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gartenßs apud Leib», p. 8°?· Vseßngw. ad Vitr. p. 958. Gin-van. lib. V. p. 15.
Henricus / Hertzog in Nieder - Bayern , war ein fohnPfaltzgrafOttonis des erleuchteten. Kurtz vor des vatterstode an. 125;. verlanqten chn die Oesterreichlschen Standerum Hersoqc, es verderbte ihm aber der vatter durch »eine«rosse behulsamkeit diese schöne gelegenheit, das abgerisseneOesterreich wieder mit Bayern zu verknüpfen. Daher er sichru dem König Beta IV. in Ungarn , dessen tochtcr Elisabether zur gemahlin hatte, begab , und denselben wider Oltoca-rum von Böhmen , welcher Oesterreich an sich gerissen , umbeystand anflehte. Er konnte aber Ottocarum weiter nichtbringen, als daß er den Ungarn die Steyermarck, den Bayern aber das land bis an die Ens abtrat. Nach seines vatters todetheilte er mit seinem bruder Ludwig dergestalt, daß er nebstdem Hertzoglichen titul das Hertzogthum Nieder - Bayern be-kam. Die Chur aber blieb gemein, und haben sie beyde zu-gleich dieselbe bey der wähl Richardi von Engelland, und Ru-dolphi von Habspurg geführet, worüber mit König Ottoca-ro von Böhmen streit entstanden. (Siehe Ludovicum I V.)Anfänglich hatte er immer Händel mit gedachtem Oltocarovon Böhmen , der ihm das land bis an die Ens gerne wiederabgenommen hätte. Nachdem aber Rudolphus von Habjpurgdie Kavserliche Crone erlangte, und Ottocaro scharf auf denleib kam, brachte dieser Henricum durch geld anfseinr feite,der aber gar bald wieder in des Kaysers gnade kehrte, undseine tochtcr Catharinam für seinen söhn Ottonem zur gemah-lin bedunge. Hierdurch vermeynete ihn nun Rudolphus ansein interesse verbunden zu haben, zumal er der tochler das.land zwischen der Donau und Ens zum braut-schatz mit gab.Es währete aber nicht lange, so trat Henricus wieder vonRudolpho ab, worüber er das land zwischen der Donau undEns wieder verlohr, welches Alberto von Oesterreich zugeschla-gen wurde. Mit seinem bruder lebte er auf die letzt auchnicht gar zu einig , nachdem die landes-theilung allerhand ge-jegenheit zu zancken darbot. Endlich starb er an. 1290. undverließ von seiner Ungarischen gemahlin Ottonem, nachmalsKönig in Ungarn , und von der andern Elisabeth aus Polen Stephanum. Adttzrciter. üb. XXV. Germ. Princ. lib. IV.c. 1. §. 12. Lünigs R. A. cont. 2. abth. 4. abf. 1. n. 86 .
-Henricus der reiche, Hertzog in Bayern , erbte von seinemvatter Frlderico an. 1393. Landshut nebst zugehör, war abernoch unmündig, und wurde unter der vormundschafft dermutter und seiner vettern erzogen. Nach angetretener re-gicrung erregten die bürger zu Landshut an. 1408. einen ge-fährlichen tumnlt wider ihn, weil er ihnen ihre rechte undfreyheiten auf alle weise zu schmälern suchte, und diejenigenverjagte, welche sich dleserhalben bey dem Kayser beschwerten.Kaum war diese gefahr gestillt, so zerfiel er mit seinem vellerLudwig dem bärtigten, welcher unter dem schein einer un-gleich geschehenen theilung zwischen ihren vättern allerhandgelegenheit suchte, an Heinrich und Johannis von München söhne zu kommen. Ja es scheuete sich Ludwig auf demLoncilio zu Constantz an. 1417. Nicht, in gegenwart des Kay-sers Heinrichs ächte gebnrt in zweifel zu ziehen, worüber sichdieser dergestalt entrüstete, daß er Ludwigen, welcher von ei-nem gastmahl in degleitung weniger pagen kam, mit ge-wafneler Hand anfiel , und durch beyhülffe der seinen sehrhart verwundete. Dieses verfahren nahm Kayser Sigismun-dus so übel auf, daß er Henricum bey nahe in die acht er-kläret, wenn