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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Ea , eine provintz des Afticani-schen Königreichs Marocco , wel-che gegen osten an den fluß Eci-felmeli , gegen süden an das At-lantische gedürge, gegen nordennnd Westen an die offenbare seeflösset. Das land ist gebürgichtund voller holtz, dabey aber mitvielen anmuthigen flössen bewäs-sert, und würde ohne Zweifel allebequemlichkeiien des menschli-chen lebens haben, wofern dieeinwohner fleißiger und arbeitsa-mer wären. Allein so haben sie weder flachs, Hanf noch körn,sondern allein gerste. Wachs und docks-leder sind ihre vornehm-ste waaren, imnassen das land eine grosse menge von dienen undziegen hat, aus deren festen sie das Maroquinische ledcr machen.Sie bauen weder Weinberg noch gärten, ob sie gleich in den Thä-lern wegen den durchflieflenden quellen und flüssen die schönstegelegenheit darzu haben. Auch pflantzen sie keine öl-bäume.Man findet allhier eine art eines dornichten baumS, Erqucn ge-nannt , welcher eine frucht träget, die vhngefehr so groß unddick, wie eine apricose, und an sich selbst nichts mehr, als einstein ist, mit emer haut bedeckt, und wenn sie reif ist, bey dernacht wie ein stern gläntzet. Aus deren kern wird ein öl ge-macht , welches das einzige öl ist, dessen sich die einwohner ge-brauchen , ob es wol keinen annehmlichen geschmack hat. Inihren wäldern giebt es sehr viel Hirsche, bären und haasen. Dieeinwohner sind Mahometaner, verstehen aber von ihrer reli-gion eben so wenig, als von allen andern künsten und wissen-schafften, so, daß auch selbst die Lehrer ihres gesetzes kaum lesenkönnen. Wenn sie kranck sind, curiren sie sich durch nichts an-ders , als durch gute diät und durch wärme, indem sie wederMedicos noch Apöthecker und Wund-Aertzte haben, ausgenom-men einige Barbicrer, deren sie sich zum bart-putzen und zur be-schneidung ihrer kinder bedienen. Ihre jungen pursche lassensich das haar und den hart so lange abscheeren, bis sie freyen.Alsden» lassen sie den bart wachsen nebst einer Haar-locke aufdem köpfe, um dadurch erkennen zu geben, daß sie rechte Ma-hometaner sind. Ihre speise ist ein drey von gersten - mehl,welchen sie mit den fingern aufder erde ohne tisch-tuch oder fer-vietten essen, sintemal ihnen ihr gesctz keine löffel zuläßt. Zumessen brauchen sie allein die rechte Hand, mit der lincken aberwaschen sie sich vor dem geböte. Wenn sie die Hände waschen,so trocknen sie dicselbigcn nicht ab, sondern hallen sie so langein die luft, bis sie trocken werden. Leinen zeug ist bey ihnen sorar, daß keine andere als nur vornehme leuthe hemder tra-gen. Sie haben zwar wenig und gantz kleine pferde, es lauf-fen aber selbige überaus schnell, und klettern auf die berge wiedie ziegen, ob sie wol nicht beschlagen sind. Sie pflügen mit«sein, weil sie weder maul-esel noch ochsen haben. Sie hassenfich untereinander aufs bitterste, sind aber nichts destowenigergegen die fremden so leuthselig, baß an einigen orten die vor-nehmsten unter fich looscn, wer selbige aufnehmen nnd tractirensolle. Ihre waffen sind oder 4. wurf-pfeile nebst kruminendvlcben, die einer sichel ähnlich sind. Sie gebrauchen sich auchder schleudern und arm-brüste. Die vornehmsten Plätze dieserprovintz sind Tednesta, Tcculeth, Tefethna, rc. Marmol.lib. III. Heylin,

Hea»,, eine stadt in dem Indianischen Königreiche Tonquin,ein dem flusse Rockbo, etivan 80. stunden von der see, ist eineconsidcrabie obgleich nicht bevesiigte stadt, hat bey 2000. Häuser,aber meist arme einwohner. Der Gouverneur dieser provintz hathier seinen sitz. Die Franzosen haben allhier ein Comtoir und ei.nett Blschoff. DMnpier, voyage tom. III. c. I.

