Band 
Zweyter Theil
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-ucciirs nicht annehmen, der ihm von dem Marschall cke Matianongebracht wurde, weil er sich schon für starck genug hielt. Nach.vem er nun vernommen, baß der König von Navarra, nachgehendsHenricus der grosse, mit seiner armee aufber andern feite des dorffsEoutras tage, kam es den2y april an. i;87zu einer schlacht, wo«rinnen ferne armee gantz ruiniret, und er selbst des lebens beraubetwurde , ungeachtet er selbiges mit ivoooo cronen zu rantziomrensich erbot. Sern bruder/ Claudius von Ioyeuse, blieb gleicherwerfe auf dem platze, weil die Hugenotten niemanden quartier ga«den, sondern immerfort ausrieffen: lVlonr 8. Lloi! um damitauf des Hertzogs Ioyeuse grausamkeit zu beulen, welcher an demvemeldten orte r gantze regimenler, ohne einer einigen person zuverschonen, niedermetzeln lassen. Jedoch machte endlich der»mg von Navarra des blutocrgressens ein ende. Er hinterließ keine«eibes.erben, und wurde Mit grosser macht bey den Augustinern zuParis begraben. In vn.

Lear. I V.

'Joyeust / ( Franciscus) Cardinal und Ertz-Bischoffvon Tou«lsust, war Wilbelmi II söhn, Ven24i»n. an. i;6r gebohren. Erwurde in den studien wohl erzogen, an. i;8r Ertz« Bischoff vonNarbonne, und in dem folgenden jähre Cardinal. Ob er wol nochsehr jung war, so machte ihn doch König Heinrich III zu seinemRath, und schickte ihn nach Rom , daß er das proreÄoi-ar derFranzösischen nation daselbst führen solle, da erden» auch des Ko>nigs imeeeile sehr wohl beobachtete. Bey seiner rückkuufft in Franck-reich wurde er Ertz-Bsschoffvon Toulouse, kehrte aber an. 1591wiederum zurücke nach Rom , und wohnte des Pabsts ClementisVIII wähl bey. An. i;sz that er nochmals eine reise dahin, um 'König Heinrichen den grossen mit dem Päbstlichen stuhl ausznsöh.neu. An. 1600 empficng er die Königin Maria von Medices zuMarseille , und hub indem folgenden jähre in des Pabsts «amenden Dauphin, so nachmals König Ludwig der XIII war, aus dertauffe. Er folgte an. 1604 Carolo III von Bourbon in dem Ertz«Bißthum Rouen, und fand sich zu Rom bey Pabsts Leonis Xi undPauli V wähl, verglich auch die Venekianer mit diesem letzter».Er crönle an. 16,0 die Königin Mariam von Diedices zu 8. Dcnys,undKönULudwlgen den XIll zu Rheims. An. 1614 präsidirte erbey der general.versammlung der Fcantzösischen Stände. Er starbaber in dem folgenden jähre als llecsnuz des Cardinals-Lollegü zuAvignon . l?lib. I; Le 8^,kisll. Lkrick,

vie cies (.'arclin. ci-rcce»««,.

^Ioyeuse / (Wilheimus von) V-comw von Ioyeuse, Herrvon Dldicr, Landun, Puiverl, ArqueS und Caviffan, Ritter derKöniglichen orde», Marfchall von Franckreich, und General.Lieutenant des Königs von deni gouveinemenr von Langucdoc.Er war des Johann von Joyeufe , Herrn von 8. 8auveur. 6ou-vcrnearr von Narbonne , iüngster fohn von Francifca von Voisin.Er war anfänglich zum geistlichen stände gewiedmet, und bey leb»zciten seines ältern bruders, Johann Pauls , Bischoff zu Aleth.Weil er aber die geistlichen orden noch nicht angenommen, verließer sein Bißthum, und gieng in den krieg, folgte auch nachmalsseinem bruder, und that König Carln dem lx m Langucdoc sehrgute dienste. König Heinrich UI machte ihn zum Marfchall vonFranckreich, und Ritter des Heiligen Geistes. Er starb an. i;?2in einem hohen alter. lab!. Aenesi. cle Is Mais. cle sio^euck.

