gehören. Es sind diejenigen, welche durch unrichtige zusam.tnenhangung der peeiodorum begangen werden, so daß derLeser daraus fast nothwendig einen gantz falschen begriff vonden fachen selbst fasse» muß; wie denn solche auch in der thatmehrentheils eine klare anzeigung gebe», daß der Verfasser fürsich die geschichte oder Materie, von der da gehandelt wird,nicht genug innegehabt. Die Leipziger Übersetzungen aus Mo-reri geben nicht weniger muster und exempel von dieser art andie Hand. Wir wollen uns aber nur mit einem vergnügen. Imartickul Mercöur wird geineldet: die Herrschaffl diesesnahmens wäre unter Carolo dem Heryoge von Bour-bon und Lonnetable in Franckreich der Crone einverlei-bet worden. Doch als Franciscus I. zur regierungkommen, hätte er solche nebst seiner mutter an den Her.wog Antonimn von Lothringen abgetreten. Wer wur-de nicht aus diesen Worten schliessen, Mercöur sey dem gemeld-ten Carolo von Bourbon genommen, und für die Crone con-fiscirt worden, eine gute weile zuvor, ehe noch Franciscus I.König ward ? Es ist nicht zu zweifeln, daß sich der Herr Ver-fasser selbst dergleichen muthmassung gemachet habe; und dochist dieses aus dem gründe falsch , und läuft wider eine der be-kanntesten geschichte des sechzehenden jahrhunderts. Denn werweiß nicht, daß Carl von Bourbon, Connetable in Franck-reich , sein heimliches Verständnis mit dem Kayser Carolo V.eben wider Franciscum I. angesponnen , und als er sich deswe-gen in gefahr achtete, zu dem erstem übergegangen; deswe-gen aber alle seine güther und Herrschahlen in Franckretch,worunter denn auch Mercöur war, seyen eingezogen worden ?Morert hatte die fache nur mit zwey Worten berührt, als die ervon sechsten klar und bekannt genug achtete; wiewol er dennochseinen Leser beneben auf den artickul des Charles de Bourbon verweiset: Les biens de ce Seigneur retournerent a la Cou-ronne, comme je le dis ailleurs. Le Roi Francois ]. &Louise de Savoie sa mere cederent Mercoeur ä Antoine Ducde Lorraine. Der Herr Übersetzer, ohne die fache sonsten zuwissen, noch den andern ort des authoris nachzuschlagen,hat unter den Worten mehr verstehen wollen, als Moreri ge-sagt , auch anbey vermeynt, die erzehlung netter zu machen.Allein darüber ist uns die geschichte oder fache selbst gar übelverdorben worden.
18.) Wie gerne man auch entübriget seyn möchte, sich mitsolchen sprach-klcinigkeiten zu schleppest, so ziehet uns doch un.ser gelehrte Herr Gegner immerzu wieder dahin z als welchereinmal ihm vorgenommen hat, sein heyl hauptsächlich in die-sem stücke zu suchen, und wenigst dadurch an den Baselern,welche ihm so viele schändliche fehler der Leipziger augagen ge-zeigct, mache zu üben. So gar ein druck - fehler, welchergantz leicht zu mcrcken ist , und von vielen Lesern bey erstem an-blick der Worte erkannt und verbessert worden , muß jetzt dieMaterie zu einem neuen vvrwurf darliefern. In Alexan-der III. p. in. col. I. lin. 75. spricht der Herr Gegner:sind die worte nicht Teutsch, unter vorwendung desRönigs Darii geleisteten eydes, das ist, des eydes, dener dem Röntg Harro geleistet hatte. Diß ist freylich wahr.Aber wie hat doch ein jo fürtrcflicher kenner in der Teutschenspräche nicht gleich gesehen, daß der angezogene ort nothwendigin der druckerey verderbet seyn müsse ? Der qantze Periodus istfolgender : Als der Jüdische Hohepriester Iaddus aufzuschreiben Alerandrr sich nicht bequemen, noch zur be-lagerungTyri die begehrte hülffe leisten wollte, untervorwendung des Rönigs Darii geleisteten eydes. Wermcrcket nichssgleich, daß man hier lesen solle: unter vorwen-düng des König Dario, oder des dem König Dario ge-leisteten eydes. Ein setzer der druckerey , oder auch wol