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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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sicher geheimer Rath und Lands - Hauvlmann ;u Glsgau, undstarb an. i68->.; Johann Friedrich aber, der an. 1701. verstor-ben, ließ sich in der Graffchafft Glatz nieder, und zeugte 1.)Johann Friedrich Erdmanncn , Kaystrlichen Cammcr - Herrnund Lands - Hauptmann der Graffchafft Glatz ; 2.) JohannLevpoldum , Kaystrlichen Cammer-Herrn und SchlesischenCammer - Rath. Zu diestr brauche gehört auch ( und mag zu-gleich ein bruderder beyde» vorhergehenden feyn ,) FerdinandErnst, Graf von Herberstcin, Königlicher Appellations - Rathin Böhmen , der sich nach anfang des XVIII. lseculi durch feineschriflen berühmt gemacht. Vorerwehnter Andreas, ein bru-der des obgemeldten Georg«, wurde ein vatter Lconhardi, derbey feinem an. 15n. erfolgten tobe 4. söhne hinterlassen : 1.)Sigtsmnndum, Kaystrlichen geheimen Rath , von welchemhernach besonders. 2.) Wilhelmum, der den Mazifchen äst an-gefangen , und ein älter - vatter worden Caroli Eustbii, dessenälterer söhn Adam Quintinius 2. männliche erben, JohannAnton und Johann Frantzen, hinterlassen; der jüngere aber,Ferdinand Ernst, Kayfcrlicher Kriegs - Rath und Lands-Hauvt-mann, der noch um das jähr 1636. sioriret, hat Carolum Gra-fen von Herderstein gezeuget. z.) Johannem ,· so die Neuper-gische neben - linie aufgerichtet; dessen söhne waren Christopho-rus, der an. 1541. wider die Türcken in Ungarn geblieben, undCaspar, Ertz - Hertzogs Caroli in Oesterreich Hof- Marfchall;von dessen ur - enckeln ist Johann Gotthard, Graf von Herber,stein, als Kayferlicher General - Major und Lands-Hauptmannin der Steyermarck verstorben. 4.) Georgium, Herrn von Fal-ckenstein, welcher Georgium II. und Georg Sigmnnd auf Gut-tenhaag gezeuget. Jener hinterließ Levpoldum und Georg Ru-pertum.Lcopold fieng denPüsterwaldifchen zweig an,und war einberühmter Ober - Feld-Haupcmann im kriege wider die Türcken.Sein enckel Leopold Christoph starb an. 1667. zu Preßburg inUngarn , nachdem er wegen der Lutherischen religion von sei-nen güthern weichen müssen. Einer von dessen bruders söhnenzeugete Levpoldum III. Kaystrlichen würcklichen geheimen Rath,Cammer - Herrn , Hof - Kriegs - Raths - Vice - Präsidenten ,Feld - Marfchall und Hatfchier - Hauptmann, der an. 1717.das Generalat von Waradcin erhalten, und Carolum LevpoldumGroß - Baillif des Malthefer - ordens in Teutschland. GeorgiusRupertus errichtete den Sirendorffifchen äst, und wurde eingroß - vatter Ferdinandi, der der an. 1680. Kayferlicher Reichs-Hof - Rath gewesen. Seine beyden söhne, Johann Ferdinandund Ferdinand Carl, fiorirten nach anfange des XVIII. feculials Kaystrliche Genera! - Majors. Vorgebuchter Georg Stg-mund, Herr auf Guttenhaag, starb an. 1570. als Oberster.Seine söhne waren 1.) Sigmnnd Friedrich , Kayferlicher ge-heimer Rath, Cammer - Herr und Lands - Hauptmann in derSteyermarck, der den Lenckowitzifchen zweig angelegt. Dessensöhne waren Christoph Mauritius, Kayferlicher Hof-Marschall ;Georg Sigmund , Kayferlicher Ober-Stallmeister, undhernach Provincialis P. P. Dominic. ; Georg Friedrich und OttoHeinrich, welche letztere ihren stamm forlgepflantzt. Jener wur-de ein groß - vatter «igismundi Christophs, welcher an. 1699.die Dischöffliche würde zu Laybach bekleidete; von diesem aber,nemlichOtto Heinrichen,ist vermuthlichJohann FriedrichAdölphabgestammet, welcher anfangs Kayferlicher Cammer-Herr,an. 1716. aber Abt zum heiligen Creutz in dem VefprinifchenBißthmn in Ungarn , und an. 1718. Bisthoff zu Modrizza inBosnien , wie auch Kayfcrlich - und Königlicher Rath in Un.gärn worden. 2.) Johann Friedrich , von dem die Wurm-perguche und Guttenhaagifche aste herstammen, so noch heut zutage ßoriren. ) Jacob Frantz, Herr zu Guttenhaag, derdie Oesterreichifche neben - linie gestiftet, welche noch an. 1686.dessen ur - enckel Frantz Joseph , Kayferlicher Cammer - Herr,unterhalten. 4.) Wölfganq Wilhelm, welcher den Windtaui-schen zweig gepffantzt. Seine söhne waren: Johann Wilhelm,Holländischer Oberster; Maximilianus, Venetianifcher Gene­ ral , und Gundaccarus, Kayferlicher Oberster; welcher letztereein vatter worden Ernesti Gundackers, Kaystrlichen General-Feld-Marfchall-Lieutenants , Commendantens zu Segedinund Hof-Kriegs - Raths, ingleichen Matthiä Gundackers, Kö-niglich - Polnischen und Chur - Sächsischen geheimen Raths undOber-Hof-Richters zu Leipzig . 5.) Georg Christoph, wel-cher stifter der Weldhausifchen linie worden, so dessen enckel ErnstFriedrich, Kayferlicher geheimer Rath, Cammer - Herr undHof-Cantzler, mit unterschiedenen söhnen fortgepflantzt, vonwelchen Johann Ernst an. 1700. Kayferlicher ansserordentlicherLnvoye IN Polen gewesen. Bucel. ftemmat. P. II. Sptner. inhist. infign. Memoires.

