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* Henricus II. oder Hincko, Hertzog zu Mnnsterberg, undGrafzu Glatz, des Königs Georgii in Bohmen vierter söhn,Waran. 1492°. gebohren, und ward, nebst seinem bruder, an.1462. in Reichs-Fürstcn-stand erhoben. An. 1472. erhielt eraus der vätterlichen erbschafft die schlösser Podiebrad, Castem-lot, und die gemeinschafft an dem gvld-bergwercke zu Zuckman tel . Er starb an. 1492. und verließ von Catharina , einertochter Hertzogs Wilhelmi III. zu Sachsen , Annam, eine ge-mahlin Grafen Henrici von Hardeck. tieneia chron. Mon-ster bergens.
Heryoge von Lothringen und Brabant:
* Henricus I. Hertzog von Lothringen und Brabant, Marg-qraf des H. Römisch. Reichs, Graf von Löven, war der älte-ste söhn Gothofredi III. Hertzogs von Lothringen , Grafen vonBrabant, den derselbe mit seiner gemahlin, Margaretha, Hen-rici III. Hertzogs von Limburg tochter, gezeuget hatte. Er wur-de an. j 172. von seinem vatter mit zur regicrung gezogen , undübernahm dieselbe an. n8?. da er aus dem gelobten landezurück kam, gantz und gar, worauf er mit Balduino V. Gra.fen von Hennegau , mit Gerhard» und Hugone von Los, in.gleichen mit Henrico, Hertzoqe von Limburg , unterschiedene ver-drieslichkeiten bekam. Als Philippus Graf von Flandern an.nyr. mit lobe abgegangen, machte er auf dessen verlassenschafftwegen seiner gemahlin, die Philippi bruders tochter war, an-sprach, allein besagter Baldutnus V. der Philippi schivester zurehe hatte, wurde durch den König von Franckreich PhilippumAugnstum in den besitz von Flandern eingesetzt, muste ihm aberdagegen Artois abtreten. Hierauf ergriffHenricus die waffen,unter dem vorwande Theodorico von Bevern , der wegen seinerMutter auf die Grafschafft Alost ein wohlgegründetes recht zuhaben meynte, deyzustehen, und häufele in Hennegau nichtzum besten. Allein Balduinus machte es in Brabant nicht bes-ser , und schlug ihn nebst seinem Alliirten dem Hertzoqe vonLimburg , der Henricum den blinden, Hertzog von Luxem burg , in die Grafschafft Namur einsetzen wollte, an. 1194. den1. aug. an dem ufer deS flusses Mehaigne in Hasbain auSdem selbe. So bald dieses geschehen, kam es nicht nur zumfrieden, sondern es schloß auch HenricuS an. 1195. mit Bal-duino ein bündnis. An. »197. that er «inen zug ins gelobteland, woselbst er bey erodcrung von Baruth und Jaffa be-sondere ehre einlegte; im folgenden jähre aber kam er wiederzurück, und ergriff bey der streitigen wähl die partey OttoniSvon Braunschweig. An. 1202. zerfiel er mit Ottvne, Grafenvon Geldern, in irrung, und ließ ihn gefangen nehmen, welchesTheodoricum Grafen von Holland veranlassetc, daß er sich vorden von Geldern erklärte, und die beyden städte Thielt undHertzogenbufch verbrannte. Jedoch Henricus von Brabantgiengihm auf dem fusse nach, und bemächligte sich seiner, daer über die Maas setzen wollte, worauf im folgenden jähre einfriede erfolgte. Jmmtttelst war er auf den Kayser Ottonemübel zu sprechen, baß derselbe seine tochter, die er zu hcuralhenversprochen hatte, sitzen lassen, schlug sich dahero zu dessengeqner, Philippo aus Schwaben , und huldigte ihm zu Codlentzan. 