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"Julia , des Kaysers Sevm gemahlin, und Getä mutter. Siewar Baßiani, eines Priesters der sonnen,tochter, in Syrien geboh»ren, und mit einem in diesem land ziemlich üblichen namen Domnagenemiet, welcher ihr auch nachmahlen,da sie schon Kayserm war,auf denen in Asien und Syrien geprägten müntzen ist gegebenworden, da sie auf den Römischen allein Julia kia genennet wird.Sie war des Scptimii Severi andere stau, ehe er noch Kayserwurde, und nahm er sie darum, weil ihr zuvor warverkünbigetworden, daß sie einen Regenten zum gcmahl haben würde, daß eralso dadurch hoffte aiifden thron zu kommen. Als er nun den Kay»serliche» thron bestiegen, hatte sie anfänglich grossen theil mit ander regierung; allein weil sie mit andern zuhielt, begunte er sienachgchends nicht mehr zu achten, dannenhero sie ihren zeitvertreibforrhin bey den studien suchte, welche sie schon vorher in ihrer iu»gcnd fleißig getrieben, wie sie es bann in der Geometrie, Mrolo»gie, Philosophie, auch nicht minder in der redeckunst sehr welksolle gebracht haben. Nach ihres gemahls tobe bemuhete sie sichgar sehr, eine einiqkeit zwischen den beyden brubern Caracalla undGeka zu stifften, vermochte es aber nicht auszurichten, iondern eskam dahin, daß Caracalla Getam in ihrem schoog umbrachte;welches ihr dann um so viel schmerzlicher fallen muste, weilen siedamahlen selbsten in Hoffnung einen endlichen vergleich zu Uifften,den Getan» in den pallast geruffc» hatte. Es wollen einige vorge»den, als habe sie sich nach diesem mit ihrem eigenen lohn Caracallavermählet, nachdem er sie zuvor nackend gesehen, so aber von Tri»stano ivcikiaufftig widerlegt wirß. Sie überlebte ihren lohn Ca»racallam, der zwar verschiedene mahl löste vorgehabt haben,sie umsleben zu bringen; aber solches doch aus forchl den schon vorherdurch den todeGetä wider sich erregten haß noch mehr zu entzünden,nicht thun dörffen.Nach erhaltenem bericht von desselben tob wollesie sich auch selbsten das leben nehmen. Doch wie ihr Macrinus Ca«racallä Nachfolger und der Urheber desselben ermordung alles gutesversprach, wäre sie froh genug länger zu lebe». Allein da sie dasihr» noch gelassene ansehen gebrauchen wolle, eine cmporung unterden soldatcn anzustifftcn, und wie einige versicheren wollen,für sichselbsten nach dem Reich strebte, liesse sie Macrinus aus Anliochiaverweisen, und nabuie selbiger die dißher noch gehabte ausscrlichezeichen der hochheit, wodurch sie dann von neuem den schlich faßtezu sterben, und selbigen durch aushüngcrung bewerckstelligte,entwe«der aus verdruß und vcrzweifflnng, oder weil sie noch ein mchrerSvon Macrino fürs künfftige besorgte, obschon der in der that sich mitder auSschaffung ans Autiochia vergnüget halte. I,b.;
Kepkmsio 8eve,o. /öckksi»«, kill. der Lmpereurz rom.
z. *
Julia / des Kaysers Augusti eintzige tochter, so wegen ihres sie»derllchcn und ehebrecherischen lebeus bekannt. Ihre mutter warScribonia. Nachdem sie Augustus mit grosser sorgfalt erziehenlassen, vcrhcyrathcie er sie erstlich an Marcellum, und hernach anAgrippam, von welchem sie z söhne und 2 lochter bekam , deren»amen folgende waren : Calus Cäsar, Lucius Cäsar ; Agrippa zu«gcuahmet kottkumu;; Julia und Agrippina . Tiderius war ihrdritter genialst, welcher mit ihr ei» kmb zeugte, so sehr jung weg»starb. Weil sie sich gber allem liederlichen wesen ergab,so erzürntesie ihre» vatcr dadurch dermassen, daß er sie in die insul Pandalari»am und hernach in die stadt Rhegium vcrwieß. Ob nun wohlJulia gedachter Massen an Tiberium verhcyralhet war, so hieltsie selbigen doch nicht vor gut, gleich als ob er ihrer nicht würdigwäre; allein da er Kayser worden, wüste er dieses an ihr dermal«se» zu rächen, daß er sie in bllngers'iioth und grossem elend um»kommen ließ. Sonsten hatte es ihr weder an schönheit noch ver»stand gefristet, und war sie sonderlich von guten und lustigen einfal»lcn. in /wgulko Lc ssiber. Ist). 1 snoal. *