^oveuse / ( Henricus von ) Graf von Bouchage, nachmalsHemog von Ioyeuse, Lsll und Marfchall vvn Zranckrelch, Rit»ter der Königlichen orden, Großmeister der gsMerobbe. Souver-neur und General. Lieutenant von Anjou , Tourame, Maine,Perche und Langnedoc, lctzlich Lawr Lngciur genannt. Er wardes Wilbelmi söhn, wurde an. iz6r gebohren, und lag in feinerjugcnd in dem colleffo von Navarra zu Paris den studien ob, war»de aber von dem Könige Heinrich III an. i;8r an den Hof genom-men , und mit obigen stelle» versehen, da er dann auch an. iz86das castell zu Angers , welches der König von Navarra einbekom»wen, wieder eroberte. Er vermählte sich mit Catbarincn Noga«ret äe ls Val-ette, des Hertzogs von Espernon schwestcr, und hattemit selbiger eine tochter, Henrietten Catharmen, und einen söhn,so bald nach der gebart gestorben. Als aber selbige seine gemahlinden y aug. an. 1187 verstorben war, trat er rs tage daraufmitgrossem Widerwillen seiner brüdcr in den Capucincr. orden, undnahm den «amen ^nz-elur an, welches er, wie einige behaupten,seiner gemahlin auf dem tobt. bette versprechen müssen. Er lebtehicraufin demsclbigcn orden in Langucdoc, Gaiconien, Italien und Lothringen , und wurde letztlich eravincull,« in Franckreich.Als aber seine brüdcr meistens umgekommen und niemand mehrübrig war als er und der Cardinal Franciscus von Ioyeuse, bere.beten ihn die Stände von Langucdoc, als ihr General d,e WaffenWider Konig Heinrichen den IV zu ergreiffen, und zwar die,es zuVertheidigung der Catholischeu reliqivn, weshalben er auch von deinPadst Elemente VIII dispenfation erhielt. Er dirigirte hicraufdcnkrieg in selbiger Provintz, und hielt der I,gue.parlhey eiftria. AIssich aber einige städte König Heinrich dem IV ergaben, unddieferdie absolutton von dem Pabstc erhalte», sudmittirte er sich ihm an.icy6 gleicher gestalt, und brachte die städte Toulouse , Narbonne ,Carcassonne , My, Gaillac , und andere unter Königliche dcvo«lion, dargegen er zum Marfchall von Franckreich und zum Konig.liehen General-Lieutenant in Languedoc ernennet wurde. Er dien.te hierauf dem Könige wider die Spanier, bis aufden an. ,sy8zu VervlNs geschlossenen frieden, führte aber dabey ein dissolutes le.ven. Jedoch refolvirte er sich an.. 1599 plötzlich, und nachdem erdes abends bey frölicher gcsellfchafft gewesen, gieng er des morgensdarauf den 20 febr. wieder in den Capuciner.orbcn, nahm feinenvorigen namen ^r^eluL wieder gn, predigte mit grosser verwunde»

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rung, würde auch zum andern mal Lrovwüal dieses ordens MFranckreich, sind lleLaiwicapiruliZeNerFir, verrichtete auch baar»füßig eine wallfahrt nach Rom , und an. 1608 eine andere zu demüusgeschriedenen capikel seines ordens, erktancktc aber untecweqeä,und starb den 27 fept. an- isoZ zu Rivvli ohnfern Turin . Seineeintzige tochter, Henrietta Catharina, erbete von ihm, welche an1599 MN ersten male mit Heinrichen von Boucdvn, HertzoqevonMontpensier, und an. i zum andern male mit Hertzog Carlnvon Lothringen vermählt wurde. Sie starb an. iL?s. " JacobuSBrousse hat dieses kaier ^nZeli leben in einem eigenen buche ae.schrieben. I-eklrer cl'OÜsr. ^

Iperle/ ein fluß in Flandern , welcher bey der stadt Ppcrn ent»springt, und, nachdem er bey Dirmuyden vsrdeygelauffen, sichendlich bey Nieupoorc in bis Nordsee ergiesi.

Ipcrn/ oder Zypern / lat.lprL, Ipr«, Iprcmm, eine wohl.befestigte stadt in Flandern , an dem kleinen flusse Jperlc, nebsteiner Citadelle, und einem unter den Ertz. Bischoff zu Mecheln ge.hörigen Bißthum. Anfänglich war es nur ein schloß, weiches dirNormänner zerstörten, Graf Baiduinus II aber ließ es an. 880wieder repariren. Der GrafArnolphuS legte daselbst an. 901 eint.ge festungs. wcrcke an, welche Graf Balduin UI etliche jähre her»nach vermehret hat, bis an. i;88 zu Philipp! des kühnen zeitcn diesteinernen mauren herum gezogen worden. Sie ist anitzo eine sehrreiche stadt, und bat viel Archen, wovon die zu 8. Martini diehaupt'kirche ist. Das allhiec von Paulo I V an. 1159 aufgerichteteBißthum geboret unter den Ertz »Bischoff von Mecheln. Sie ist. die dritte in Flandern , und hat verschiedene dmffer unter sich. Dasland umher ist über alle Massen fruchlbar. Sie ist sehr wohl ge.bauet, und hat viel prächtige gebäude und valläste. Der so genann»te Herren.pallast ist febr groß und schön, wie auch die tuchmacher»halle. Im übrigen ist diele stadt wegen ihrer manufacturen be»rühmt, und hat unterschiedliche messen, unter welchen die in derfasten die vornehmste ist. Die von Gent lagen an. >nebst denEngelänbern 9 Wochen davor- An. 1648 eroberten dieselbe die-Fran.tzostn, verlohren sie aber das folgende iahc wieder. An. 16^8 bc«kamen sie den ort wieder ein, gaben aber selbigen durch den Pyre.nälfchen fricdens.schlusse wieder. An. 1678 eroberten sie selbigenvon neuen, und lraicn ihn erst im Utrecht »,eben Frieden, als einstück der Holländischen Barriere, an das Hauff Oesterre ch ab.Sonst ist auch dieser ort wegen des Janfemi bekannt, der hiersclb»sten Bischoff war. rkesir. oibir 10m. 2. IlLnllr.

