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genennet, auch die stadt aus hungers-noth sich ergeben wollte,jedoch daß sie den Hertzog von Burgund , welcher in der Engel-länder gescllschafft davor lag, zum Ober-Herrn bekommen sollte,so wollten doch die Engelländer hierein nicht willigen, wor-durch sie den Hertzog von Burgund so mißvergnügt machten,daß derselbe sein volck zurück zog, und, weil noch über dißJohanna ä'Arc, ein schäfer-mägdlcin, sonst la Pucelle d’Or-leans , oder das Mägdlein von Orleans genannt, welchevon GOtt dem Könige Carolo VII. zu hülffe geschickt zu seynvorgab, sich durch daS feindliche iagcr durchschlug, und miteinigen völckern glücklich in die stadt kam, wurden die Engel-länder genöthigel, die belaqerung an. 1429. mit ziemlichemvertust aufzuheben. Und hierauf kam ein ungluck nach demandern. Carolus VII. nahm viel städte ein, und gieng aufein-rathen des gedachten Mägdleins von Orleans gerade nachRheims, als dem ordentlichen crönungs - ort in Franckreich,und ließ sich daselbst noch in eben dem jähre 1429. crönen. Erbemächtigte sich hierauf vieler städte um Paris ; hingegen be-kamen die Engelländer das mägdlein von Orleans an. 14;°.gefangen, und brachten den Hertzog von Burgund, der garvon ihnen abtreten wollte, auf ihre feite, da sie ihn zum Re-genten von Franckreich anstatt des Hectzogs von Bedford ge-macht. An. 14z 1. kam Henricus aus Engelland nach Rouen ,und nachdem er das mägdlein von Orleans als eine hexe ver-brennen lassen, gieng er nach Paris , und wurde daselbst den 7.nov, in der kirche de Nötre-Dame von dem Cardinal von Win-chester gecrönet, muste aber aus furcht vor Carolo VII. der na-he bey Paris stund, und in der stadt heimliche freunde hatte,sich bald wieder nach Rouen , und weil er auch da nicht sicherwar, wieder zurück nach Engelland begeben. Das glück schie-ne zwar hernach den Engelländern wiederum zu savorisiren,indem der Graf von Arundel und der Lord Talbot hier und darsicgeten, bis endlich der erste zu Gcrbrov an. 141c. tödllich ver-wundet wurde. In eben diesem jähre verließ der Hertzog vonBurgund aus einer jaloufle, die er mit dem Hertzoge von Bed-ford chakte, der Engelländer partey, und dleser, welcher bisanhero die fachen in Franckreich gar weislich dirigiret hatte,starb; worauf denn fast alle Franzosen Carolo VII. zufielen.Richardus, Hertzog von Zorck, succedirte zwar dem Hertzo-ge von Bedford in der Regenten-stelle von Franckreich; alleinehe er noch daselbst ankam, gieng die stadt Paris durch ver-rätherey der bürger den 27. sebr. an. 1416. vcrlvhren; undweil er dem Könige verdächtig gemacht wurde, indem er desvon demselben zu ansang der regieruug enthaupteten Richar-di von Dorck söhn war, so wurde er gleich nach einem jähre,darinn er Harfleur erobert, wieder zurück beruffcn. SeinNachfolger, der Hertzog von Warwick, starb zwar gleich wieder,und der Hertzog von Aorck wurde ztim andern mal nach Franck-reich geschickt, konnte aber wegen der jalousie , die man widerihn hatte, und deswegen man lhm nicht recht beystund, nichtsausrichten, dahero endlich die Engelländer an. 1444. einen still-stand eingicngen, der nach und nach bis an. 1448. verlängertwurde. Indessen suchte sich Henricus zu vermählen. Anfäng-Isch verlobte er sich mit der Gräfin von Armagnac; weil aberCarolus VII. den Grafen samt seiner tochter gefangen nahm,wurde solche heurath verhindert. Worauf der Graf von Suf-folk, da er den ermeldten stillstand mit Franckreich als Ge-sandter schloß, zugleich eine andere heurath mit Marqarethavon Anjou, Renati Königs von Neapolis tochter, vorschlug,auch den König beredete, solche zu ratificiren. Der Hertzog von Glocester fetzte sich zwar auf das äusserste darwider, weildas Haus Anjou gut Französisch war. Dessen ungeachtet giengdie