Hedelin, (Franciscus) Abt von Aubignac und Meimac,war zu Paris den 17. mart. an. M9 1 · gebohren, allwo seinvatter Parlements-Advocat war, der ihn aber in zarter iugendmit nach Nemours führte. Hieselbst legte er sich mit grossemfleisse auf sprachen und dre Studia humaniora , in welchen ersich gantz allein ohne lehrmeister will geholffen haben. Bey er-wachsenen jähren machte er sich durch seine gelehrsamkeil baldbekannt, advocirte eine zeitiang zu Nemours, und begab sichendlich nach PariS , da er den geistlichen stand annahm, unddurch den Cardinal Richelieu dem jungen Hertzoge von Fronsacals lehrmeister zugegeben wurde. Bey diesem setzte er sich in sogute gunst, daß er ihm nach zurück gelegter Minderjährigkeitein jahr-geld von 4000. pfund ausmachte , so er auch, ob-gleich der Hertzvg gar zeitig vor Orditello erschossen wurde,von dessen erben bis an fern lebens-ende bezahlt bekommen. Ererlangte auch durch des Cardinals gnade die beyden Abteyen,davon er den nahmen geführct, und konnte also sehr wohl le-ben , wie er denn seine gantze zeit in angenehmen itudiis undin stetem Umgänge mit den vornehmsten und gelehrtesten leu-then zubrachte, bis er denn. mayan. 167;. verstorben. Erhat nach der gewohnheit der damaligen Zeiten eine Acabemievon Gelehrten aufgerichtet, die wöchentlich bey ihm zusam-men kamen, dero er gerne Königlichen schütz zuwege gebracht,und sie zur Königlichen Academie gemacht hätte, so ihm abernicht gelungen, dahero dieselbe nach seinem rode aufgehört.Seine vornehmste schriften sind : Ia Pratique du Theatre, die erdem Cardinal zu gefallen verfertiget, auf dessen Veranlassunger sich Hauptsächlich auf die theatralische Poesie beflissen; I»Mahnte , ein Roman, den er wegen des Hcrtzogs von Fron-sac verfertiget, um demselben die Stoische Welcweisheit beyzu-bringen ; und Ia Relation du Roiaume de Coqueterie, fb er inseiner jugend aufgesetzt. Das übrige besteht aus streit-schrif«ten, die er mit Menagio wegen des Terentii und mit demberühmten Corneille, wegen einiger theatralischen stücke, ge-habt. Memotres du tems. Miinoires de literature , tom. I.
p. 284· scq.
* -Hedemora, oder Hedmore, ein flecken in der provintzDalecarlien in Schweden am fluß Dala, sechzehen Schwedi-sche weilen von Stockholm gegen nord-westen an den grentzenvon Gestricia und Wegermannland. Es wird allhier das mei-ste pulver vor die Schwedische nation gemacht, auch wird alldaviel mit kupfer gehandelt.
* Hcdenus, (Erasmus) gebohren zu Arnstadt den 1. dec.an. 1-156. studirle zu Leipzig , promovirte daselbst an. 1577.in Philos. Baccalaureum , und an. 158°· in Magistrum, wurdean. 158?. Rector zu Arnstadt , und starb an. 1607. den 22.map. Unter seinen schriften sind: Bipgraphia Parentis suiM. Conradi Hedeni, Rectoris & Consulis Arnstad. Puer na-tus & Filius datus, i. e, de admiranda Verbi Incarnatione;Adrmmitio de Contagione & Infectione pestifera; Oratio-nes und Inscriptiones.
* -Aedenus, C Hieronymus ) des vorherstehenden Erasmisöhn, gebohren zu Arnstadt an. 159,. den 6. novembr. studirlezu Jena und Leipzig , wollte zuerst Theologiam studiren, eswurde ihm aber solches von den damaligen Grafen zuSchwartzburg mediante stipendio widerrathen , dannenhero erdas Studium Juris crgreiffen muste, promovirte darauf an.1626. auf nachdrücklichen befehl der Herren Grafen zu Jena invodorem, und wurde bald hernach als gemeinschafftlicherRath nach Sondershauien, sodcnn aber nach Arnstadt als Prä-sident und Cantzler beruffen, woselbst er den 26. dec. an. 1670.gestorben, nachdem er dem Hause Schwartzburg unter siebenregierenden Landes - Herren in die acht und' vierzig jähr langRath-und Cantzlers-dienste gethan. Man hat verschiedene Di-sputationes von ihm, darunter auch eine de Lote variarumGentiurn. Universal-Ltxtcon.