ihm nicht die unbillichen Worte, so Ludwig ge-gen ihn ausgestossen, zur entschuidigung gedient. AlleinLudwig wollte solchen schimpf mit dem degen wieder gerochenwissen , und fieng an in gcsellschafft anderer wider Henricumsich zu hause zu waffnen, dem aber Henricus zuvor kam,und in Ludwigs lande einbrach, in welchem kriege mit ab-wechscliidem glücke gefochten wurde. Diesem Unheil abzuhelf-fen , gebot der Kayser Ludwigen auf 4. jähr aus dem Hertzog-thnm Bayern, und nahm selbigen, um dessen abwcscnheiteinen andern nahmen zu geben, mit sich nach Ungarn . Eserregte sich aber wieder ein neuer streit, als an. 1428. GrafJohannes von Holland und Hertzog in Nieder-Bayern ohneerden mit tode abgegangen, und fein Bayerisches antheil densämtlichen Hertzogen von Bayern Ludovico ßarbato, HenricoDivid , Ernesto und Wilhelmo hinterlassen, welches Ludovi-cns als der älteste allein erden wollte. Und odwo! der Kay-ser auch diesen streit durch eine gleiche theilung aufhub, sohatte koch Henricus nicht eher vor Ludwigen friede, als bis ihnf.i» eigener söhn, Ludovicus der höckerrchte, gefangen be-kam, und Marggraf Alberto von Brandenburg verkaufte, wel-cher ihn an Henricum gegen einigen gewinn überließ. Die-ser hielte ihn etwas härter, als sich geziemet, daher derselbebald darauf, nachdem sein söhn schon vorhero mit tode ab-gegaiigen, verstarb. Hierauf risse Heinrich Ludwigs gantzeverlassen,chafft an sich, worwider sich Albertus von München,dem die helfte davon gehört hatte, nicht einmal setzte. End-lich starb er an. 14;°. nachdem er mit seiner gemahlin Mar-garctha, Ertz-Hertzogs Albert, IV. tochter, 3. söhne, Albertum,Fridericnm und Ludovicum, welche dem vatter in der erb-stbafft gcfolget, und 3. töchter hinterlassen, davon die ersteJohanna an Johann Pfaltzgrafen zu Mvsbach, Elisabetha an
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Ulrichen von Würtcmberg verheurathet worden, und die dritte 'mein kloster gegangen. Adltzreiter. P. II. lib. VII. &VIII.
Henricus Frivericus, des unglückseligen Churfürsten vonder Pfaltz, Fridericr V. ältester söhn, gebohcen den -.jan. an.1614. von Elisabeth , einer tochtcr des Königs von Grvß-Bri«tannicn, Jacodi I. Als an. ,619. sein vatter die BöhmischeCrone annahm, ward zugleich ausgemacht, daß dicicr Prinsihm succedire» sollte. Allein das folgende jähr nach der schlachkauf dem weissen berge bey Prag , muste er nebst lernen eitern fv-wol das Königreich Böhmen , als die Pfältzische erb-länder, mitdem rücken ansehen, und verlohr endlich den 17. jan. 1629.in Holland auf eine sonderbare art sein leben. Denn er be-gleitete obgedachten seinen vatter, als derselbe die Spanischegallionen in augenschein nehmen wollte,-welche der Holländi-sche Admiral Peter Heyn bey der insul Cuba erobert, und miteiner reichen ladung zurück i» die Häfen der Republick gebrachthatte. Da sie nun zu solchem ende auf dem Harlemer - meersich in einem schisse befanden, kam des nachts durch Unachtsam-keit der schiffleulhe ein anders mit vollen segeln gerade auf siezu, und zwar mit solcher Heftigkeit, daß das ihrige mitten voneinander greng. Der junge Printz muste also, nebst allen, dieim schiffe gewesen waren , erlrincken ; sein vatter aber wardnoch durch ein seil, welches man ihm aus demjenigen schiffezugeworffen, wodurch dieses Unglück entstanden, kümmerlichgerettet. Der klägliche tod dieses Printzen ward um so viel'mehr dedauret,weil er sehr wohl gestalt gewesen,und grosse hoff,nung von sich gegeben. DeLarrey, hilt. d’Angl. tom. II. p. 701.
