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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Vorrede.

möchte vorbereiten. Denn war! kan jetzt ferner für eine ent»fchuldigung überbleiben , wann sich auch m dem nun furs drit-te mal verfprochcnen Werck gleichwol noch eine ziemliche anzahlnahmhaffter fehler sollte finden ? Wie scharfe rechnung ist mannicht befügt von denen zu fordern, welche andern, die gleichwolnie etwas gar vollständiges von sich verhetstcn, dennoch sogardie geringste Mangel und versehen , welche noch dazu von ,elbi-qen nicht zu erst begangen, sondern nur wie selbige lchon zuLeipzig in das Lexikon' eingebracht waren, sind stehen gelassenworden, also bitter vorrücken dürfen ? Die gefährlichkett der-gleichen gemachten aufhebens wird aus unsern folgenden an-merckunqen dem Herrn Gegner noch besser in die äugen leuchten,obschon sich diefeldige aus dem jetzt gejagten allberelt klar genug

mercken läßt. , . ., , ..

Wie wenig man auch m Bafel von seiner eigenen arbeithält, so kan man doch den Herrn Gegner versichern, daß nuraus durchfchung der zwey ersten bände viele ansehnliche leuthedas urtheil gefället, wie sowol die nahmhaffte anzahl der gantzneuen artickul, als auch die Vermehrung der alten, welchevorhin allzuklein und mager waren, bcneben der gleichwol nochziemlich starcken ausmusterung mehrerer tausend wichtiger, auchguten theils gar noch lächerlicher fehler, endlich wohl einigenbauet von der curiösen welt verdiene. Von dem Herrn Verfech-ter der Leipziger ausgabt ist im gegentheil hiedey nicht ohnegründ geurtheilet worden: Er handle nicht viel billicher, alsder thun würde, welcher sich in den sinn kommen liesse, einengrossen scheffel körner in den fand und staub , oder wol gar inHecken , dornen und nesseln zu verschütten und auszustreuen ;hernach aber , wenn sich jemand gefunden, der solche mit gro-ster angewandter mühe wenigst noch guten theils wieder aufge-lesen und gereiniget, dennoch wider solchen heftig zornen undschelten wollte, daß er nicht gleich im ersten mal alles bis aufsletzte körngen eingebracht und gesäubert hätte.

4.) Für eine vierte anmerckung, über die noch rn dem Histo-rifchen Lexico gelassene Leipziger fehler, mag auch nicht unfüg-lich dienen, die grosse menge derselbigen, und sonderlich , daysolche oft in einem artickul gar zu dichte in einander gestecket sind.In solchen fällen geschiehet es ja fast immer, baß, indem manmit ausbesserung des grösten theils davon beschäfftiget ist, ebenunter solcher arbeit, und weil man die gedancken mit ernst aufandere stücke gewendet, dieser oder jener fehler gar leicht entwi-schen kan. Le Clerc hat biß nicht unfein mit dem verglichen, sosich etwan in einer schlacht zu ereignen pfleget,, da die uderwin.der von allzuvielem todtfchlagen müde, viele fluchtige entrinnenlassen, die ihnen bey einer andern zeit gewißlich nimmer ent-gangen wären. Vielleicht ists auch erlaubt, einen fernern um-stand allhier anzuführen, der allen, so den authorem der mei-sten ausbessert,ngen der alten artickul, nur die Schweitzeri.sehe artickul ausgenommen, kennen , schon ohnedem genug be-wußt ist. Weil nemlich derfelbige bey den ihm oftmals zu-stossenden kranckheiten die Leipziger bögen meistens zu solchenreiten hat lesen müssen, da er nicht im stände war, alfvbalddie feder' anzusetzen, um entweder jeden in acht genommenenfehler auszumustern, oder die nöthig befundene zugaben zuden alten artickuln zu machen, sondern sich nur gewisser an denrand gesetzten zeichen bedienet; so ist es bisweilen, wie leichtzu erachten, geschehen , daß , als er hernach die Hand answerck geleget, einige dieser zeichen übersehen, oder eben durchdie häufig'an den rand geschriebene Verbesserungen anderer ör,1 er ausgelöschet worden find. Man kan dieses falls zrun be-weis anziehen ein paar dntzent neuer fehler der vorigen Leipzigerausgäbe, und zwar allein aus denjenigen artickuln, in wel-chen sonst schon zuvor in dem druck selbsten mehrers war geän-dert worden, und die jetzo der geneigte Leser samt der dazu ge-hörigen ausbesserung annoch unter den druckfehlern antreffenwird. Da solche erst am ende der arbeit, als man alle bezeich-nete artickul durchs gantze Werck in einer zeit von wenig wa-chen , und also mit einem sehr flüchtigen äuge durchlauffen, be-neden der nicht kleinen menge druckfehler, dennoch gefundenworden, soll sich ia unser gelehrte Herr Gegner, noch wohldaraus belehren lassen : daß eben nicht bey jedem übersehenenoder zurück gelassenen fehler eine pure Unmöglichkeit da gewesen,solche gleichfalls zu entdecken und zu ändern.

