Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

h e i

wurde noch ein anderer theil von dem meer überschwemmet,so, daß anjetzo nicht mehr, als em einig kirch-spiel darinnen ist.Sie bestehet aus dem obern und untern theil. Jenes ist einhoher felscn, auf dessen höhe ein eben seid liegt, so 900. ruthenim umkreis hat. An wasser hat dieser felsen auch keinen Man-gel, und ist daher eine natürliche vestung, wie dann allezeit einHauptmann mit einer compagnie soldare» darauf gehaltenwrrd. Der untere theil ist auch bergicht, und hat r. gute Hä-fen. Die einwohner , deren etwa» 1000. sind, nehren sichmeist von dem cabehau-fang. Danckwerths befchr. Schleßw.und Holstein , P. II. c. 13. p. 153. Mollert isagog. ad Kilt.Chers. Cimbr.

Heiliczlands, sind einige infuln an der küste von Norwe­ gen , die sich auf viel meilen in die länge erstrecken. UaMuit.

Heiloburg, Allersberg , lat. Heilsberga, eine kleine stadtnebst einem fchlosse, in dem Polnischen Preussen, an dem flußAller, ohnqefehr 8. meilen von Königsberg . Der Bifchoff vonErinland hält daselbst feine ordentliche residentz.

* Heilly, (Iacodus III. Herr von) insgemein der Marfchallvon Guienne genannt, war Verändere fvhn Jacobi ll. Herrnvon Heilly und Pas, den ihm feine gemahlin Ade von Raine-val gcdohren halle. Er war einer von den vornehmsten Be-fehlshabern unter der armee, welche der Hertzog von Burgund an. 1408. wider die Lütticher ins selb führte. An. 1410. com-mandirle er in der Picardie die Burgunbifchen völcker, welcheden Prmtzen , so sich vor das Haus Orleans verbunden halten,entgegen ruckte, und schrieb sich einen Marfchall des Hertzogsvon Guienne. An. 1411. brachte er nebst den Herren von Par-thenay und St. Severe, Pviriers, Chissay, Nyort, und an-dere in Poitou gelegene platze unter Königlichen gehorsam.An. 1412. vertrat er bey der belagerung von Bourges an staktdes Herrn Boucicaull, die stelle eines Marschalls von Franck-reich. An. 1413. schickte ihn der König Carolus VI. als Lieute-nant-General in Guienne , woselbst er aber wegen des Mißver-ständnisses, so zwischen dem Herrn von Aldret und Grafen vonArmaguac cingerissen war, wider die Engelländer nichts aus-richten konnte, und noch darzu in einem gefechte mit demSchloß - Hauptmann zu Soubize gefangen wurde. Nach fei-ner befreyung muste er an die grentzen der Picardie gehen ,und auf die Engelländer, so zu Calais ausgestiegen waren,nebst dem Connelable und Herrn von Rambures , ein wachsa-mes äuge haben, da er denn an. 141?. in der schlacht beyAzlncourt gefangen, und unter dem worwande, daß er zweyjähr zuvor wider fein gegebenes wort aus der gefangenschafftentstehen , niedergemacht wurde. Anselme , bist. gcneal.tom. Vl. p. 776.

