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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ward etliche mal verglichen, aber von der Fürstin nicht gehak-ten. Endlich starb sie an. 1498. Beckmann, i. c. tam. III.üb. I. c.;. p. i%i. seqq. Die Wolfgangs-capelle vor Bern­ burg auf dem berge ist an. 148°. von dieser Fürstin gestiftetworden. Beckmann, I. C. tom. III. lib. I. c.;. p. 159.

Hedwigsburg, ein Amt und lust-schlvß des Hertzogs vonWolffenbüirel, zwey meilen von Braunschweig und eine vonWolffenbüttel gelegen.

* Hcem, (Cornelius) ein mahler von Antwerpen , welcherfrüchlen, blumen und andere leblose dinge ungemein wohl zumahlen wußte. De Files , vies des Peintres.

* ifrtvn , (Joh. David van) ein Niederländischer mahler<n fruchten und blumen , dessen arbeit sehr hoch geachtet wird;sonderlich ist merckwürdig, daß da er bis in das siebenzigste jährgearbeitet, seine letzte stücke die besten seyn. Gefasse von goldund silber wußte er so ähnlich vorzustellen, als ob sie wahrhaff-tig von diesen metallen wären. Groß allgemein Holländ.Lericon.

Heemskerk, ( Iacobus) war zu Amsterdam gebohren,woselbst noch bis dato eine ansehnliche samilie dieses nahmens ist.An. 1596. gieng er mit William Barentson, einen weg aufder nord-stite zur see in China zu suchen, welches aber unglück-lich ablief, indem sie nicht allein dieses als unmöglich befan-den , sondern auch unterwegs unerträgliche kälte ausstunden,wovon Barentson nebst vier andern starb; Heemskerk aber kamohne schaden wieder zurück , und wurde an. 1607. als Vice-Admiral mit einer flotte von sechs und zwanzig segeln ausge-schickt , wider die Spanier in der straffe zu fechten, welche un-ter des Don Juan Alvarez Davila commando zwanzig kriegs-schiffe und zehrn gallione» hatten. Über diese erhielt Heemskerkbey Gibraltar einen vollkommenen sieg, Davila wurde getödtel,und sein söhn gefangen genommen, des Admirals und Vice-Admirals schiff nebst fünf gallivnen wurden verbrannt, und dieübrigen giengen zu gründe. Heemskerk aber wurde auch ge-tödlet, sein cörper nach Amsterdam gebracht, und daselbst inder alten kirche ehrlich beerdiget. Raidmi & Grotii annal. Bei«gic. Zieglers schauplatz.

Heemskerk, ( Martinus) war ein Holländischer mahlerwelcher von dem dorfe Heemskerk, worinncn er gebühren, alsogenennct wurde. Er war ein discipel Lucä Cranachs, undnach diesem Schoorels. Nachdem er sich viel geld mit seinerkunst erworben, vermachte er ein gewisses Capital darzu, daßalle jähr ein mägdlein zu Heemskerk in seinem vatterlande da-von ausgestattet werden , jedoch daß das neu-vermählte paar,wie auch alle hochzeit-leuthe, allemal an solchem tage auf sei-nem grade tantzen sollten. Dieses ist von derselben zeit an bishieher beständig in acht genommen worden, und ohngeachtetman bey der reiigions-ändcrung anfallen kirch-höfen die creutzeweggerissen, so ist doch dieses mahlers, welches von ertz ist,allein stehen geblieben, weil es nemlich ein zeichen eines Ver-mächtnisses ist, so bemeldte mägdlein zu geniessen haben, f'eii-bien , vies des Peintres.

* Heer, (Christoph) ein Ingenieur,gebohren an. 1657.denn. septembr. zu Lauban in der Ober-Lausitz, stnbirte zuLeipzig und Coppenhagen die Rechte und Mathematic, wurdean. 1S60. von Friderico IU. zum Ingenieur ernennet, und er-baute die vestung Friedrichs-Ocrde, wurde an. 1669. und 1682.nach Heidelberg beruffen, allwo er an. 1684. Lieutenant und168t. Capital,, wurde, setzte Manheim in defensions - stand,wurde an. 1694. von Johann George IV. als Ingenieur undInformator der CadetS nach Dreßden beruffen, und starb an.1701. nachdem er Theoriam & Praxin Artis muniendi modern*,Franckfurt 1689. in 4. und Speculum Actis muniendi luculen-tissimum, ibid. 1694. in 4. geschrieben. Wolfs unterrichtvon mathematischen schriften , §. izZ. 8?. seq.

