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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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Vorrede.

man niemals begehret, dergleichen vorznbrlngen, auch solchein den vorigen bänden gar nicht angemercket. Indessen da esjetzo aus gegebenem anlas beschiehet, hat unser gelehrte HerrGegner dabey Ursache, eines theils andern seiner geschicktenHerren Mitarbeiter, welche dergleichen versehen öfter, als ergemeynct, begangen haben, desto leichter zu verzeihen; aberanderseits der Baselischen fleiß um so weniger zu verschmähen,als welche auf >ede art seiner, wie er sich siattlret hat, neuan-gcmerckter Leipziger fehler alsobald mit gantzen dutzenlen vongleicher gattung dienen können , die sie auch ohne seine erinne-rung angemercket und verbessert haben.

Der erden der runden tafel, welchen der fabelhaffte Kö­ nig Artus in Engelland soll gestiftet haben , wird uns durchein solches versehen der Orden von der güldenen tafel ge-nennet, im arttckul Orden. Der Kayser Julianus aus deinIV. feculo wird an statt Jnstiniani angeführet, und alsonicht allein in das sechste jahrhundert versetzet, sondern auch,da Iulianus ein schlimmer. Heyde und scharfer Verfolger derChristlichen religion gewesen ist, demselbigen gleichwol.dlirchdie gedachte Vermischung der nahmen, ein besonderes gebotüber die gantze Christliche Materie der sogenannten drey Capitelnzugeschrieben, im artickul Petrus, Bischofs' zu Jerusalem .Phidon , der König zu Argos, wird ein seyn Carani genen-uel, da er doch dessen bruder, und zwar älter bcuder gewesenist, im artickul phidon. Herodes der grosse soll nach der ge-fangennehmung Hyrcani durch die Parlher das Jüdische Reichvor seiner frauen Mutter in Rom zu erlangen gesuchet ha,den, an stakt er solches für deren bruder begehren wollen; wiees sich denn mit mehrerm schein und gründe hätte thun lassen,siehe den artickul Herodes. priny Moritz von Oranien kommt vor, da man den printzen Wilhelm von Oranien hat nennen sollen, und wird durch eine folge dieses fehlersPrintz Moritzen ein ehelicher söhn, nemlich der Printz PhilippWilhelm von Oranien, wie auch noch ferner die ehre dergrundlegung zur Niederländischen freyheir beygelegt: dagleichwol Mauritius allezeit unverheurathet geblieben , und imübrigen annoch in der wiege läge , als der gründ zur befreyungder Niederlande vom Spanischen loch durch seinen vatter gelegtward; siehe den artickul Philippus wilhelmus, printzvon Oramen, p->§. 8-7-der Leipziger edition. Marseille , dieberühmte Französische stadt in Provence , soll an. 142;. von Al»phonso, dem damaligen Rönige in portugall, überrumpeltworden seyn, im artickul Marseille ; es ist aber derselbige Allphonsus Rönig in Aragonien , und nicht in portugall ge-wesen. -Ferdtnandus v. wird an. 1549. als ein Röntg vonSpanien gemeldet, da man Larolum V. hat setzen wollen ;in Aeugitane. Dem Terxi soll in dem berühmten gefechte beyThermopylä der tapfere widerstand durch Pelopidam seyn ge-than worden, dieser aber dabey zuletzt sein leben verlohren ha,den. Es ist aber vielmehr Leonidas gewesen; siehe Xerxes.Oesterreich findet sich für Bauern, und heisset dadurch Albertder vierte, ein sehr bekannter Bayerischer Fürst, Albertus IV.von Oesterreich , im artickul Philipp» des aufrichtigen,Pfaltzgrafens bey Rhein , p. 8'2. lin. 2;.

