Band 
Zweyter Theil
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«ls in der Grafschasst Armagh , ist die stuchtbarkeit st- groß/daß?Wenn man den ackcr dinget, solches sehr schädlich ist, auch barffvasVieh nicht anders als bloß gewisse stunden des rages auf der weydegehen, weil selbiges sonst zu fett würde. In andern gegenden rst dielnsttl entweder mit duschen oder wäldern bewachsen, denen esgleichfals an bequemlrchkett deS Icbens nicht mangelt, sder hatgrosse fümpffe und moraste, welche den besten turffgeben, so vielbesser ist als der Holländische. Ein sonderlich wunder aber ist es,daß keine gifflige thiere darinnen wohnen, und die, so von ander«Värts hieher gebracht werden, nicht lebendig bleiben. Desglei«chen sind auch in den wäldern weder würme noch spinnen zu finden.Dahero man sagt, es sey das holtz zu dem pallaste von Westmün«ster und zu dem rathhause m dem Graffenhaag aus Irrlaud gekom«mcn. Jedoch war dieses Königreich vor diesem sehr mit wvlffengeplagt, biß die regierung denjenigen grosse dclohnnngen versprach,welche solche ausrotten helsien würden. Dahero sind nun wenigdarinnen anzutreffen. Die vornehmsten stüffe darinnen sind dieShanon, Sewer, Broadwatcr, Black.water, Boyne und Barrow,welche alle mit einander sehr fischreich, sonderlich an lachsen sind.Ihre seen find Lough.Erne, welcher weilen lang und is breit,und so fischreich ist, daß siel) die fischer über den Überfluß sehr osstbeschweren, weil sie vfft darüber ihre netze zerreißen. Es sind vielinsuln darauf, unter welchen sonderlich eine wegen vieler gespen«ster, so man daselbst sehen ioll, merckwürdig ist, und dahero vonden gemeinen leisten 8. Patriks ftgeftncr gcnennet wird. Fast ebenso groß ist der see Corbcs, welcher nicht weit von Galloway in diesee fällt, meilen lang und 4 breit ist, unv ;c> kleine infuln habensoll. Ferner der see Lough,Forste, welcher vor Plolcmäi Lcgia ge»halten wird, «nd der vierte see, Lough.Neagh, aus welchem derlachs. reiche fluß Bonne entspringet. Ausser diesen und »och vielandern geringern sollen noch; seen in der Prsvintz Math sich fin-den , welche zwar nicht wett von einander liegen, aber von so un»terschledener natur sind , daß, wenn man die fische aus dem einenin den ander» bringet, sie darinnen nicht leben können. Diesesland wurde vor alters in; Provintzcn eingetheilet, deren jeglicheein besonder Königreich war. Nachdem aber die Provintz Mathanitzv zu Lemster gerechnet wird, so wird gantz Instand heutigestages in 4haupt.Provmtzen eingetheilet,Ulster , Lemster, Cvnnaughtund Mounster, deren jede wieder in verschiedene Grafschaffrcn ein«gelheiiel ist, welche die Inländer Contvm nennen. Es giebtdarinnen viel schöne Häfen, worunter Kingsale billig den vörzugbehält, als wvrümen die Engelländischen und andere schiffe sich er«frischen , und victuaiien einnehmen, wenn sie entweder nach West»Indien und andern theilen der welk gehen, oder von dar wiederumzurücke kommen. Die Haupt, stadt von dem gantzcn Königreiche istDublin , woselbst auch eine Universität ist Nach dieser ist.Limerick,Lvndvndery und Armagh , welches letztere em Ertz-BischöflicherMM. Was die ersten Anwohner anlanget, so berichten die Jrrlän»dischen chronicken, daß Cäsarea eine von des Noah nachkömmlin.gen, vor der sündfluth hier gewöhnet, und ;oc> jähr nach derstl»bigen dieses land von Bartholano, einem Scythen, unter das jochgebracht worden, sodann, daß nachgehends Gaothel mit seinemweide Scotha, emer von des Pharao cöchtern, von welcher dieseinsul Scota gcnennet worden, hieher aekommen sey. Allein es istglaublicher, daß sie zuerst von den Britannien, mit Anwohnernbesetzt worden, somol, weil die alten scnbenten sie eine Britannischeinsul nennen, als auch, weil der einwvhner kleidnng und bumeurder Britannicr chrem nicht ungleich war. Wie dann auch zu dessenweitem bewAßthume dieses dienet, daß, als das FurstenthumWaUis von dem Könige Richard zur Erone Engelland gebrachtworden, man angeinercket, daß viel von ihren gesehen und gewöhn«heilen mit den Inländischen gantz genau üderein gekommen; wor«aus erhellet, daß die Anwohner in beyden ländern gleiches ursprun»ges sey» müssen. Was ihre sitten