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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Heiliftmberg , eilte Grafschafft in Schwaben , den Grasfen von Fürstcnbcrg gehörig. Sie hat ihren nahmen von deinheiliqen berge und berg-schlosse, darinnen die reüqmen der Mär-tyrer Felicts , Ersupcrantii und St. Regula zu Kaysers Ludo-vtct II. fetten begraben worden, und liegt nahe bey dem klvsrerSalmanöwyl, zwey weilen von dem Bodensee . Dieses ichloßliegt eins etnem hohen seifen/ von welchem man sehr weit herum/und nicht nur allein über den Bodenfee bis auf Costantz, lon-dern auch bis auf St. Gallen und andere orte in der revier se-hen kan. Es kan von keiner feite angegriffen werden , als vonnorden, da es doch seine graben und sall-brucke hat. DieFranzosen haben an. 164;. den y. novemb. von Uberlingenaus solches früh morgens an dieser seitcj angegriffen, petar-dirt und eingenommen. Im folgenden tasten jähre erober-ten es die Bayerischen / und an. 1647. wiederum die Franzojen.Vor zeilen hatte sie ihre eigene Grasen, welche Lazius von Egi-none , einem söhn des Teutschen Helden Isenbards , und einembruderdes Welffens/ herführet. An. 141?. aber sind die Gra-sen von Werdeuberg Herren von ihren güthern gewesen. Andas Haus Fürstenberg ist diese Grafschafft durch VermählungGras Friedrichs von Fürstenberg und Anna, Gras Chri-stophs von Heiligenberg und Werdenberg , des letzten jemesstammes, der an. izz4. verstorben / tochter und erdin gedie-hen. Crußus , annal. Suev. Zeilerus , topograph. Suev. Eu-ropäischer Herold/ P. I. p. $8s· *

Heilige,t-feld, vor Jetten eine Cistercienser - zu dem klosterNepoinuk in Böhmen gehörige Probstey / eine stunde von demwegen des berühmten Marien - gnaden-bildes bekannten hei,ligen berge gelegen, so in dem Hutzitischeu kriege mit verlohrengegangen.

-Heiligen Geist. (Ritter - orden vom) Es ist dieses einerder vornehmsten Ritter-orden in Franckreich. Der stlfterdeffelbigen war König Heinrich III. in Franckreich, welcherselbigen den 1. jan. an. i;7y. anordnete. Das vornehmste ab-sehen war wol , die gemüther des damals durch den heiligenbund und die Guisifche saclion von dem Könige abgewendetenAdels wieder an sich zu dringen, und darbey dem verfallendenSt. Michaelis-orden einen neuen an die seile zu fetzen / der nichteben so gemein gemacht würde , und also ein mehrers ansehenhätte. Worbey aus etlichen von dem Könige Henrieo III. indas hals-band eingerückten, von Henrico IV. aber nachmalsgeänderten Ziffern oder monogrammis zu spüren gewesen, daßwol nach der art selbigen Hofs und selbiger zeilen einiges liebes-geheimnis darunter verborgen gelegen , indem das t)atö - bandder Ritter aus göldene flammen von sich werffenden und rothamulirten lilien bestanden, zwischen welchen drey göldene weißamulirte ziffern oder monogrammata gewesen. Das erste warein ineinander geflochtenes H. und Griechisches a. wormil son-der zweifel auf den nahmen des Königs Henrici und der Köni-gin Louise gezielet worden. In die andern aber hat sich nie-mand finden können. Jedoch widerspricht Brietius in annali -bus ntundi dieser einbildunq. Jetziger zeit bestehet es aus ebendergleichen linie», aus darzwi scheu gecrönten und flammenvon sich werffenden H. und aus unterschiedenen sieges-zelchen.Unten daran hänget ein achl-eckigkes göldenes an den ecken weißamulirtes creutz/ in dessen mitte eine taube/ aus der andernfeite aber das bild des heiligen Michaelis ist, der den brachenunter die süsse tritt, weil eben diese Ritter, wie oben gedacht,auch zugleich Mitglieder des Ritter-ordens von St. Michaelissind. Es hat aber der orden den nahmen des H. Geistes be-kommen , weil der König davor gehalten, daß ihm das Pfingst-fest sonderbar glücklich sey , indem er an demselbigen gedohren,an demselbigen zum Könige in Polen erwehlet, endlich auchan demselben durch den tod seines bruders Caroli IX. Königvon Franckreich worden. Der König hat sich selbst zum Hauptund Großmeister dieses ordens erkläret, auch solche würdeder Cron Franckreich einverleibet. Die anzahl der Ordens-Ritter wurde anfänglich bis aus hundert Personen gesetzet,wiewol deren heutiges lages weit mehr. Wie denn auch vierCardinäle und fünf Ertz-Bifchöffe oder Bischöffe, ausser diesen,nebst einem Groß-Almosenier, darinnen seyn sollen , und anbedienten ein Cantzler, ein Schatzmeister, ein Intendant, einGenealogist, ein Secretarius und ein Herold. Der Königwollte auch, man sollte sie Commandeurs nennen , indem ernach dem erempel der Könige von Vpanien gesonnen war, ei-nem jedweden eine Commenthurey anzuweisen; allein derPapst und die Clerisey wollten nicht darein willigen. Wes-halben der König anfangs eine Haupt-summe von 120000. tha-lern wiedmete, um die zinse davon in dem jährlich haltendenCapitul unter die Ritter und Ordens-verwandten nach der vonihm selbst gemachten verordmmg auszutheilen; worzu er nocheinige andere seiner zufälligen eiukünfte schlüge. Allein Lu-dovicus XIII. setzte an. 1624. die einkünfte dieser Ritter aufeinen gewissen fuß, indem er einem jedweden eine jährlichepension von 1000. thalern , solche aus seinem schätz zu heben ,anwiese. Henricus III. hatte auch veste gesetzet, daß dieser Rit-ter-orden niemand als gedohrnen Franzosen, oder doch sol-chen , welche sich in dem Königreiche hätten naturalisire» las-sen , und Regnicoles wären , sollte Mitgetheilt werden. AberHenricus IV. ließ sich hievon an. 1608. durch den Papst los-sprechen , damit er gelegenheik hätte, sich auch fremde Herrendurch dieses Mittel zu verpflichten; wie er denn gleich darauf

