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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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* Henricus von Portugall, Hertzog von V.fto, Herr vonCovillan , Großmeister des ordens Christi, war der vierte söhn^obannisl. Königs in Porlugaü, den ihm seine gemahlin Phr-lippa ^ eine schwester Henrici IV. Königs von Engelland, an.i;y4. den 4 mcrtz zu Porto gebohren hatte. Er legte sichmit besonderm fleiß aufdie mathematischen wissenschafften, undbekam daher den beynahmen Mathematicus. An. 1415. halfer Ceuta erobern, und wurde daselbst von seinem vatter zumRitter geschlagen, entsetzte auch diesen ort an. 1419. da ervon den Mauren belagert war. Zuvorderst ließ er sich ange-legen seyn , die Afticanifche see-küsten genau zu erforschen , rü-stete zu solchem ende aus seine kosten einige schiffe aus , undentdeckte viel zuvor unbekannte länder; damit, er auch zu sei-nen speculationen bessere bequemlichkeit haben mochte ,,erwehlte«r zu seinem ordentlichen aufenthalt den in dem KönigreichAlgarbien nahe bey dem vorgebürge St. Vincent gelegenen fle-cken Sagres, und starb daselbst an. 1460. unverehlichet. Ma-nuel de Faria y Sousa , epit. de las bist. Portugues . P. III.'c. 11. Mariana, de reb. Hisp. Anselme , bist. geneal. tom. 1 .

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* Henricus von Flandern , Graf von Lodi in dem Hertzog -thum Mayland, war der jüngste fohn Guidonis von Dampierre,Grafen von Flandern , von dessen andern gemahlin Jsabella vonLuxemburg. Er ließ bey unterschiedlichen gekegenheiten, sonder-lich aber an. 1304. in der schlackst bey Mons en Puclle seine hcrtz-hafftigkeit sehen,und half darauf durch seine Abgeorduete denfrieden mit Franckreich zu Athies-Iur-Orge an. 1)09. zu ständebringen. Endlich starb er an. i;;?. den 6. nov. zu Mayland,von dar man seinen leichnam nach Brügge brachte, und da-selbst in der Franciscaner-kirche beerdigte. Von seiner gemahlinMargaretha, einer tochter Theodorici VII. Grafen von Eleve,hinterließ er Henricum von Flandern II. Grafen von Lodi,Herrn von Rotselaer und Nienhove, welcher an. 1397· vonLudovico III. Grafen in Flandern , zum Gouverneur von Me-cheln, Alost , Dendermonde , Waes, rc. bestellet worden ,und um das jähr 1366. zu Brügge ohne rechtmäßige erbenmit tode abgegangen. Anselme , histoire geneal. tom. II.p. 7 iz.

Henricus, der krummhälsigte zngenannt, der erste Her-tzog von Lancaster. Er lebte in dem XIV. stxeulo unter Kö-nigs Eduardi III. regierung, und stiftete das Lollegium in Cain,bridge, welches man Corpus Christi zu nennen pfleget, wie auchdie Collegiat-kirche zu Leicestcr, welche der ort seines begräbnis-ses war, nachdem er an. 1361. an der pest dieses zeitliche ge-segnet hatte. Wegen seiner ungemeinen gutthätigkeit nennteman ihn den gütigen Hertzog von Lancaster.' Blanche,seine einzige tochter, welche erben hatte, wurde an Johannemvon Gaunt, Hertzog von Lancaster, vermählt. Imbos. gen. Brit.

Fürst zu Mannsfeld :

