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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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welcher sodann öffentlich vor den rechtmäßigen erben der Cronr,und zugleich zum kmtector von Engclland erkläret , und diekinder Henrici auf ewig ausgeschlossen wurden. Mein diemartialische Königin Margarclha, welche sich inzwischen mitihrein von Henrico erzeugten söhne Eduard, einem kinde vonsieben jähren, nach Schottland , reiirjrcl hatte, brachte da-selbst eine ziemliche armee zusammen , um die fache mit demschwerdte zu entscheiden. Dieftr tuarschirte Richard mit einerandern armee entgegen, worauf zu Wakeficld an. 1460. eintreffen geschahe, in welchem Richard erschlagen, der GrafvonSalisbury gefangen, hernach aber umgebracht wurde, und dieKönigin den sieg erhielte. Dieses kehrte daS spiel um, und schieneperr-weissen rose den garauü zu machen. Nichts destowenigersetzte Eduard, Graf von March, Richards soh», den kriegfort, verlohr aber an. igSi. im fedr. zwey schlachten nacheinander, eine bey Mortimer - Croß ohnweit Ludlow , und dieandere bey 0 i. Alvans, allwo der König wiederum in seinefreyheit gesetzt wurde. Dem ohngeachtet lief die fache für Hen-ricum unglücklich. Denn die etnwohner zu Londen , bey wel-chen sich der Printz Ediiard in grosse gunst gesetzt, nahmen ihnbey einer rctirade nicht allein mit freuden aus, ungeachtet seinzustand damals sehr schlecht war, sondern erklärten ihn auchzum Könige; und von dieser zeit an werden auch die jähre sei-ner regierung gezehlet. ( Siehe Eduardus IV. König in En-gelland.) Die Königin hatte zwar eine armee von 60000.mann zusammen gebracht, aber Eduard schlug solche den 29.merk an. 1462. zwischen Saxton und Tourton , bey Hexham,auf das Haupt, und nöthigte Heuricum nebst seiner gemahlinnach Schottland zu flüchten. Die gemahlin that hierauf einerege nach Franckreich, weil aber der König daselbst Ludvvi«cus XI. mit dem Hause Burgund viel zu schaffen hatte, konn-te sie keine hülffe erlangen. Endlich zerfiel der Hertzog vonWarwick mir Eduards lV. und da beyde parteyen an. 1470.unweit Lines gegen einander stunden , ward Eduard fast vonallen leuthcn »erlassen, und gezwungen , sich aus dem Reichezu seinem schwager dem Hertzoge von Burgund zu flüchten;Henricus aber wurde hierauf nach Londen gebracht, und wie-der mit grossem vvmp auf den thron gesetzt. Es wahrte abernicht lange, so kam Eduard mit 2000. mann , die ihm derHertzog von Burgund gegeben, wieder in Engclland an, undweil seine zwey brüder, die Hertzoge von Clären« und Gloce-ster, die bisher seine feinde gewesen , zu ihm übergiengen, diestadt Londen auch ihm die thvre öfnete, war er im stände, denHertzog von Warwick, ehe solcher von der Königin verstärcktwurde, anzugreiffen, welches an. 1471. zwischen Londen undSt. Albans mit solchem glück geschahe, baß Eduard den völli-gen sieg erhielt, der Hertzog von Warwick blieb, und Henri-cus gefangen wurde. Hierbei) blieb es nicht, sondern als dieKönigin ihm entgegen gieng , schlug er sie auch, und bekam sienebst ihrem Printzen Eduards gefangen, welcher hierauf barba-rischer weise von dem Hertzoge von Glocester nebst seinem vatterHenrico umgebracht, die Königin aber in Towcr gesetzt wurde.

(Siehe auch den artickul Margaretha, Henrici VI. gemah-lin. ) So fromm Henncus war, so untüchtig war er zur re-giernng, und so unglücklich in allem unternehmen , wie inandann von ihm bemercket, daß alle schlachten, wo er dabey ge-wesen , vcrlohren, und hingegen, wo er sich anderwärts be-funden , gewonnen worden. Vergilius, üb. XXIII. Du ebene,liv. XVI. XVII. XVIII. Larrey , tom. I. p. 8rü. Hirns, chroti.Angl. Joh. Bauchet , ann. dAquitaine c. Sih, flor. Angl.p. 206. Lesie , lib. VIII. 2 be compleat bißory os England,tom. I. pag. 542.

