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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Ursache jewcilen in gar grosse weitläuftigkeiten gefallen ist ; wieer kann in vielen jähren, da er das erste buch Mvsis vor demcathcder zu erklären vorgenommen, blos bis zum vierten ca-pitul hat fortschreiten mögen. Sein tob wird gemeiniglich inan. 142g. gesetzt, von teilen nemlich, welche ihn für «ne Per-son init Henrico de Haisia den Carthäuser halten wollen. Mas-sen dann neben diesem zu gleicher zeit. auch ein andererHen-ricus de Haslia gewesen, der im Carthaufer-kloster i^t. Mariabey Arnheim gelebt hat. Er kan mit Langenstein nicht wol ei-ne Person gewesen seyn, weil dieser letztere sein leben auf Uni-versitäten zugebracht hat, auch da er schon an. i}8i. zu Paris floriret , nicht wol bis a». 1428. kan gelebt haben. Neben dem,daß auch Gerson schon ums jähr 1408. von selbigem, als voneinem verstorbenen, redet, da er ihn claristimee memori» Vi-rum nennet. Nun dessen , der zu Paris und Wien gelehret,vornehmste schrist ist Consilium Pacis , so zu beylegung der zuselbiger zeit obschwebender ärgerlichen kirchen-lrennung unterdreyen- Päpsten zweckte. Von andern unter diesem nahmenausgegangenen schrtften ist es noch so klar nicht, welchem un-ter diesen beyden solche zuzuschreiben seyen. Die tiiul davonsinken sich beym Cave, ad saec. XV. Trirhem. de script. eccles.BeUarm. de script. eccles. Snnlerns , in blibl. Pantaleon, pro-sopogr. Petrejus , bibl. Carthüs. Von der Hardt, Concil.Constant. *

Henricus von Huntingdon, wurde also genennet, weiler Archidiaconus daselbst war. Vorher war er Canonicus vonLincoln, lebte in der mitten des XU. sieculi unter des KönigsStephans von Engclland regierung, und schrieb verschiedenehistorische wercke, worunter die vornehmsten sind seine Historievon Engelland in 10. büchern; Libellus de Contemtu Mundi ,&c. Baiaus. Pitseus. Mattbaus Malmesbur. ad an. 112;.Gefner. Vajjius. Btttarm'mus. Cave , bist. littet.

Henricus von Ralkar , der krancke zugenannt, gebür-tig aus dem Hertzogthum Eleve, war Doctor von Paris,und Canonicus zu Cöln. Nach diesem ward er ein Car-thäuser , und bekam die wichtigsten stellen seines ordens , in-dem er Prior zu Cöln, Rurmond, Straßdurg, rc. war. Erhat auch ;. mal dem General-Capitul beygewvhnet, und ver-schiedene kloster selbigen ordens visitiret. Er starb an. 1448. im80. jähre seines alters, und hinterließ Rosarium B. Virginis ;Sermones de Ordine & Progrdsu Ord. Carthus.; Scalam Spi-ritualis Exercitii ; Epistolas, &c. Andrea bibi. Belg. Pe-trejus, in bibi. Carthus.

-Amricus von lNarlcbourg, Vicarius von Balliscadanin ver Dudlinischen viesces im XV. feculo. Er schrieb inLateinischer spräche 1;. Libros Annalium bis auf seine Zeitenün. 1421. welche Camdenus zum theil seinem Britannien ein-verleibet, die aber auch hernach an. 16;;. zu Dublin Englisch ,und zwar vollständiger, doch nicht gantz vollkommen bey dembeschluß der ehronick Hämmert heraus gegeben worden. War.

de scriptor. Hibern.

-Aenricus von piro , welchen andere von Brune nen-nen , ein berühmter JCtus, war von Cöln gebürtig, lehrte zuTrier , und machte sich bey den Patribus des Costnitzer-Concilüsehr beliebt. Nach diesem wurde er ein Carthäuser, und be-kam die stelle eines Priors in verschiedenen klöstern, bis erendlich an. 147«-. verstarb Er hat unter andern 4. dücher überdie Instituta geschrieben. Borland , c. zr. Trithemius , de scri,ptor. eccles. Sutor , lib. II. de vita Carthus. c. 7. Petrejus ,bibl. Carthus.