1204. den 12. nov. Nachdem seines vatters bruder Alber-tus , Grafvon Dachsburg, an. 1211. verschieden, gerieth er mitdem Bischoffe von Lüttich , der sich der Herrschafften Moha undWalewe anmassete, in grosse weitläuftigkeit, und plünderte an.i2i2. im may die stadt Lüttich reine aus; der Bischoff hinge-gen that ihn in bann , schlug ihn den 13. vctobr. an. 121;. beyMoutenac aus dem selbe, und verbrannte ihm zwey städte nebst,2. ddrfern. Hiernächst griffen ihn der Graf von Flandern undRenalduS von Dammartm, Graf von Bologne, auf der andernfeite an, und belagerten Brüssel , wodurch sie ihn dahin brach-ten, daß er mit dem Bischoff frieden machen muste. An. 1214.trat er mit dem Kayser Ottone, der sich üunmehr mit seinertochter Maria vermählet hatte , in eine alliantz, wider denKönig von Franckreich, welcher sie aber den 24. rulii bey Bo-vines über» Haussen warf. Hierdurch sahe sich der Hertzog ge-nöthiget, Ottonem zu verlassen, und auf Friderici II. feiten zutreten, wie er denn an. 1219. dessen crönung, und an. 1219.dem von ihm ausgeschriebenen Reichstage in Franckfurt mitbeywohnte. Er befand sich auch an. 1222. zu Aachen , als die-ses Kaysers söhn Henricus zum Römischen Könige gecrönt wur-de , und starb endlich an. 12;;. den 9. fept. zu Coln, als er ausFranckfurt bey dem beylager Kaysers Friderici II. mit Jsabellavon Engelland zurück kam, und vhngefehr 77. jähr gelebet hatte.Er liegt zu Löven in der kirche St. Petri begraben. Butkens ,troph. de Brabant tom. I. p. 14;. seqq. Anfelme , bist. geneal.ttrni. II. p. 789.
* Henricus II. Hertzog von Lothringen und Brabant,Graf von Löven, beygenavnt der grotzmüthiae , war derälteste söhn deS vvrherstehenden Henrici I. von dessen erster qe-mahlin Mathilde von Flandern , einer tochter Matthäi vonElsaß , Grafen von Bologne. Er war an. 1299. kaum zurregiernng gekommen, so fleug er mit Henrico, Ertz-Bischoffezu Cöln , einen streit an, der aber bald gehoben wurde, in-dem dieser versprach, ihm vor seine anfordcrung 3000. rnarckzu zahlen. An. 1239. nahm er von dem Grafen von LoS so»wol als von denen von Geldern die Huldigung ein, und verfielmit dem neuen Ertz-Bischoffe Conrado in krieg, der aber baldbeygelegt wurde. An. 2241. schloß er mit dem Kayser Fride-
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rico II. ein bündniS, hielt es aber an. 124s. mtt dem Gegen»Kayser Henrico Raspone, Landgrafen von Thüringen, undstarb an. 1247. den r. febr. worauf man ihn in dcrCistcrcienser-Abtey Villers beerdigte. Butkens , troph. de Brab. tom. I.p. 223. ieqq. Anfelme, bist. genial, tom. II. p. 792.
* henricus III. Hertzog von Lvthringen und Brabant, Grafvon Löven, beygenannt der sanftmüthige, war der ältestesöhn des vvrherstehenden Henrici II. von dessen erster gemahlinMaria , des Kaysers Philippi aus Schwaben tochter. &wohnte an. 1248. im may unter dem Römischen König M-helmo, Grafen von Holland , der belagerung von Aachen bey,und gerieth hernach mit Henrico, erwehltem Bischoffe zu Lüt tich , in Mißhelligkeit, die aber in güte beygeleget wurde. An.1298. nahm er die vormundschafft über den jüngern Grafenvon Holland Florentium V. des gedachten Wilhelmi söhn , aufsich; als er aber wahrnahm, daß die Holländer mit seinemregimente nicht zufrieden wären, trat er dieselbe an Florentiivatters schwester, Adelheiden, Johannis von Avesne, Grafenvon Hennegau , Wittwe, ab. In eben diesem jähre bekam ervon des Kaysers Otlonis IV. wittwe, Maria , die seines vattersschwester war, die Grafschafft Bologne. Endlich nahm er sichvor, einen zug ins gelobte land ju thun , starb aber an. 1260.den letzten febr. auf seinem schlösse zu Löven, und wurde da-selbst m der Dominicaner - kirche begraben, nachdem er sichdurch unterschiedliche geistliche stiftungen hervor gethan. Buukens , troph. de Brab. tom. I. p. 232. seqq. Anfelme , bist. ge.neai. tom. II. p. 793.
