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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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würdig, und sich begnüge, daß ihn die Stände vor einenKönig erkennen, (m) Es widersetztench zwar seiner wählanfänalich Burchardus, Hertzog in Schwaben,und Arnulphus,Hertzog in Bayern , der aus Hnngaru wieder in Bauern ein-gefallen war; allein als jener sahe, daß er gegen die grosseinachl Henrici nichts ausrichten konnte, unterwarf er ,lchdemselben gar bald; (n) dieser verglich sich hierauf auch, je-doch dergestalt, daß ihm Henricus das Jus circa Sacra, unddie gcwalt , alle Bifthösse seines lanbeü ein-und abzusetzen ,verstattete, (o) Mililerweile suchte der König in Franckreich ,Carolus 8 'implex, welcher den gröstcn theil von Lothringen rn-ne hatte, bey gclegenheil dieser troublen Elsaß, so noch meistvon Teutschland dependirte, wegzunehmen, und zugleich Gi-sclbertum, den Hcrtzog von Lothringen , welcher heimlich mitHenrico correspondirle, zum gehorsam zu bringen. Er er-hielte auch seinen zweck; denn Henricus hatte edenchamals dieUngarn und Slaven auf dem halse, und ward genothigct, an.923. Mit Carolo Simplice zu Bonn einen stillstand und freund-schaffts-tractat aufzurichten, (p) Nachdem er aber mit den Un­ garn indessen gegen Versprechung eines jährlichen tributs ei-nen frieden auf 9. jähr geschlossen, (q) richtete er seine ge-dancken auf Lothringen , bekam Giselberlum den Hertzog da-selbst durch list in seine gewalt, und nachdem er demselbenseine tochter Gerberg zur ehe gegeben, brachte er durch ihngantz Lothringen unter seinen gehorsam , und wieder an dasTeutsche Reich, davon es seit Arnulphi tode,abgerissen, gewe-sen. (r) Nach diesem war Henricus sehr bemühet, Teuf chlandwider den anlauf der Ungarn und Wenden in rechte Verfassungzu setzen; zu welchem ende er in Sachsen viel stadte erbauete,selbige mit mauren versähe, und um solche bewohnt zu ma-chen , den neunten bauer aus einem dorf in die nächste stadtversetzte , auch verordnete, daß alle lustbarkeiten, Hochzeiten,gastereyen rc. nicht auf dem lande, sondern in den stadten ge-schehen sollten, (s) Insgemein wird auch vorgegeben, daß Hen-ricus die turniere, wo nicht zu erst erfunden, doch wieder er-neuert, und dadurch das volck in Waffen geübt gemacht ha-be. (ei Es ist aber gäntzlich falsch, (u) (Siehe den artickulTurniere.') Nachdem nun Henricus Teutschland in zieinli-chen defensions-stand gesetzt, griff er die Slaven an, die ander Havel wohnten, und nahm ihnen ihre beste vestung Bran­ denburg weg , (w) hernach gieng er auf die Oalemincios los,eroberte und schleifte ihre stadt Ianam, (x) streifte auch bisin die Lausitz , (y) nahm Prag in Böhmen ein, und machtesich den Regulum oder Fürsten daselbst zinsbar, (z) Kurtz dar-auf rebelllrten die Redarii in der Uckermarck, zu welchen sichalle Slavische völcker schlugen, denen Henricus seine zwey Ge-nerals Bernhardum und Thietmarum entgegen schickte,, dieeine solche blutige schlacht mit denselben hielten, daß über120000, Slaven getödtet, und 8000. gefangen wurden,(aa) Hierauf gieng er auf die Dänen los , und nahm ihnenalles in Frießland und Holstein weg, eroberte Schleßwig, undsetzte daselbst einen Marggrafen. (bb) Henricus begab sich nachdiesem in die Niederlande, weil die damaligen Malcontemenin Franckreich ihn wider den König Radulphum in einen kriegzu verwickeln suchten ; doch ließ er sich von Radulpho in dergute wieder zurück weisen, (cc) Denn es war eben damals derneunjährige stillstand mit den Ungarn zu ende gelauffen, dasich denn Henricus zu einem schweren kriege bereit machte,und als jene den ihnen bisher gercichete» jährlichen tributvon ihm forderten , ihnen zum schimpf einen grossen räudi-gen fchaaf-hund schickte. Als sie hierauf an. 9;;. mit;00000.mann in Teutfchland einfielen, empfieng er sie dergestalt beyMcrfeburg, daß ihrer über 4000s. mann auf der wahlstatt blie-ben, die übrigen aber thcils qcfangen, theils zerstreuet worden ;wie er denn auch selbige schlacht in dem Kayserl. pallast zuMcrfeburg abmahlen ließ. (dd) Nachdem nun Henricus hier-auf einen Reichstag zu Erfurt gehalten, und auf demselbenseinen söhn Ottonem zu seinem Nachfolger in der Königlichenwürde ernennen lassen, auch von einer reise nach Italien undvindicirung des Kayserthums geredet, (ee) starb er an. 936.in dem klöster Memleben an der Unstrut, und wurde zuQuedlinburg in der Stifts-kirche, die er gestiftet hatte, be-graben. (ss) Von seiner gemahlin Mathilde hat er gezeuget:Ottonem M. stinen Nachfolger; Henricum, nachmals Hertzogvon Bayern und Braunschweiq; Brunonem, Ertz-Bischoff zuEöln ; Gerbergam, die an Giselberl von Lothringen , undHadwidam oder Hedwig, die an Hugo den grossen inFranckreich verheurathcl worden, (gg) Andere legen ihm nochmehr tochter bey, ;. e. Mathildam , die QüedlinburgischeAcbtißin; Richsam, rc. es ist aber solches alles mit keinemtüchtigen zeuge» zu beweisen. Siehe Mathildis. (a) Witte,chind. lib. 1 . annal . p. 634. Ditmar. üb. 1 . p. 324. conf.Gundling. Henr. Aue. §. 2. lit. n. p. 19. Ludersvig. Henr. Aue