* Heer , ( Henr. von ) ein Medicus, Philosophus und Ma-thematicus von Tongern , ward Medicin* Doctor und des Bi-schofs zu Lütlich Leib-Nedicus, lebte wegen seiner gelehrsam-keit um an. 1620. in grossem ansehen , und schrieb : Observa-tioncs Medicas; Spadacrenen, oder de Modo Aquas Spadanasbibendi & de Medicamentis, LÜttich 1622. ist 4. Sroerlius,Athen . Belg. Andrea bibl. Belg.

* Heerbord, (Andr.) war in seiner geburts-stadt LeidenProfessor Philosophi *, und starb an. 1659, den 25. decembr.im fünf und vierzigsten jähre seines alters. Er hat MeletemataPhilosophica ; Logicam ; Collegium Ethicum; PhilosophiamNaturalem, Oiforh 1661;. tu g. Moralem, Rationalem, Leiden1654, in 4. Pneumaticam &c. geschrieben. Witte, diar. Baillet,p. 2jo. seq. 251. StoUes anleitung zur Historie der gelahrth.

II. ,.§.92.

Heerbann, siehe Bann.

Heerbrand, (Iacobus) war in Schwaben den 12. aug.an. gebohren. Anfänglich wurde er auf die Academienach Wittenderg geschickt, und darauf zum Diaconat zu Tü­ bingen befördert. Da aber an. 1548- das Interim in Schwa­ ben eingeführet, und bie Theolog,, so es nicht annahmen, ver-jagt wurden, muste auch dieser mit fort. Jedoch lebte er vorsich in Tübingen , und legte sich insonderheit auf die Hebräischespräche. Nachdem Herlzog Christoph von Tübingen zu der re-gierung kam, machte » ihn zum Investor zu Herrenberg , wor-

auf er an. i;;o. in Doctorem Theologie promovirte. Imfolgenden jähre wurde er nebst andern auf das Concilium nachTrident geschickt, da er sich denn nach seiner rückkunst insonder-heit auf die Patres legte. An. i z?6. wurde er von MarggrafCarvlo von Baden zum General - Superintendenten beruffen,welches auch Hcrtzog Christoph von Würtemberg auf ein jähebewilligte. Wornach er sich nach Pfortzheim machte, daselbstdie Badrfche ktrchen-ordnung zum stände dringen half, und sichbey dem tode Marggraf Albrechts von Brandenburg befand.Als er kaum zwey monale daselbst gewesen , wurde er nach Tü­ bingen zur Professione Theolog,* beruffen, hatte auch eine vo-cation nach Heidelberg , die er aber ansschlug, und nach ver-fliessung eines jahrs zurück nach Tübingen kehrte, daselbst seineProseffion antrat , und der Stipendiaten Ephorns wurde. Obman ihn gleich unter ansehnlichen conditionen auf die Academienach Jena berufte, blieb er doch in Tübingen , wurde auchnachmals Kirchen-Rath und Cantzler der Academie. An. ,598.legte er wegen hohem alter und unvermögenheit seine Professionnieder, da er denn die meiste zeit kranck war , bis er endlich den22. may an. 1600. starb. Er hat verschiedenes geschrieben, alswider PetkUM a Soto; Librum de Ecclefia, Patribus & Con-ciliis ; Compendium Theolog,*, welches Martinus Crusius in das Griechische übersetzt Hat; Oratkmes & Conciones contraGregorium de Valentin. Ceilti orat. fun. Adami vita Theol.Freberi theatr.

t Sein aebnrts-ort war die Schwäbische Reichs-stüdt Gien-gen. Er Hat auch an. 1577. einen beruf nach Marpurg zu ei-ner Profellion bekommen, welchen er aber ausgeschlagen, undAegid. Hunnium an feine stelle recvmmendirt Hat. Ausser sei-nen übrigen schriften, Hat er auch -72. theologische disputatio-nen, verschiedene reden, predigten, und Teutsche Küchleinheraus gegeben. Bey Fechtiv Suppl. H. E. fec. XVI. stehenauch verschiedene Epiliol* ad Marbachium von ihm. Sieheferner Quenßedt, de patriis illui'tr. viror. p. 182. Jnbtl. II.AauL Tub. p. io2. Serpilius, epitaph. Th. Suev. p. 9a. Fifih-lini memori* Theol. Würtemb. P. I. p. 70.

