Band 
Zweyter Theil
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durch solche von dem Cardinal selbst ausgelestne Richter richten zulassen / bey welchen Granvier sicher genug haar lassen müsse. Derbeschworung selbst »ahme sich Jostpv nichts an; doch wollen ei-nige/er habe heimlich eine reise nach Louvun gethan, um selbstvon nahem zu erforschen, ob die fach also beschaffen / daß auch ver.ständige leute solcher glauben zustellen tönten / und also für die Ex-orcisten einige ehre zu hoffen wäre; mit dem vesten Vorsatz / sichauf solchen fall an die spitze dieses erdichteten teufel-krieges zu stel.len. Wein da er als ern schlauer kovff leicht gemercket, wie der be-trug nicht gar lang / und auch dieses meist bey dem gemeinen volckwähren wurde, hätte er sich davon weggcdrähet, und sich vergnügt,seine niedrige ordcuS-brüver darum handeln zu lassen; indessen aberden Cardinal in seinen gedancken erhalten, damit das werck biß ausende getrieben wurde. An. 16z; ließ er sich mir grossem eifer ange-legen lev» - die ircte der so genannten Alumbrados- welche sich inFranckreich hervorzuthun anficng- daselbst zu unterdrücken. Zuende des ietztcrwehnlcn iahrs gab ihin der König seine nominationzu der Carbmals-würde - welche man aber anzunehmen an demRömischen hose viel schwierigkeiten machte^auch haben einige da-vor gehalten, daß Richelieu selbst unter der Hand seine Promotionzu hintertreiben - oder doch zu verzögern gesucht. An. 16;8 im apr.warb er mit einem schlagsinß befallen - welches ihn bewog - unge-achtet er daran curirt worden - seine meiste übrige zeit entweder indem Cgpuciner.klostcr a la >ue äs 8 . Honore zu Paris , oder in demdaselbst befindlichen klostcr äu Lalviä,-e, anfeine gantz eingezogeneart ziizubrmgen; wiewvl er mich vorher, da er andern Hofe gelebt,in seiner kleioung, in seinem heile und in seiner kost sich beständig,wie andre Capnciner, verhalten. Den i ? dec. an. > 6 ; 8 rührte ihn,da er abends speisete, von neuen der schlag, und benahm ihm diespräche, nebst aller empßndung aufdcr einen feite, doch nicht denverstand- Der Hertzvg von Orleans und Richelieu besuchten ihnin solchem zustande, worinnen er den folgende» 18 dec. vormittagsum 11 uhr mit tobe abgieng Lein leichbcgängniß ward fast mitnicht geringern ivlenmtäten gehalten, als wenn er schon würcklichhätte den Cardinals-Hut erlangt gehabt. Seinen cörper legte manin der Capuciner, Arche neben den eingangs erwehnten t'. Ängelumvon Ioyeuse, stin Hertz aber ward den Nonnen clu (lrssaii-e über-antwortet. Von seinen anverwandten ist noch zu mercken, daß seinjüngerer druder, CarolusMarquis äuTremblaystn anjehung seinerdas Avuvernemenr von der dassiüe erhalten ; daß seine schwe-ster Maria , Jobannem von Veaumont , Xflacguis äs 8.Elienne, geheyralhet, und daß einer von seinen Nickeln,der Abt äu Tremblay genannt, L-inonicuz von der kircheäe dl. llame zu Paris worden. Im übrigen hat dieser t>mer Io-seph unterschiedene schrifflen heraus gegeben, als l'rsrigues äs PiersLc äs äevorion; Draire äs meilleure rnLniere ä'enrenäre ls melieLc äs corrirrmriisr sLinremsnc; l.S5 äispoücionL s la gusrre conrrsle Rurc ; A'inliruüion pour le; t'rinces; Lc leur imerelt pour I eu-treprise conrre!e Turc; l^'erar äsplorsols äe la clirerienke Le la mo-niere cle >a relever ; Iraiks cle la milice ckrecieane Le le; mo/en; äslerablir Le äs la tHre sublitter; Aa Turciaäe en verz Imin;; RrLireäs I'oraäon irienrsle ( wegen dieses letzter« tractats beschuldigteman ihn an. i6r; einer kctzerey, welches er aber vollkommen vonsich ablehnte ) OeL-nie äu'K.07 Le äs le; XliuiliireL (dieses publicir-te er unter dem namen äu 8isur äs .lVloncLAnez, wowider hernachder Abt äs Morgucs oder äs 8. Germain eine satyre schrieb, unterdem titul: VrLl-, Le bon; svi; äsh'rsucoi; iiäele;) ^vsrrisiemeur äsOeonvills sux krovmces (worwider der jetztgedachte Abt sein ^ver-lissemenr äe d^icoleon 3. (AeonviUs heraus gab) Loup ä'eriit , undandere mehr. In einem tractat, welcher an. 16,7 zuerst heraus