Graf zu Würtemberg:
Henricus, Graf zu Würtemberg, ein söhn Ulrichs des viel.geliebten, gebohren an. 1448. Don diesem und einigen an-dern Würtembergischen Herren gleiches nahmens , siehe wür.tembcrg.
* Henricus Fridericus, Hertzog von Würtemberg-Stutt.gard, war ein söhn Hertzogs Friderici Carolt, von dessen qemah»lin Eieonora Julian«, einer tochter Alberti, Marggrafen vonBrandenburq-Anspach, die ihn an. 1687. gebohren hatte. Erwurde an. 1698. auf die Universität nach Tübingen geschickt,und daselbst an. 1700. zum stectore Magnificentiflimo moch-tet, worauf er an. 1703. zu Berlin eine Commenthurcy desJohanniter-ordens erhielt, und sich von dar nach Holland wen.bete, da er sogleich als Oberster ein regiment zu pfcrde bekam,an. 1709. aber Brigadier, und an. 1709. General-Major rvur»de. Nachdem er nun in dem Spanischen succeßions-kriege beyallen belagerungen und schlachten seinen helden-muth an den laggeleget. trat er an. 1716. als General-Feld-Marschall-Lieute.nant in Kayserliche kriegs-dienste, und hielt sich in dem treffenbey Peterwaradein, und bey der belagerung von Temeswar untgemein tapfer. An. 1717. bekam er das Falckensteinische kü»raßicr-regiment, mit welchem er in der schlacht bey Belgrad be»sondere ehre einlegte, und nach dem mit den Türcken an. 171«.geschlossenen frieden in den Teutschen erblanden zu stehen kam,nach welcher zeit er sich an unterschiedlichen Höfen umsähe, undvon Chur-Pfaltz in den Ritter-orden St. Huberti aufgenom-men wurde. An. 1723. erklärte jhn der Kayser zum Generalvon der cavalerie, worauf er an. 1730. mit feinem regiment«nach der Lombardey gieng,und ^».1733. da die feinde ins May«ländische einbrachen, sich in das Hertzogthum Mantua zurückziehen muste. An. 1734. wohnte er dem scldzuge in Teutsch,land bey, war aber meistens unpäßlich, und starb den 17. sept.zu Wineden an der rothen rühr, worauf man seinen leichnamnach Sruttgard brachte, und in dem Fürstlichen begräbnis bev.setzte. Er hat sich beständig zur Lutherischen religivn bekennet,und ohne gemahlin gelebet. Pregitzers Würtemb. Cedern«bäum, p. 23. Acia put/ica.
Französische und andere prinyen:
Henricus, Printz von Franckreich , sein vatter war Ludovi»cus VI. der dicke oder fette zugenannt, ein schöner, tapferer undmunterer Herr, welcher wegen vielen rühmlichen actionen, beydenen er sich wider seine feinde fignalisirte, le Batailleur genen.,net wurde; sintemal gewiß ist, daß wenig Fürsten und Köni-ge von ihren Unterthanen grössere feindseligkeiten nach einandererlitten, als eben dieser Ludovicus, welchen allen er doch nrter«lich begegnet, und mit sonderbarer klugheit entgangen ist. Seinemutter aber war Adelheid, die älteste tochter Humberti II. Gra-fen zu Maurienne und Savoyen . Odschon dieser Henricuseinen Kriegs-Helden zu einem vatter hatte, war er doch mehrder feder als dem degen gewogen, und fand in den studienseine gröste ergötzung , wiedmete ihnen auch seine jüngere jähremit e«ner solchen emfigkeit, daß er nach überstandencn vielenexercitiis erstlich Canonicus zu Paris , hernach Archidiaconusvon Orleans , und von verschiedenen orten Abt wurde. Ertrat aber alle diese seine geistliche Beneficia seinem jüngern bru-der Philippo ab, und gieng an. 1149. in das kloster Clair--vaux; er wurde aber von neuem befördert, und nachdem erdas Bißthum von Beauvais eine zeitlang versehen, mit derErtz-Bifchöfflichen würde von Rheiins regaliret, allwo er auchan. 1179. gestorben. Albertcui. Vmcentius Bcllovac. spec. hist.
P. III. C nfareus CiarevaU. üb. I. c. 19. Nicoluus Clarevaß.ep. 1. & 39. Strmondus , in not. ad Petrum Cdleoseni. Fw*.