Hrstor. Lexicon iy. Theil,

* Headon, war vor Zeiten eine wichtige handelS-stadt in derEnglischen provintz Porck, wo der Humber-fiuß ins meer fällt,bey dem vorgebürge Holbernesse oder Ocillum. Die nahe gele-gene stadt Hüll hat zu ihrem verfall gar viel beygetragen, alswelche die Handlung an sich gezogen hat. Der Hafen ist ge«sperret und unbrauchbar gemacht worden, so daß man sehr we-nig kennzeichen der vorigen pracht mehr sehen kan. Daß aberdiese stadt vvlckreich gewesen seyn müsse, kan man darausschliesset!, weil man noch die merckmahle zweyer kirchen findet,da sie anjetzo nur eine hat, nemlich St. Augustini, in welcherman die gemahlde eines Königes und Bischoffs sehen kan. Imjähr 1656. ist ein grosser theil der stadt im rauch aufgegan-gen , und etliche jähre darnach haben unterschiedliche Häusereben dergleichen unglück erfahren müssen. Nach der zeit aberist alles und zwar viel vortreflicher wieder aufgebauet worden,und die bürger haben an reichlhum sehr zugenommen, wel.ches man vornemlich den vielen märckten, die ihnen verstattetworden, zuschreiben muß. Die einwohner erzehlen, daß dieDänen diese stadt zerstöret, wte denn auch daselbst ein um«zäuntes seid ist, welches Danes Field oder der Dänen feld ge«nennet wird. Camdeni Brit. p. 7;y. 747.

*Hearne, (Thomas) ein berühmter Engelländer, war an.1678. gebohren, und legte den gründ feiner studien zu Ox­ ford , woselbst er auch nach der Hand lebte, und nebst der wür-de eines Magistri unterschiedene dedienungen erhielt. Als Wil-helmus III. den Königlichen thron bestiegen, verfertigte er ei-ne schrift zu Vertheidigung derer, welche diesem Printzen deneyd der treue geleistet; ließ aber dieselbe nicht drucken, undwar nachgehends selbst einer der eigensinnigsten, so sich des ey-des geweigert, weswegen ihm auch einige ämter, die er beyder Universität halte, genommen wurden. Er suchte mit ei-nem ausserordentlichen fleiß alle in die Historie, besonders aberin die Kirchen-historie und Litteratur gehörige denckmahle undUrkunden auf, und stellte davon eine grosse anzahl in seinenschriften an das licht, wodurch er sich auch ein ziemliches ver-mögen erwarb; wiewol er dem ungeachtet immer sehr karg,und in seiner lebenS-art etwas schmutzig gewesen. Sein toderfolgte den ai. jun. an. 17^. im 57. jähre seines alters.Die schriften , welche man durch seinen fleiß erhalten, sind:Plinii Epistola: & Panegyricus ; Justini Historice; Livii Histo-riae in VI. voluminibus; Eutropius cum Paeanii Metaphraiialiisque; Acta Apostolorum Gneco-Latine, cum Symbolo Apo-stolico, ex antiquo Codice; Henrici Dodwelli de Parma Eque-ftii ; Joh. Lelandi de Rebus Britannicis Collectanea, in sechsbänden ; Camdeni Annales Elisabeths ; Alvredi BeverlecensisAnnales Regum Anglias; Chronicon Henrici de Blancford ;"Wilhelm. Neubrigensis Hist. seu Chronica Rerum Anglicarum,in drey bänden ; Monachi Malmesburieniis Vita Eduardi II.Will. Ropers Vita Thomas Mori; Titi Livii (eines Pseudo-nymi) Foropilieniis Vita Henrici V. Reg. Anglorum; Th.Caji Vindiciae Antiquitatis Acad. Oxoniensis; Jo. Caji Vindi-cis Antiquit. Acad. Cantabrigiensis; Th. Sprotti Chronica;Henningi Chartularium Ecclesia: Wigorniensis , in zwey bän-den ; Joh. Glastoniensis Chronica; Joh. de Fordun, Scoti ,Chronicon genuinum, inV. volum. Roberti dAvesbury Hist.Eduardi III. cum Joannis Joscelini libris Saxonicis; TextusRoffensis ; Historia Vitae & Regni Richardi II. Angi is Regis ;Benedicti Abbatis Petroburgensis Hist. de Vita & Gestis Hen-rici II. & Richardi I.; John Troberiowe Annales Eduardi II.Liber niger Scacarii e Wilhelmi Worcestrii annalibus rerumAnglicarum, in zwey bänden ; Adam! de Domersham Hist. deRebus gestis Glastoniensibus in II. tomis; Chronicon seu An-nales Prioratus de Dunstaple , in zwey bänden ; Duo rerumAnglicarum vet. Scriptores, Thom. Otterburne & Jo. Wetham-stede in II. tom. Walth. Hemminford. Hist. Eduardi I. II, &

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