Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

I) e n

Henricus, Marggraf zu Meissen ', und Sophia Hertzogin zuBrabanr , wegen Thüringen führten, und wurde von jenemin der Wacht bey Besenstabt an der Elster gefangen. An. 1266.erlaubte er den bürgern zu Aschersleben , sich des Halberstädti-schen Rechts zu bedienen, und starb allem anfthen nach an.»267. neckmann, P. V. c. 2. p. 7;.

* henricus, Fürst zu Anhalt , von der Afcherslebifchen li,ttie, Ertz-Blsthoff zu Magdeburg , war ein söhn des vorherste-hendcn Henrici II. von dessen gemahlin Mechthilde, Hertzogs Ot-tonisl. zu Braunschwejg tochter. Nach seines vatkers tobestund er eine Zeitlang unter der mütterlichen vormundschafft,und führte mit seinem bruder Otkone eine gemeinschaffllicheregicrung; trat aber nachgehends in den geistlichen stand, undwurde an. 128;. Dom-Herr zu Magdeburg . An. 1)04. er-wehltc man ihn daselbst zum Ertz-Brschoff, da er denn, umdas Paliium Z» holen, selbst nach Rom reisele, und daselbstbis ins andere jähr vcrharrele, weil der Papst ihm deswegen ,daß er der Lateinischen spräche nicht mächtig war, allerhandschwierigkeiten machte, ihn aber doch nach erlegung tausendmarck silders bestätigte, welche summe aufzubringen das Ca-ptlul zu Magdeburg die stadt und schloß Gradau, nebst den zu-gehörigen dörfrrn , dem Bischoff zu Brandenburg käuflich über-ließ. An. i;«?. bemächtigte er sich der stadt Schönebeck mittist, und hatte mit der stadt Magdeburg wegen der schlüsselzu dem einen thore Weitläufigkeit, bekam fie aber mit manierm seine Hände, und starb den 10. nov. des besagten jahrs.Er war ein scharfsinniger Herr, ohngeachtct er nicht stndirthatte, und führte ein exemplarisches leben. Henr, Strevers.dorff. hist. Primat. Magdeb. n. ry. f. 23. Kranmut, Metro-poL üb. VIII. c.Beckmann, P. V. Üb. II. c. j. p. 7;. seq.

* Henricus, Fürst zu Anhalt von der ältern Bernburgifchcnlinie, war der andere söhn Bernhardt III. und folgte seinembruder Bernhards IV. an. 1354· in der regierung. An. 1;;-;.emfieng er von dem Ertz-Bischoff Ottone die Magdeburgischelehn, und wohnte an. i;6;. als Truchseß des Ertz-Stifts, dereinweyhung des Doms zu Magdeburg bey. An. 1,67. fienger die capelle in dem schloß zu Bernburg zu bauen an. An.,;74. nahmen ihn die Augustiner-Eremiten zu Cöln in ih-re brüderschafft, worauf er nicht lange hernach mit tobe ab«meng, und zu Ballenstädt beerdiget wurde. Beckmann,k. V. p. 84.

Graf von Bergen op Zoom :