c. 1. §. 9. p. 3. (b) Ditmar. üb. 1 . p. 328. conf. Biondell. ge-neal. Franc. plen. assert. tötn. II. p. 208. Ludereig. d. diss. c. i.§. 6. p. (c) Spener sylloge geneal. bist. P.J07. Schürt. diss.de Wittekindo M. §. 6. lib. IX. p. 9. seq. & in oper. p. 570.(d) Schiiten, annal. Paderb. p. 129. Leibnit. tom. I. script.Brunsu. in introd. Ludeivig. d. diss. c. 1. §. 3. p. 4. Gundling.

d. tr. §. 1. p. 1. 2. (e) Wittechind. lib. I. p. 634. Ditmar. lib.I.p. 314. conf. Gundling. §. 3. p. 23. seqq. ( f) Ditmar. p. 323.conf. Gundling. §. 6. p. 28. leqq. Ludenoig. c. 1. §. 8. p. 6. 7.(g) Vita Mathild. ap. Leibnit. tom. I. p.194. seqq. Wittechind.

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d. 1 , Maderi antiquit. Brunsu. p. 102. Gundling. §. 7. g. p. 34 .seqq. & p. 312. (h) Ditmar. p. 325. Wittechind. p. 6;ü. Lud.prand. lib. II. c. 7 · i° 7 * Eccard. decas. S. Gall. c. 5. (i)Gundling. §. 14. lit. i. p. 7 6. (k) Supplcm. Reginon. Wittechind.lib. I. p. 637. Ditmar. lib. 1 . p. 326. Urfpergenj. p. 196. ( 1 )Chron. Duc Brunsu. ap. Müder, in antiq. Brunsu. p. 3. Ma.nach. Hamersleb. ibid. p. 136. Chron. Engelbus. p. 174. ( m )Wittechind. & Ditmar. dd. 11 . (n) Wittechind. 1 . c. Vita S.Wi -borada , c. 28. (0) Wittechind. & Ditmar. dd. 11 . Luitprani.lib. II. c.7. (p) Supplcm. Reginon. & Sigebert. ad an.923. Tab.fader. BonnenJ. ap. Baluz. capitular. tom. II. p. 299. Du Chenc,script. Franc. tom. II. Schilter. inltit. J. P. tom. II. p. 73. Guni.ling d. tr. p. 301. conf. Biondell. geneal. Franc. plen. affert,tom. II. p. 2Ü3. (q) Wittechind. lib. I. p. 628. conf Gundling.§. 19. p. 113. seq. (r) Frodoard. ad an. 92z. 923.926. Supplent.Regln, ad an. 926. 929. WittechindMb. I. p. 637. seq. Sigebert.adan. 929. conf. Gundling. §. 18. (s) Wittechind.lib.l. j). 639.Ursperg . p. 200. (t) Schubart. diss. de lud. equestr. RÜPNerSturnier-buch &c. (u) Du Preßte , glossar. voc. Tomeamenta.Eccarit.ddL de usu & pnest.ihid. etymol. §. 6. lit. d. seq. Gund.ling. d. tr. §. 21. p. 133. seq. (w) Wittechind. 1 . c. Chronogr.Saxon. Leibnit. ad an. 926. (x) Wittechind. d. 1 . conf Leibnit.proleg. ad script. Brunsu. n. 14. seqq. Gundling. §. 23. lit. z.p. 167. (y) Ditmar. lib. I. p. 326. (z) Sigebert. Herm. Contr.ad an. 930. (aa) Wittechind. lib. I. p. 639. seq. Ditmar. 1 . c.Sigebert. ad an. 931. Helmold. chron. Slav. lib. I. c. 8 · n. 4.(bb) Wittechind. p. 641. Sigebert. ad an. 933. Helmold . d. 1 .Adam. Bremens , lib. I. c. 47. (cc) Herm. Contr. ad an. 931.Supplem. Regin. d. a. Frodoard. ad an. 928. seqq. (dd) Witte -cbind. d. 1 . Luitprand. lib. II. c. 7. seqq. p. 107. Frodoard. adan. 933. conf. Paullini zeitkürtzende lust, ?. II. them. ;i. Hui.fii diss Henr. Aue. Hungar. pröpe Martisb. victor. Lips. 1686.4to. (ee) Wittechind. sub nn. lib. I. Vita Mathild. c. 2. §. 8.p. 196. (ff) Wittechind. d. 1 . Ditmar. lib. I. p. 328. Supplem.Reginon. Frodoard. Marian. Seat. ad an. 936. conf. Pagi crit.in Baron . tom. III. ad an. 936. n. 1. p. 832. Gundling d. tr»§. 33. lit. q. p. 239. seq. (gg) Vita Mathild. d. 1 . diplom. ap.Meibom. in not. ad Wittechind. p. 739. Alberic. trium fönt.Chr. ad an. 937. ap. Leibnit. p. 273. conf. Gundling. §. 9. p.42. seqq. & $. 34. lit. a. p. 246.