t enricus Francifcus , des H. Römischen Reichs Fürstlannsfeld und zu Fondi, edler Herr zu Heldrungen , See-burg und Schraplau , Herr der Herrschafft Doberschütz, Rit-ter des göldenen Vliesses, Grand von Spanien , Kayserlicher ge-heimer Conferentz-Rath und Cämmerer,wie auch General -Feld-Marschall und Gouverneur zu Comorrn, war ein söhn Bruno-uis III. Grafen von Mannsfeld, Kayserlichen Cämmerers undobersten Stallmeisters , und Mariä Magdalenä, Gräfin vonThöringen, welche ihn den 21. nov. an. 1640. gebohren. Erbegab sich in seiner jugend in Kayserliche kriegs-dienste, wurdeaber wegen seiner geschicklichkeit bald an den Hof gezogen, undzum Cammer-Herrn ernennet, da er an. 1677. nebst dem ober,sten Stallmeister, Grafen von Harrach , dem Rittmeister,Grafen von Waldstein , und dem Grafen von Schafftcnberq»dem ankommenden bräutigam von des Kaysers Leopoldischwester Eleonora, Hertzog Carolo von Lothringen , halbweges nach Wienerisch - Neustadt entgegen reisete, und denKayser bey diesem trauunqs-aistu bediente. Nachhero wurdeer in vielen wichtigen Verrichtungen an Chur -und FürstlicheHöfe in dem Reiche, desgleichen nach Polen und Holland ,und nach dem Nimäqifchen frieden an. 1679. als Kayserl.Envoye, nach Franckreich verschicket, da er immittelst an.1682. geheimer Rath worden. Hierauf ist er auch 9. jähr alsKayserlicher Botschaffter in Spanien gewesen , hat auch an.1690. des Königs von Spanien , Caroli II. braut, MariamAnnam, gebohrne Hertzogin von Pfaltz-Ncuburg, als König-licher Plenipotentiarius auf dero reise durch Teutschland nachSvanien begleitet; davor ihm der König , wegen seiner vielenaufgewendeten Unkosten, das Fürstenthum Fondi in demKönigreiche Neapolis an den Römischen grcntzen mit dem ti-tnl eines Grands von Spanien , wie alich den Ritter-orden desgoldenen Vliesses verliehen. Hierauf rüste ihn der Kayser zurück,erneuerte ihm den bey dem Mannsfeldischen Hanse hiebevor ge-wesenen Fürsten.stand , und bekräfftigte solches an. 1696. durchein abermaliges decret, als er damals als Kayserlicher Plenipo-tentiarius an dem Savoyifchcn Hofe war, die Neutralität zuIractiren, und war er nach der zeit am meisten unter dem nah-men Fürst von Fondi bekannt. Immittelst, ob er gleich inStaats-affairen war gebraucht worden, so behielt er doch nocheinige zeit sein regiment zu fuß, und avancirtc auch in den krieqs.bedienungen ; wie ihn denn der Kayser an. 1691. zum Gouver-neur der haupt-vestung Comorrn, wie auch zum General -Erd-

land-und Laus - Zcugmeister ernannte. An. 1694. wurdeer Oder - Hof-Marschall, und an. 1700. Hof-Kriegs-Rakhs»Präsident, welche charge er aber an. 170z. den 29. jn.dem Printz Eugenio von Savoyen abgetreten, und davor dievacant gewesene Kayserl. Oberst-Cämmerer-stelle erhalten, wel-che er bis an des Kaysers Leopoldi tod verwaltet. Unter demKayser Josepho wurde an. 1^10. den 2. ocl. der schon vorhererhaltene würckliche Reichs-Fursten-stanb, mit dem titul einesFürsten von Mannöfeld publiciret. Nach des Kaysers Josephsunvermuthctem absterben, machte er nebst dem Fürsten vonTraulsohn, Grafen von Seyler und Grafen Wratislau diese!,be Junta, oder den geheimen Rath, welcher der Kayserin Eleo-norä, als Regentin, aßistiren sollte. Kayser Carolas VI.brauchte ihn auch in wichtigen conliliis, bis daß er endlich indem 79. jähre seines alters, den 8. jun. an. -719. in seinem gar.ten vor Wien , nachdem er aus dem bade von Baden unpäß-lich dahin gekommen, starb. Mit seiner ersten gemahlin, Ma-ria Louise d'Aspremont Nanteuil, Caroli Grafen von Aspre-mont tochter, Caroli IV. Hertzogs von Lothringen wittwe, hater an. 1679. beylager gehalten, und mit ihr 2. tochter gezeugel,an. 1680. Mariam Eleonoram , so an. 1709. an Carvlum,Fürsten von Mannsseld, vermählet, und Mariam Annaman. 1682. so erstlich an. 1699. den 25?. sept. an Wilhelmum Flo.rentinum , Wild-und Rhein-Grafen zu Neufville, hernach anden Grafen Colonna von Felß, General dercavalerie, verheu.rathet, und an. 1714. abermals verwittwet worden. Zur an-dern gemahlin hat er an. 169;. durch Päpstliche dispensation b&kommen Franciscam, Johannis Weicardi, Fürsten von Aurs-berg, Hertzogs zu Münsterberg , tochter, so er als wittwehinterlassen.

