und ordent»lieh, doch so, daß er weder von der clerisen über die gebühr sich len«ckcu ließ, »och auch gegen andre glaiibciis'genossen ein seindsecligesgemüci) zu erkennen gab. Gegen feine eitern ließ er viel ehrerbie«kling, gegen seine gemahli» und gegen sein geschwister viel liebe,gegen seine Mnittrer, bediente und Unterthanen (nach dem innhaltseines wahlspriichs: amore Lc rirnore') eine durch gute gemäßigteantorikät, gegen die arme» eine sonderbare qiilthaligkest, und gegenseine feinde viel großmuth sehen. Darneben liebte er die gercchlig«keil, blieb standhaffttg bey femcn entschliessungen, nnb war von ei«ncm durchdringenden verstände. Seine Haupt-neigungen warenehrgeitz, und Wollust, deren jene durch seine frcygebigkeil, durch seineInst zu dem kriege, durch seine begicrde, prächtige gebäude aufzu«führen, und durch sehr viel andere kcnnzeichen, diese aber dadurchsich.hervorthqt, daß er in allerhand erqötzlichkcile»,,insonderheit inder jagd, in dem Umgänge mttfcauenzimmer, in frölichen difcour«scn u. s >v. sein gröstes vergnügen suchte, so offt nemlich die wich«tigste regieriwgs'geschäffre 'ihm etwas von zeit übrig liessen. Erhatte wenig xbleKML, und war daher zur ungedulk und zu einemgeschwinden zorn von natur nicht wenig geneigt. Doch ließ er sichdurch glimpfliche Vorstellungen bald wieder besänssligen, und wüstemit zunehmenden jähren vorgedachte beyde regungcn gar sehr imzäum zu halten. Der oberivehme Fürst von Lamberg, welcherkiil-tz vor -hm, nem/ich den 10 mark. an. 1711, mit tobe abgieng,war viel jähr nach einander sein liebster favorit, und erhielt sich mitdesto leichterer müde biß an sein ende in völliger gnade, weil erbloß an seinen vergnüannglle.keineswegcs aber an den staats «ange«legmheilen theil nahm. 'Nach diesem Kavser wird eine von desVorstädten von Wien die Iostphs.stadt genannt, auch bat von ihmsowohl die den iZ dec. an. -70z zu Wien eröffnete academie derwlssenschafften, als die nach dem Schlestschen religions.frieden zuLiegnitz aufgerichtete Ritter-academie, den namen derJostphs«academie bekommen; und endlich ist noch zu mercken, daß voneben diesem Monarchen, da er nur Römischer König war, das un«weil Wien befindliche Kays. lust. schloß Schönbrunn auf eine fchrmLgniggue art angelegt, und gebauct, und von dem Kayser CarolsVI der verwittibten Kaysecin Amalia eingeräumet worden,

»c,leben )otepbi cler üsZbsKren in 2 Meilen. Viel .märe me-moiren unci NLcbricbten von cten äsmsIiZen reiten.

J§oseph, Jacobs und der Rahe! söhn, wurde an. 2289 geboh«ren. Er ward unter allen seinen drüber» von seinem vater am best«tiasten geliebet. Dieses erweckte unter den andern einen batz gegenihn, welcher durch auslegung etlicher träume, so Joseph in ihre» va«terS Jacobs gegenwark ihnen eröffnete, vermehret wurde. Dennes träumte ihm einsmahls, er bände mit seinen brüdern aufdemselbe garben, seine garbe richtete sich auf, und der andern ihre neig«ten sich gegen seiner. In einem andern träume kam ihm vor, alswenn die sonne, der mond nnd eilfsterne sich vor ihm neigeten-Sel»ne brüder neidete» ihn deßhalbcr, und trachteten feiner loß zu wer«

Ven. M nun Jacob chn einsmahls zu seinen brüdern auf das