illulA. clelci'. Leleü. kopoAr. öelZii,

kick. ecclest lle5 ksi; - kss. eopograz-k. circ. Lurguncl.

^Iphianassa/ war Pröti, des Königs der Arglver in Pelopon«neso wchtcr. Als sie einstens mit ihrer schwester Lvstppe m einemkemvel der Juno war, ließ sie einige Verachtung gegen diese göllinvon sich spüren , indem sie ihres valers pallasl und reichthnm diesemtempcl und dessen zicrrathcn , ober wie andere wollen, ihre schön»heil der beiaglen Göttin ihrer vorzog, welches Verbrechens auch ihreschwester sich lheilhaffug machte. Hierauf soll Juno, wie die poo.tcn berichten, ihre» verstand dermasten verwirret haben, daß sienicht anders gedacht, als daß sie in kühe verwandelt wären. Weiles nun dem varer sehr wehe that, seine tochter in solchem elendenzustande zu sehen, ließ er alsvdald einen artzl mit »amen MelampuSholen, welchem er einen theil von stimm Königreiche, und dieje»nige von seinen löchter», welche ihm am besten gefiel, versprach,woferne er sie wieder cnrircn würde. Als nun selbiger den zorn derJuno durch opffcr gest,tlet hatte, verrichtete er die cur, und vcr»mahlte sich mit Jphianassa.

^phiclus oder Jphicles, war Phylaci söhn von der Clime»ne, und ein Fürst in Thessalien. Ais er >ml seiner gemahlin langezeit in einer unftiichtbacen ehe geiebet hatte, wurde ihm von Me»tampo gereichen, daß er den rost von einem Messer, welches euiezeit lang in einer eiche gesteckt, in wein schütten, und davon i»tage lang tcmcken solle. Nachdem er dieses gethan, bekam er vonseiner gemah'-in; söhne »ach einander, ncmiich Prokesilaum, Po»darcen und Philoctciem. Die,er Jphiclus war einer von den Lr^o-nauriä > welche mit Jazöne nach den» goldenen »liesse reistten.

'Jphiclus oder Jphrcles / war ein fohn der Mcmena, weichtihn von ihrem gemahl, Amphitryon, zu gleicher zeit mit dem vondem Jupiter gezeugten Hercules gedahr. AIs Juno aus eifersuchtund haß diesen letztem durch 2 ,chlangen umzubringen suchte, er-schrack der kleine Jphiclus dermalsten, daß er aus der wiege fiel undmit stmem weinen seine eitern erweckte; welche dadurch gelegen»heil bekamen, zu sthen, wie der junge Hercules die gedachte rschlangen mit seinen Händen erdrückte. in Reraclileo.

Iphicrateo, war der Athenicnser General. Er bekam dascoinm-milo ihrer armee an. 159 der stadt Rom , da er nur r° jähralt war, und machte sich nicht sowohl durch sonderbare thaten alsdurch seine strenge krieges-zucht berühmt,i» welchem stücke er'alles soscharff hielt, daß er es hicrinnen nicht allein den vortreffüchstcn Ge»ncralcn seiner zeit gleich that, sondern auch deswegen eben so hochgehalten wurde, als einer von stiueu vorfahren. Auch hat er in de»nen waffen, Helmen, spießen und bcgen eine ziemliche Veränderungeingeführt; daß Griechische fußvolck in gewisse» gefallen eine ande-re stellung machen gciehrct, und insonderheit daraufgesthcn, daßsolches viel leichter und fertiger, aber Lannoch dem feinde zu fcha.den, nicht minder bequem, als es zuvor gewesen, wurde; zu wei-chem ende er auch die stählerne oder äherne pantzer abgeschafft, undan solcher statt andere gegeben, die aus dicht m einander gefloch»tenen und in essig und saltz wohl eingedaitzten und gehärten faden

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