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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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* Heerbratid, (Wilhelm) war gebohren an. 138-. den i«.May. Er kam in seinem siebenden lahre auf das Gymnaimmnach Ulm ) und nachgehends auf die Universität nach Tübin­ gen , allwo er auch Magister Philosophie wurde. Hieraufwurde er an. 1607. Diaconus in Urach , an. 1614. in Feuerbach ,einem dvrse nicht weit von Stultgard , an. 1624. aber der kir«chen und viceces zu Urach Superintendent, und endlich an.1627. Hof-Prediger und Assessor in dem geheimen Rathe, wel-chem amte er 23. jähr vorgestanden. Als ihn an. 1648. derschlag auf der cantzel gerührel halte, und er wieder gesund wor-den ,' machte ihn der Hertzog an. 1630. zum Probste zu Dencken-dorff und General-lnsvector, er blieb aber nichts destoweni-ger des HertzogS Ederyardi III. Beicht-varter, und wohnte inStuttgard. Er starb endlich den 16. may an. 1638. im 76.jähre feines alters und im $ 1. seines amts. Seine fchriften sind:Leichen-Predigt über Hertzog Johann Friedrich zu Würtemderg,aus Es XL. 6. 7.8- Stuttgard 1628. in 4. Leiche» - Predigtüber Act. III. 13. Stuttgard 162s. in 4. Leichen-Pcedigt überHertzogin Agnes von Würtemberg, ibid. rüzo. in 4. Über Fer-dinandum Francistum Sächsischen Printzen, aus Ps. CXXVI.3. 6. 1630. in 4. Leichen - Predigt aus Pf. XXXI. I?. 16. ib.i6;i. in 4. Leichen - Predigt über Act. XX. 2z. 26. 27. seid.1632. in 4. Vtjihlini memor. Theol. Würtemb. P. II. p. uz.Grossens Iubel-Priestcr-historie.

Heere, Heers, eine kleine stadt, nebst einem schlösse, indem Stifte Lüttich , davon Heinrich von Riviere aus dem hau-se Arjchott an. 1623. den Gräflichen titnl erhalten. Lereil. de

tautet let terres du Brub.

Heere, (Lucas) ein fürtreflicher mahler und Poet von Gent,an.' 1334. gebohren. Sein vatter Johannes war ein guterbildhauer, und seine Mutter, Anna Snutters, eine künstlicheminiatur-mahlerin, die unter anderm eine mühle gemahlt, inderen die knechte mit sacken auf-und absteigen, zu Unterst aberein pferd mit einem karren, und das fürbey gehende vvlck, wel-ches alles zusammen nicht mehr scatium als ein aetreyd-körn-lein erfüllet. Durch anführung solcher eitern und seine eige-ne natürliche lust und capacität ergriff er die zeichnungs-kunstsehr früh, beförderte sich aber hernach in der Mahlerey nochweiter, als er des berühmten Frantz Floris Unterweisung ge-ntessen konnte. Nach überstandenen lehr - zahlen reifere er inFrankreich , und zeigte seine kunst selbsten zu Fontainebleau ,allwo er sehr viel gezeichnet hat; er war neben diesem einsonderbarer liebhaber der antiqnitäten, und hatte deren eingantzes cabiner voll. Er war auch ein guter contrefait-mah-jer. Carl von Wandern, sein discipul, hat ihm einen natür-lichen grossen backen-zahn von 3. psund schwer übersendet, derauf dem sogenannten Tadlenland (so eine weite zwischen dendörfern Mulback und Engelmünster ist) mit andern gebeinen,Harnisch und Waffen gefunden worden. Er starb an. 1384.Sandrart. Academ. Pictor. P. II. lib. 111. p. 267. *

Heerenberg, eine kleine stadt mit dem titul einer Grafschafft,in der Niederländischen prvvintz Zütphen , an den grentzen desHertzoqlhums Eleve, nahe bey der stadt Emmerich, gelegen.

* Heermann, (Christoph) war zu Kirchteck in dem Wür-tembergischen an.2343. gebohren, studirte zu Tübingen , wurdean. 1338. daselbst Maxister Philosophie , und an. 1361. erstlichPreceptor der Alunmorum in dem klvster zu Hirfchau, fer-ner Diaconus zu Tübingen , und endlich an. 1367. Vorsteherder kirchen zu Eßlmgen. An. 1372. nahm er den gradum einesDoctoris Theologie an , und starb an. 1612. Man hat vonihm: Harmoniam Liblicam ; Explicationem Decalogi ; Be-richt von der Pestilentz, Tübingen 1383. zwölf Predigten überdas lied: Nun freut euch lieben Christen gmein; zehen Predig-ten über den artickul von des HErrn Nachtmahl, Straßburg 1606. Lcichen-Predigten; eine Christliche Predigt von der Kin-der-Taufe, daß selbige aus GOlt, unb seinem wort gemäß sey,Tübingen 1383. in 4. Fifibtmi memor. Theol. Würtemb.