Fürsten zu Anhalt:

* Henricus I. erster Fürst zu Anhalt, war der andere söhnBernhardt, Hertzogs zu Sachsen aus Ascanischem stamme,von dessen erster gemahlin'Judith, einer schwester Woldema-ri l. Königs in Dänemarck. Wenn er eigentlich gebohren, istnicht bekannt; dieses aber ist gewiß , daß er an. 1199. mit sei-nem velker Otton-e II. Churfürsten zu Brandenburg , dem Kay-ser Philippo wider Ottonem von Braunschweiq beygestanden,und sich bey der belagerung der stadt Braunschweig sowol alsin der dabey vorgefallenen schlacht wohl gehalten. In wäh-renden diesen streitigkeiten gieng er mit dem Ertz-Bischoff vonMagdeburg Alberto vor das an der Bude bey Egeln gelege-ne schloß Unsprung, welches Walther Graf von Barby unddie beyde brüder Fridericus und Wilhelmus von Ammcrsle.ben, den benachbarten zur last, wieder aufgebauet halten, undmachte es der erde. gleich. An. 1204. befand er sich mit ssei-nem obgedachlen velker dem Churfürsten von Brandenburg inHalle, und half den Böhmen , die Hertzog Ottoni von Braun­ schweig zu hülsse eilten, möglichsten abbruch thun. Als aberder Kayser Philippus an. 1208. ermordet worden, erkennte erOttonem von Braunschweig vor den rechtmäßigen Kayser.Nach seines vatters tobe, so an. 1211. erfolgte, nahm er alsein gebohrner Reichs-Fürst den titul eines Fürsten zu Anhaltan , und hat es keinen gründ, daß derselbe ihm erst an. 1218.von dem Kayser Friderico II. beygeleget worden. An. 1219.stiftete er die kirche zu St. Maria in Coswick, und machtesie an. 1216. zur Stifts-kirche. An. 1219. kaufte er dem Ca-pitul zu Goslar alle gerechtigkeitcn , so es in dem FürstenthumAnhalt hatte, ab. Um eben diese zeit ließ er dem Abt zu Nien-burg, Gernodo, welcher ihm wegen der Abvocatur deS klostersstreit erregte, und über dem ein unordentlich leben führte,die äugen ausstechen , und an der zunqe lähmen , fiele aberdarüber in den bann , und sahe sich genöthiget selbst nach Rom zu reisen, da er denn durch den Papst selbst davon befrcvtwurde. An. 1228. schenckte er den Dom-Herren zu CoSwickdas dorf Senst , und das Hospital zum H. Geist in Dessau .An. ir;8. stund er dem BischoffLudolpho zu Halbcrstadt wi-der seine vettern Johannem 1 . und Ottonem III. Marggrafenzu Brandenburg , bey. An. 1239. legte er zu dem Hospital zuStasfurt, welches ein Edelmann, Arnoldus von Stasfurk, er«bauete, den ersten stein, und richtete in eben diesem jähre mitdem Abte zu Nienburg wegen des Juris Advocati* einen ver-gleich auf. Er starb endlich an. 1292. nicht aber an. >264.oder 1267. wie einige vorgeben. Lkckmanns Anhält. Histo-rie, P. V.

* Henricus II. Fürst von Anhalt, beygenannt der jüngere,und von einigen der fette, war der älteste söhn des vorherstc«hendcn Henrici I. und ficng die Aschcrslebtsche linie an. Manfindet nicht aufgezeichnet, wenn er gebohren worden, wol aber,daß er bereits an. 1240. eines männlichen alters gewesen. An.1249. verglich er sich mit dem Capitul zu Goslar , dem er vielschaden zugefüget , und erlegte vor sich und seinen brubcr,Fürst Bernharden, hundert marck silbcrs; nachdem sein vatteran. 1292. mit tode abgegangen, nennte er sich nicht mehr denjünaern, sondern schrieb sich einen Grafen von Ascherslebe»,und'Fürsten von Anhalt, woben merckwürdig, daß er allemalden titul Graf von Aschcrslcben vorangesetzt, weil ihm die>eGrafschafft als ein vätterliches crbtheil zugefallen. An. irSi.bestätigte er denen zu Aschcrslcben alle gcrechtsame, so sie bey sei-nem vatter, Fürst Heinrichen, und groß-vatter, Hertzog Bern-harden, besessen. An. 126z. mischte er sich in den rrieq, welchen

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