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dura nach leib und leben soll gestellt haben, und wider des Marg-grafen willen zu Laidstadt ein bcrgwerck aufrichten wollen, wur-de seinetwegen die statt Nürnberg bekrieget; an. 1451. verkaufte
t ermann , säßhaffl aufKienburg, dem Abt zu St. Blasy seineerrfchaffr Lufingen in dem Züricher-gebiethe,und an. 1452. em-pfieng er Wagenburg zu lehen von den Grafen von Kyburg ; an.1512. ist Wolfgang Freyherr aus Francken in Preussen gezogen,und hat sich allda niedergelassen; an. i z zo. war Georg Obersterund Kriegs - Rath bey Pfaltzgraf Friedrichen in dem damaligenTürcken - kriege; an. i5;9.'war Georg ein Königlich-DänischerMinister; an. 1549. starb Laurentius Abt zu Muri ; an. 1562.erschien Otto zu Franckfurt bey der wähl und crönung Maximi-liani ll. in dcs Kayjers Ferdinandi, Job und Wolfgang vonHeidegg aber in Hertzog Christophs von Würtemberg snite;an. 1584. starb zu Waldshut Hans Heinrich, Ertz-Hertzogs Fer-dinandi Cammer-Rath zu Ensisheim , und an. 1587. Christoph,auch Oesterreichischer Rath, Wald - Vogt der Herrschafft Ho-wenstein und Schultheiß zu Waldshut ; an.1588.war WolfHer-tzoglich-Preußischer Minister ; an. 160;. starb Henricus J. U. D.Mannsfeldischer Cantzler und Ganonieua zu Magdeburg . Einewcitläuftigere beschrcibung dieses geschlechts ist zusammen getra-gen in Dyrjiei. genealog. Tigur. manuscr. vid. weiters Span-genbergs Adel - fpiegel, k. II. p. 246. Harlknochs Alt - undMeu-Preussen, p. 450. Speuer. theatr.Nob. P. III. p. 48· it.ind. *
Heideck , (Johann, Freyherr von) war aus dem vorher ste-henden gcschlccht entsprossen, und diente anfangs Kayser Caro-la V.; als aber an. 1546.' der Schmalkaldische krieg angieng ,nahm er die von Ulrich, Hertzoge von Würtemberg, angetrage-ne charge eines Generals über ;. regimenter zu fuß an, und er-oberte mit dcnsclbigen die siädte Dillingen und Donauwerch.Hierauf begab er sich in Chur - «sächsische dienste, weil HertzogUlrich noch in gedachtem jähre von dem Schinalkaldischen blin-de abtrat, conjunqirte sich mit dem General Thomashirn, undschlug Hertzog Erich zu Braunschweig bey Drachenburg an derWestr an. 1547. aus dem selbe. Er hatte aber gleich daraufdasUnglück, daß er, nachdenl der Churfürst bey Mühlberg unglück-lich gefochten, von dem Kayser in die acht erkläret ward, da ersich dann genöthiget sahe, in der Schweitz seine sicherheit zu su-chen. An. 1550. gieng er wieder »ach Nieder - Dachsen, undwarb in den Hansee - städtcn etliche regimenter fuß-volck an, umdie von Mauritio, Churfürsten zu Sachsen , belagerte stadtMagdeburg entweder zu entfttzen, oder sich hinein zu werssen ;allem der Churfürst that ihm ansehnliche offerten , und ertheilteihm auch würcklich, ob er gleich in der acht war, die stelle einesStatthalters in Leipzig ; daher er kein bedrucken trug, mit 4. re-gimentern zu ihm zu treten, wiewol er der Magdeburger besteseifrig besorgte, und es dahin brachte, daß sie an. 1551. den 3.nov. einen repntirlichen frieden erhielten. Nach diesem nahmer hauptsächlich theil daran , daß Mauritius dem Kayfer an.1552. aus den leib gieng, und den gefangenen Fürsten ihre frey-heit verschaffte. In dem folgenden jähre befand er sich in demtreffen bey «sivershausen, darin» der Churfürst blieb, woraufer an. 1554. den 20. jan.aufdem schlösse zu Eilenburg , allwoer die stelle eines Amts - Hauptmanns vertrat, sein leben endig-te. Er liegt neben seinem einzigen söhn, Johann Wilhelm, da-selbst in der derg - kirche begraben, und hat ein stattliches monu-ment, so noch jetzo zu sehen, bekommen. Mit seiner gemahlin,einer Gräfin von Rappoltstein , hat er ausser erst - gedachtemsöhne, eine tochter, nahmens Mariam, gezeugel, so an einenFreyherr» von Mörüberg und Befort vermählt worden.Gvangenb. Mannsfcldische chronick. Sptaer. theatr . Nob. Eu-rop. P. III. Thuan. Ich. VI. bist. Simons Eilend, chron. p-194.