P. I. p. 196. Witte , diar. biogr. ad an. 1612.

Heerschilde, wurden in der alten Hervlffs-kunst gebrauchet,und nach selbigen der Adel eingetheilet. Das Wort Heerschildwurde aber bey den Alten in zweyerley verstände gebrauchet.Erstlich wurde damit der stand und unterscheid des hohen undniedern Adels bedeutet, und die ehre, würde und vorzug deseinen gegen dem andern. Diesem nach wurde der alte Teut-sche Adel in 7. classen oder, Heerschilde eingetheilet. Den er.sten Heerschild hebt der Römische König an, die geistlichenFürsten machen den andern aus, die weltlichen Fürsten dendritten, die Freyherren den vierten, die Mittel - freyen oderdie Schöpfendare leuthe, und der Freyherren Manne den fünf-ten , die dienst-männer oder Ritter und knechte den sechsten,die semper-leuthe oder diejenigen, die zwar nicht von adelicheneitern, aber doch wegen gewissen bedienungen, die sie sühr-ten, mit einem lrhen bestehen waren, und in städten wohnten,den siebenden. Nach diesen 7. Heerschilden war der TeutscheAdel eingetheilet, da immer ein Heerschild vor dem andern ei-nen vorzug hatte. Wie denn auch auf diefe Heerschilde die,Herolds-kunst gerichtet war, und ein jedweder Heerschild seinebesondere arten von wapen führte. Die andere bedeutunqjliesset aus voriger, da unter den Heerschilden die Mannschamund Ritterschafft verstanden wird, mit welcher ein jeder Standdem Kayser und dem Reiche bey kriegs - zelten wegen derReichs - lehn muste gegenwärtig seyn , und zwar sonderlich

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bey den Römer - zügen, wenn der Kayser nach Rom zog,um' die Römische crone daselbst zu empfangen. Wie dennder Kayser, wenn er in die Lombardei ) kam, in den Ron-callische» feldern Heerschau gehalten, da auf einen bestimmtentag in dem lager auf einer grossen stange ein schild aufgestecktwurde , und ein jeder Stand nach dem andern mit seinermannschafft und Heerschilde erscheinen, und dieselbe beschauenlassen muste, damit man wissen könnte, ob er nach gestaltseiner lehen und seines Heerschildes mit so viel pfeeden als erschuldig wäre, die lehn - dienste leiste, »lud welcher darbeygar nicht, oder nicht mit sattsamer mannschafft erschiene, derwurde seines lehens entsetzt. Otto Fnjwgexju. Schwaben -spiegel. praun, von Heerschilden und vvm Teutschen ReechsrAdel, p. 371. Scbilteri Comment, ad Jus Alemann. Feu&cap. 1. §.2. Spener , von der Heervlds - kunst.

* Heerrvart, (Henr. Phil.) ein Lutherischer Theologe,gebürtig von Eisenach , war Doctor Theologie, Pastor zuEisleben , lnspector zu Jchtenhausen und Wachsenburg , fer-ner Inspector zu Gotha und Kirchen-Rath , hierauf Su-perintendent zu Bitterfeld , und letztens Pastor zu Grvß-Saltza. Er starb an. 1674. in seinem vierzigsten jähre, undhinterließ: Imroductionem ad Lectionem Liblicam; Scruti.nium Philologicum ex Glastio, und andere mehr. Witte,diar.