Julia/ Agrippä und Julia tochter, hiemit Ailgustl encke/ill.Siewar von einem eben so liederlichen gemüth als ihre mutier, undwurde an Aemilimn Lepidum verheyrathet, welchein sie 2 kindcrgcbahr. Augustus vcrwieß sie an. 9 wegen ihres ehebruchs auf diemsul Trimelum eine der sogenannten Diomedrischen imuln aufder küfte von Apulicn, fo heut zu tag Tremitie heisset, allwo sieauch, nachdem sie 20 jähr im elende gelebet/ dieses zeitliche gelegne»le. Die Kayserin Livia «hielt sie binnen solcher zeit. l,;
Lc 4 snnsl. *
Julianus , der abtrünilige zugenamet, war Julii Constan«tii, so Constantini bst. bruder war, dritter söhn von ocr Basilma,gcbohren an. ;;i. Mardonius, ein verschnittener, „nterwleß ihn zuConstantinopel in der grammatic, und nach diesem Cäsiums Ece»doliiis, ein in der religio» unbeständiger man», in der rede-kunst zuNicomedien; wohin ihn der Kayser zu dem ende geschickt hatte,daß der dasige Bischofs Eufbbius, welcher«», mittler!,eher feite seinVetter war, ihn in aller gottcsfurcht auferziehen mochte. Alleiner ließ sich von Marimo, einem weltweiten mann und zauberer, unddem berühmten redner Libanio, mit welchem er in geheim eine ge-naue frcundschafft pflog, qäntzlich verkehren , dergestalt, daß er dieHeydnüche religio» zu lieben anfieng, ob er sich wohl äusserlich gantzChristlich anstellte; er wurde auch in den geistlichen stand aufge-nommen, so,baß er das amt eines lesers in den kirchem verstimm Um»gen verrichtete. Einige zeit darauf erklärte >bn Constantuis, aufseiner gemaistm Euseblä anhalten, zum «.-ekare, und an. ver»mäblte er sich intt Helena, des Kaysers schwestev Ferner wurde erin Frauckreich geschickt, allwo er die Alcmannier m einer grossenschlackst bey Slraßbucg schlüge, da sieben ibrcr Königen ihre machtzusi,mmen gestossen hatten, aus welchen Cbonobomarms, der allerbauvt war, gefangen zu Constantio geschickt ward; und müßen die-se vöickere sich endlich wieder zurück über den Rhein ziehen, und die
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von Julians vorgeschlagene friedens'vuncten annehmen. Einigevon denselben gierigen auch in die Römische kriegs-bieuste. Vorherhatte er sich bey Sens nur mit dreyzehenlauseub mann einer sehngrossen menge dieser völcker widersetzen muffen, auch sie zuletsi glück»lieh abgetrieben; In welchem allem sich nicht undeutlich merckmliesse,das Constantius aus eyffersucht Julianum gern wolle in der-gleichen gefahr gerathen lassen, und die meiste Generalen und 60mVdneurr,wei 1 sie den sinn des Kaysers wüsten, sich niemahl sonder»lich bemühet, Juliano in dergleichen noth deyzuspringen. Ebendas nun spornte Julianum durch zvrn und Unwillen noch mehr an,nach dem höchsten gewalt im Reich zu streben, und sich Constantiodurchaus gleich zu wachen. Er bediente sich daher» der ersten sichereignenden gelegenheit, und als Constantius an. ;6o wegen demPersischen krieg den kern deren unter Juliano stehenden legwnen zusich in Asien forderte, wüste er beydes die kriegsleute, welche denweiten zug nicht gern vornahmen, als auch die Gallilche Provin»tzen selbst, die stch dadurch denen neuen einfallen der Barbaren bloßgestellet sahen, gar listiglich durch bestimmte lcule anzustifftcn, daßsie ihne in der stadt Pariß, allwo er sich damalen aufhielte, zumAugusto ausrufften.' Er suchte zwar Constantio diese Pillen zu ver»gülden, und gab immer vor,als ods wider seinen willen geschehen;zeigte aber dabey nicht minder, wie er fest beschlossen, die einmalangenommene würde nicht so leichtlich wieder abzulegen. Da»hcro, weil jener die such durchaus nicht billigen wolle, die bcydselll»ge Verbitterung mehr und mehr anwüchse, und letstlich zn einemöffentlichen krieg ausdrach, bey dessen ansang Julianus ohne grossemühe sich mcistcr von Italien , Jllyrien und Griechenland machte,als er die bollschafft von seines gegners tod erhielte, welcher zugrossem glück sowol für Julianum, als das gantze Römische Reich (weilen fönst dessen wacht sich unter diesen 2 feindlichen bäuptercnin