* -Kedenus, (Jac. Christian.) ein söhn des hernach fol-genden Joh. Conradi, gebohren den 6. jan. an. 1655. zu Hil-poltstein, zog im fünfzehenden jähre seines alters auf die Üniver.sttät Altorf, begab sich darauf nach Thüringen , und studirle-zu Erftirc, daraufzu Leipzig , von bannen er sich nach Schwa ben in die Reichs-stadt Nördlingen gewendet. Er wurde an.1677. nach Osternoe als Pastor vocirer , an. 1682. vom Marg-grafen zu Brandenburg , Christian Ernsten, zum Feld-Predi-ger über das Fränckische küraßier-regiment verordnet, wohnteauch im darauf folgenden 168;. jähre dem grossen feldzuge bey,als die von den Türcken belagerte stadt Wien sollte entsetzet wer-den. An. 1686. wurde er zum Pastore nach Kaidenbach undRetzelsdorff vociret, und endlich an. 1699. zum Brandenburg-Bareuthischen Pastore nach Uhlftld, wo er an. 1701. den ;o.decembr. gestorben, nachdem er Indicem Religionis Controver-starum unicum, Augspurg 1676. in 4. Höchstnöthige Bruder-Liebe ; das jämmerliche Sünken-Geschrey des heutigen Welt-Sodvms, 1687. Wechsel der Zeit und Ewigkeit, 1681. geschrie-ben. Z eltner. vit. Theol. Akorf. p. z?6.
* 'Aedenus, (Joh. Conrad.) ein Lutherischer Tbeologus,und enckcl des obgedachten Erasmi, zu Sondershausen , wosein vatter, Conrad Hedenus , Hof-Prediger und Archidiaco-nus war, den 17. aug. an. 1619. gebohren. Er gab bey Sal.Glaßiv, so lange sich dieser noch daselbst aufhielte, einen fa-mulum ab; worauf er an. 16$?. im fechzehendcn jähre nachJena , tind von dar nach Erfurt auf die Academie zog, an bey«
Histor. Lexkon IV. Theil,
den orten aber seiner dürftigkcit durch informiren abhelffen mu-ste. Und ob er wol von dar wieder nach Jena zurück kehrte,und daselbst Magister nwrbe; so blieb er doch auch nicht langedaselbst, sondern las einige zeit collegia in Erfurt . Er giengdarauf, sein glück zu suchen, zu fusse nach Königsberg in Preußsen, wojelbst ihm die Unterweisung eines jungen Herrn vonCreutz anvertrauet ward, mit dem er eine reise nach Polen ,und von da nach den Niederlanden that, und endlich an. 164;.nach Dantzlg zurück kam. Nach weniger zeit muste er einenandern Edelmann , welcher Kratzer hieß, nach Engelland,Holland und Franckrcich fuhren, auf welcher reise er nicht al-lein die Universitäten Leiden, Oxford und Paris , sondern auchzuletzt Straßburg , Basel und Tübingen besuchte, und die ge-lehrtesten leuthe auf denselben kennen lernte. Als er auch mitdiesem glücklich nach Hause kam, begleitete er zum dritten malenoch einen andern von Epstein durch Böhmen , Mähren , Oe-sterreich und Ungarn . An. 165z. ward er als PfaltzifcherHof-Prediger nach Hipvoltstein, und das jähr darauf als Diaconusund Profestor Theologie nach Altorf beruffen ; woselbst ihmauch an. 1655. die Profestio Eloquentia: & Poeseos mit zu theilworden. Er mag aber dabey einige verdrieslichkeit gehabt ha-ben, weil er an. 1657. um dir Pfarre imRürndergifchen städtgenLauff angehalten. Jedoch verwaltete er auch diese nicht lan-ge , sondern starb den 29. jan. an. 166;. Mit seiner frauMaria Catharina, Joh. Leonh. Frischens, Ober-Pfarrers zuSt. Aegidii in Nürnberg tochter, zeugte er fünf kinder, darun-ter Jac. Christian, von welchem der vorhergehende artickul han-delt , und Wilhelm Conrad, welcher erst Diaconus zu Bayers-borff gewesen, und endlich als Pastor zu Baudenbach in demBayreuthischen an. 1719- gestorben, sich befinden. Von seinenschriften sind folgende bekannt: Geistliches Testament gläubt*ger Christen, aus Pfal. XXXI. 6. Altorf 1656. Angst undTrost der gläubigen Seelen, aus Psal. XXV. 17. Nürnberg1658. in 4. Trost-Schrift an Herrn Georg Wilhelm Hcntz, i ü 6 r.in 4. Schristmäßige Schluß-Reimen zur erweckung rechtschaf«fener Busse, eifrigen Glaubens und gottseligen Lebens, Nürn«bcrg 1662. in 8. Schriftmäßige Schluß-Reimen , rbid. 166?.in 8. Gedenck-Ring der Frommen und Gottlosen, aus Sy«räch VII. 40. Nürnberg 1663. in 4. Zeltner. vit. Theol. AUtorf. p. 368. seqq.