gekommen, UNd zwar Mit dem tittll I'^mb-iÜLäeur ckimengue oule c^erc^eur cles clu c!e , ist diesoö P. ^0»

sephs nicht zum besten gedacht. Am heffriasten aber hat man ihnan. iüzS in dem so genannte» LaMolicou brancoi; durchgezogen,welches hernach an. 164; der Abt von 8. Germain nebst andernsatyrischen schrissten in zwey voluminibu; inguarro wieder auflegenlassen, und dem Könige Ludovico XM selbst dediciret. l'--L,l ',r ss» /(. pai uu ono-

Nsme. s«iMsrls .Z' grr^. sse

/.e niiv. (le

Ixruis XIII. ^

^ofevk) Albs / ein Spanischer Jude, schrieb ein buch in Rah.biMlch'Hebrälscher spräche, lepsser iLkanm geiiannl, worinnen erdie vornehmsten glaubens-arkicul der ^nden abgehandelt. Ess be-hauptet, daß die bücher der heilige» Musst in wahrender Babyloni-schen qefangenschafft unmöglich haben können verMchet werden,weil daselbst allezeit Priester und iehrer des gesetzes gewesen, hierzusekt er auch dieses »r^unrem, daß die Lamaritaner, welche dochder den jeinde gewesen, eine Hebräische abschrifft von den s du.chern Mosts gehabt, die in allen stücken mit lhren exenw arien u.bereut gestimmet. 8,Ml>». bwl. K.»bbm. nui-

xn» l.; p. 796 segg.

stamme der Hohenpriester, und 'eme Mutter von d m Komggedlüte der Aßmonaer oder Maccadaer war. ^.w 'rde ume d sKavstrsCaligulä reg.erung an. ;7 gebohre», >md cdte ma umer?wmitiano. Er wurde von tilgend auf so wvv> unlerricyiel / v-ui

Er gestllete sich h.eraM ru bem Bano von de Eßa r 'e«e, bey d -,

LSrle.n

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981

26 iahre feines alters nahm er eine reise nach Rom vor, und zwar>vegm einiger Pnester, welche der Landpflcqer Felix gefan.gen »ach Rom gelchickt yalte. Daselbst machte ihn ein gewisser

und bey Nerone grosse gimst hatte,bey der Kaysenn Poppaa bckaudt, durch welche er bey dem Kav»fer recommeudiret wurde, auch dessen gnade erlangte. Nach seiner

!^angehender allgemeinen empö-rung des indischen volcks zum General der Galiläer gemacht, wel-che clisrge er nach jemer eigenen crzehlung, zwar ungern angenom»men, aber hernach beydes vorsichtig und klug bey den so vielen ent-standenen hindern»,ien von freunden und feinden geführt, biß Io.tapata erobert wurde, da er nebst 40 man» von feinen leisten in ei-nem brunnen oder in einer hohle sich zu verbergen qcnöthiget wur-de , wormimi er auf eine fast unglaubliche weise solle erhallen wvr.den seyn. Dann als feme mitgesellcn, ungeacht der von Vesvasta-Nv verhcissenen lebensssristung und des darauf gesolgten evffriaenanmahnens Joseph, sich keines wegü ergeben, auch insonderheitdie,en nicht aus ihrer höle hinweg zu den Römern lassen wollen,fand er sich zuletzt gezwungen den Vorschlag zu thun, daß man daSiooß wnrffe, und well ihnen kurtzum beliebte, sich da zu ermorden,je einen nach dem andern in der ordnung, welche das!ooß zeigenwürde, hinrichtete. Hier solle nun ihme das iooß immer verschonet.haben, biß von der gantzen zahl er allein neben einem anderen über-bliebe. Diestn sagt er endlich noch beredt zu haben, daß er sich mitihme den Römern ergäbe. Hierauf will er dann Vespastano ge.weissaget haben, daß er noch Kavler werden würde, und erhieltdcsbalben seine freyheit, Er war mit Tito bey der belagermig derstadt Jerusalem , und schrieb hernach 7 bücher von den Jüdischenkriegen, welche Titus so werth hielte, baß er sie nebst einer eigen-händigen approbation und lobsehrifft in die öffentliche biblivthec zusetzen befahl. Nachgeheuds blieb er zu Rom , genoß daselbst desKavstrilchen Mitzes, und wurde mit einer jährlichen penflon, wieauch mit dem Römischen bürger.rechte und einer ehren-säule begna-diget, welches ihm dann zeit und gelegcnheit gab, seine ro büchervon den Judifben antiquiläten zu vollenden; welcher zweck darumsthr rühmlich wir, weiter sich vorsetzte, durch genaue Vorstellungder Jüdischen geschichten und alterthümern diestm seinem dazumaldurch die gantze weit zerstreuet«,, und in gröstem elend lebendenvolck, einige glinst und achtung unter denen vöickern in alle» lan-den , als deren sie eben hoch vonnöthen hatten, zu erwerben. Erschrieb auch r bücher wider Apvionem von Alerandria, einen-den'fenid, iigleichen einen discurs sonderherrschafftdervernunsst,oder von deui märtyrer.tode der Maccabäer, welches das zierlich-ste unter allen seinen schrissten ist. Über dieses hat er auch eine Nach-richt von seinem eigenen leben geschrieben. Es ist noch ein andereralso genannter Josephus -Morionives zugenamet, welcher gleichfalSeine Historie von dem Jüdischen kriege geschrieben, oder vielmehrverfälschet hak. äs vim sua, Lc i. i. 2.;. äs LxpuZn. sslle-

