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HECATOMPHONIA, ein fest bey den Messeniern,rum andencken des über die Laccdamomer erhaltenen „eges, daienentqe, welcher hundert feinde umgebracht, dem Jov, einenlebendigen menschen aufopferte. Es ist etwas sonderbares, daßAristomenes der Messenier solches opfer zum dritten mal verrich-tet. ( Siehe Aristomenes.) Pausanias , in Messen. Vulgen-tius , de prisco sermone. *
HECATOMPYLI , ist ein nähme, welcher der stadt The-bä in Egvpten beygeleget wurde. Den nahmen bekam sie da-her, weil sic hundert Pforten gehabt haben soll. Polybius, lib. X.c. 23. Curtius, lib. VI. c. 2. Cellarii geogr. antiqu. tom. II.lib. III. c. 20.
Hechen, der vierzchende Calife oder Nachfolger des Maho-mcls, ein söhn Jezid und Gelid, fieng an. 748. an zu regieren,er war aber kaum auf den thron gekommen, als die Sarace-nen den Gouverneur von Egypren Marvan zu ihrem Califenerwehlten. Dieses verursachte grosse »„ruhen , indem die ausSyrien dem Hechen zugethan waren , die aus Egypten undArabien aber dem Marvan. Dieser machte mit Kayser Coiu-stantino einen stillstand, und versprach ihm alle jähr 300000.Byzantinische gold-güldcn zu zahlen, 300. Pferde und 3°°. stla-ven zu liefern, auch alles dasjenige wieder zu schaffen, was dieAraber in Thracien erobern würden, da hingegen ihm der Kay-ser zu hülffe kommen sollte, welches auch geschahe, und durchdessen Vermittelung erhielt Marvan den sieg wider Hechen, wor-auf er denselbigen mit seinen kindern und allen denjenigen, sovon dem hause Goalid waren, vor denen er sich ctwan zu fürch-ten hatte, umbrachte. Marmol. Africa lib. II.
Hechingcn, die residentz-stadt des Fürsten von Hohenzollern ,Hechingischer linie, ohnweit des fchlosses Hohenzollern unddes fluffes Startzel, vier stunden von Tübingen gelegen, hatden nahmen von Hachingo, Hertzogein Schwaben bekommen,der ein groß-groß-vatter Thessalonis, des ersten Grafen vonZollern mütterlicher feite gewesen , und diesen ort nach seinemnahmen erbauet, weswegen man auch besser Hächingen als He-chingen schreibet. Das Fürstliche schloß ist in der stadt garwohl angelegt, wobey ein feiner garten zu sehen. PregizersTeutscher Regenten-spiegel, cap. 6. Blondellus, in geneal. Franc,praes. Apol. Meriani topograph. Suevfo voce Hechingm.
* Hecht , (Gottfried) ein Schulmann, gebohren zu Aü-terbock an. 1683. den 12. sept. studirte zu Wittenberg , hortesonderlich Schurtzfleischen fleißig, und wurde an. 1711. Rectorzu Luckau in der Nieder-Lgusitz,und starb den 23. dec. an.1720.Er hatte sich vornemlich auf die Historie der mittlern zeiten gele-get, schrieb gut Latein, und verfertigte Vitam Tenzelii, Wit-tcnberg 1707. in 4. ib. 1717. in 8. Germaniam saeram & lit-teratam, Wittenberg 1717* in 8. eine Reformations - Historie,so er ohne vorsetzung seines nahmens heraus gegeben; Disserta-tiones II. deGerone 1. Lusatfo Marchione, Wittenberg 1720.ib. 1717. in 8. de Statu Religionis inMisnia sub Georgio Bar-bato & Henrico Pio, Wittenberg 1711. de Henrici Guelfi,Bojoarfo & Saxoni* Ducis , Insignibus Gentilitiis, unde Leo-nis elogium tulit, Wittenb. 1715. in 4. de “Wicmanno An-tistite Magdeburgico , ib. 1710. in 4. Dissertationes und Pro-grammata , ließ auch verschiedene Observationes in die Mi-scellanea Lipsienfia drucke».
Hechthausen , eine von den ältesten adelichen familien inPommern . Joachim war im XVI. foculo Hauptmann zuGlbitz, welche charge auch sein söhn Hans zu Marienfließ be-sessen. Zu ansang des XVII. foculi war Carsten PommerischerOberster, und dejsen söhn Claus Chur-Brandenburgischer Ritt-meister. Micraiii Pommerl. lib. VI.