Heideqgerus , (Johannes Henricus) wurde an. 16; j.den 1. jiilu aufdem dorfe Bärentschweil in der HcrrfchafftGreif-fenstein im Canton Zürich gedohren, allwo sein vatter, Harl-mannus Heideggerus, damals Prediger war. Er wurde zuhause bey seinem vatter in die 8. jähr erzogen und unterrichtet;als aber selbiger in eine tödtliche kranckheit verfiel, schickte erdiesen seinen söhn an. 1641. auf das dorf Wülfiingen zu seinerschwester, einer Priester - wittwe, von dar der junge Heideggeralle tage nach Winterthur in die schule gieng. An. 164z. thatihn sein vatter zu Michael Zinggen, Pfarrern aufdem dorfe Fi-schenthal, und das folgende jähr kam er in die schule zu Zürich .Da er hierauf seine eitern verlohr, und wenig menschliche hülstevor sich sahe, vergieng ihm fast die lust zum studiren ; es nahmensich aber die Züricher - Patronen seiner an, und thaten ihn an.1649. in das Kollegium. Human itatis. Hieraus wendete er sichan. 1654. quf die Universität zu Marpurg , an. 1656. aber gienger nach Heidelberg , allwo er die Profellionem extraordinariamHebracae Linguae erhielt, und Mit Freinshemio allerhand gelehr-te excrcitia vornahm. Ja er wurde auch Hottingero in verwal-ckung des Collegii SapientUe von dem Churfürsten zu Pfaltz andie,eile gesetzet. An. 1659. wurde er nach Steinfurt zuin Pro-fessor Theologie beruffen , IN liste auch deshalben zu Heidelberg in voekorem Theolog,« promovircn. An. 1661. vertheidigte erin einer öffen tlichen schrift die Christliche freyheit wegen desblutö und erstickten wider «stephanum Curcelläum. Um ebendiesetbc Mitthat er eine kurtze reise in die Niederlande ; nach sei-ner zuruckkunft gab er eine Öiatribarn de Pafcba.te ernortualiChriili heraus, und an. 1664. stliricb er eine Apologiam de Au-guilanae ConFestionis cum Eide Reformatoruni conlensu widerDresingium. Als an. l66;. das Gymnasium zu Sternfutt we-
gen dem kriege zerstreuet ivurde, begab er sich von selbigem ortehinweg, und dekain zu Zürich die Professionem Ethic« Ghriltia.n«. An. 1666. gab er mTeutscher spräche ein prophetisch-histo-risches buch über das lied Mosis, und das folgende jähr den er-sten theil von seiner Historia Parriarcbarum heraus. An. 1667.succedirte er zu Zürich dem Hottingero in der theologischen Pro-session. An. 1669. schrieb er wider Augustinum Redingium ei-ne dissertation de PeregrinationibuaReligiosia , inprimia Eremi-tana , und deftndirle hernach dieselbe wider den gedachten mann.In eben bemstlben >ahre wurde er nach Leiden an Iohannis Coc-ceji stelle zur Profelsione Theologica beruffen , ließ sich aber vondem Rath zu Zürich bewegen, daß er bey seinem bisherigen amteblieb. An. 1672. gab er Anatomen Concilii Tridentini , gleich-wie nachgehends die Hilkoriam Leiparaa Virginia , und den erstentomum seiner Dilfertationum selectarum , heraus. Hieraufmnste er auf befehl der Obern eine Formulam Henoticam wegendes Amyraldismi verfertigen, trug auch etwas bey zu befreyungder Ungarischen Priester von den Neapolitanischen galeeren, undthat selbigen sonst viel gutes. Das jähr hernach schrieb er seinePartheno-Gamica inTeutscher spräche widerCasparum Langium,und hierauf verfertigte er das buch de Alartyrio & ConsolationeJVlartyrum. An. 1680. ließ er sich mit dem Inspruckischen Jesui ten Christophoro Otlone in einen dispulat wegen den Apocryphi-schen büchern ein. An. 1681. gab er sein Eneblridion Biblicum,wie auch Hospinianum redivivum heraus, und wurde ebendasselbe jähr nach Groningen zur Profelsione Theologica beruf-fen, welche vocatlvn er aber nicht annahm. An. 1684. gab erseine Historiam Papatua a»s licht, die wichtige Materie von demPapstthum, da er sonderlich den Ursprung und Vermehrung des-sen weltlicher gewalt, so aus den meisten ausgaben dkesesduchs war ausgelassen worden, mit anhieng. An. 1686. sor-gete er fleißig vor die aus Franckreich