* -Hedertcus, (Bernhard) war zu Freyberg in Meissrnan. i;;z. gebohren, und wurde, nachdem er zu Leipzig studi.ret, und den gradum eines Magistri angenommen, zu Schwe rin erstlich an der Fürstlichen burg -schule, hernach aber an derDom-schule Pro-Rector. Er starb an. 1605. und hinterließein Schwerinisches Lhronicon, Rostock 1598. in 4. und Scho-lia ad Erasmum de Civilitate Morum, ibid. 156?. in 8. Wie auchein Verzeichnis der Bischöffe zu Schwerin , Welches letztere nochim manuscript lieget. Ryde , bibl. Bodlej.
Hedersdorff, siehe Heydersdorff.
Hedfeld, eine stadt in Engelland, welche durch ein Na.tional-Loncilium berühmt worden, so im septcmbr. an. 680.unter dem Papste Agathone versammelt worden, worinnenTheodorus von Canterbury prafidirte. Beda, üb. IV. c. 17.
Cave, in hist. litter.
-Hedila, oder Hedyla, ist eine gewisse weibs - person ausder stadt Samos , welche einen guten vers schrieb. Man kannicht vor gewiß sagen, zu welcher zeit sie geledet. Sie war derMoschine tochter, und hinterließ einen söhn, nahmens Hedy-lvguS, welcher verschiedene Epigtammata verfertiget. Aihe.Mtem, lib. IV,
Gedingen, ein dorf und besondere Herrfchafst in dem freyenAmi der stadt Zürich gehörig, hatte vor diesem ihren eigenenAdel, aus welchen Conrad und Johann an. 1250. gelebt ha,den. Hernach ist sie an den Abt zu Pfäfers gekommen , undan. 149;. der stadt Zürich verkauft worden, ohne den amheil,so die Heggetzen damals daran gehabt haben, als welchen sieerst an. 15°;- der stadt zu kauffen gegeben. Es ist vor altemauch ein Herrschafftlich schloß über der kirche gestanden.Stumpf, lib. VI. p. 18z. *
f edinaer, ( Johann Reinhard ) an. 1664. zu Stutt,gebohren , aus einem alten Züricher -geschlechte, studirteanfangs zu Tübingen , und wurde dem Hertzoge Johann Frie.brich von Würtemberg auf seiner reife nach Franckreich als Pre-diger und Secretarius mitgegeben. Nach seiner zurückkunfttrat er mit drey andern, die der Hertzog auf feine kosten reisenließ, eine abermalige reife an, gieng nach Leipzig , Berlin undHamburg , von dar nach Holland , sodann mit dem Würtem-vergischen Printzen Carl Rudolph als Hof-Caplan nach Engel-land , und auf der rückreise nach Däneinarck. Auf dieser reifewar er mit den gelehrtesten männern , als mit Perizonio, Hu«der, Poiret, Clerico, Spanheim, Stillingfleet, Boyle,Hody, Masio, Lassenio, Rudbecken, und andern, bekanntworden. Nach seiner zuruckkunfl wurde er bey dem Admini-stratore von Würtemberg erstlich Feld - Prediger, hernach zuGiessen Prosestor Juris Nat. & Gent. wobey er zugleich auch einePrediger-stelle bekleidete. An. 1698. wurde er in seinem vatter-lande Hof-Prediger und Consistorial-Rath, verstarb auch in sol-cher bedienung an. 1704. Es ist an ihm zu mercken, daß, daer vorher ein heftiger und eifriger mann gewesen, er endlich anrgefangen gelinder zu werden, und die rolerantz vor gut zu Hai-
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