Henricus, Graf von Bergen op Zoom , wurde an.zu Bremen von GrafWilhelmen von Bergen, und Maria, Wil-helms zu Nassau-Äiüendurg tochter, Printz Wilhelms vonOranien schweflet , gebohren. Er kam in seiner juqend in Spa,Nische kriegs-dienste , und wurde an. i;yz. in dem städtleinWertb gefangen, und nach drey monatlicher gefängniö wie-der geldsei. Er that an. izyy. unter dem Cardinal Andreavon'Oesterreich und dem Admiranten von Aragonien , Fran,Cisco von Mendoza , den zug wider die stadt Bommel undBommeler-Werth. Er führte an. rsoz. unter Friderico Spi-nola die cavalerie in Flandern » befand sich an. 1605. unterdes Marggrafen Spinola armer in der belagerung von Ol-denseel, darinnen er nach erfolgter eroberung Commendantwurde. Als hernach Graf Moritz von Nassau diesen ort an.r6os. belagerte, hielt er sich tapfer, und vertheidigte ihn , bisder Spanische entsatz ankam. Als er zu Ercklens gelegen, warder von Gras Heinrich Friedrichen von Nassau daselbst attaqui»ret, und als dieser in den Iülichischen landen gelegene ortmit stürm übcrgieng, in der kirche, darein er sich retirirethatte , gefangen. Er wohnte hierauf an. 1614, deS Ge-nerals Spinolä kriegs - expedition wider die stadt Aeth undder eroberung etlicher Clevischcr und Jülichischer städte bey,ward an. 1618. an feines abgestorbenen bruders GrafFridrichsstatt Gouverneur des Hertzoglhums Geldern, wie auch folgendsStaats-Rath und General -Feld«Hauptmann in den Niederlän-dischen kriegen. Nach dem an. 1621. geendigtcn stillständewar er einer von den ersten, welcher im nahmen des Königsvon Spanien den krieg wider die vereinigten Niederlande wiederangehoben, das haus Ried eingenommen, und an. 1622. diestadt Jülich erobert. Hierauf wurde er mit einer besondern ar-mer in Westphalen gelassen, bey dem einbrach aber der Hollän-der in Brabant wieder zurück beruffen. In selbigem jähre thater einen einfall in Frießland, wiewol mit schlechtem glück, ero-berte eine zwischen Cöln und Bonn gelegene schantze, that an.2624. einen einfall in die Velau , und häufele übel darinnen.An. 1625. rückte er vor die vestung Grave, muste aber selbigebald wiederum verlassen. Er befand sich hierauf bey der bela-gerung von Breda, und convoyirte die Jnfantin Jsabellam Cla,ram Eugeniam nach eroberung dieser vestung dahin. An. 1626.lagerte er sich in die Cievischen lande, überfiel den 2. oct. denGrafen Hermann Otto von Styrum, bekam selbigen gefan-gen, und brachte gute beute davon. In selbigem jähre vro«viantirle er die vestuna Groll, zog sich mit einer armee in West-phalen , wollte Lrppstadt einnehmen, muste sich aber zurückziehen. In diesem jähre suchte er Groll zu entsetzen , Massener sich allezeit bey der stadt in der nähe hielt, und gebrauchte die-se kriegs-list, daß er tauben, so in die stadt gehörten, mit her-aus genommen, denen er die briefe unter die flügel band, undfie als» nach der vestung fliegen ließ. An. 1629. commandirte

h e n

83

das Spanische läget, wormit Hertzogendusch entsetzt werdensollte, und wer! er den entsatz nicht zu wercke richten konnte, fieler mit seinen und etlichen conjungirlen Kayserl. völckerN unterGraf Johann von Nassau und Grafen Montecuculi zum an-dern mal m die Velau ein, richtete aber nichts aus, als daßAmmerSfort eingenommen, und das land sehr verheeret wurde,da mittlerweile die Niederländer durch einen »»schlag Weselembekamen; woriiber er bey der Jnfantin in ungnade fiel,auch allerhand schmah-schriften wider ihn heraus kamen sodaß er auch ern manifest zu seiner entschuldigunq ausgehenNetz. In selbigem iahre bekam er von dem Könige in Spanien das goldene Vließ. An. 16,1. commandirte er die kriegs-völ»cker, so zwischen der Maas und dem Rheine lagen, quittirte aberan.;2. die Spanischen dienste, vorwendend, es hatte derMarggraf Leganes nebst andern Spanischen Herren ihm nachehre und leben getrachtet. Hierauf machte er mit den Printzenvon Barbanzon und Espinoy, auch andern einen geheimen tra.ctat wider das Spanische interrsse, begab sich heimlich nebstseinem eydam, dem Grafen von Warfnß, nach demHaaa.ii,Holland , tractirte daselbst mit den vereinigten Niederländernund gab denselben allerhand heimliche anschlüge, darauf derkrieges-zug wider die städte Venlo, Ruremonde und Mastritt,t,so auch alle von dem Printzen von Oranien erobert worden , a*folgte. Zu gleicher zeit sagte er durch ein öffentlich ausschrei-ben dem Könige in Spanien und der Jnfantin seine dienste undgehorsam auf, retirirte sich nach Lüttich , und von dar nachAachen , ließ ein manifest ausgehen, und versprach denjenigen,die zu ihm übertreten wollten, beförderunq, zog auch durchsolches verhetssen viel von ihnen an sich, formirte davon eincorpo, und begab sich unter der vereinigten Niederländer pro.tection, darüber er von der Jnfantin nach Brüssel beschieden,und als er nicht erschiene, den 2z. jun. an. 1652, durch den ho-hen Rath von Mecheln des hoch-verraths verdammet wurde.An. i6;z. führte er zu dienste der vereinigten Niederländer ein«eigene armer wider den König von Spanien , und an. iöucorresponbirte er mit einigen Herren aus den Spanischen N,e^verlanden, um sie ebenfalls nach sich zu ziehen, deren etlicheins gefanqnis darüber kamen. Letztlich aber gab er sich zur ru.he, und überließ seine völcker dem Printzen von Oranien , zudienste der vereinigten Niederlande . An. i6;6. kam er in derbelagerung Schenckenschantz zu dem gedachten Printzen, bliebneutral, trauete aber dennoch den Spaniern nicht, und giengendlich den ir. jun. an. i6;g. mit tobe ab. Seine erste gemah.lin war Margaretha Mencta, Johann von Mitten, Frevherrnzu Bouteschen tochter, mit welcher er einen söhn, WilhelmOswald, so jung gestorben, und eine tochter Mariam Elisa.bctham gezeuaet, welche an Fürst Eitel Friedrich von Hohen,zollern vermahlet worden. Die andere gemahlin war Hirrony,ma Catharina, Gräfin zu Spaur, davon er einige tvclitergezeuget, derm eine Reinier von Renesse , Graf zu 'Warfuß,der an. 16,7. zu Lüttich hingerichtet worden, und eine andereder Graf von Rechberg geehlichet. Nächst diesen hatte er aucheinen unachten söhn, Hermann genannt, welchem er die Herr-schafft Stephanswerth verließ, die hernach der König vonSpanien ihm abgehandelt hat.