* Heerbrand, (Philipp) ein bruder Iacobi, gebohren zuGiengen, wurde von seinem vatter Petro von jugcnd aus fleißigzum studiren gehalten. Nach diesem kam er aus das Gvmna-«um zu Ulm , und von dar auf die Universität nach Tübin­ gen , allwo er es in knrtzer zeit durch seinen fleiß so weit brach-te , daß er in voctorem Theolog!* promoviren konnte, aucherstlich Prediger in der stadt Lausten am Necker, nicht weit ,von Heilbronn wurde. Als aber die freye Reichs - stadt Ha«genau an. i;6z. sich zur Evangelischen religion bekennet hat-te , wurde dieser Heerbrand aus recvmmendatron PhilippiAndreä der erste Lutherische Prediger daselbst, und blieb angedachtem orte bis an sein ende. Crufii annales Suevici,tom. III. lib. XII. c. 12. p. ;ij. Denn ob er wol, als er dreyjähr daselbst zugebracht, um seine dimißion anhielt, weil er dieluft nicht vertragen konnte, so ließ er sich doch auf inständige»bitten der Hagenauer bewegen, daß er alldort verblieb. Erverstarb den 4. fedr. an. 157;. Fijcblm memor. Theol.· Wür-temb. P. I. p. 1;;.

* Heerbrand, (Valentin.) war gebohren an. i6n. den

27. occobr. zu Zeithayn, einem dorfe in dem Amte Hayn inMeisten gelegen, woselbst sein vatter, Daniel, Priester war.Nachdem er zuhaust bis ins fünfzehendejahr fleißig zum studi-ren war gehalten worden, so that ihn sein vatter an. 1626. nachAltenburg . Hiestlbst brachte er es in einem jähre so weit, daßer an. 1627. im scchzehenden jähre seines alters auf die Univer-sität nach Jena ziehen konnte , allwo er sein Btudium Philoso-phicum meistens absolvirte, auch in Theologicis einen gutenansang gemacht hatte; muste aber nach zwey jähren an. 1629.auf verlangen seines vatlers sich stach Wittenberg wenden, ummit seinem bruder zugleich und mit geringerm kosten zu studi-ren. Er war hier nicht weniger fleißig , hätte auch damit nochlänger fortgefahren, wenn ihn nicht die damalige kriegs-unruhesehr verhindert hätte. Er sahe sich demnach genöthiget auf ei-nige zeit nach haust zu begeben , in mevnung , nach kurtzcr zeitwieder auf die Universität zu gehen. Weil es sich aber schickte,daß er an.;z. nach Canitz , im Amte und Inspection Oschatz gelegen, zum Predig-amte beruffen wurde, so nahm er sol-ches aus einrathen seines vatters an, verwaltete auch sclbigcSbis an.; 7. treulich. Als aber seine Pfarr - kinder von denSchwedischen und Kayserlichen soldaten bey damaligem dreißig-jährigen kriege fast alle verjaget worden, und er vor sich selbstauch nicht mehr sicher war, so muste er auch fort, und kamnach vieler ausgestandenen gefahr nach Dreßden , allwo er sichso lange aushielt , bis sich seine zuhdrer meistens wieder einge«funden , worauf er sich wieder zu ihnen begab, und ihnen solange vorstund, bis er an. i6;8- nach Gantzig und Lamewitz,in eben selbigem Amte gelegen, vociret wurde. Es währeteaber nicht lange, so wurde er zum dritten Hof - Prediger inDreßden benennet, welche function er auch an. 1640. mit grö-ster sreude antrat, und solche achtzehen jähr verwaltete, da erendlich an. 1659. mittler Hof-Prediger wurde. Ob er sich nunwol schon an. i6;8- verehlrchet mit Susannen, ChristianHiÜnreyers , seines Antecessoris in Gantzig, tochter, so hat erdoch mit ihr keine kinder gezeuget. Er starb endlich an. 1674.den ,8. julii im zwey und sechzigsten jähre seines alters. Gleich.annales eccl. P. 111 p. 7 ° feqq.

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