rvs. Velpick. c. Lpol, c. 17 Le. rl.

, I. 4 äs sbtt. csr. c. 1; Lcc. in cbron. Le

lillb. !. 4 ep,22z. I.i. äiv. inK. cap , 7.

coä 47,7^ Le 2z8.

. ssc,r/rKe>.. juALm.

äs; kitlor. L'c/r, epickol«. /ttrz. in przet'rir.

ssolepbi. ^

"Fosias / König in Jüda, folgte seinem vater Ammon im jäh-re der weit z ;g4- Er war ein sehr weiser und frommer König, undstellcte zu Jerusalem wie auch in seinem gantzen Reiche eine genaueArchen, resorination an. Unter ihm wurde auch das gesttz. buchgefunden, welches der Priester Hilkia zum Könige sandte / da er-denn durch dessen lesimg so gerühret wurde, daß er Gott nm rathfragte, erhielt auch durch die Prophetin Huldam die Nachricht, baßfein Königreich solte untergehe». Er wandte aber durch eyftigesgebet und thränen Gottes strafe von sich ab, machte einen bmid mitdem Herrn, reinigte den tempel und das Reich von der abgötterey,schaffte alle Wahrsager und zeichendeuter fort, und richtete den wah-ren gottcsdienst wieder auf. Unter seiner regicrung fieng der Pro-phet Jereniias an zu weissagen. Es zog auch Pharao Necho ausEgyplen herauf, stritte mit den Assyrern und Babyloniern um dieMonarchie, und kam biß nach Carchemis am Pbrak. Da giengihm Jostas entgegen, und hielt mit ihm auf der ebene bey Megid-do ein treffen, allwo Jostas lödtlich durch einen pfeil verwundet,und nach Jerusalem gebracht wurde. Er starb auch daselbst im; rjähre seiner regierung, zu grossem betrübniß der stinigen , und desPropheten Jeremiä, welcher ihn beklaqete, auch viel klage.liederüber ihn gemacht, also daß daraus eine gewohnhett entstanden.

2 /cSF. c. 2;. 2 c. 24,2z. c. 22. c. 49.

>. 10 Lmig. ). c.; Lc 6 . snnal. V. D«

encnic. bibl. p. 504.

^oßius, ober Jorce, (Thomas) .ein Engelländcr, aus einemvornehmen geschlcchl entsprossen, begab sich zu London , nebst 6 sei.ncr brüder, m den Dominicaner-orden, hörte unccr Alberto Xis-§no sowohl die Philosophie, als die theologte, empfieng zugleichmit Thoma von Aquino, die hflaMsr-würde, und lehrte hernachin unterschiedenen klöstern mit sehr grossem Lppl-mlu die gedachtewissenschafften. Als er hierauf 7 jähr Provincial von Engeüand,auch eine zeitlang des Königs Eduarbi I deichtvater gewesen,ernen-nece ihn, wegen seiner vielen Verdienste und sonderlich wegen seinestuqendhafften wandels,Clemens V an. 1 ;o; zum Cardinal-Priestcr,des tiruls 8.Sabinä. An.i z io solle er, nebst dem Cardinal, Nicvlaoäe Prato,dle stelle eines Legaten bey dem Kayser-Henrico VN-ver-walten ; allein er starb unterweges in dem Savoyischen den 1; dec.des letztgemeldcten jahrs; worauf man feinen cörper nach Engel-land führte, und zu Oxford beerdigte. Es werden ihm folgendeschrissten »Ugeeianet: Lupe,' 4>>droc senrenusrum , pottill» m ps->!-Hhhhhh ; rsrium«