Henricus VII. König in Engelland. Er fuccedirte Ri-chards III. an. 148;. und gewann die Crone, wie Henri-cus IV. mit dem schwerdt. Jedoch wollte er vor andern hierzuberechtiget seyn, diewell er aus dem Haufe Lancaster hcr-stammcte. Sein vatter war Edmund Tudor, Graf vonRichmond, welcher von Cadwaüader, dem letzten Britanni-schen Könige, herstammete. Als Henricus VI. umgebrachtwurde, gieng er in Bretagne ; nachdem aber Richardus III.sich der Crone angemassct, gieng selbiger mit s°°o. mann ausFranckreich in Engclland, und kam es bey dem dorfe Bos,Werth in der Grafschafft Leicester an. 1485. zu einer schlacht, inwelcher er nicht allein das seid behielt, sondern auch Richar-dus erschlagen ward. Er vermählte sich hierauf mit Elisabeth,des Königs Eduardi IV. ältester tochter, wodurch die beydenHäuser Jorck und Lancaster mit einander vereiniget wurden.Weil er aber die Crone in seinem eigenen nahmen annahm , soveranlasse« dieses viekerley cmpörungen. Die erste»ruhewurde ihm durch Richardum Simons, einen Prediger-Mönchzu Oxford , verursachet, welcher der weissen rose favorisirte,und gerne Ertz-Bischvff gewesen wäre. Dieser hatte einen di-scipul bey sich, nahmens Lambertns Simnel, welcher demEduarde, Grafen von Warwick, ähnlich siihe, welchen er be-redete , sich für den Printzen von Warwick auszugeben, wel-chen Henricus VII. der rede nach sollte haben hinrichten lassen.Selbiger bekam in Irrland grossen anhang, auch nahm sichdie verwittibke Hertzogin Margaretha von Burgund dessen an,und kam es dahin , daß Lambert in Dublin unter dem nah-men Ednardus Vl. ohne widerstand zum Könige gecrönetwurde. Allein da er hinüber in Engclland kam, und daselbstgleichen fortgang hoffelc, gieng ihm Henricus nach Stokes-Htstor. Ltxkon iv. Theil.

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field ohnweit Newarck entgegen, und schlug ihn nach einemheftigen treffen bis aufs Haupt, in welchem 4020. rebellen aufdem platze blieben , worunter die Grafen von Lincoln und Kittdarr waren; der neu-aufgeworffene König wurde nebst seinemBeicht-vatter gefangen, jedoch schenckre Henricus ihnen bey-den das leben, und machte aus dem ncu-gecrönten Könige ei-nen kuchcn-mngen, hernach aber einen hüner - vvgl. Einiae,ahre darauf wurde von vbgemeldter Margaretha ein anderer-nahmens Perkm Wardeck, eingeschobe», eines getauften Ju-den söhn, welcher sich vor des Königs Eduardi V. jünger»soh», Hertzog R'charbumvon Jorck, ausgab, und vonHen-r.co Vl!. dw Crone pracendtrle. Er gieng erstlich m Portugall,hernach m Jrrland und Franckreich, und kam endlich an. 140«