Berühmte Leuthe:

t enricus, war erst ein Mönch zu Toulouse , hernach gabnen orben auf, und hielt es mit Petro von Bruys. Eswird ihm von seinen Widersachern schuld gegeben, ob hätte erdie kinder-tanfe, die kirchen, crucifixe, daö meß-opfer und der.gleichen verworffen. Allein was das erste betrift r so ist sowotvon ihm als überhaupt von den Petro-Brustanern und Albi-aensern, welches alles eine secte gewesen , leicht zu erweisen,daß fie die Ander getauft, und nur allein gewisse in der Ca.tholischen kirche bey der taufe übliche ceremonien und geprän.ge, die fie für ungeziemend, abergläubisch und von Christonicht eingesetzt hielten, verworffen haben. Er war nach Petrivon Bruys tobe das Haupt derselben kirche, und breitete ihr«lehre sonderlich in Languedvc und Provence aus. (a) PetrusCluniacensis , der Cardinal Albericus , und St. BernharduSeiferten sehr wider ihn , bis er an. 1134. auf dem Concilio zuPisa verdammt, und endlich an Handen und füssen geschlossenseinem Bischoff eingeliefert wurde, nach welcher zeit nichtsmehr von ihm gemeldet wird, so daß ungewiß, was manihm für eine strafe angethan , oder wie er gestorben, (b) Diesogenannten üeüricianer sollen nach einiger meynung nichtvon ihm , so- dern von dem Kayser Henrico IV. welchem sie wi-der den Papst anhiengen, ihren nahmen haben; doch ist wahr,scheinttcher, daß der nähme von ihm herkomme, oder we,nigst solcher den Petro-Brustanern in Languedoc ohne das qe-ringste absehen auf den Kay,er Henricnm IV. sey gegeben wor-den. (a) Petrus de Bruys , m libro de Antichr'isto, insertoPauli Perrini hist. "Waiden!!, Gallice scriptae. Gofridus, in Vita8. Bemardi. Peir. Qluniac. Übro advets. Petro. Bruiian. S.Bernard. epist. 2 ? 8 > Geßa Episiop. Cenoman. ap. Mabiüon .tom. III. analect. p. ;iz. (b ) Geßa Ep. Cenom. d. 1 . p. j 4 r (Concil. Pifan. conf. Baron , ad an. 1147. n. 16 . Arnolds ke-tzer-historie, P. I. üb. XN. L. 5. §. u. *

Henricus von Brüssel, ein Benedictiner in dem kloster Af-fiigheim, verstund die Mathematic wohl, und schrieb einen tra.

«tat de Ratione CempUti. Tritkemmt , Armldus Wion.

Henri«