einCorrector , als welche ihre aufmercksamkeit fast nothwendigerweise nur auf die gleich beysammen stehende Wörter zu richtenpflegen, und selten an den gantzen zujammenhang eines Periodidencken ; die können sich an dergleichen orte durch das Prono-men des noch wol verführen lassen, daß sie vermeynen, eingleich darauf folgendes substantivum minie dazu gehören, undalso auch davon regieret werden. Aber der den Periodum selbstauffetzet, und also seine gedancken nicht gleichsam in jede zeileabsonderlich cinschrancket, sondern auf die gantze rede wendet,welche er formiren will; der wird ja eine so zweydeutige undungewöhnliche ausdrückung : unter vorwendung des Kö-nigs Darii geleisteten eydes, nimmermehr dieser leichtenund natürlichen rede vorziehen: unter vorwendung des Kö-nig Dario, oder des dem König Dario geleisteten ey-des. Es ist sonsten dem Herrn Gegner schon genug angedeu-tet worden, wie man sich in Basel mit der kunst gar pcrfect zuschreiben nicht allzu groß düncke. Aber so viel darf man nochwol glauben ; daß, wer nur wenige der zugaben zu den altenartickiiln von gleicher Hand, welche die Vermehrung in Alexan-der III. aufgesetzt, mit einigem bedacht gelefen, wenigstensdie folgende zwey stücke unfehlbar erkennen werde: i.) Daßder Verfasser solche constructiones per Participium , wie dieseist: unter vorwendung des dem König Dario, oder nur,des König Dario, geleisteten eydes, sehr oft gebrauche,wie solche oenn auch den Herren Leipzigern, wegen ihrer son-derbaren bequemlichkeit gantz gemein sind; und 2.) selbigerwisse hingegen wenigst noch in so fern deutlich zu schreiben,daß ihm die falsche und fehlerhaffle auSdrückung , so nun indem texte stehet, nicht so leichtlich müsse aufgebürdet werden.
Damit aber der Herr Gegner jetzt noch klarer sehe, wie et-wa» die druckereyen irren mögen, und beydes setzer und Lot-,rectores einander oft helffcn einen .sooft Nicht schlimmen Perio-de™. zu verderben, auch daß man in Leipzig dergleichen zufäl-ligketten eben sowol untcrworffen sey , als zu Basel ; so willman ihm über alle schon droben angeführte muster der Lcipzi-zerdrück -fehler anietzo nur noch einen anziehen , welcher mitdem Basetischen diese gleichheil hat, daß ebenfalls die setzerund Correctores der druckereyen daran theil zu tragen scheinen,da jolcher im übrigen eine weit grössere Verwirrung verursachet,als jener Baselrsche nimmermehr thun kan. Im artickul Oro-des n. i. sinden wir diese worte: A. R. 701. schlug er ( Oro-M) M. Crassum, und sein söhn publius vekam dieRömische sahnen, nebst vielen gefangenen. W>e wun-derbar klinget es , wann eimm söhne des Parthifchen Königsder Römische vornähme Publius ohne andere benennunq bey-geleget wird 1 Und wie seltsam »st ferner die austheilung des sie-ges zwischen den beyden,, da der erstere den Römischen FeltLHerrn M. Lrassum schlagt; der andere aber die sahnender geschlagenen nebst vielen gefangenen bekommt; ge-rade als wann die sahnen und gefangene bey einer andrrn hege-benhnt, denn in M. Craßi Niederlage, in der Parthcr Händegefallen waren. Um den Leser nicht länger aufzuhalten, sokommt alle Verwirrung, wie groß auch bieselbige ist, lediglichvon einem druck - fehler her, und mag man fast nicht zweifeln,daß der Verfasser an statt der erzchlten worte sich vielmehr derfolgenden gebraucht habe: Erschlug M. Crassum und sei-nen söhn publium, bekam auch die Römischen sahnennebst vielen gefangenen. Doch wie die Veränderung zu-gleich in mehrern Wörtern ist gemache! worden, um den fal-schen verstand heraus zu bringen; so glaubet man billig , esdar», eben wie bey dem Baselischen, der jedennochsonsten weit kleiner ist , zugleich setzer und Corrector etwas bey-getragen haben.