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verschiedene Italiäniiche Printzen damit besthencket hat, undseithero sonderlich Ludovicus XI V. gegen Johanne Sobieskydem Polnischen Könige an. 1616. und nachmals auch gegendessen zwey Printzen, Alerandro und Constantino, ein glei-ches gethan hat. Die Ritter tragen bey den gewöhnlichen ce-remonie» und fest-tägen einen langen mit gvld und silber umund um dordirten mantel von schwartzem sammct, und be,stehet die bordlrung aus göldenen lilien und zweifels-knvten.Der übrige mantel aber ist mit göldenen flammen bestreuet.Über dem mantel tragen sie ein kleines schaubqen von einemsilber-stücke, auf welchem silberne, tauben z» sehen, und sindbeyde mit orange-geldem alias gefüttert. Die Hosen sind «uf-geschürtzt, und das wammes weiß oder orange-farbe. Aufdem Haupte tragen sie ein schwartzes mützgen mit weiffen rei,ger-federn. Das grosse ordens-hals-band tragen die Ritternur bey den vornehmsten ceremonien und an den hohen fest,lägen , ausser denselbigen aber das blosse ordens-creutz an derUncken feite an einem himmel-blanen bände, weswegen manauch in Franckreich sagt: er wird das blaue band bekom-men ; das ist, er wird Ritter von dem H. Geist werden.Auf den ordentlichen mänteln tragen sie eben selbiges creutzsehr groß in silber gestickt. Das jährliche ordens-fest wird ge-meiniglich an dem Neu-iahrs-tage gefeyert, jedoch wirb denletzten tag des vorhergehenden ,ahrö allemal eine vesper gehal-ten , bey der sich die Ritter einstellen muffen. Der orl, wo siesich versammeln, ist mehrentheils die Augustiner-kirche zu Pa­ ris , wiewol auch unter Ludovico XIV. und schon unter demjetzigen Ludovico XV. die versammlung anderwärts , undnamentlich in der Königlichen capelle zu Verstilles , gehal.ten wurde. Die statuta dieses ordens bestehen aus zz. ar-tickuin. Paüiat. Armorial. Tfruanus , lib. LXVIII. Mattbieu ,hiltoire tom. I. Aubigne, hiftoire universelle. Ansehne, hist.des grands Offic. de la Couronne. Testament de Colbert.Entwurf von Ritter-orden. Hst. des Ordr. rel. * iHeiligen Geist, (Ritter - orden vom ) ein Ritter-orden inCastilien . Der stifter desselben war Johannes l. König inCasiilien, welcher an. igyo. am tage <st. Jacobi zu Sego-dien in der haupt-ktrche den orden des Heiligen Geistes ge-stiftet. Das ordens - zeichen war eine aus göldenen sonnen«strahlen bestehende kette, an welcher eine göldene weiß email«lirte taube, mit einem rothen gegen die erde stehenden schna-bel behängen ; wie er denn auch selbigen tag noch einen ge-ringern orden soll gestiftet haben, welches doch alles mit deSstiflers tode erloschen. Diego de Qolmenares , bitt. de Segovia c. 26. Grypbii Ritter-orden.