Bey dieser qelegenheit kan man nicht umhin, noch von einemandern, ziemlich lustigen, fehler, zu gedencken, der in einer sol-cher kranckheiten ist gefunden, auch damals verschiedenen freun-den gezciget worden, von welchem man aber den rechten ortoder artickul, wo er stehet, nicht aufgezeichnet hat, und alsojetzund nicht recht wissen kan, ob solcher würcklich , als manwiederum an die arbeit getreten, verbessert, oder ob er etwanvergessen worden sey; wiewol man sich doch des erstem versichernwill. Der fehler, welcher sonsten, wo man sich dessen genauenvrts und artickuls erinnerte, unter den vorherangezogenen gro-tesques seinen gebührenden platz würde gefunden haben , beste-het darinn, daß in allem ernst gemeldet wird: in den gebür-gen eines gewissen landes mitten in Europa , gebe es viel ca-mcele: nur weil da Moreri cKamois gefetzt hatte, so aber vonchamcau , welches eigentlich ein cameel'bedeutet, noch ziem-lich unterschieden ist, und nur eine czemse heißt. Das istnun auch genug auf die klage wegen der noch in dem HistorischenLexico zurück gelassener fehler.

Die fünfte und letzte Haupt - klage sollte schier keiner neuenantwort bedörfen, weil das gleich vorher angeführte auch für

selbige gelten mag. Es sind nemlich ;u.Bafel Nicht alleHaupt-guellen untersuchet, das ist, die orter der alten oderneuen scribenten , so man in den Leipziger ausgaben unten anjedem artickul citirt halte, oder die auch sonst von den Mate-rien handeln, sind nicht durchgehends aufgeschlagen, und mitdem text der artickul zusammen gehalten worden. Ant-wort. Die Baselische haben dieses so wenig, als die aus-besserung aller und jeder Leipziger fehler, verbrochen; viel-weniger ist es in einer so kurtzen zeit möglich gewesen , etwasdergleichen zu unterfangen. Diß könnte zwar zu adfertlgungauch des letzten vorwurfs schon genug seyn. Allein weil unserHerr Gegner absonderlich in diesem stuck einen gar unrechten be-griff von den fachen zu haben scheinet, und es gleichwol fürdie gelehrte welt zu wünschen ist, daß er darüber gründlichunterrichtet werde, um so mehr, als selbiger ohne zweifel ander nun fürs dritte mal auf eine so feyerliche weise zugesagtenvollkommenen ausbesserung des Historischen Lexici einengrossen antheil haben soll; so wirds wol nicht undienlich seyn,demselben allhier noch einige erläuterungen über diese Materienmitzutheilen.