henricus II. wegen seiner gottseligkeit der heilige, desglei-chen ein »alter der Mönche, sonst aber der lahine, wie auch,weil er diirch seiner schwester Gislä Heurath mit Stevhano zuder Ungarn bekehrung gelegenheit gegeben, der Ungarn Apo-stel zugenannt, war ein Hertzog von Bayern , Henrici Brevis,Hertzogs von Bayern , und Gifelä, des Königs in Burgund tochter, söhn, (a) welcher Henrici, Hertzogs von Bayernsöhn, und Henrici Aucupis enckel war." (b) Nach sei-nes vatters tobe an. 99c. wurde er Hertzog von Bayern , (c)und als das Reich durch den tod Ottonis III. an. 1002. erledigtwurde, drang er unter den vielen Competente« , Hermann von Schwaben , Brunone Hertzog zu Sachsen an der Weser,Ezone Pfaltzgrafcn bey Rhein, und Eclardo Marggrafen zgMeisten,allcme durch,und wurde den 7.iun.an.ioo2.züMayntz,seine gemahlin Kunigunda zu Paderborn , und er, nachdem erseine Competente» meist in der güte überwunden, zum andernmal zu Aachen gccrönt. (d) Mittlerweile halte sich in Italien Ardoinus , Marggraf von Jvrea, zum König aufgewvrffen ,daher Henricus, so bald er in Teutschland ruhig war, an.1004. einen zng dahin vornahm , in kurtzem alles sich unter-warf , und sich zu Pavia zum König von Italien crönen ließ,wicwol er an dem crönungs-tagc in lebens-gefahr von dempöbcl der stadt gcricth, den er aber doch wieder tapfer züchtigte.Daß er aber, wie einige vorgeben, damals zu einem fenstersoll heraus gesprungen, und hiervon lahm worden seyn, istnoch sehr zwcifelhasst. (e) Er gieng aber gleich hierauf wiedernach Tetilschland, und zwang die Polen und Böhmen zumjährlichen tribut, dessen sie sich von neue»» geweigert hatten.(f ) An. 1007. machte er auf dem ConciLio zu Franckfurt amMayn aus der Grafschafft Bamberg, weil er keine erben hat.te, ein Bißthum, mir dem bedinge, daß solches unter keinemMetropolitan, sondern unmittelbar unter dem Papst stehensollte, (g) Es ist auch wahrscheinlich, daß er verordnet, daßdie weltliche Ertz-beamtcn zugleich diests neuen Stifts aster»beamten seyn, und einige gütber von solchem zu lehn tragensollten; wiewol andere dieses in neuere Zeiten verschieben, (h)(Siehe Bamberg .) An. 1014. trat er auf des Papsts Benedi-cti VIII. ersuchen eine reise an nach Rom , und wurde mit sei-ner gemahlin Kunigunda daselbst von gedachtem Papst ge-crönt. Er bestätigte auch die an die Päpste von den vorigenKaysern geschehene schenckungen , verordnete aber zugleich, daßdie Päpstliche wähl nicht anders als in gegenwart der Kay,serlichen Gesandten geschehen sollte. (!) Nach diesem that He»,ricus einen zug wider den Grafen Dietrich von Holland , undtrieb ihn zu paaren, (k) An. roig. bewegte er Rodolfum denfaulen, König in Burgund , auf dessen verlassenfchafft er vonseiner Mutter her ein nahes recht hatte , daß er ihn noch beyseinen ledzeiten von den meisten Burgundsschen ländcrn undstädten besitz nehmen ließ. (kk) An. 1022. gieng er zum drit-ten mal in Italien , schlug die Griechen und Saracenen, wel-che fast bis nach Rom gekommen ivaren, und nahm Bene­ vento , Napoli , Capua , Troia und Salerno , rc. ein. ( 1 )Erstarb an. 1024. und wurde zu Bamberg begraben. (m>

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