vertriebene Hugenotten,und schrieb eine Manuductionem in Viatn Concordi« Protestan-tium Ecclesiaftic«, wie auch kurtz hernach Mysterium stabylonizmagnX , UNd Tumulum Gondln Tridentini. Nach diesem cd»sete er mit dem Holländischen Abgesandten, Johann LudovicoFabricio, nach Bern , Genf , Lausanne und andere örter. An.1691. ließ er sich mit Carolo Sfondrati, Abt zu St. Gallen , ineinen streit wegen der Nothwendigkeit der Taufe, und der Kin,der - Taufe ein. Alsdenn verfertigte er Diatribas de MiraculisEcclesis Evangelicas , und edirte an. 1696 . sein Gorpua Theolo-gie , gleichwie auch Medullam Theologie in 4. und endlich Me-dullam IYIedullae ex Medulla contractam. Er starb den 18. jan.an. 1698 . vid. Historia viu Joh. Henr. Heideggeri ejusdemexercitationibus biblicis praemissa. Hofmeifteri hiltoria obitusHeideggeri. *
Heidelberg , ist die Haupt - stadt in der Unter - Pfaltz imGraichgau, unten an einem berge an dem Necker - flusse gelegen,über welchen sie eine brücke hat. Sie wird von einigen vor desPtolemäi Bubor gehalten, wiewol andere sagen , es sey Man-heim. Theils führen den nahmen her von den Heiden , theilsvon den bergen, womit die stadt umgeben. Die meisten abervon den heydel - beeren, so allda in grosser menge wachsen. Esist eine grosse und wohl bewohnte stadt, und die ordentliche re-sidentz der Churfürsten von Pfaltz, welche ein herrliches und ve-stcs schloß daselbst hatten, so aber in die helfte von den Franzosenin die tust gefprenget, wider die mit dem Dauphin an. 1688. ge-troffene capitulation, als man dasselbtge zu übergeben genöthigtworden. Auch ist daselbst berühmt das Stift zum heiligen Geistenebst der kirche, welches der Pfaltzgraf Rupertus, so hernachKayser worden, gestiftet, worinn er nebst vielen andern Chur -und Fürstlichen Personen im chore begraben lieget. Wer sie d-gentlich erbauet, ist unbekannt, jedoch hat Kaysers Friderici I.bruder Cvnradus, so an. 1192. verstorben , welchem der Kay-ser die Pfaltz gefchenckt, hierselbst gewöhnet, welcher auch diestadt und das schloß in ein weit besseres ansehen, und selbige vondem Stifte Worms an die Pfaltz gebracht. Nachgehends ist siean. 1225. von dem Bischoffe von Worms dem Pfaltzgrafen Lu-dovico gegeben worden. Der Pfaltzgraf Rupertus, welcher zumKayser erwehlet wurde, ließ sie an. 1,92. erweitern, welchesjetzo die Speyrer-vorstadt genennet wird , und stiftete an. i;86.eine Universität hiefeldst, die mit grossen Privilegien begäbetwurde, unter welchen das jua vit-e & necia über alle darzu ge.hörige Unterthanen war, und zwar dergestalt, daß der Landes-Herr selbst nicht befugt seyn sollte, es zu annulliren. Diese Uni-versität ist wegen vielen grossen leuthen berühmt, und der ersteRedor daselbst war Marfilius ab Ingen, der von Utrecht dahinkam. Sie hat eine von den besten bibliothecken in gantz Europa gehabt, welche nach eroberung der stadt an. 1622. nach Rom geschickt und daselbst in die Vatieanam gebracht ward. In demdreißigjährigen kriege hat diese stadt über alle Massen viel ausste-hen müssen, bis selbige nach gejchlossenem Westphälischen frie-den Churfürst Carl Ludwigen wieder eingeräumet wurde, wel-cher an. 165z. die Universität daselbst wieder anrichtete. An.1S89. und 169;. ist dieser ort von den Franzosen sehr ruiniretund ansgebrcnnet worden. Der wein dieses orts wird sehr hochüstimiret. Die stadt ist auch wegen des grossen fasses berühmt,so insgemein das Heidelbergische faß aenenner wird. Man steigtzu demselben eine treppe von 50. stufen hinauf, oben darüberist ein altan 20. schuh lang mit einem gange rings herum. Vor-ne,, an dem fasse stehet das Chur - wapen ; ein ziemlich grosserBacchus sitzt oben drauf, mit vielen 5 atyria und dergleichen bil-den, von besoffenen leuthen , es sind auch hin und wieder Teut-
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