heurath fort, und wurde noch darzu Anjou und Maine,um die braut folgen zu lassen, in dem stillstands-tractate anFranckreich übergeben. Allein dieses war der Ursprung allesUnglücks, so den König betroffen; denn weil er ein gelinderund sehr frommer, aber zur regierung ungeschickter Herr,sie aber eine regicrsüchtige Dame war, riß sie ihm gleich-sam den scepter aus den Händen, und unternahm sich allesnach ihrem gefallen zu regieren. Ihr erstes war, den Her tzog von Glocester theils aus raache, weil er ihrer heurath zu-wider gewesen, theils weil er den gröstcn antheil an der regie-rung hatte, aus dem ivege zu räumen. Dannenhero wur-de er einer Verschwörung wider den König beschuldiget, undgefangen gesetzt, nach einigen tagen aber todt gefunden, undsein cörper den Lords und gemeinen gczciact, mit vorwenden,daß er au einem innerlichen geschwüre gestorben; da hingegendie meisten in der meynung stunden, daß man ihn vorsetzli-cher weise hingerichtet. Dieses geschahe an. 1447. Damit sienun auch den Hertzog von Dorck und den von Sommerset,die einander zwar tvd-feind waren, aber beyde doch in gros-sem ansehen stunden, von Hof brächte, wurde jener nach Jrr-land, dieser aber nach Franckreich geschickt, unter dem vor-wande, dort die vorgefallene unruhen zu stillen, hier aber denkrieg wider Franckreich fortzusetzen. Hingegen zog sie denGrafen von Ouffolk hervor, ließ ihn zum Hertzoge machen,und theilte die regierung mit demselben. Nachdem aber dieFranzosen an. ,449. einen vesten platz nach dem andern in derNormandie eingenommen, und im folgenden jähr das gantzeland erobert halten, ward der Hertzog von Suffolk von demParlemcnt angeklagt, daß er an allem Unglücke schuld seye,und ob er gleich von dem Könige gerettet wurde, ließ ihn dochder Hertzog von Dorck heimlich umbringen» Eben dieser Her-
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og hatte auch viel zu den, üblen ausgang des kriegs in derkormandie geholffen , blos um deswillen, damit er die unter,thauen wider den König und die Königin mißvergnügt machenmöchte. Denn nunmehro fieng er an, dasienige auszuführen,was sein valter angefangen, indem er alle seine gedancken da,hin richtete, innerliche unruhen zu erregen, und dardey diecron auf sein Haupt zu setzen. An. 145r. hetzte er einen Jrr-länder, nahmens Cade, auf, der den nahmen Mortimer an.nahm, insgemein aber der Capitain von Kent genennet wurde,weil er in dieser provintz eine partey machte, ivomik er beivaf-net nach Londen zog, und die verräther des Reichs bestraft wis-sen wollte, allein die fache lief unglücklich ab, und Cade wardmeuchelmörderischer weife uingebracht. Unter diesen unruhenward Guycnne von den Franzosen an. 1452. erobert, und »ach,dem es wieder von ihnen abgefallen, im folgenden jähre noch,mals eingenommen, von welcher zeit an die Engelländer vongantz Franckreich mehr nichts als die vestung Calais und Gui-nes in der Picardie behalten. Weil nun hierdurch der haß derUnterthanen gegen die Königin und den Hertzog von Sommer-set , den sie nach SuffolkS tode in das ülinillenum aufgenom-men, vermehret wurde, drang der Hertzog von Dorck,nach sei-ner Wiederkunft aus Jrrland darauf, daß man die bösen Mi-nister wegschaffen sollte, und da man ihn nicht hören wollte, er,griff er die Waffen, ward aber durch des Königs stärckere arm«gezwungen , solche wieder niederzulegen, und einen neuen eydder treue zu schwören, wordey ihm doch der König versprach,des Hcrtzogs von c^vmmcrsel aufführung untersuchen zu lassen.Allein nachdem der Hertzog von Aorck den von Sommerset an.1454. eigenmächtig in dem Königlichen pallast, da der Königkranck lag, in arrest nehmen, und nach dem Towcr bringenlassen, um seinem vorgeben nach in dem bevorstehenden Par-lement rechcnschafft seiner aufführung zu