* Heckei, (Joh. Friedrich) gebürtig von Glaucha imOsterlande, war erstlich Rector zu Reichenbach im Vvigtlande,und nachgehends Sub-Rector zu Rudclstadt; danckte aber frey-willig ab, und lebte ohne bedienung zu Plauen und Oelsnitz,allwö er auch gegen das ende des XVII. foculi gestorben. Erhat Manipulum Epistolarum singularium, Dreßden 1698.1« 8.Epistolam ad Magnum Etrurfo Ducem ; de Annulis Veterumsignatoriis, Rudelstadt 1687. in 4. de duobus Nummis aureisConstantini Magni, Leipzig 1693. in 4. Donatum Moraliza-tum ; Diss. -de Poetarum Coronis; de Osculis ; de» AufvN.Pvpmam de Disserentiis Verborum & Rerum, und anderemehr heraus gegedkn.
* Hecker, (Cvnstantin. Gabriel) ein Astronomus, waran. 1670. den 9. aug. zu Dantzig gebohren, und wurde daselbstin das Collegium Scabinale genommen, nachdem er viele frem-de lander besehen hatte. Er starb an. 1721. den 12. novembr.plötzlich in einer gesellschafft guter freunde, und hinterließ unterden: nahmen Apogäi und Uranvphili Ephemerides Astronomi*cas, w,e auch viele andere Observationes , darunter sind : De-scriptio Micrömetri Heveliani, 1708. davon auch einige in dettActis Eruditorum und Miscellaneis Berolinensibus stehen.Kraus. nov. litt. 1722. p. 24. seq.
Hcckstädt, eine kleine stadt nebst einem schlösse an der Wip-xcr, in der Grafschafft Mannsfeld gelegen, gehörte ehemalsdem Stift Halbcrstadt, wurde aber an. 1439. bey dem dama-ligen kriege von Churfürst Friedrich zu Sachsen erobert, undden Grafen zu Mannsfcld tu lehn gegeben. Die Vorstadt wirdwegen der daselbst befindlichen kupfcr-dcrgwercke Rupferberggenennct. Gpangenbergs Mannsfeld. thron, preußischetztaats-geogvaphie.
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Aeda , ist ein hoher bcrq in Jßland, in dem mittelländi-sch^ theile stlL inL gegen H Bischöffliche stadt Scalholt,welcher gleich dem Vesuvio bey Neapolts und dem berge Aetna in Sicilren schreckliche feuer-fiammen mit so meler schwachenasche und bimssteinen ausspeyet, daß die sonne davon verdun-kelt, und das land in die sechs wellen herum verwüstet wird,wovon das abergläubische volckeden die meynuna der emwoh-ner um den berg Aetna hat, daß nemlich die Hölle daruntersey. Es giebt auch daselbst viel warme bader, auf welchenschwesel schwimmet, wie auch der berg bisweilen wasser aus-speyet. Unterschiedliche leuthe, welche es gewagt haben, na-he hinzu zu gehen, und sich der fache recht zu erkundigen,sind von dem berge verschlungen worden. Dnhmarusnies-kenius. Daniel Fabrkius. Arngrimus Jonas &c. in descr.TslQnH Va-renius . in eeoar. Lener. Becmami not. orb. ter-
rar. cap. 7.
* Hecquetius , (Adrian.) ein Carmelit von Arras in demxvi.foculo, ward Doctor Iheologfo zu Cöln , legte sich aufdie Poesie , und schrieb : Homilias in Evangeha Quadragesi-malia, Paris 1570. in 8. Sermones in Evangeha & EpiltolasDominicales; Peripetasma Argumentorum inlignium de lm-mortalitate aetemaque Felicitate; de Evangelii Semine &c.Löven 1564. in 8- Revocationem Hereticorum a Lutheranismoad Fidem CathoJicam, Antwerpen 1530. in 8. Orationes fii-nebres, Scenam rerurn univeriam, ib. 1337- in 8. de Ca-pitibus Hydrae, ib. 1537 . in 8. tC. Andrea bibl. Belg.Siopeertius, Athen . Belg.