Heiligen Geist, (Ritter - orden vom) ist ein anderer Rit-ter-orden , welchen Ludwig von Tarento, König von Jeru-salem und Sicilien , Graf von Provence, so der KöniginJohannäI. gemahl war, an. i;;z. gestiftet. Man nenneteihn auch zum rechten verlangen, und hatten die Ritter aufihrem hadit diese worte: Si vieu plaic. Einige fügen aucheinen knoten von gold bey, als ein zeichen der freundschaffl.Es wird gesagt , daß König Henricus III. als er aus Polen in Franckreich gegangen , um selbiges Reich in besitz zu neh-men , und nach Venedig kommen , habe man ihm das buchvon stiftung dieses ordens samt allen ordnungen desselben undsehr schönen kleinen gemähldern, welche eine jede fache aus,drucken , vorgewiesen, und, weil er daran ein sonderbares ge,fallen hatte, auch verehret; welches ihm dann den ersten an-las gegeben , auf stiftung eines gleichen ordens zu denckcn.Le Ladoureur will gar versichern , Henricus hätte nachdemseinem Cantzler Chiverni besohlen, selbiges buch zu verbren-nen ; allein dieser hätte es heimlich aufbehalten, tmd seyes also von ihm an seinen söhn Philipp Hüraut , Bischossvon Chartres , von diesem hingegen an den Präsidenten dsMaisons kommen. Jedoch ist nicht zu läugnen, daß diestatuta beyder orden gar sehr sind unterschieden gewesen, undblos der nähme und anlas der stiftuiig übereinstimmen; weilauch Ludwig am H. Psingst - tage König von Jerusalem undSicilien, wie Henricus König in Polen , war erwehlet wor-den. Du Pleix & Mezeray , hist. de Henri III. Villani ,lib. III. c. 85. Boucbet , hist. de Provence. Sainthe-Martbe.Favin. Haudiques de Blancourt , rccherche hist. de 1ordre duSt. Esprit. Le Laboureur , addit. aux wem. de Castelnau.Hist. dts Ordr. re . *

Heiligenhafen, oder Htligenhaven, eine dem Könige vonDänemarck gehörige und in der Holsteinischen landschafft Wa-grien, der insul Fernern gegen über, gelegene stadt.

Heiligenstadt , ist die haupt-stadt des zwischen den Thürin­ gischen und Braunschweigischen grentzen liegenden und demChurfürsten von MayiM gehörigen Elchsfeldes. Sie selbst liegtzwischen den städten Mühlhaüsen und Göttingen , nahe beydem Ursprünge des flusses Leine, und ist der sitz der Cbur.Mavntzischen Regierung über das Eichsseld , welche das Vice--Dom-Amt genennet wird. Es befindet sich auch dazeldst einevon Henrico Pio gestiftete Probstey, und seit an. 157?. einCollcgium der ooctetdt JEsu.

Heiliglaiid, ehemals Actania genannt , eine kleine in-sul , welche dem Hcrtzoge von Gottorpgehöret, und ü. meilenwestwärts von dem Ditmarsischen ufer dem Eiderstädtischen ge-gen über liegt. <cie hatte vormals 4. Teutsche meilen im um-fang ; allein an. 8oo> gieng ein theil davon unter, und an. izo-».

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