geben, kam es zu ei-nem neuen kriege, und weil sich beyde theile bey zeiten darzugefaßt gemacht, sogleich an. 14;;. bey St. Albans z» einerblutigen schlacht, worinn die Königliche partey mit Verlust 8 «».todten, darunter der Hertzog von Sommerfet selbst war, ge-schlagen , der König in einer bauren-hütte gefangen, von demHertzoge aber mit der «rösten submißion geehret, und nach Lon den geführet wurde. Allhier wurde sogleich ein Parlement be-ruffen, in welchem die Zorckischen in dem, was ihre ergreif-fung der waffcn anlanget, von dem hoch-verralhe frey gespro-chen , alle schuld hingegen auf den Hertzog von Sommersetgeleget, der tod des Hertzogs von Glocester für ungerecht «.rannt , und endlich der Hertzog von Aorck zuin Protector vonEngelland, der Graf von Salisbury, dessen vertrautesterfreund, zum Grvß-Cantzler, und dessen söhn, der Graf vonWarwick, zum Gouverneur zu CalaiS erkläret wurde. AlleindieKönigin hetzte die Schottlander auf, daß sie an. 1457. in En-gelland einfielen, und da ber Hertzog von Zorck denselben entge-gen gegangen, brachte es die Königin inzwischen dahin, daß derKönig nebst einem kleinen Parlement, so sich zu Greenwich ver-sammelte, dem Hertzoge das Protectorat, und dem Grafenvon SaliSbury das Cantzler-amt nahm. Endlich aber wardan. 1459. zu Londen eine Versöhnung beyder partcycn gestiftet,und durch eine solenne proceßion , dabey der König in Königli-chem zierrathe, und die Aorckische und Königlich-gesinnte un-ter einander, der Hertzog von Dorck aber neben der Königingicngen, gleichsam bestätiget. Allein in 2. monaten kam esschon wieder zur ruptur, nachdem man den Grafen von War,wick wegen einiger bey Hof entstandenen streitigkeiten gefan,gen setzen wollte. Denn der Graf von Salisbury, des vonWarwick valter, kam hierauf mit einer armee an, und halledas glück, daß er den 21. sept. an. ,4,9. die Königliche, ob siegleich noch so starck waren, aus dem selbe schlug. Der Her tzog von Aorck stieß mit seiner armee auch zu ihm, weil aber derdritte theil derselben aus vcrrätherey des Capitains Trolop zuden Königlichen übcrgieng, böte er dem Hofe frieden an, undwollte sich dem Könige unlerwerffen, we»>n solcher seine feindevon sich schaffen würde. Aber die Königin veranlaßte ein Par-lement nach Covcntry, welches den Hertzog von Aorck und dievornehmsten Häupter seiner partey des hoch-vcrraths beschuldig-te , und verordnete, daß alle ihre güther confisciret werden soll-ten. Der Hertzog von Dorck begab sich hierauf nach Jrrland,um volck zu werben; der Graf von Salisbury und von War-wick aber hielten den <>. jul. an. 1460. ein treffen bey Nolham-pton, worinn des Königs trouppen geschlagen wurden, ui-dzwar durch verrätherey des Lord Gren von Ruthen, welcher zuder Dvrckischen partey übergieng. Allhier büsseten viel hohe Per-sonen von der Königlichen feite ihr leben ein, ja der König selbstwurde abermals von den feinden gefangen, und von dem Her-tzoge von Porck, der inzwischen aus Jrrland wieder gekommen,rm triumph nach Londen gebracht. Hierauf erfolgte ein neuesParlement, in welchem Richard, der Hertzog von Aorck, dieCrvne von Engelland öffentlich prätendirle, als ein söhn derAnnä, einer enckclin Philippä Lioncls, des Königs EdnardiIII. sohnes tochter. Indem man über diesen Haupt-punct miteinander stritte, begab sich etwas sehr ominöses, nemlich 2. cro-ncn fielen zugleich herab auf die erde, eine von dem dache desunter-hauses, woselbst sie zur zierrath hieng, und die andere vonder spitze des Towers. Letztlich wurde an. 1460. von dem Parle-ment beschlossen, daß Henricus die crvne vollmds, so lange alser lebte, tragen, nachgehends aber niemand, als der Hertzog vonDorck, Richardus, und seine erden, darzu gelangen sollten,
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