-Hector , ist wegen seiner tapfern beschützung der stadt Troiäwider die Griechen berühmt. Er war Priami söhn, der letzteKönig von Troja, und wurde von Achille erschlagen, welcherseinen cörper an seinem wagen dreymal um die stadt herumschleppte, und denselbigen darauf seinem vatter um eine grosseranzion verkaufte. Er hinterließ die Andromacham als Wittib,und von ihr einen noch kleinen söhn, den Astyanax, welchedie Griechen nach der eroberung Troiä von einem hohen thurmeherunter stürtzten. llomerus, Illiad. XXIV. Euripides , in Andre-macha. Ovid . Virgil .
Hector , ein söhn des Macedonischen Generals Parmenionis.Als er in einem schiffe, welches allzusehr beladen war, demgrossen Alexander nachfolgen wollte, fiel er in den Nil-fluß, undmuste davon in der ersten blühte seines alters sterben. Weilihn der gedachte König auf eine gar besondere art geliebt hatte,so bedauerte er seinen tod aufs heftigste, und ließ ihm ein präch-tig leich-degängnis halten. Curt. Üb. IV. c. 8. Lelandus , de-script. Angl. Heinrici Fand. Brand.
* Hector von Bourbon , ein natürlicher söhn Ludovici II.Hertzogs von Bourbon , den er mit einem frauenzimmer vonvornehmem stände gezeugek hatte. Er wurde an. 1409. zumRttter geschlagen, und begleitete den Marschall von Bouci-cault nach Genua , ergriff sodenn die partey des Hauses Or-leans wider das von Burgund , und legte bey den belage-rungen von Dun-Ie-Roy und Bourges gantz besondere probenvon seiner tapferkeit ab. Er diente auch bey der belagerungvon Soissons , und wurde daselbst, als er sich mit dem Com-mendanten dieses orts, Enguerrando von Bournonville, we-gen der Übergabe unterredete, an. 1414. den 10. may mit ei-nem pfetle durch den hals geschossen, wovon er zu grossemleidwcsen der gantzen armee den folgenden tag sterben mu«He. Sein bruder, Johannes I. Hcrtzog von Bourbon, warüber dieses unter kriegenden ohngewöhnliche verfahren so erbit-tert, daß er die stadt reine ausplünderte. Anselme , histoiregeneal. tom. I. p. 303.
Hecuba , Dymas, des Königs in Thracien tochter, unddes Königö Priami zu Troja gemahlin , mit welchem sie sieben-zehen, oder, wie andere sagen, fünfzig kinder hatte. Nachder eroberung Trojä war sie unter des Ulnßis gefangenen ; esschmertzte sie aber insonderheit, als sie ihre tochter Polyxeneüber des Achillis grabe muste schlachten sehen, wie sie denn aucherfahren muste, daß ihr söhn Polydorus durch den Polymne-storem, welchem sie ihn anvertrauet hatte, umgebracht wor-den ; worüber sie sich die äugen aus dem köpfe kratzte, dieGriechen entsetzlich schalt, bald aber in eine Hündin verwandeltwurde. Ovid. metam. XIII.
Heda, (Wilhelmus) ein Holländischer scrident, wird von'seinem geburts - orte Hede, bey dem flecken Egmont gelegen,also gcnennet, wicwvl andere wollen, er sey zu Alphen imRheinlandc gebohren. Er war ein gecrönter Poete, Comes Palatinus , und des Ertz - Hertzogs Philipp, I. Secretarius,bediente auch verschiedene geistliche stellen, indem er Probstund Archidiaconus zu Utrecht , und an. 1496. Decanus da,selbst wurde. Er erhielte an. 1302. ein Canonicat in der kir-che St. Salvatoris, und an. 1310. wurde er Dom-Herr,Baccalaureus und Pastor des einen theils der kirche St. Ja-codi. Ma,i,har von ihm eine chronick von Holland , auch vonden Bischösten zu Utrecht ; er hat sich nicht weniger in dieUntersuchung, oder vielmehr crzehlung des Ursprungs und deralterthümmer des Hauses Habsburg einmischen dürfen, esist ihm aber schlecht gerathen, Massen alles voll ungeqründe-ter fabeln ist. Er starb endlich den 3. novembr. an. 1323.Pappn vita Heda;. Andrea bibl. Belg. Vojjius, deHiltor Lat.lib. III. cap. iv. *
Hedclin,