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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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hielt durch die Päpstliche hülffeden platz w-der Wf W,lhel.mum van Iülich, und Rainaldnm, Grafen von Westerburg .An. iu4. ccönte er Fridericum von Oesterreich m Bonn zu ei-nem Römischen Kayser. Mit dem B-fchoff zu Munster undden Grafen von der Marck führte er starcke kriege, und starbfln , l;;i. Hcdion. ehr. P. IV. Bucel. Germ. sacr. P. 1 .

Henricus I. Ertz-Bifthoff und Churfürst zu Trier , wurde4n ,,6. erwehlet /und hielt die partey Königs Ottonrs M.wider den Päpstliche» stuhl. Er starb an. 964. zu Parma mItalien an der pest. Von seiner ankunft findet man nichts ge-wisses aufgezeichnet, ohne daß er mit dem Kayser verschwägertgewesen. Bucel. Germ. sacr. P. I. Mer fei catal. Broreen annal.

Henricus II. Ertz-Bisthoff und Churfürst von Tr-er, warein qcbohrner Freyherr von Vinstringcn , und bekleidete dasamt eines Dom - Dechants zu Metz, als ihn an. »6i. derPapst in das Ertz - Bißthum einsetzte, um welches Bolan-dinus und Arnoldus von Schleiden , schon bis in dasandere jähr, gestritten hatten. Weil er aber das Pallivm beyElemente VI. nicht lösen wollte, ward er an. 126;. abgesetzt ,nnd die administration des Ertz-Stifts Bernhards Castonettounterdessen aufgetragen. Doch an. 1272. restiturrte ihn PapstGregoriuS X . nachdem er 33000. marck filbers Unkosten darangewendet. Er starb an. i286. auf der reise nach Italien , allwoer bey dem cörper des heiligen Jodoci für die gicht und das po-dagra, ivelche ihn entsetzlich plagten, ein Mittel suchen wollte.BuceL Germ.sacr» P.I. BroTperi annal. Trcv. Mcrjat catal. Llect.

Ertz - Hertzoge von Oesterreich :

Hei-ricuL, Ja Semergott , Leopold- IV. MarggrafenvonOcsterre-ch söhn. Er bekam den zunahmen dahero , weiler zum öfter» die worte ja so mir GVtt! zu gebrauchen pfleg-te , und succedirte seinem bruder Leopold» V. in der regierung.Nachdem Henricus Superbus in die acht erkläret worden , be-kam er von dem Kayser Friderico Barbarossa Bayern, unddamit er sich desto vestet setzen möchte, vermahlte er sich mitder Printzeßin Gertrud, Henrici Superbi wittwe. Er besaßaber Bayern nicht länger als 18. >ahr. Denn als HenncuSLeo , Henrici Superbi söhn , an. u$6. von dem KayserFriderico restituiret worden, muste er Bayern an selbigenwieder abtreten , jedoch wurde das land ob der Eus, so min-mchro Ober-Oesterreich genennet wird, von Bayern abgeris-sen , und mit Oesterreich verbunden, auch Oesterreich aufdemselben Reichs-tage aus einem Marggrafthnm in ein Her-Uogthum verwandelt , und mit vielen herrlichen privilegienbegäbet. Als er an. 1147. mit Kayser Conrado III. eine reiseins gelobte land that, vermählte er sich mit des Kaysers Ema-nuelis von Constantinopel anverwandtin, von welcher er zweysöhne hatte , Leopoldum VI. den tugcndhafften, der ihinfolgte, und Henricum , der mit einer apanage vorlieb nahm.Er that endlich an. 1172. einen gefährlichen fall mit dempferde , woran er sterben muste. Otto Frifiug. iib. II. c. 26.

Cusftniani Austria.

* Henricus, der freundliche, Hertzog von Oesterreich inSteyermarck, war ein söhn Kaysers Alberti I. und Elisabethä,deren vatter Meinardus Hertzog in Kärndten, und Graf vonTyrol gewesen. Er wurde an. 1322. nebst seinem bruderFriderico dem schönen in der schlackst bey Mühldorff von Lu-dovico liavaro gefangen; erhielt aber , nachdem er einige schlös-ser abgetreten, die freyheit, und starb an. 1327. den 3. ian.Von seiner gemahlin Elisabeth, einer tochter Ruperti, Grafenvon Virneburg, die er sich an. 1313. bevgelegt, und die ihman. 1343. im tode nachgefolget , hinterließ er keine linder.Anon. Gemiceiis. & Leobicns. apud Pez. Hist. Austr. apudFreber.

