Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

h e n

* Henrieus VI. Hertzog in Schlesien zu Breßlau , Henrici V.anderer söhn, war an. 1294. gebohren , und stund nebst sei-ne» brüdcrn unter der vormundschafft erst Hertzogs Bolckoniszu Schwcidnitz , der mehr vor seinen , als vor leines mündelsnutzen besorgt gewesen , hernach Henrici von Würben, Bi-fchoffs zu Breßlau , der alles baare geld verthan, und vieleschulden gemacht. Als Henrieus die regierung selbst angetre-ten , erklärte er an. mh. die stadt Breßlau , wo er Hof hielt,zur haupk-stadl in «Lchlcsien, gab ihr die Erbvogley, verei-nigte die alte und neue stadt mit einander, jagte die Juden aus/und Hunden gebrauch der Polnischen spräche bey den Gerichtenauf. (seineb ältern bruders/ Boleslai, unruhiger köpf brachteHenricum dahin, daß er sich an. 1327. vor einen Vasallen derCron Böhmen erklärte, und dem König Johanni huldigte,der ihm davor die einkünfte der stadt Glatz auf lebenslang ein-räumete. Er starb an. ,333. ohne männliche erben , und hat-te mit Anna, einer tochter Kaysers Alberti l. und wittwe Her-manns, Marggrafen von Baden, gezeuget: 1.) Elisabetham,eine gemahlin Hertzogs Conradi l. zu Oels , die an. 1328. ge-storben. r.) Euvhemiam, Hertzogs Boleslai zu Falckenberggemahlin. 3.) Margarethain, Aeblißin zu St. Clara in Breß,tau. 4.) Annam, so au einen Marggrafen von Brandenburg vermählt gewesen. 3.) N. ein Kloster-Fräulein zu Königsfeld .von SoiMNersbergS script. Siles. tom. I. II. Cromer . Dlu-gojj'. De Micbovia.

* Henrieus III. Hertzog in Schlesien zu Glogau , der drittesöhn Hertzogs Conradi II. und valome, der Printzeßin vonGroß-Polen, daher er sich einen erben des Königreichs Polenund Herrn zu Posen geschrieben, ward an. 1306. gegen Ula-dislaum Loiticum zum Konig von Polen erwehlt, und nahmGnesen , wo die Reichs-kleinodien bewahrt wurden , in besitz,ist aber theils wegen der Polnischen unruhe, theils, weil derErtz - Blschoff von Gnesen , Barcislaus, in Avignon war,memalü gecrönt oder gesalbt worden. Kurtz vor seinem ende,welches an. 1309. erfolgte, ward sein General, JanusiusvonBiberstein, geschlagen, dennoch blieben seinen söhnen nochverschiedene Polnische länder übrig , welche an. 1; 12. unterihnen getheilt worden. Gemeiniglich werden derer nur 4. ge-zehlet, es ist aber aus den Urkunden zu erweisen, daß Henrieusmit Mathilda, einer tochter Hertzogs Alberti zu Braunschweig ,folgende 3. gezeuget: 1.) Henricum IV. von dem ein arttckulfolgt. 2.) Iohannem zu Steinau, der sich König Johanni vonBohmen unterworffen , und an. 1345. ohne erben gestorben.;.) Przemislamn zu Glogau , der sich einen erben des König,reichs Polen geschrieben, und von Constantia, einer schwesterHertzogs Bolckonis II. zu «Lchweidnitz , keine kinder gelassen.4.) Conradum I. den stamm-vatter der Piastischen Hertzoge zuOels . 3.) Boleslamn, der mit seinem jetztgedachten brudereinige iahre zu Oels gemeinschafftlich regieret, aber «»vermähltgestorben, Henrici III. töchter waren, Beatrix, Kaysers Ludo-vici Bayari gemahlin, die an. 1323. gestorben, Agnes, einegemahlm Hertzogs Ottonis zu Bayern , so an. i;6i. verschie,den, Lalome und Hedwiga, so jung gestorben. Von Som-mrrsbergs script. Siles. tom. I. II. Cromer . Dlugoß De Mi-

cbovia.