Also ist bruder an statt schwager eingeschlichen; doch dißohne zwessel nicht durch einen blossen schreib - fehler, weil manim Französischen beau-Lcre gefunden hatte; im artickul phi-listus. Denn alldort wird uns Dion von Syracusa , des äl-tern Dionyfii bruder genennet; da in der that Dionysius desDwnis schwester zur ehe gehabt, auch noch ferner Dio selbst ei-ne kochter des Dionyfii geheurathet hatte, welches ihn abernicht mehr zu dieses tyrannen bruder machen kan. Also findenwir zwcymal in zweyen zeilen Meder für Parther , und dißzwar in solche,» ausdrückungen, aus welchen der Leser mchts an,ders urtheilen mag , als daß rur zeit Kaysers Tiberli annoch einMcdisches Reich floriret habe; im artickul Orodes, n. 2.Also hat man uns den fluß Nilus an statt Niger zu verschiede-nen malen dargegeben; siehe sonderlich den artickul pancara.Also haben wir durch eine nicht geringere verwandlung Parma für Antwerpen , Venedig für Genua , und Rom an stattParis bekommen. Das erstere findet sich im artickul des be-rühmten mahlers Martini Vos, allwo jetzt gemelbct wird:der printz von Parma hätte sich meister von der stadt

S arina gemacht, an statt man setzen wollen, von der stadtntwerpen. Das andere im artickul Petrus v. 78;. wo un-ter diesem nahmen die geschichte des verschreyten Pier Luigi Far«nese erzehlet werden; Massen es da heisset: der Graf Ludwigvon Fieschi hätte den bekannten zusammenschwur widerVenedig angestiftet, da es vielmehr der stadt Genua hatgellen sollen. Der dritte ort endlich ist im artickul pincentiusLauro p. 65z. wann der Cardinal Hivpoiytus von Ferrara pastlicher Gesandter zu Rom gehetssen wirb, welcher diesestelle zu Paris vertreten hat.

Allein was wird erst unser gelehrte Herr Censor seiner eigenenLeipziger edition dazu sprechen , wann man ihm den ort ausdem artickul Venedig , die Republick, 9.629. col. 1. voräugen leget ? Da verändert sich ein Römischer triumph-wa-gen in einen triumph-bogen , und muß der so bekannte arcusoder triumph-bogen des Nero, so in einem sehr grossen undmaßiven stemerncn gedäu bestünde, und annoch bestehet, kurtz-um von vier pserde gezogen werden. Der verstoß ist zwar in derthat etwas grösser, als die vorhergehende, und gleichsam eine Ver-mischung verschiedener fehler, zu welchen nothwendig eine allzu-

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geringe erfahrung in der Französischen spräche den ersten anlaSmuß gegeben haben; aber jedoch läuft immer diese irrungdamit unter, und ist gleichsam der gründ aller dieses ortö vor-gebrachten falscher berichte gewesen, daß man die zwey obge-dachte Wörter erstlich zwar nur mit der fcder, allein bald her-nach auch in dem sinn vermenget hat. Moreri hatte da in be-schreiduna der prächtigen kirche von St. Marco gesagt: llu.dessus de Ja principale de ses portes fönt quatre chevaux decuivre dore & dun meine travail, für le modele des quatrequi scrvirent ä larc de triomphe de Neron, victorieux desParthes. Diese Worte sind uns zu Leipzig übersetzet worden:Über der vornehmsten thüre stehen vier Pferde, von über-güldelen ertz , die eben so groß, und von eben solcherarbeit sind, als diejenigen waren, welche lsskeronistriumph-bogen zogen» altz derselbige von dem über dieParkher erhaltenen siege zurück kam. Es wird hier unsermgelehrten Herrn Gegner selbli überlassen, dem üderfttzer des arti,auls Venedig , als welchen er am bcstin kennen muß, den un-terscheid etwas genauer zu zeigen, der zwischen einem Römischentriumph- bogen und triumph-wagekl sich befindet; auch wiedie von Moreri gemelbre pserde gar mchr lebende pserde gewe,sen, oder einigen triumph-wagen wt'ircklich gezogen ; sondernallein von einem künstler also verfertiget, und auf den zu Rom erbauten berühmten areum Neronis gesetzt worden sind. Diefernere erinnerung soll dabey gleichfalls gar fürlräglich seyn, daßes nicht allezeit, noch für iederman, sicher fty, wegen besieis-snng mehrerer zierlichkeit in der rede, sich von der genatien aus-drücknng des originals zu entfernen. Denn weil man einmalzu Leipzig die Worte: victorieux des Parthes , etwas weitläufli-ger und mit einiger crläutcrung hat übersetzen wollen, anbeyaber die rechte beschaffenheit der geschichte nicht inne gehabt, istman an diesem orte in einen neuen fehler gefallen. Einmal magder Herr Gegner sicherlich darauf zehlen, daß Nero für seinepersvn bey etlich hundert Meilen nie zu den Parthischen grentzengenahet sey. Sondern er hat allein, wie auch von andern Rö-mischen Kaysern in gleichem fall gar oft geschehen, sich dieehre des triumphs von dem Rath zuerkennen , und sonder-lich den berühmten triumph - bogen setzen lassen; nur weilseine Generalen wider das gemelbte volck glücklich gewesenwaren.