Hertzoge ZU Bayern :

Henricus I. war ein söhn Kaysers Henrici Aucupis undMathildis , Grafen Theodor«« zu Ringelheim tochter. Erwäre anfänglich an seines bruders Ollonis statt gerne selbstKayser gewesen, und schützte vor , daß er von einem Kavser,jener aber nur von einem Hertzoge gebohren worden, sintemalihr vatter noch Hertzog von Sachsen gewesen , als er Ottonemgezeuget. Hierdurch ließ er sich zu allerhand gefährlichen an-schlügen wider Ottonem verleiten , wie er sich denn nichtscheuere, dessen armee, so er einsmals wider den einbruch derBarbaren gesammelt, aber wegen ausgebliebenem solde schwü.rig war, an sich zu ziehen, und sie vermöge eines eydes zu ver-b-nden, daß sie den Kayser aus dem wege räumen, und ihmzum Kayserthum beförderlich seyn sollte. Er wurde aber dlirchvermrttelung seiner mutter, die ihn ungcmein liebte, auch ihmviel lieber als Oltvni den Kayserlichen thron gegönnet, beydiesem dergestalt wieder ausgesöhnet, daß er ihm so gar nachBertholdi tode an. 947. das Hertzogthum Bayern überge-ben. (siehe Bayern .) Gleich im andern jähr erhielt er einendoppelten sieg wider die Ungarn , und gieng einige zeit her-nach mit einer armee nach Italien , nahm Aquileia ein,streifte ohne widerstand bis an Pavia , und kam mit grossser beute wieder zurück, nachdem er seinen vetter Lu-dolphen , Hertzog in Alemannien , daselbst so geschwärtzet,daß er bey einem dahin vorgenommenen zug mit seinenleuthen aller orten abgewiesen wurde. Dieses, wie nichtweniger der durch die zwey von Otlone ihm verliehene städte

in Italien , Aauileia und Verona , erhaltene Vortheil, machteihn bey Ludolpho so verhaßt, baß er alle gelegnheit suchte, sichan ihm zu reiben. Solche gab er ihm scldsten dadurch in dieHand, daß er Arnulpho, Grafen von Scheycrn, die regierungseiner länder anvertraute, als er seinem bruder in der Mayntz«,schen bclagerung, welcher stadt sich Ludolph durch den danig.ligen Ertz-Vischoff Friedrichen wider den Kayser versichert,beywohnte. Den» da ersähe Ludolphus seinen Vortheil, undfiel, nachdem er mit einigen von Heinrich zu ihm übergegan-genen Bayern , sich aus Mayntz geschlichen , in Bayern tm,nahm Regenspurg weg, und hinterließ überall traurige beuchmahle seiner ftindseligkeit. Er fünde auch destoweniger wider-stand , je mehr vorerwehnter Arnuiph hierbey im trüben zufischen suchte, und Ludolphen dahero nach gefallen Hausen ließ,welchen- es leichte war, sich in kurtzer zeit einen so grossen an-hang in Bayern zu machen daß Heinrich genug zu thun bekam,diese unruhe mit hülffe des Kaysers zu stillen. Hierauf gabHeinrich den vornehmsten rebellen ihren verdienten lohn, undlreß sonderlich dem Bischoff von Saltzburg Heraldo, den er zuMühldorff gefangen bekam, die äugen ausstechen. Nach derzeit wurde er von den Ungarn , so mit einer grossen -nacht inBayern eingefallen waren, zwar wiederum gar hart heimge.sucht, erlebte aber doch noch, daß sie in einer berühmtenschlacht an. 933. durch seinen bruder aufs Haupt geschlagenwurden , worauf er noch in diesem jähre starb, und zu St.Emerich begraben wurde. Von seiner gemahlin Judith, Her,tzogs Arnulphi in Bayern tochter, hat er Heinrichen , der ihmin der regierung folgte, Ludwigen,Halicen und Hedwigen gezeu«get, wiewol ihm die neuern Genealogi noch zwey söhne, Bru,nonem, Marggrafen zu Sachsen und Herrn zu Braunschweig ,und Hermanmim, Grafen zu Northeim , zuschreiben. Aventi.nus, Iib. VI. Adtzr. P. I. Iib. XIV. Brunn. P.II. üb. III. p. 119.Fftffing. Iib. I. tit. 3. p. 316. & tit. 16.

