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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tochter, ließ er sich an. w unter Dem verwände ihrer »n.fruchtbarkcil scheiden. ( Siehe Margaretha , Konigm mFranckreich.) Mit der andern, Maria von Medicis , Franci-fci, Groß - Hertzogs von Florentz tochter, welche ihm zu Lyon den 27. dec. an. 1600. vermählt wurde, zeugte er;. söhne undtochter. Der erste söhn war Ludovicus XIII. welcher ihmfolgte; der andere starb qantz jung an. itfn.; der dritte aberwar Gaston Jean Baptista von Franckreich, Hertzog von Or,leans, welcher an. i6c>8. gebohren, und zu Blois den 2. febr.

ctorem Amadeum von Savoyen, und die dritte an Carolum I.König von Engclland, vermählet. Über biß hatte er noch von4. maitressen n. natürliche kinder vor die seinen erkannt. Vonder Gabrielle von Estrces, Marquisin von Monceau, hatte exCäsarem, Hertzog von Vendome, welcher zu Paris den 22. oct.an. i6üo. verstorben; Alexandrum, Groß - Prior von Franck-reich , so an. 1620. verstorben; Carharinam Henriettam , ( soan den Hertzog Carolum II. von Elbrus vermahlt wurde .· aberan. 166;. verstarb; und noch 3. andere, Ludovicum, Franci-scum und Jsabellam, welche jung verstorben. Von der andernmaitresse, Henriette Balsac von Entragucs, Marquifin vonVerneuil, hatte er einen söhn, Henricum von Bourbon, Hertzogvon Verneuil, und Gadrielem Angelicam , Bernhardt von Va-lette und Foix , HertzogS von Espernvn gemahlin , welche an.1627. zu Metz im kindbethe starb. Von der Jacquelina vonBeuil, Gräfin von Moret, hatte er Antonium, welcher den i.sept. an. 1632. zu Castelnaudary umkam ; von der Charlottavon Estars aber halte er Iohannam, Aebtißin von Fontevrault,und Mariam Henriettam, Aebtißin von Ehestes. Es war die-ser Henricus in der that ein grosser Herr, der mit grossem ver-stände und sonderbarer tapferkeit begabt war, in der gutigkeitaber seines gleichen nicht hatte, inmassen er auch so gar seine ärg-sten feinde lieber mit wohlthun zu gewinnen, als mit gemalt zuunterdrücken suchte. Seinem Reich hatte er sehr aufgeholffen,wiewol doch in dem Finanzen - Wesen, in welchem zu seiner zeitsonderlich die sogenannte Lavierte aufgekommen, nicht alle Un-ordnung und Ungerechtigkeit vermitten worden. Man kan ihmauch keineswegs beymessen , daß er sich der regierungs - geschaff-te nicht angenommen, und würde vielleicht alles mit noch gros-serm fleiß geschehen styn , wenn er nicht dem spiele» und demfrauenzimmer so gar ergeben gewesen, welcher letztere affect ihnsonderlich mehr als einmal in gefährliche fall-stricke gebracht, anbeobachtung seines besten gehindert, zum öffentlichen argernisgemacht, und öfters zu »»zeitiger Vertraulichkeit, auch wolunanständiger demüthigunq gegen seine maitressen , genöchi-get. TbuaMus , lib. XCVl. XCVII. & CXII. Jo. Serre , invent.hist. Gall. Mezeray. Du Pleix , histoir. de Henri-IV . Perefixe,hilioir. de Henri IV . Sully , memoires. Lettres dOfsat. Am-bajfade: de du Perron. O Aubigni , tom. II. liv. I. Maxim, deBetbme , memoires de Henri le Gravid, &c. Bayle.

Röntge von Jerusalem und Covern:

henricus von Champagne, der jüngere genannt, warHenrici I. des reichen zugenannt, Grafen von Champagnesöhn, mit Maria, einer Französischen Printzeßin, gezcuget.Nach dem rode seiner ersten gemahlin Hermensette, HenriciMarggrafen von Namur tochter, überließ er die GrafschafftChampagne seinem jünger» bruder Thibaldo V. und gieng in dasgelobte land, woselbst er sich mit Isabella, der erbin des König-reichs von Jerusalem , vermählte, und dadurch König zu Jeru­ salem wurde. Guido von Lusignan, welcher bereits dem letzter»äemahl dieser Jolantä, Conrado von Montferrat, wegen die-sem Königreiche streit erregt, machte zwar anjctzo wiederum an-spruch. Der König in Engelland aber, Richardus, welcher ebendamals im gelobten lande war, gab Guidoni das KönigreichCypern , und verschaffte dadurch, daß Henricus in ruhigem be-sitz des Königreichs Jerusalem blieb ; wiewol dieser nicht einmalden titul davon führen wollte, weil Jerusalem in der TürckenHänden war, sondern sich nur einen König von Acre schrieb, alswoselbst er damals residirte. Als die vierte creutzfahrt an.nyz. nach dem gelobten lande vorgenommen wurde, griffen dieTürcken die im letzter» frieden den Christen überlassene städte an.Als nun Henricus an. 1197. Jaffam entsetzen wollte, und obenvon seinem paüast den feind beobachtete, stürtzte er aus einemfcnster, woran er starb, und hinterließ 2. töchter , Alir, soan Hugonem von Lusignan, König von Cypern , vermählt war,und Philippam, welche an. 1214. Erardum von Brienne henra-thcte. Viele halten davor, daß Henrici Vermählung mit derIsabella unznläßig gewesen, weil Jnfredus von Thoron, ihrerster mann, welchem sie der obgcmeldte Conradus von Monl-ferrat entführet, annoch im leben war. Es ist hierüber einegrosse frage in Franckreich an. 1216. entstanden, davon die ar-lickul Thibaldus I. König von Navarra , und Alir nachzuse-hen. Addit. ad chron. Sigeberti. Memoires des Comtes de Cham-pagne. Sanutui, lib. III. Besoldn :, hist. Regni Hierosolymitani.Daniel , hist. de France tom. II. vol. XII. &LXXXIV.

-Zenricus von Lufignan, der erste dieses nahmens, Königvon Cypern , succedirte seinem vatter Hugoni I. und starb an.12,3. Er hatte 2. gcmahlinnen, Stephanam, des KönigsAi-tonis von Armenien schwester; und zur andern gemahlin diePlacenliam, Boemundi IV. Fürsten von Antiochien tochter,

Hugonis II. Mutter. Henricus II. Hugonis III. söhn, succedirteseinem bruder Johanni um das jähr 1283. und wurde zum Kö-nige von Jerusalem gecrönet. Er starb aber an. 1310. ohnk er-ben. Geßa Dei per Francoi. Besoldn: , hiß. Regni Hierosolymit.

Rönige von Navarra :

henricus I. der fette zugenannt, König von Navarra , warThibaldi VI. Grafen von Champagne söhn , welchen man kost.hnmum , wie auch den grossen und gesangmacher zu nen-nen pflegte, den er mit seiner dritten gemahlin Margarelhavon Bourbon gezenget. Er folgte seinem bruder Theobaldo II.und starb zu Pampelone den 21. jul. an. 1274. da er in seinem ei-genen fette erstickte. Von seiner gemahlin Älanca von Artois,Roberti tochter, hatte er einen einzigen söhn, welchen seine am«me zum fenster hinab fallen ließ , und eine tochter, nahmensIohannam , so Philippi Loni gemahlin wurde. Guilhim. dtNangiaco , in chron.

Aenricus von Albret, der II. dieses nahmens , Königvon Navarra und Fürst von Bcarn,.Graf von Foix. Semvatter war Johannes von Albret, Konig von Navarra , diemutter Catharina von Foix. Er war gebohren zu Sangueffean. 1503. succedirte seinem vatter an. i z 16. in einem kleinen theileseines Königreichs, dissen des Pyrenäischen gebürges, nemlichin Bear », Albret und Foix , inmassen Ferdinandus, König vonAragonien , sich des übrigen mit gemalt angemaßt hatte. NachFerdlnandi Catholici tode brachte er an. 1521. mit Französischerhülffe fast gantz Navarra unter sich, verlohr es aber in wenigmonaten von neuem, und konnte nachmals nicht wieder in Na­ varra kommen. An. 1523. ward er im treffen vor Pavia gefan-gen , entkam aber durch hülffe der seinen mit strick - leitern ausdem gefängnis. Er vermählte sich mit Margaretha von Or»leans, des Königs Francisci I. einziger schwester, zeugte mit sel-biger einen Printzen, nahmens Johannes , welcher jung ver.starb, und Iohannam, die Königin von Navarra, Antonii vonBourbon gemahlin , und Henrici des grossen mutter. Erstarb zu Hagelmau in Bearn im april an. izzz.