Heryoge von Sachsen und Marggrafenvon rNeissen:
Henricus der fromme, war Herkoas Alberti des behery»ten aüöerer ,oyn, oen 17. martii an. 1473. zu Freyberg ge-bohren. Er that an. 1498. nach damaliger gewohnheil einereise in das gelobte land , und wurde nach seiner rückkunflVice-Statthalier m Frießland , gerieth aber an. i;oo. wegenentstandenen aufrühre zu Franecker in leib-und lebens-gefahr,indem er von den Frleßlandern hart belagert, und gar ge-fangen wurde; ja die Friesen drohelen ihn gar aufzuhencken,zu weichem ende sie eine grosse kette, fast wie eine wagcn-kcttestarck, mit einem grossen ring schmieden lassen, an welchersie ihn bereits geschlossen hielten; allein sein vatter, HertzogAlbrecht, kam den Friesen geschwind über den hals , erlegtederen in die 4000. befreyete seinen söhn, und nahm beweib-te kette mit sich nach Dreßden , woselbst sie nachqehends zumandcncken auf dem stall verwahret worden. Nachmals thater eine wallfahrt nach St. Compostelt »n Spanien , und opferteden heil. Jacobe daselbst. Als sein vatter gestorben, theilte erden ;o. may an. i zo;. mit seinem ältesten bruder, HertzogGeorg dem bärtigten, die vätterlichen lande. Denn ob gleichihr vatter durch eine gemachte disposition Sachsen dem al-tern , Hertzog Georgen, Frießland aber dem lüngcrn, HertzogHeinrichen, zugetheilet hatte, so wollte doch selbiger Frießlandwegen den stätigen rebcllivnen, so sie wider die Sächsin gc-führet, nicht annehmen; dan>renhero Hertzog Georg Frießlandgantz allein behielt, und bekam Hertzog Heinrich nicht mehrals die beyden Aemter Freyberg und Wolckenstein iii Meiffcn,ausgeschlossen die bergwercke und müntzen, nebst jährlichen12; 00. gülden, zu dessen Versicherung ihm die Aemter Weissen-fels , Eckartsderg t Sachsenburg, Heyn und Pirna angewie-sen wurden. Nächst dem trat er nebst feinem bruder dasan Frießland habende recht an. i;i;. dem Kayser Marimilia-no l. ah. An. i;2;. wandte er sich zur Lutherischen religion,muste aber darüber von seinem bruder, Hertzog Georgen, garviel erdulden. Als aber Hertzog Georg begunte etlvas kranck-lich zu werde», schickte er an dem Palm-sonntage einige seinerRäthe nach Mitwevde, einer stadt zwischen Rochlitz und Frey-bcrg gelegen, und ließ selbigem anzeigen, daß er willens wäre,ihm das regiment bey seinem leben einzuräumen, wofern crvon der Lutherischen lehre würde abstehen. Worauf HertzogHeinrich geantwortet: er habe seinen bruder hertzlich lieb rwollte auch seine brüderliche liebe und treue gegen ihm in derthat erzeigen ; so viel aber die lehre und den glauben an-langte , wollte er es in bedencken nehmen; ließ indessen dieGesandten mit einem guten verweis, daß sie ihm derqleichendinge vorgebracht hätten, von sich. Hierauf machte HertzogGeorg ein tcstament, daß zwar Hertzog Heinrich die lande er,den sollte, jedoch mit der bedingung, baß die Catholische re-ligion in unverändertem stände blieb, widrigenfalls sollte seinegantze verlassenschafft dem Römischen Könige Ferbinando I.verfallen seyn. Dieses testamcnt aber wollten die Land-Stan-de nicht eher unterschreiben , als bis sie zuvor Hertzog Hein-richs meyuung darüber vernommen hätten, deswegen alsobaldeine Gesandtschafft nach Freyberg abgeschickt ward; allein Her-tzogHeinrich blieb bey seiner vorigen mcvnung. Ehe aber dieGe-sandtschasst wieder zurückkam, starb Hertzog Georg den l7.apc.an. i;;9. ohne testamcnt. Darauf kam Hertzog Heinrich beyspätem abend zu Dreßden an, nahm den 21. april von demRath und bürgerschasst daselbst die Huldigung ein , hielte den2;. avril ein solennes danck-fest, ließ den 2;. may Lnthcrumam Pfingst-tage predigen , da zuvor an dem Ostcr-tage nochmesse gehalten war. Hierauf wurde den julii d,e Cathou-sche rcligwn zu Dreßden, und den 7. darauf zu Freyberg, ab-
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