* Henrieus IV. Hertzog in Schlesien zu Glogau , schrieb sichgleich seinem vatter Henrico III. von dem der vorhergehendeartickul handelt, einen erben des Königreichs Polen und Herrnvon Posen, und nahm an. 1,29. das Hertzogthum Glogau undSagan von König Johanne in Böhmen zu lehn. Als seindruder Przemislaus ohne erben gestorben, und Johannes, Herrzu Steinau, seinen anlheil an der stadt Glogau gedachtem.nige verkaufte, dieser aber, weil die Polen beständig daselbsteinfielen j die gantze stadt mit besatzung belegte, bezeigte derHertzog öffentlich seinen Verdruß darüber, versagte dem Königallen gehorsam, entfernte sich von den Staais-aeschäfften, undstarb um das jähr 133;- Mit seiner gemahlin, so eine ge-bohrne Marggrasin von Brandenburg gewesen seyn soll , hater gezeuget: 1.) Henricum V. von dem ein artickul folgt. 2.)Barbaram, einegemahlin Hertzogs Ernesti von Braunschweig,aus der Gottingijchen linie. 3.) Agnetem, so an Ludovicum I.Hertzog zu Liegnitz , und 4>) Catharinam, so erstlich an Johan-nem, Marggrafen von Brandenburg , hernach an Johannem,Grafen von Holstein, vermählet worden. Von Gommers-dergS script. Siles . Cromer . Dlugoß. De Micbovia . Curaus.Scbtckfuß

* Henrieus V. Hertzog in Schlesien zu Glogau und Sagan,der emzige söhn Henrici IV. unterwarf sich an. 134s. dem Kö-nig Johanm in Böhmen als ein Vasall, wodurch er zum völ-ligen besitz seiner lande gelangte. Er befand sich an. 1333. beydes Kaysers Caroli IV. Römer-zügen, nachdem er vorher an.izzi. wegen des erb-rechtS feiner gemahlin die lehn über dasHertzogthum Plotzkow erhalten ; rettete sodann in das gelobteland, und starb an. 1369. Er verließ von Anna, HertzogsWenceslai von Plotzkow tochter, 1.) Henricum VI. seinen Nach-folger, der an. 1387. ohne erben gestorben. 2.) Henricum VII.mit dem zunahmen Rappoldum , Hertzog zu Sagan, einen ta-pfern Kriegs-Helden, der die Polen oft geschlagen, und von dererlangten beute die St. Georgen-kirche zu Glogau erbauet, aberan. > 389. gleichfalls ohne erben gestorben. 3.) Henricum VIII.Hertzog zu Glogau und Sagan, der wegen der vielen kinder,so er mit Catharina, deren geschlecht man uicht finden kan, ge*

Histor. LexiCQH IV. Theil.

bett 73

reugt, den nahmen Sperling bekommen, und an. ,397. zuLiegnitz im turnier erstochen worden. Unter seinen kmdernsind zu mercken, a) Wenceslaus , der sich in der lügend aus un»Vorsichtigkeit selbst erschoffen ; b) Johannes I. Hertzog zu c^a-gan; c) Henrieus IX. Rappoldus, der Kaysers SigismuudkGesandter an den Köntg in Dänemarck gewesen, und an. 1423.zu Hadersleben an der pcst gestorben, auch daselbst begrabenliegt; d) Henrieus X. von dem ein artickul folgt; e) Marga,retha, Grafen Wallradt von Mannsfeld gemahlin. 4.) Hedwi»gam, eine gemahlin erstlich Casimiri III. Königs in Polen , her«nach Ruperti, Hertzogs zu Liegnitz , die an. ,390. gestorben.5.) Annam, eine gemahlin Hertzogs Johannis zu Troppau .Von Sommersbergs script. Siles . Cromer . Curaus. Schick-stes. Dlugojj.

* Henricus X. Hertzog in Schlesien zu Glogau , ein söhnHenrici VIII. war etn trefficher Regent, der an der graufun»keit seines andern bruders, Ivhaimis I. zu Sagan, grossesmißfallen trug. Er schlug das lhm angetrageneBißihum zuBreßlau aus, starb au. 1467. und hatte mit Anna, einer toch-ter Hertzogs Conradi II. zu Oels , gezeuget; 1.) Sigismundum,der an. 1438. im 28. iahre seines alterS starb. 2.) Annam, einegemahlin Johannis, Freyherrn von Rostnberg , die an. 1483.gestorben. 3.) Elisirbelham, so unvermählt geblieben. 4.) Hen-ricum XI. Hertzog zu Glogau , der seinem vatter gefolget, undein tugendhaffter Herr gewesen. Bey den Böhmischen unru-he» hielt er es mit dem Könige Matthia Corvino, und vermahl-te sich mit Barbara, einer tochter des Churfürsten von Branden­ burg , Alberti Achillis, deren er, wegen des braut-schatzes, dasFürstenthum Crossen vermacht. Er starb an. 1472. ohne erben.Dlugojf. Curaus. Von Sommersbergs script. Siles. tom. II.