* Henricus, mit dem zunahmen Septimelensis, weil er vonSellnnello , einem kleinen schloß ohngefehrItaliänische wei-len von Florentz gelegen, gebürtig war, lebte in dem XII. fe-culo. Nachdem er zu Bologna einen guten gründ in seinenstudien gelegt, trat er in den geistlichen stand, und erlangteein austrägliches Beneficium , verlohr qber selbiges durch ei-nen proceß, und kam darüber in so grosse armuth, daß erdas drodt betteln muste. In diesem zustande suchte er sich mitder Philosophie aufzurichten, und schrieb ein Lateinisches ge-ticht, de viversttate Fortunae & Philosophiae Consolatione ,welches Polycarp. Leyser zu Leipzig , und nachgehends auchMarin, ein gelehrter bnchhändler zu Florentz , nebst einer al-te» Italiänischen Übersetzung an. 17*0. in 4. auflegen lassen,Bibl. Ital. tom. VII.

Henricus, oder, wie er sonst genannt wird, Amandus Suso aus Schwaben , stammte aus einem Gräflichen ge-schlechte her. Er war ein Prediger-Mönch, und berühmterTheologus. Er starb an. r;o6. oder wie andere wollen, an.l;6;. und liegt in dem kloster zu Ulm begraben. Man Hatvon ihm Horologium Sapientiae ; Meditationes C. de Pastio-ne Domini; Sermones de Tempore & Sanctis, &c. AntoniiSenenfis bibl. Praedic. Alphonjus Fernandez , in cone. Prae-dic. Bollandus , in actis Sanct. mens. jan. Cave , bist. litter.

* sjjenricus von Suze, ward Ertz-Bistboff zu Embrun umDaS jähr Christi i2;8. und Cardinal - Bischoff zu Ostia an.1262. deswegen er Ostiensis zugenannt wird, unter welchemnahmen er meistens bekannt ist. Er wurde zu seiner zeit fürden geschicktesten in den Canonischen Rechten gehalten, undhatte auch grossen rühm in Jure Civili erworben, weswegenman ihm die lob-sprüche von Fons & Splendor Juris beyge-leget. Er hat eine Summam Juris Civilis und Canonici ge«

HtstSk. Laxiern IV. Theil.

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schrieben, welche man insgemein die Summam inaucatam -deraurearn zu nennen pfleget. Dieses buch ist an. i;;?. und r;?;.zu Basel gedruckt, und auch zu Lyon an. i;88. und 1^97.zweyund wieder aufgeleget worden. Er hat auch einen Com-mentanum über das Decrctale , aus befehl des Papsts Alexan-fljjchrieben, welcher zu Rom an. 1470. und 147;. undzti Venedig an. 1498. und i;8r. ist gedruckt worden. DieCanon,sten hallen sonderlich diese wercke sehr hoch, und alsdie quelle, woraus die übrigen, welche über diese Materien ge-trieben, mcistcntheils ihr klares wasser geschöpfet haben.Man kommt nicht eigentlich uberein, in welchem jähre er ge-storben; einige setzen das jähr seines todes an. 1267. andereaber erst an. 1281. die Herren von St. Marthe aber bewei-sen mit ziemlich guten gründen, daß er an. 1271. gestorbenfty^ Du Pzn , bibl. des aut. ecclesiast. du XIII. siede.

Henricus Thaborita, war ein Canonious regularis ausFrießland in dem kloster des berges Thador, und lebte indem XVI. feculo. Er hat Historiam mixtam geschriebena nato Christo bis auf r;oi. Andrea bibl. Belg. Petri , de{triptor. Frisiae.

Denricus von Zoemeren, wurde von einem flecken in Bra,baut also genannt. Er war Doctor Theologie zu Paris ,Professor zu Löven, und Decanus der kirche zu Antwerpen .Der Cardinal Bessarion ästimirte ihn sehr hoch, wie er dennauch auf sein bitten nach Rom qieng , woselbst er an. 1472. inrvsser reputation starb. Er hat geschrieben Epitomen primaeartis Dialoge Guiliehui Ockami; Volumen Epistolarum; Epi-stolam de capta Constantinopoli. Andrea bibl. Beiß Pol',ßus. de Hist . Lat. lib. III. 6 J