Hees, ( von der) eine alte adeliche und nunmehro theilsFreyherrliche familie im Rhctnlande, von welcher gegen aus.gang des XIII. feculi zwey brüdcr, Hermann und Gottfried,gelebet. Von jenem sollen die von der Hees zu Hoddinghau-sen, Hecsfeld, Rauhenthal und Petenau herstammen; vondiesem aber werden die von der Hees zu der Hecsse hergeleitet»Des letztern enckel gleiches nahmens , wurde ein älter-vatlerPhilipps, der folgende drey söhne hinterließ: 1.) Adamum,welcher das oberste haus zu der Heeffe gebauet ; von seinenenckcln starb Wilhelm als des Teutschen ordens Comtur zuFranckfurt am Mayn an. 1626.; Valentin aber wurde deSJohanniter - ordens Comtur zu Rotenburg an der Tauber,und Prior von Daeien; Wvlfgang hingegen florirte als Chur -Mayntzischer Amtmann des Frcy-Gerichts; und Hans Geor-ge , Naffauischer Amtmann zu Siegen, pflantzte zwar seinenstamm fort , es ist aber sein äst mit seinem söhne JohannStephan erloschen, und vorgedachtes ober-haus zu der Hecssfe durch dessen tochter heuralh an einen von Sieberg zuSchwecdt gelanget, r.) Valentinum, Kayserlichcn Obersten,welcher im ledigen stände verstorben. 3.) Philippum, dessennachkommen annoch floriren. Dieser wurde ein älter - vatter(i.) Johann Gottfrieds zu der Heesse, dessen söhn JohannPhilipp Adam, der Mittel-Rheinischen Reichs - RitterschafftRitter-Rath, zeugete unter andern söhnen Philipp HeinrichGottfried, der an. 1697. als Chur -Trierischer Cammer-Herr,verstorben ; (2.) Philipp Heinrichs, Chur-Bayerischen Oberst.Lieutenants, dessen ältester söhn Johann Wilhelm Gottfried,Kayserlicher Oberster, hat keine männliche erden hinlerlaftsen, so auch von dem andern söhne Johann Philipp, Kay»ferlichen Cammer-Gerichts Beysitzer zu Speyer geschehen; derdritte söhn aber George Ludwig, Chur -Mayntzlscher Oberst-Lieutenant und Commendant zu Königstein , wurde ein vat-ter Johann Philipp Dietrichs, Herrn zu Holdingshausen,Chur - Mayntzischen geheimen Raths, Burggrafen zu Star-ckenburg , und Ober-ÄmtmannS in der Berg-strasse, derbenFreyherrlichen character erhalten, an. 1717. gestorben, undsein geschlecht fortgcpflantzet. Es war von seinen söhnenFriedrich Anton an. 1706. Chur -Mayntzischer geheimer Rächund Ober - Amtmann zu Starckenbcrg. Humbracht, vvmRhein . Adel tab. 79. 80.

* Hegemon, ein Poet, trug den zunahmen ch--x«, oderLinsen, und war aus der msul Thassus gebürtig. Er lebcezu der zeit Epicharmi. jitbeneut, XV. 16. Er ist der erstegewesen, so Parodie verfertiget. Aristoteles , 2 . Er hat

aufschriften auf gastercyen; sodann Parodias Homericas; einebeschrcidung des kriegs der Riesen wider die Götter; und end-lich eine Comödie unter dem titul : Philinna verfertiget, welcheaber verlohren gegangen. A-benaus, Eußatbiut. Voßus, dePoet. Gr. Fabriciut , bibl. Gr. II. 7. §. 2. p. 334. 22. p. 727.

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Hegcndorffinus, oder Hegendorffius, Hcgendorptn-. ,!, (Christoph) ein gelehrter Philologus , Theologus undJuriste, gebohren zu Leipzig an. 1300. edirte schon in seinem 17.jähre Dialogos lepidos' & doctos , legte sich bey Petrv Mofel-lano auf die Griechische spräche, wohnte an. 1319. der disputa-tion Luthcn mit Eccio zu Leipzig bey, und schrieb ein Garmende Disputatione Lipsiensi inter prestantiflimos Theologos,Leipzig 1319. in 4. Nachgchends wurde er zu Posen, darauftu Luneburg ein Schulmann , und an. 1336. Doctor Zuris zuFranckfurt, da er sich auch vermuthlich zu weltlichen dedienun-gen bestellen lassen; ftrncr an. 1337. Syndicus zu Lüneburg ,und an. 1340. Superintendent daselbst. Meikont hist.Bardeviciin script. rer. Germ. tom, III. p. 78 · Er starb über bald dar-aus den 8 - aug. erst besiegten jahres. Er schrieb eine ausservr-dentlich heßlichc und unlesliche Hand, und hinterließ Dmmauin Dialecticam Petri Hispani; Rudimenta Grammatices Do-nati ; Dramata Locorum tam Rhetoricorum quam Dialectico-rum ex varii* authoribus , Straßdurg J368. in 8 . Commen-tar.