Rönige von Portugall:

he nricus , Graf, und erster fouveraincr Herr von Portu-gallT-^Vor'ihln war Portugall ein stück von Spanien , undstund theils unter den Königen von Leon, theils unter den Moh-ren. Der König Alphonsus VI. von Leon hat am ersten das stückvon Portugall, so in seiner gemalt war, anfänglich einem Gra-fen, mit nahmen Sisnandus, als ein Gouvernement, ( a) her-nach diesem unserm Henrico übergeben. Auf was art dieses letz-tere gesthehen, darüber sind die Spanische und Portugiesischefcribenten gar nicht einig; gleichwie auch sonst überhaupt alles,was diesen Henricum belrift, vielem disputiren unterworffcn ist.Denn erstlich war vor dieftm unbekannt, (b) was vor einesHerkommens derselbe gewesen. Nachdem aber Theodorus Go»defroy (c) aus zweyen coxvis (d) gewiesen, daß er ein gebohrncrHertzog von Burgund, Henrici Hertzogs von Burgund söhn,Roberti II. auch Hertzogs von Burgund , cnckel, Roberti I. Kö-nigs in Franckreich, der Hugonis Laxer! söhn war, urenckel ge-wesen , so ist heut zu tage niemand mehr, der daran zweifelt, (e)Nebst diesem aber ist es auch dunckel, wie er nach Spanien ge,kommen; doch kommt mit am wahrscheinlichsten vor, daß sol-ches geschehen, als seines vatlers schwester Constantia an denKonig Alphonsum VI. von Leon und Castilien sich verheurathct.

(k) Und dieser henrath hat Henricus auch sein gantzes glück zuverdancken; dann der König Alphonsus VI. gab ihm hernach sei-ne tochter Thcresiam zur ehe, und machte ihn zum Grafen vonPortugall. Hierbey aber ist ein neuer und gedoppelter streit.Die Spanier sagen, diese Theresia sey nur eine natürliche tochtergewesen , und die Portugiesen behaupten, ihre mnrter Temenahätte mit Alphonso VI. in rechtmäßiger ehe gelebt, und beydetheile deruffcn sich auf coxvos. Allein, wann man die Päpsilichebulle zur Hand nimmt, die bey dem Sousa (g) stehet, so siebetman gar deutlich, daß der Thercsiä mutter Tcmena zwar Al«phonsi VI. rechte gemahlin gewesen ·, aber wegen naher anver-wandtschafft durch den Papst von ihm abgeschieden worden. Derwichtigste streit aber bctrift die frage, ob Alphonsus VI. da erHenrico, als seinem tochtcrmann, Portugall gegeben, solchesmit angehängtem nexu feudali gethan , oder ihm die völligesouverainität in dem lande gelassen. Vor jenes bemühen sichdie Spanier, und dieses suchen die Portugiesen zu behaupten.Beydes aber ist abermal falsch, und vielmehr gewiß, daß Hcnri-cus bey leb - zelten seines schwieaer - vattcrs Alphonsi VI. nur einblosser Gouverneur gewesen. Denn diß zeiget sein titul Lomesund Consul an, den vor ihm der obgemeldte Sisnandus, derdoch unstreitig nur ein blosser Gouverneur war, gleichfalls gcfüh«ret. (h) Und aus einem dixlomate (i) erhellet gar klar, daß unterHenrici regierung in Portugall in cansts civilibus an Alphon-sum VI. von Leon appellirt worden; welches sich gewiß wedermit dem prätendirlen vaiallagio noch mit der vorgegebenen soir-verainität Henrici reimet. Ader hernachmals,wcil Alphonsus VI.keinen männlichen erben hatte, so fiengen seine beyde schwieger-söhne, dieser Henricus, Gouverneur in Portugall, und Raymun«dus, Gouverneur in Gallicien, an, unter sich wegen der bevor,stehenden succeßion einen partage - traclat zu machen; () undendlich als Raymundus von Gallicien vor der zeit gestorben,setzte der König Alphonsus VI. seinen enckcl , dieses Raymuntifthn, zum erben von Gallicien, und seinen schwieaer - söhn

Henri-