* Henrieus I. Hertzog in Schlesien zu Jauer , Marggrafder Ober-Lanßnitz, wegen feiner gemahlin, Agnetis, einer toch,ter Königs Wenceslai IV. in Böhmen , war Bolckonis I. 6I0-rioli anderer söhn , und ein mächtiger Herr. Er gab dem Kö-nige Johanni in Böhmen an. 1337. Görlitz , Lauben, Zittan undSorau , nebst ihren zugehörnngen , und vielen andern städtenund schlossern, dargegen ihm der König die Königliche steifteder stadt und des Hertzogthums Glogau auf lebenslang ein-räumte. An. 1320. stiftete er das Jungfrauenckloster zu Lauben,und starb an.i;46. ohne erben, worauf das Hertzogthum Jauer an seinen vetter, Bolckonem II. zu Schweidnitz gefallen. VonGommersdergs script. Siles. tom. I.

* Henrieus wenceslaus, des H. Römisch. Reichs Fürst,Hertzog zu Münsterberg , auch in Schlesien zu Oels und Bern­ stadt , Graf zu Glatz, Herr auf Sternberg, ein söhn Caroli II.Hertzogs zu Münsterberg und Oels , und Clisabetha Magda-lenä, Printzeßin von Liegnitz , war an. 1392. gebohren, st«,dirte zu Francksurt an der Oder, wo er an. 1609. Rector Ma-gnificentiffimus gewesen, that darauf eine reife ins Reich,nach den Niederlanden und Franckreich. An. 1613. nahm ernach der theilung seine residentz zu Bernstadt , setzte sich beydem Kayser Matthia, Ferdinando II. und Ferdinando III. Ingutes ansehen, und that seinem vatterlande bey den damali-gen Unruhen im kriege gute dienste. An. 1623. ward er Kay-serlicher Rath, an. 1627. Cämmerer, und an. 1629. Ober-Amts - Verwalter in Schlesien. An. 163;. ward er General-Kriegs-0ommilsaritl8 und Ober-Hauptmann in Schlesien, undstarb an. 1639. ohne männliche erben. Seine erste qemahliirwar Anna Magdalena , eine tochter Georg« Gustavi, Pfaltz-grafen am Rhein zu Zweybrücken, die andere, Anna Ursulavon Reibnitz, welche an. 1673. in Fürsten -stand erhoben ward,und an. 1638. starb. Nachricht in manuscript.

* Henrieus I. des H. Röm. Reichs Fürst, Hertzog zu Mün­ sterberg , auch in Schlesien zu Oels , Graf zu Glatz, Herrvon Cunstadt und Pvdiebrad, der andere söhn Königs Geor«gii in Böhmen > und Knnigundä von Sternberq, war an.1448. gebohren, ward an. 1463. vom Kayser Friderico III.zum Äeichs - Fürsten und Hertzog von Münsterberg erkläret,schlug an. 1469. König Matthiam bey Hraditz in Mahren ,erklärte sich für den Polnischen Printzen Uladtslaum, als neu-erwehlken König in Böhmen , und bekam dafür nicht alleinansehnliche subsidien, sondern auch an. -492. nach abgang derPiastischen linie » daS Fürstenthum Oels für sich und leinenachkommen erblich, dargegen er dem Könige die vatterlicheLerrschafft Podiebrad abtrat. Er starb an. 1498. zu Glatz.Von seiner ersten gemahlin , Hieronvma , einer tochter Gra­ fen Nicoiat Zilagii in Ungarn , hinterließ er keine kinder. Mitder andern aber, Ursula , einer tochter des Churfürsten zuBrandenburg , Alberti Achillis, zeugte er 8. kinder, von de.nen folgende erwachsen: 1.) Albertus, Hertzog zu Münster­ berg und Oels , gebohren an. 1468. der an. 1311. gestvrbe»,,und von Salome, einer tochter Johannis II. Hertzogs zu «a«gan, Ursulam hinterlassen, die an Henricum II. FreyherrnSwisowsky von Risenberg, vermählt worden. 2.) Georgius l.Hertzog zu Münsterberg und Oels , gebohren an. 1470. der an.1302. ohnd erben gestorben. 3.) Margaretha, gebohren an.1473. eine gemahlin Ernesti, Fürsten zu-Aubalt. 4>I Caro,lus I. Hertzog zu Münsterberg und Oels , der den stamm tort -gevstantzet. 3.) Sidonia, gebohren an. 1483. eine gemahlinGrafen Ulrici von Hardeck. Bonfi». Dubmv. He»ei. chron.

Monl,e,be " i · m * Lmn-U-