m Et'gel and, fand aber , vlchen zulauf nicht, als ihm nöthig

war. Allein der betrug kam bald an den rag, ehe noch Perkinm Engelland etwas tcntiren konnte, und hierauf wurden unter,fchiedliche conspiranten hingerichtet, unter welchen SirWittliam Stanley , des Königs Cammer-Herr, war, dem er nichtallein sein leben , sondern auch die Crone in der Boswortbifchenschlacht zu vcrbancken hatte. Nichts destoweniger, da manihn überzeuget, daß er em radelsführer der conspiranten aew«scn, muste rhn der Konig dem rechte überlassen, und konntesein leben nicht erretten. Dessen ungeachtet resoivirte sich derbetruger einen versuch zu thun, kam mit einem corpo von aller-hand verzweifelten leuthen und nationen aus Flandern , undfetzte einige in Kent aus, um die einwohner daselbst an sich mziehen. Als er aber fand, daß sie sich nicht für ihn schickten,nahm er seinen weg in ^rrland, und traf daselbst ihrer gar we-nig an, die sich zu ihm schlugen; allein in Schottland hatte erbesser glück , da er nicht anders aufgenommen wurde, als ober würcklich der Printz gewesen wäre, den er agirre, indemsich der Konig zu seiner partey schlug, und drein willigte, daßer sich mit Catharina Gordon, seiner nahen dluts - freundin,einer beydes sehr schonen und tngendhafften Dame, vermähltebis er endlich einen argwohn von ihm schöpfte,nd baheroverlangte, daß er sich aus seinem Reiche fortmachen möchte.Hierauf kam Perkin aus Schottland wiederum in Jrrland,und als er eine kurtze zeit daselbst sich aufgehalten, wurde er vonden Cvrnwallischen rebellen ersucht, hinüber zu ihnen zu kom-men. Als er solches gethan, unterwand er sich mit seiner ca-naille Epeter zu belagern , wurde aber bey herannäherunq derKöniglichen trouppen gezwungen wieder abzuziehen, um seinleben zu erretten. Er wurde dennoch geschlagen und gefangen,und weil er das gefängnis hatte erbrechen wollen, ward erendlich an. i;or. aufgeknüpft. Nächst diesem erregte sich inder nördlichen gegend von Engelland noch eine rebellion dmchJohn Cumber, einen verwegenen gesellen; eine andere aberin dem westlichen theile des Königreichs durch den Lord Audley -allein sie wurden beyde glücklich gedämpfet, und die rädeis-filhrer zur gebührenden strafe gezogen. Der Graf von War-wick , Eduard Plantagenet, des Hertzogs von Clarence, Kö-nigs Eduardi IV. bruders p>hn, wurde auf Henrici besehtnach einer langen gefangenschafft, die beydes unter dieser undvoriger regierung gewähret, und zwar blos darum, weil eraus dem Hause Jorck war, auch zugleich mit Perkin aus demTower entfliehen wollen, enthauptet. Als an. 1491. Caro-lus VIII. König in Franckreich, dem Maximilians I. seineBritannische braut weggenommen hatte, stund dieser dem Kö-nige Maximiliano bey , kündigte Franckreich den krieg an, undbelagerte an. 149z. die stadt Bouloqne in der Picardie; weilaber von Oesterreichischer feite das werck nicht getrieben wurde,nahm er eine summe gelbes von Franckreich, und zog wiederab. Er wird sonst wegen seiner weislichen regierung der Engel-länder Salomo genennet, war aber von einem unersättlichengeitze. Dieses bezeugen die grossen schindereyen des Empsonund Dudley, deren sich der König seine geld-kästen anzufüllenbediente, und zwar dergestalt, daß er auch die alleralteste undschon längst abgekommene pönal-gesetze wiederum erneuerteund vollzöge. Unter dieses Königs regierung fieng die soge-nannte schwein-seuche, (eine gantz neue art von kranckheiten, )in Engclland an auszubrcchen. Sonst hat er auch die soge-nannten Genllemen-Pcnsioners angestellet, auch einige Kollegiaund klöster gestiftet. Er starb endlich, nachdem er vier undzwanzig jähr regieret hatte, den 22. april an. 150?. und hinter-ließ nur einen lebendigen söhn , nemlich Henricum, seinennächsten Nachfolger, indem der ältere Arthurus bereits vor ihmverstorben , ncdst zwey töchtern, Margaretha und Maria , un-ter welchen die älteste an Jacobum IV. König von Schottland,die jüngere aber an den Konig von Franckreich, Ludovicnm XII.vermählt wurde. Polydnrus Vergilius , lib. XXVI. Du Cbene "liv.·XIX. Buehananus, lib. XIII. Les e, lib. VI 1 [. Eaco Je VeLrulxnüa, histor. Henrici VII. Ant. d Wood, hist. Oxon. üb. I.p. 2)}. Francesco Blondi historia delle guerre civili dJnghilter-ra. De Larrey, hist. dAnglet .

Henricus VIII. ein erbe beyder Häuser von Jorck und Lan-caster , fuccedirte seinem vatter Henrico VII. und ward den 24.jun. an. 1509. nebst feinet gemahlin Catharina von Aragoniengecrönet, als er nur achtzehcn jähr alt war. Da er zur regre,rnnq kam, fand er 1800000. psund sterlings an baarem gelde, dieaber in drey jähren durchgebracht wurden. Sein erster krieg warwider König Ludovicnm XII. in Franckreich, da er flch auf desPapsis Julii II. anhalten zu dem Kayser Maximiliano schlng,E ; an. izia.

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