Heilsbronn , ein alles kloster, Und berühmtes Gymnasium inFrancken mitten zwischen Nürnberg und Anfpach, so nebstdem Amt dte Franckischcn Marqgrafen von Brandenburg ge«meinschaffllich besitzen. Die urfach der benennung von einemheilsamen brunn, davon einer von Heydeck curiret worden,und eine eapelle hier erbauet, ist wol fadelhaffl ; eben sowolals daß nachgehends der donner in den brunnen geschlagen ,wovon er feine krafft verlohren, und der hagels-brimn genen»riet worden. Hingegen ist gewiß, daß Otto, Bifchoff vonBamberg , welcher ein gebohrner Graf von Andechs und Kay.serlicher Cantzler gewesen, an. 11,2. dieses kloster Cistercien-ser-ordens herrlich erbauet, und mit reichen einkünften ver.sehen, welche durch die alten Burggrafen von Nürnberg ver-mehret worden. Diese haben auch die hiesige kirche zu ihrembegrädnis erwehlet , in welcher die epitaphia Friedrichs desIII. und IV. IohanniS des II. Friedrichs des V. item der Chur-fürsten Friderici I. Friderici II. und Sigismundi I. einigerneuen Marggrafen und sehr vieler andern stands - Personen ,nebst ihren wapen und schildern zu sehen gewesen, ehe nochum das jähr 1712. die reparation der kirchen vorgenommen,wodurch vermuthlich ein und anderes original-document ver-lohren gegangen. Dergleichen auch den vielen geschriebenenbüchern der klosrer-bibliotheck widerfahren, deren jedoch nocheine consideradle anzahl vorhanden, unter welchen ein sehr al-tes manuscript von dem Martino Polono sonderlich ästimiretwird. Zur zeit der religious-änderung hat Margaraf GeorgFriedrich zu Brandenburg die Mönche abgeschafft, und da-vor an. 1582. den z. april an seinem gedurts-tag ein Gymna-sium gestiftet , in welchem 100.. landes-kinder freye Wohnung ,jnformation, kost, bücher und kleidung genicssen, und so langesie sich auf Universitäten und ausser diensien befanden, jähr-lich gülden empfangen sollten. In den folgenden kriegenist diese Fürsten-schule sehr ruinirt worden; jedoch haben Marg-graf Christian zu Bareuth und Albertus zu Anfpach an.*6;;. den 30. jan. dieselbe wieder aufrichten, mit zcr. alumnisbesetzen , und die stipendia in ordnung dringen lassen. Die-se Fursten-schule hat unter andern gelehrten leuthen auch denberühmten Fridertcum Taubmannum gezogen, welcher der-selben zum Ostern rühmlich gedencket. Wie denn auch dasvornehmste dieser erzehlung aus einer oration, die er aufMarggrafGeorg Friedrichs lod zu Wtttenberg gehalten , ge-nommen ist. Add. praster seriptores generales & Brandenburg,sonderlich Rentschens Brandenburg, cedernhain, und des ge-wesenen Rectoris Stubners besondere relation von diesem

Gymnasio.

Heimbach , ein kloster und Comturey des Iohanniter - or-^istor. Lexioon iv. Theil.

h e i 17

dens, in dem Unter-Elsaß nahe bey Landau gelegen. ES istwegen des Vergleichs berühmt, welcher zwischen dem Groß-Prtor von Deutschland , ConraV von Braunsbergen, und demIohanniter-Meistcr, Bernhard von Schulcnburg, auf deinan. 1382. daselbst gelegenen Convent aufgerichtet worden, ver-möge dessen die Commendatores des Hecrmeisterthums m derMarck Brandenburg macht haben, einen Heermeister »ach ih-rem gefallen zu erwehlen, weichen der Groß-Prior von Teutsch-land ohnwidersprechlich eonfirmiren muß. Es ist dieser ver-gleich in dem gedachten jähre von dem Großmeister von Rho-dis auf dem General -CapituI zu Valence in Franckreich confir«mirt worden. Scckmann, vvm Jvh. ord. p. 12; -1,9.

* Heimburg , ein ziemlich weitläufriqer wohlgebauter fleckenund Amt in dem Fürsienthum Blanckenburg, 2. meilen vonHalberstadt , und eben so weit von Wermgcrode gelegen. Nahedabey siehet man noch einig verfallen mauerwerck von dem ehe-maligen berq-schlosse gleiches nahmens, welches von dem Kay-ser Henrico IV. im II. sieculo erbauet, von dem Bischoffe zuHalberstadt Burcardo II. aber und dessen Alliirten an. 107;.eingenommen , und zerstöret worden. Es wurde zwar nach-gehends wieder in gute» stand gesetzt; allein an. 1288. durchein donner-wctter gäntzlich in bte, afche gelegt. Rohr, voinHartze, p. 8z. legg. Adels Sächsische alterthüin. tom. 11.p. s;4. tom. III. p. 17;.