anlanget, so meldet Solinus von ihnen, daß sie das blut erschlagener Personen zu trincken, undihre angesichter damit zu schmieren pflegen, und dem kriege so sehrergeben gewesen, daß, wenn die multer em knäblAn gedvhren, siedemstlbigen zu allererst auf der spitze von ihres mannes schwerdce zuessen gegeben, und nach ihrer beydnischen meynung gewünscht ha»den, daß es nicht anders als im kriege oder durch das schwerdt um«Zvmmen möchte. Wie sie denn vor diesem auch gar wild waren,auf rauben,stehlen und betteln abgerichtet. Anjetzv find der Jrrlan»der sitten weit besser als vor diesem; sie werden vor gute reurer undsoldaten gehalten, und findet man deren viele unter der Kaystril«chen, Englischen und Frantzöstschen armee. Auster dem sind sieZiemlich faul,und weder zu handthierungen noch zu kunsten oder >v>,«senschafften sonderlich geschickt. Einige von der wilden art m derNördlichen aegend von Cvnnaught haben viel wunderliche gewöhn»Heiken und äberglauben. In theuren zeiten leben ge von Laie, wur«Lein, schwammen, schannegh, welches eine gewisse art von klee llt,Hafer-grütze, milch und anderer geringen kost. Die waaren dtestrinsul find vieh, haute, laich, butter, käst, Honig, wachs, eauchwerck,salö, hanff, teinwand und wolle. Die see umher giebt viel l-ockftlch,Hchs, Heringe und andere fische mehr. Von ihrer beherrjchung kanMan keine sonderliche Nachricht geben, denn was von dein allen zu>stände angeführet wird, ist alles ungewiß. Zu der Römer jenenAnierworffen sie sich dem Römischen Generale Mattmo. ^n denfolgenden zeiten hat man dieses land »15 kleine Kvn,cbe e nge«theilet, worunter der mächtigste lnsgemcm Konig in ^erlaub oberwohl gar R.SX resum gcnennet Ivurde. An. Ü44 fiel Egirteo, derNorthumberKönig in Irrlandein. Hiernachst thaten einige m emsvrpur zusammen gelrelene Danen, Schweben und Norweger,

Mn versuch auf Jrrland, liessen anfänglich sich uur an den lee tusten sehen, da sie aber mercktcn, daß die kleincii Komge vlmmien-gantz schwach und unter einander unems waren/ suchten iie^rLand unser sich zubringen, bewerckstcülgten solches auch durch die

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tapfferkeit «nd klugheit ihres vornehmsten Kriegs. Obersten, Turassii, welchen ne zu ihrem Könige erwählten. Da aber dieser Tür»gesius seine lyraiineu eine zeit lang verübt hatte, wurde er durch lckdes Komgs von Meath nebst allen seinen dienern hingerichlet.Nach»gehends regierten wiederum die kleinen Könige darinnen wie ruvor»dtg an. 1172, da der Konig von Lemster, des Königs von Meath ge-mahnn schändete , und deshalden von dem Reiche vertrieben wurde»Dann hierauf nahm leidiger seine zuflucht zum Könige in Engel-tand , Henne» il, und erlangte von demstlbigen einige troupvmunter des Grafen von Pemörvke commsnclo. Daher kam es Hweit, daß nach und nach alle kleine Jrriändische Könige dem vonEngellanb sich unter,varffe», und ihn nebst versprechuna eines ge-wissen tributs vor,hr oberhaupt erkannten, welches burcy den PabstAdrianum bestätigt wurde. An. ^41 nahm Heuricus VIII denMeines Komgs von Jrrland an, wurde auch an. 1542 von demParlament darzu erkläret, welchen tttul der Padst Paulus IV derKönigin Maria an. is;; bestätiget. Es haben sich aber die Irr-iander zum offtern von der Engelländischen dotmäßigkeit loßzureisssen gesuchet, als an. 1 z;? iuuer Thoma Fiz. Gerald, des Grassensvon Küdare söhn; an. 156; unter Oneal, welcher nach Schott-land flöhe und daselbst getödtet wurde, worauf der kilu! Oneal, wes»cher dem Herren von Ulster sonst zukam, in dein Parlamente abge-schafft wurde. Fiz-Gerald, Graf von Desmond» rieffan. 