Indessen ist unser gelehrte Herr Gegner mit den gedachten,und nun zu dessen begnügen untersuchten fünf fehlerhafften Über-setzungen alis der Französischen spräche schon am ende alles bestsen, so er von dieser art noch hat antreffen können , welchesvormals in Leipzig zur ungebühr in das Lexieon eingebracht,von den Baselifchen hingegen gleichwol nicht, wie so viele hun-dert andere irrungen gleicher gattung, aber die in der that vonweit grösserer Wichtigkeit waren, ausgemustert worden. Wolan.Gefallt es ihm denn, daß diese den, obwvl eben mit schlechtengründ, vvrgeworffenen Mangel dennoch sehr reichlich ersetzen?Will er, ehe man zu seinen weiter» gelehrten vorwülffen schrei-tet , d' über diejenige proben und Muster , welche schon ,n derersten vorrede angebracht worden sind, nun auch aus gegenwär-tigen zwey letztern theilen viele neue fehler wider das Französi-sche gezeiget werden, welche von etwas mehrerer Wichtigkeitsind, als wo sein Leipziger Herr Mitarbeiter Pfeile an statt-cher gesetzet hat, und die nun in Basel , auch ohne Moreri undBayle durch jeden artickul mit dem Teutschen tert zu vemlei-chen, dennoch sind entdecket und ausgebessert worden? Viel-leicht enthebte man jetzt die Baselische nicht ungern von dieserbemühung. Allein weil es der Herr Gegner selbst bis hieher ge-bracht , auch sich der ort treflich wohl schicket, und letztlich meh-rere Leser wegen einiges dabey vormals befundenen Nutzens,solches also verlangen , wird er noch für einige augcnblicke ge-dult haben.

In dem artickul von derjenigen stadt Laodicea , so in Sy­ rien unten am berge Libano gestanden, wird auch unter an»denn ziemlich weilläuftig von dem bekannten LaodicentschenConeilio und desselben schlüssen gehandelt. Nun lausten dasonsten auch unterschiedliche fehler sowol wider die ktrchen - ge-schichte ein , als in dem, daß diese ktrchen-versammlung selb«sten gar unrecht in diese Syrische stadt gesetzet wird ; an stattsolche vielmehr zu dem Laodicea in der sogenannten Phrygia Pa-catiana gehöret?, bey welchem orte würckltch noch in der Leipzi-ger ausgäbe davon Meldung geschiehet, gerade als wäre es umein gantz anderes Concilium zu thun. Doch wie solches allesmit den fehler» gegen die Französische spräche noch keine gemein-schafft hat, so lässet man es hier gerne vorbey gehen, nachdemes allberett in dem artickul selbst verbessert worden ist. Alleinwie wird jetzt der bericht von den Canonibus oder schlüssen diesesConcilii aus dem Moreri übersetzet 7 Bey diesem stunden dieWorte: Nous avons les Canons de ce Concile en Grec, avec latraduction Latine de Gentien Hervet, Interpretation de Denys,dit le Petit, & celle de la collection dIfidore Mercator. Dasheisset in der Leipziger ausgäbe: Man hat die Canones diesesConcilii in Griechischer spräche, nebst Gentiant HervettLateinischer Übersetzung, Dionysii des kleinern ausle-aung, und Jsidorl Mercatorig collectione. Hier mußdenn die dollmelfchung des bekannten Dionyfii Exigui , als wel-cher die Canones Laodicenos , eben wie alle andere fchlüsse derGriechischen Conciliorum , lediglich nach seiner art vertiret hat,für eine auslegung derselbige»: sodenn, welches noch von meh,Mer Wichtigkeit, das gleiche, aber in ansehung der zeit, etwas

c weiter,