Der neunzehende vvrwurf ist von einer gantz neuen art. JaAmadeus vm. soll die Veränderung in blossen Wortenbestehen; da doch gleichwol der artickul denen dcyge-zehler wird, die man will vermehret haben. Hier mußfurs erste ctwaS seyn verschrieben worden, weil der angeführteartickul mehr als um den dritten theil, und zwar mit gar wich-tigen umständen vermehret, auch anbey von einigen fehlern ge-säubert ist. Doch man will dem Herrn Gegner noch gerne selbsthelffen, und erinnert derowegen , es mochte wol für Ama-deum vm. haben stehen sollen : Amadeus VI . Doch hatder Herr Gegner auch bey diesem in der that kein recht, einigeklage zu machen. Die Veränderung , so man bey dem letztemartickul vorgenommen, bestehet zwar nur darinn, daß, wo inder Leipziger ausgäbe der von Amadeo VI. angerichtete Ritter-orden , der ord en der Verkündigung heissek, zu Bafel ge-setzct worden ist : der Ritter-orden des Rosen - krantzes,oder deüa Annonciata, wie man denselben hernach genen-net. Nun begehret man diese anmerckung gar nicht grosser zumachen, als sie ist. Doch sind bey solcher diese zwey stücke gewiß,i.) Daß die Leipziger benennung einen fehler gegen die zeit-rechnung mit sich gebracht hat, und in so weil gar falsch gewe-sen ; weil einmal der Hertzog Amadeus VI. an den nahmender Verkündigung oder dell'Annonciata niemals gedacht, sol-cher nähme auch nicht eher als an. i;i8. das ist, 146. jährnach der anfänglichen stiflung des ordens, und ererst bey dej-sen erneuerung durch den Savoyischen Hertzog Carolum III.aufgekommen ist. 2.) Daß der artickul ftlbst in wenig zeilenbestehe, und also noch wohl eine solche Proportion, zwischender nur in wenig Worten verfaßten ausbesserung, wo diese son-derlich einen unläugbaren fehler wegnimmt» und zwischen demso kleinen artickul sich befinde, wegen deren sich einiges zeichender gemachten ausbesserung beyfügen lasse.
Im übrigen will man sich dieser gelegenheit gerne bedienen,den Herrn Gegner ein für alle mal zu versichern , wie die Ver-fasser der Baseiischen zugaben nicht allein sehr gewünschet, son-dern auch auf alle weise getrachtet haben, ihre arbeit von an-derer durchaus zu unterscheiden und abzusondern. Allein dadie fache nach vieler angewandten mühe hauptsächlich aus derUrsache unmöglich fiele, weil die gedachte Vermehrungen mei-stentheils mitten in die alte, das ist , schon zuvor in dem Le-xico befindliche berichte, ja noch gar mitten in manche Perio-de» einliefen, und oft ein einzeler artickul wol an fünf, sechs,etwa« auch zehen und mehr orten verändert werden muste; sohat man sich wenigst diese besondere Pflicht gemacht, gleich inder ersten vorrede p. ;i. davon erinnernng zu thuU, und denLeser selbst ersuchet, beyde ausgaben über die am ende bezeich-nete örter zu vergleichen; nur danul aller schalten des arg-wohns vermeidet würde, ob wollte man sich fremde arbeitzuschreiben.
Ungeachtet man auch von dem erst angedeuteten vorhaben,die neue Vermehrungen in kleine höckletn öder parenthescs ein-zufassen , nochwendrg hat müssen anstehen ; ist gleichwol nochvon zeit zu zect ein versuch damit geschehen, so oft man zuweitläustigen artickuln gelanget ist, allwv die zugaben, ob-schon sie an sich ftlbst noch wohl nöthig schienen, dennoch inanfehung des übrigen berichts eben nicht von besonderer grossewaren. Der geneigte Leser wird sich also eben dieses zur erin-nerung dienen lassen, wann er zu mehrmalen bey grösser« ar-tickuln dergleichen zeichen autrift, aber auch zugleich die Der.