1579 dieSpanier in das Reich, und führte wider die Königin Elisabethkrieg, biß daß er an.i-;y? geschlagen wurde. An.izy; fieng Tiroen,welcher widcr den Grafen von Desmond grosse dienste gethan hat-te, eine rcbelllvn an, welche die gefährlichste unter allen war.Denn weil er in der Königin diensten erzogen worden, so hatte eevon den Engeüaudern die kriegs. bisciplin gelernet. Daher schluger der Königin ttouppcn an. i-;y8 bey Blackwater. An. i;sy brach-te er den Grafen von Esser dahin, daß er mit ihm einen gewissenvertrag angehen mnste. An. 1601 rieff er die Spanier zu hülffe,welche Kingsale einnahmen und mit kriegs. volcke besetzten. Allein,da Charles Blunt, nachmaliger Lord Monlivy, selbigen ort wiederweggenommen, und die Spanier biß aufdas Haupt gesthlagen hal-te, submiktirte sicv Dwen, und wurde durch den Lord Lieutenantoder Königlichen Statthalter zu Jacobs I gebracht. Dieser richte-te eine amnestje auf, und brachte es dahin, baß sie sich ivieber inihre Häuser begaben, und das land daueren, wodurch das König-reich in groß aufnehmen kam. Selbiges wurde alsdann in gewisseGrasschassten eingetheilt, und dabey verordnet, baß jährlich gleich«wie in Engellanb durch gewisse herumreisende Richter recht und ge»rechtigkeit gehanthabt werben solle. Wie nun die Irrländer merck«ten, baß sie hiervon grossen nutzen hatten, und in guter ruhe lebenkontcn, siengen sie an ihre kinder in die schule zu jchicken, und liessmsie Englisch lernen. Nachdem sie aber bis an. 1641 m friede gelebthatten, machten sie einen allgemeinen aufstand, ergriffewanf ih.rer geistlichen anreihen die Waffen, und maffaerirten viel rooo Eng­ lische und Schottische Protestanten, welches durch OljvierCrom«lvrll gerochen wurde, als welcher derselben wohl ic-ooso uinbrin»gen, auch dem Könige von Spanien viel 1000 überließ, mit dembedinge, daß keiner zurück kommen solle. Als König Curvlus Han. i Sücr wiederum auf den thron erhoben worden, erwieß er ihnenviel guadc, setzte viel wieder m ihre guter ein, unv regierte sie diegantze zeit über mit grosser gelmdigkeil. Bey dem anfange von Kö-nig Williams regierung hiengen sie noch mcistentheils dem vertrie-benen Könige Jacobs Han, gestalt sie ihre besten platze wohl besetz-ten , und von Frankreich mächtigen deystand an mannschaffs, wafffen und Munition nebst guten Officierern erhielten; jedoch sind siebinnen; jähren burchgehends zum gehorsimi gebracht und von demgedachten Könige William gar gnädig unb großmüthig tractirtworden. Das Königliche regiment verwaltet heutiges tages derVice-LS welcher vor zeiten Lord Lieutenant, und der Gouverneur,auch der Lord Oepur^ hieß. Dieser hält zu Dublin seine residcntz,und hat mehr gemalt als sonst ein Vice Ktz. In,nassen er das rechtkrieg und friede zu machen hat, und alle obrigkeitcn und befthlsha-der zu ordnen befugt ist. Er hat das recht Ritter zu ichlagen, unddie Missethäter zu begnadigen. Er hat seinen Reichs-Canyler,ReiLs- Schatzmeister und andere vornehme Herren von Buch offen,Grafen , Vicomten und Baronen zu geheimen Räthen, die samtihm von des landes nothdurfft rathschlagen. Gestalt denn Jrrlandeben solche digiutüten wie Engellanb hat. Die regierung ist Mo-narchisch. Den» obgleich auch ein Parlament beruffen wird, hakes doch nicht viel zusagen, sondern oependirtwon des Königs ge-malt. Ihre gesetze haben sie dem Engelländischen Parlamente zudancken. Denn unter Königs Henrici VII regierung ließ EduardPoymng, damaliger Lord Oepury von dem Jrrländischen Parla-mente ,' eine »Äs stellen, krafft deren alle vor dieser zeit in Enge!»land gemachte gesetze und statuten auch in Irrland statt baden undangenommen werden sotten. Aus diesem gründ sind viel anderedinge, so zu der regierung gehören, durch die von dem Lvrd.Lieu»tenant auf deS Königs Verordnung zusammen beruffene Parlamen«te verordnet worden. Unter andern hat das volck krafft eines zu desbesagten Poynings zeiten gemachten ttmmi macht bekommen, zuVerbesserung ihres regiments gewisse gesetze zu machen, jedoch mitdem bedinge, daß solche zuerst an den Engelländischen Hof geschicktwerden, und daselbst von dem Könige bestätigt werden sollen.Malst» dergleichen gesetze, welche insgemein Poyumgs gesetze ge.nenner werden, unter ihnen noch immer im schwänge gehen. DieHauptstadt des gantzen Königreichs ist Dublin , wovon an seinemorte. ES sind '4 Ertz-Bißlbümer darinnen, nemttch Armagh , Du«bIin,Tuam unb Cashel nebst 28 Bißlhümern. Es wird insgemeinvorgegeben, das cvaiigelium sey zu erst durch den Apostel Jacobumm diesem lande gepredigt worden- Die Schottländcr aber gebenvor, daß die insul ihre dekehrnng einer christlichen weids'perfon zudancken habe, welche die Kömgin m dem wahren glauben unter«H theil. Jriiiis richtet