Heimburg , eine alte und berühmte adeliche familie in demBraunfchweigifchen. Es hat selbige ihren nahmen von demschloß Heimburg , welches aus den Teutschen Historien zu desKaysers Henrici IV. zeiten bekannt ist, indem selbiges die Sach-sen mit 6000. mann belagerten. Ob sie gleich anfänglich sel-biges nicht überkommen konnten, bestachen sie doch nachmals'den Commendanten, welcher es ihnen übergab. Hieraufwur-de zwar selbiges niedergerissen; als aber die Sachsen von Hen-rico an der Unsirut geschlagen waren , musten sie die schlössetwieder aufbauen, worunter auch dieses Heimburg war. Nachder zeit haben die Sachsen diese schlösser am Hartz wieder ein-genommen, und mit ihren völckern besetzet, indem zu Hein-richs des Löwen zeiten selbiges noch aestanden, da es sichan. n8°. dem Kayser Fridericv I. eraebH. In dem bauren«kriege ist selbiges folgends gantz zerstöret worden, daß man je-tziger zeit nichts als noch einige rudera' übrig findet. Es hataber dieses schloß Kayser Henricus IV. sonder zweifel einem ,der ihm in dem Sächsischen kriege gute dienste gethan , über-geben , dahero die gantze familie den nahmen bekommen.Der erste dieses aeschlechts wird Anno genannt, welcher, wieeinige wollen, aus Frießland, oder wie andere sagen , anSSchwaben gewesen. Dieses Annonis söhn scheinet ein ande.rer gleiches nahmens Anno zu seyn, der dem Kayser HenricoV. grosse dienste gethan. Dahero als der Kayser PfaltzgrafenFriedrich von Sachsen seiner lande beraubte, so gab er ihm ei-nige güther um Schöningen davon. Weshalbcr denn dieserPsaltzgrafan. n 16, Annonem zu einem duel! ansforderte, wor»zu er auch bereit war. Allein weil sich Bifchoff Reinhard vonHalberstadt, und dessen Probst Guncelinus in das Mittel schlu-gen, wurde die fache noch beygelegt. Man weiß nicht gewiß ,was er vor söhne gehabt; jedoch findet man um das jähr1146. drey brüder, Annonem, Siegsriduin und Henricnm vonHeimburg , welche, wie es gar wahrscheinlich ist, des obigenAnnonis söhne gewesen. Henricus war ein Bencticttner rdem kloster St. Iohannis von Magdeburg ; Siegfridus hi,terließ einen söhn gleiches nahmens. Dieser junge, Siegfridu-lebte um das jähr 1176. an Hertzogs Henrici des Löwen Hofe.Seine söhne waren Henricus und Anno,, deren um das jalh1199. gedacht wird. Beyde haben die mühle zu Wecbsungcnund ein stück acker zu Himmelreichsrode dem kloster Walckcn.ried verkauft. Henricus lebte auf seinem schlösse Heimbnrg, wie.wol er auch bey Ottone dem ersten Hcrtzoge von Braunsckweigin diensten stund. Er hinterließ söhne, Nicolaum, Lippol-dum und Johannem, davon nur Lipvoldus einen söhn, Henricum, verließ, welcher in der juqend gestorben zu seyn scheinet.Der andere söhn Anno aber setzte das geschlecht fort. Er waran Ottonis Hof Truchses, und in gar grossem ansehen, wie erdenn auch bey dessen söhn und Nachfolger Alberto in gar gros-sen gnaden blieb. Er hat auch einige zeit die Voqtey übe>das Schöningische saltzwerck gehabt, welche er aber an. 1236.wieder aufgegeben. Er hatte 3. söhne, Henricum, Annonen.und Hcimonem. Heimo gieng in Liefland unter die SchwerdtBrüder, und wurde an. 124z. von selbigen zum Großmeister erwehlet. Weil er aber zu schwach war, danckte er nach -. jah-ren ab. Anno war Dom-Herr zu Halberstadt ; Heimo aber ha,das geschlecht allein fortgepsiantzet, und ge,enget 2. söhneAnnonem und Henricum. Dieser letztere hatte wiederum rsöhne, unter welchen der jüngere Henricus an. , 288 . in einentumult zu Helmstädt erschlagen wurde. Der ältere Anno aberstarb gleichfalls ohne erben.. Es haben um ftlbige zeit die voiHeimburg ihre meisten guther verlohren; denn weil es damals in dem grossen Interregno sehr wunderlich in Teutschlan-zugieng, und mancher ohne urfach auö, feinen qüthcrn gcjaawurde, scheinet es auch, daß dieses Unglück den ältesten AnneneM betroffen. Wiewol auch gesagt werden will, als wenn ereinen Grasen von Rheinstein in einem durst umgebracht, unddahero die siucht habe ergreiffen müssen. Dieses ist aewiß, dasseiner schwester Bia gemahl, Graf Heinrich von Rhcinstein,das schloß Heimburg besessen, die güther um Schöningen aber

B r