Henricus Rixosus , insgemein Hezilo genannt, war oögc«dachten Henrici und Judith, einer tochter Hertzogs ArnulphiMali von Bayern söhn. Seine erste jugend brachte er unterder erziehung seiner muhme, der Kayserin MathilbiS, zu, wel,che ihm eine grosse liebe zur Geistlichkeit einflößte , die er nachangetretener regierung in erbauung einiger klöster und desStifts St. Paul zu Regenspurg dergestalt sehen ließ, daß ihmdie Geistlichen den nahmen des fro»n»nen beylegten. Von sei-nem vatter schiene er die lust zur Kayserlichen Crone ererbet zuhaben , welche sich bey ihm regte, als seines valtcrs bruder«Kayser Otto der grosse, mit tode abgieng; denn da ließ er sichdurch Bischoff Abraham zu Freysingen verleiten, daß er den Kö-niglichen titul annahm, und mit Boleslao von Böhmen , Mi-sicone von Polen, Heraldo von Dänemarck und Henrico vonKärndten wider den neuen Kayser Ottonem II. in dündnis trat,worzu sich die Ertz-B-schöffe zu Mayntz und Magdeburg samtBischoff Heinrichen zu Augspnrg geschlagen. Hierwider ge.brauchte Otto anfänglich glimpfliche mittet, und ließ Henricumzur Re-chs-versammlung gleich andern Ständen einladen, aufwelcher er zwar erschien, durch schmeicheleyen aber nur zeit zugewinnen suchte, sich recht in Positur zu setzen; so bald Otto sol-ches merckte, gieng er erstlich dem Dänischen Hertzoge Herald»zu leibe, und nöthigreihn um frieden zu bitten, von dem er sichgegen den Böhmen wandte, und ihn zum gehorsam zwang.Hierauf fiel die gantze Kayserlichc macht Henrico auf den hals,welcher sich nicht im stände sahe < es mit den- Kayser anz-ineh,men, sondern sich mit der flucht auS dem lande machte. Hier.durch ward das Hcryogthum Bayern dem Kayser ohne schwerdt«schlag zu theil, welcher, damit Heinrich keine Hoffnung übriggelassen würde, dasseldige seines bruders Ludolvhi söhn, Ot-toni, gab, so von seinem vatter her ein alter feint» von Hein-richen war, und vermuthlich desto eifriger auf des Kaysersfeite stehen würde. Dieses verfahren brachte Heinrichen zur äus-sersten Verzweifelung , daß er mit Hertzog Boleslao aufs neuein bundnis trat, und in Böhmen ein Heer sammelte, um sichmit dem degen wiederum den weg zu seinem Hertzogthum zubahnen. Solches geheime Verständnis merckte Otto in zcitcn»und gieng selbiges zu trennen in Böhmen ; war aber nicht garzu glücklich, so daß Heinrich der muth wuchs, in dasStift Passau einzubrechen. Allein Otto schloß ihn daselbstein, daß er sich auf discretion ergeben, und samt dem Bi,schoffvon Augspurg nach Utrecht ins gcfängnis gehen muste,allda er steckte, bis «hm der tod des Kaysers seine fre-)hcit wie-der gab. So bald er selbige erlanget , kamen ihm die gedanckenKayser zu werden aufs neue wieder ein , suchte aber seinemvornehmen einen schein zu geben, damit des -ungen OttonisIII. freunde nicht sogleich auf die beine gerathen möchten; schütz-te derowegen vor, wie ihm, als dem nächsten anverwandten,die vormundschafft über den jungen König zukäme, und nahmdem Ertz-Bischoff Warrno zu Cöln , welcher den Printzen stik-hero neben der mutter in seiner aufsicht gehabt, denselben mitgcwafneler Hand hinweg. So fieng er auch des jungen Kaysersschwester Adelheid, welche Graf Eberhard zu erziehen hatte, zuHalle auf, und vermeynte dadurch die anhänger der Kayferl.familie zu nöthigen, daß sie ihm gutwillig die Kayser-crone zu-gestehen sollten. Nun fanden sich zwar einige, so bey der neuenregierung Heinrichs ihren Vortheil zu machen vermeynten, unddenen eS indifferent war, wer ihr König wäre, welche Hein-richen am Öfter - feste zu Quedlinburg zum König ausrüsten.