der aUergcfährlichsten zeit hätte aufreiben müssen) da.er eben imanziig wider Juiianum begriffen,durch krauckbeit verschieben war.Dieser erklärte sich bald hierauf öffentlich zur Heydnischen religio»,liesse die götzen-tempei eröffnen, führte den abgöttischen gvllesdiciistnebst allen heydnischen ceremomen wieder ein, gab sich den titul ei»nes Priesters, rief alle ketzer von den orten, dabin sie verjaat wor»den, wiederum zurück, setzte die Dvnatisten in Africa wiederum mihre ämter, und suchte also die Christen unter einander zu verhetzen-In Vergebung der ämlcr zog er die heydnischen götzen.diener denChristen vor, hielte auch denen Christen nicht leicht recht, absondcr»lich wo sie mit Heyden zu thun hatten, verbot ihnen öffentlicheschulen zu halten, ließ hingegen Heydnifche schulen anrichten,und bemüheie stch auss äusserste, seine foldalcii, und msonder»heil seine leib-garde, zum abfall von dem Christenthum zu brin-gen ; allein die meisten unter ihnen erwehiten lieber ihre ämter undseine gunst zu verlieren, als vom glauben abtrünnig zu werden.Den Jüden erlaubte er Jerusalem wieder auszubauen, und da er ge»nöthiget wurde, mit den Persianern sich in einen krieg einzulassen,schwur er, daß er gleich nach seiner zurückkimfft die kirche Gottesgäntzlich austilgen wolle; allein da er sich verwegener weife ohneHarnisch unter die feinde wagte, bekam er eine wunde, woran erden 26jun.an. ;6; sterben muste. Theodoretus berichtet, es seyeine gemeine sage gewesen, daß, als er seine wunde gefühlet, ereine Hand voll blut genommen, damit gen Himmel gcsprützet, unddabey diele Worte gelvrochen : viclltt tanclem 6ali>«ee! du hast/0 Galiläer / doch noch überwundenin welcher gottcoiäste»rung er dahin gefahren sey. Die Heyden wollen es den Christenschuld geben, als hatte» sie den Kayser umgebracht, so aber nichtist, sondern er ist von einem Perser getroffen worden. Seinaller hatte er allein auf zr jähr gebracht, und mehr nichtals ein jähr und 8 monathc nach Constantil tod allein reaicret-Seine gemahlt» wäre Helena eine schwestcr des Constautü. DerPylhagorischen Philosophie wäre er sonderlich ergeben, und durch»aus ein gelehrter Herr, und hat unterschiedcne schrifften Hinterlassen,welche zuletzt noch von Ezechiele «Hpanhemio an. 1696 zu Leipzig herausgegeben sind.
vpcraluliuni. obkorvat. Halenst rom. obst y. *
Julianus , ein Gotbiichcr Gräfin Spanien. Dieser, nach»dem er vernommen, baß Roderieus, Kömg in Spanien , seinetochter Cava genvtbzüchtigtt, als er eben in Königlichen verrich»tungen in Africa gcwelen,verbarg er eine Zeitlang den deswegen ge»fasten zvrn- Weil nun die Saracenen gleich damals eine mächtigearmee in Africa hatten, gebrauchte er dieses vorwands, und hieltbey dem Könige um erlaubniß an, in seine Provintz zu gehen, umdaselbst ausgebuchte Saracenen ein wachsames äuge zu haben. AIsihm nun auch hierinnen gewillfahrct worden,gieng er gleich hinübeenach Ccuta, und schrieb von dar an den König einen bricf, in wcl»chem er ihn ersuchte, daß er doch leine tochter hinüber kommen lassscn möchte, „m ihre mutter noch einmal zu sehen; als welche sei-nem vorgeben nach todukranck wäre. Da ihme nun dieses auchverwilliget worden, »nd er dergestalt seine familie in sicherheit ge»bracht, entdeckte er sein vorhaben demMuza/ einem General desCalifs von Damasco, ivelckicr damals in der Barbarey war, undversprach ihm nicht nur alle unter seine Provintz gehörige platze iirseine Hände zu licssern, sondern ihn auch zum Herrn von gantz Sva»im'» zu machen,wofern er ihm einige von seinen lrouppcn überlassenwürde. Darauf gab ihm Mma 12000 mann, mit weichen cr sodann einen theil von Spanien eroberte, und also den Saracenenplatz machte, das gange Königreich unter des Califs bände zu drin»gen. Allein nachdem dieser mann seinen König verrathen hatte,gerieth er bey dem Muza m verdacht, als vflegte er mit den Cbri»stell coriespondenr, lind wurde dabero auf dessen beseht an, 7irenthauptet. cliron. Llissisn. LickcZ.
JuM'