Selbiger irret also gäntzlich, wann er sich nur einiger Massendie gedancken machet, ob hätte man in Basel sich vorgenom-men , nicht nur was vorher zu Leipzig aus Moreri, Bayle,Hvfmann und andern hergeholet oder übersetzet worden , mitdem text der gemeldten aueborum zu vergleichen ; sondern auchgar alles, oder wenigst dasjenige, so die alte Mythologie, Hi.stocke, Geographie, und dergleichen antrift, in den haupt-guellen aufzusuchen, und nach denselben zu verbessern. Eswäre zwar freylich bey so vielen fehlern von allerhand art, de-ren die zwey vorige ausgaben voll sind, sonderlich das letztere,die vergleichung eines jeden bcrichts mit den Haupt-quellen, anmehrern orten sehr erfprieslich gewesen. Allein derienige mußgewiß dergleichen arbeit wenig verstehen , und niemals im ge-ringsten versuchet haben , welcher sich einbildet, daß solches inso kurtzer zeit geschehen könne. Wo man nur durch einen dervier starcken bände des Lexici alle und jede artickul, so ausHofmann, Pitisco, Bayle und insonderheit aus Moreri vertirtoder vielmehr adgekürtzet sind , mit dieser ihrem text genau woll-te zusammen halten, so würde mehr denn ein jähr dazu erfor-dert. Aber hiemit wäre der fache noch am wenigsten geholffen.Denn weil eben die gemeldten Lexica gar nicht ohne fehler sind;so bliebe dennoch das viel schwerere werck übrig , nemlich beyjedem artickul alle Haupt-quellen selbst aufzusuchen, solche durch-gchends gegen einander zu halten, und alsdenn erst eine rnver-läßige erläuterung von jeder Materie zu geben. Indessen istdiese andere arbeit so beschaffen, daß, wer dieselbige, wie sichsgebühret, vornehmen und ausführen wollte, nicht jetzt für ei-nen jeden aus den vier bänden, sondern sogar für die meistenbuchstabcn, nach welchen die artickul des Lexici eingetheiltsind, gantze jähre müste vonnöthen haben. Wann man unscringelehrten Herrn Gegner meldet, daß auf solchen fall über deneinigen buchstaden A mehr als hundert tausend örter alter undneuer scribenten in allerhand sprachen aufzusuchen, nachzulesen,genau zu erwegen und gegen einander zu halten seyn würden; sosagt man ihm nicht zuviel. Es bedarf hier keines andern bewci-ses , als nur diefes, daß Bayle in die zwanzig und mehr jähremit Verbesserung gewisser nach belieben bey Moreri ausgelesenenartickul zugebracht, und gleichwol nicht den dreißigsten theildes buches durchgangen oder untersuchet hat.

Da dieses also gantz klar am tage lieget, und von keinem, sodergleichen arbeit kennet, mag geläugnct werden ; will manjetzt dem Herrn Gegner die klare bekänntnis thun, womit er sichzwar anfänglich vielleicht kützeln wird; aber welche jedoch dem«selbigen nach einer kleinen erwegung annoch wol einiges grauenerwecken soll, wo er einmal für die zukünftige Leipziger editionwahrhafftig eifert, und in gründlicher Verbesserung der ihmselbst etwa» zugefallenen artickul seinem ge»nachtcn grossenaufheben genug thun will. Als nemlich der eigentlichchie Ver-besserung der schon in dem Lexico befindlichen , sonderlich aberdas alterthum und die allgemeine Historie betreffenden artickulauf sich genommen, wie allbereit genug bekannt ist, sich zu die,scr arbeit nur wenige zeit vor ansang des druckes verstandenhatte, und einmal bey der fachen beschaffcnheit nicht möglichseyn wollte, solches werck auf die vorermeldte art zu treiben,oder über einen artickul nach dem andern die konres aufmichla-gen ; hat man es gezwungener weise wol müssen daraus an-kommen lassen , daß die artickul lediglich mit aufmercksamkcitdurchgelescn, und was da für fehler auszumustern, oder fürVermehrungen hinzu zu thun vorkamen, verbessert und hinzugesetzt wurden. Doch hat man dabey die Haupt - quellen garnicht versäumt, wie es der klare augenschcin einem irden zeigenkan. Denn fürs erste sind einmal die fehler nicht anders alsnach dem begriffe, den man vorlängst in studirung der histo-ricn aus den Haupt - quellen von jedem umstände gcfassct hat,te, ausgebessert worden, auch gleichcrmasscn die zugaben , sobey jedem orte nöthig schienen, meist aus gleich,näßigcr erinne,rung zu machen vor die Hand genommen worden. Allein überdieses und fürs zweyte ist auch anben, in anschung einer ,e-den ausbesserung, wo nian nicht bestens versichert war, wiesich die berichte in dem gründe verhielte», niemals ermangeltworden, zu den Haupt-quellen zu eilen, und jeden umstanvvollkommlich daraus zu erläutern ; wie sowol die fache selbst,als viele svlcheu artickuln beygesetzte genaue cUaiioae5 beut«