Henricus von Zütphen, sonst auch Möller genannt, war 'anstnglich Prior «n dem Augustiner-kloster zu Antwerpen ,gieng aber an. i;2i. nach Wittenberq, machte sich mit Lu­ thers bekannt , und wurde von demjelbiaen zum Baccalau-reo Theologie gemacht. Nach seiner rückkunft beredete er dieMönche daselbst, die Lutherische lehre anzunehmen. Um die-ser Ursache willen wurde das kloster von den Catholischengeschleifet, und er die Lutherische lehre abzuschwören genö-thiget. Weil er aber selbige bald wiederum annahm, setz-ten sie ihn gefangen, hatten ihn auch bereits zum lobe ver«urtheilet. Er entkam aber durch hülffe der weiber nach Wit-tenberg, und hielt sich ferner daselbst zu Lulhero und Melanch-thone. An. 1522. gieng er nach Bremen , und ohngeachletsich der Ertz-Bischoss nebst den Canonicis und Mönchen ver-geblich bemühctcn, solches zu hintertreiben, so fieng er dochan in des heil. Ansgarii kirche die Protestantische lehre aus,znbreiten. Von dar wurde er an. i;24. nach Meldorp inDitmarsen beruffen; als er aber daselbst 2. wachen gelebet,und wider der Ditmarsischen Beamten verbot 2. odermalwider die Catholischen gelehret hatte, erregten die Mönche;00. bauren, welche ihn den ro. dec. mitten in der nachtvon Meldorp nach Heida führten, und da sie ihn übel zuge-richtet , den folgenden tag darauf lebendig verbrannten, undzwar an eben demfeldiqen orte, wo nachmals an. 1559. dieDitmarsen von den Holsteinern eine grosse Niederlage erlitten.Lutherus hat von ihm geschrieben, die Historie von bruder Hen«rich in Ditmar verbrannt , so im sechsten Wittenbergijchentheile Teutscher schriften befindlich. Rabi Märtyr-buch. l.an.gii Historie Henrichs von Zütphen. Crispini actiones & monum.Martyr. Pantaleon. hist. Martyr. Crotii Martyr. Germ. Heim.reich, chron. Ditmars. Seckendorf. hist. Luther . Moüeri isag.

ad hist. Cherson . Cimbr. p. S;2. Arnolds ketzer-historie, P. II.lib. VI. c. 8 · §· 14·

* -Zenriet, (Israel) ward zu Nancy gebohren, obwol seinvatter von Chalons in Champagne gebürtig war; von diesemerlernte er die ansänge der zeichnungs-kunst, und war noch sehrjung, da er nach Rom gieng, allwo er unter dem bekannten Tem-pest schlachten und jagden zu mahlen sich übte. Nach seiner zu-rückkunft in Lothringen , hielt er sich einige zeit allda auf, be-gab sich aber nachgehends gen Paris , und arbeitete unter duChene. Da Henrict sich nach des Callots art zu zeichnen be-flissen hatte, so fanden sich gar viel vornehme leuthe, welchediese art mit der fcder zu zeichnen von ihm erlernen woMn ;weil nun diese Unterweisungen ihm viel mehr eintrugen alSdas mahlen , so hat er das letztere hindan gesetzet, und sicheinig und allein auf das erstere geleget; beneben aber handelteer mit Callotischen kupfcr-stücken , indem dieser grosse meistereinig für den Henriet arbeitete. Filibien , entretiens für lesvies & les ouvrages des Peintres , tom. III. p. j8j. &C. edit.de Trevoux 172;.

* -Zenrietta Maria, eine tochter Königs Henrici IV. vonFranckreich, und Mariä von Medicis, war an. 1599. geboh-ren , und sollte anfangs mir Ludovico , Grafen von SvisscnS,vermählt werden, welche heurath aber nicht zu stände kam,nachdem der König JacobuS I. von Groß-Britannien, mitgrossem Unwillen feines volcks, um sie vor seinen söhn, dennachmaligen König Carolum I. anhalten ließ. Mit demselbenward sie an. 1622. würcklich vermählt, und echielt in kurtzerzeit über ihn eine sehr grosse gewalt, der sie sich , die einfuh.rung der Catholischen religion in Engelland zu befördern, undihrem gemahl zu einer unumschränckten Herrschafft zu verhelf-fen, gebrauchte. Als dieser deshalben mit seinem volckc inschwere streitigkeiten verfiel, gieng sie an. 1042. nach Holland ,

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