Herberstcin, (Sigismund Freyherr von) war aus demvorhergehenden gefchlechte an. 1486. in der Steyermarck zu Vtv-pach gcbohren, und ein söhn Leonhardi von Herberstein. An.1502. im 16. jähre feines alters ward er Baccalaureus Philoso-phie ui Wien . Nachqehends trat er an. 1506. in Kaystrlichekriegs - dienste , und hielt sich in Ungarn wider die Türckentapfer, dahero er in kurtzem, nemlich all. 1509. zum Oberstenüber die Sleyermärckische cavallerie gemacht, hernach von demKaystr zum Ritter geschlagen, und zur belohnung feiner tapfer-keit, die er in einer aclion erwiesen, mit einer güldenen kette bc-schencket, auch mit der charge eines Hof- Raths beehret wur-de. Hierauf hat er sich in wichtigen Gefandtfchafften gebrau-chen lassen; dir erste verrichtete er am Dänischen Host an. 1 > 16.um den König Christianum II. von der liebe zu der berüchtigten

Columdula abzuziehen. Nach seiner zurückkunft ward er an dSchweitzer geschickt, welche sich wider den Adel empöret hatten.Nach diesem trat er eine Gesandtschafft in Polen und in Mostauan, um zwischen beyden Potenzicn den stillstand der wassen zu-wege zu bringen. Nachdem er auch hierauf mit gutem succeßan den König in Ungarn abgeschickt gewesen, trugen ihm an.15,19. die Stande in der Steyermarck auf, bey dem erwehltenKaystr Carolo V. ihre gratulation abzustatten, worauf er an.1520. die charge eines Cammer - und Cammer - Gerichls-Rathsin Steyermarck erhielt. An. 1526. (einige setzen an. 152;.)ward er zum andern mal in Mostau geschicktem die erneuerungdes stiüstands mit den Polen zu befördern , worauf er den cha-racter eines Kaystrlichen geheimen Raths, und an. 15,2. einesPräsidenten der Oesterreichifche» Cammer erhalten. A». 1541.ward er als Gesandter an den Türckischen Kaystr geschickt, wel-cher unweit Ofen sein lager hatte. Jahrs darauf ward er vondem Römischen Könige Ferdinande I. mit einem diplomate be-gnadiget , vermöge dessen er versichert wurde, daß, weil er sichüber die fchwachhcit seines gehörs , gedüchtnisses und gesichts be-klagt , er hinführe mit legarionen und andern weiten reifen, in«gleichen seldzügrn, sollte verschont werden; doch wurde ihmjahrs darauf aufgetragen, die Oesterreichifche Printzeßin Elisa-beth , als deren Oberst - Hofmeister, dem Könige Sigismun-do in Polen zuzuführen, und die demselben versprochene mor-gen-gaabe hernach auszuzahlen. An. 155;. hat er gleichfallsdem gedachten Könige seine andere gemahlin Catharinam, Her-tzogs Francisti zu Mantua wittwe, überbracht. Nachgehendshat er sich zu ruhe begeben, und den Lommenrarium de RebusMofcoviticis in fei. verfertiget. Er hat auch seine eigene le-bens - befchreibung und Ursprung seines geschlechts Lateinischund Teutsch um das jähr 1560. heraus gegeben, so hernach vor»gedachtem Lommenrario mit beygefügt worden. Als er die er-ste Gesandtschafft in Mostau zurück gelegt, ward er von den Po­ len beschuldiget, als wenn er dem Czaar zuerst den Königlichentitul gegeben , um ihn desto eher wider ihren König Sigismun,dum aufzuwiegeln; allein er gab hierauf an den Professor zuFreyburg, Henricum Loritum.Glareanum eine schrift heraus,darin» er diese befchuldigung gründlich widerlegte, und die auf«richtigkeit des Hauses Oesterreichs in den lractaten und Hand-lungen mit den Polen deutlich zeigte, auch dabey anführte, wiedie Russen zwar eifrigst diesen titul von ihm begehret, er aberihnen selbigen jederzeit abgeschlagen. Er hat den Freyherrlichencharacter auf fein gefchlecht gebracht, selbiges aber mit seinergemahlin Helena Grasweinin nicht fortgepflantzt. Endlich ist eran. 1566. im 8«. jähre seines alters verstorben, nachdem er 4.Römischen Kaystr«, Maximiliano I. Carolo V. Ferdinando I. und Maximiliano II. als deren Staats - Minister gedienet. La-zius , de migratione gentlum üb. VI.

Herbert I. Herr von Peronne und St. Quintin, war Pipi.ni Ist söhn , und Bernhardt, Königs von Italien , enckel, wel-cher von Pipino, Caroli M. söhne , herstammete. (a) Erwurde an. 902. durch BalduinrII. Grafen von Flandern leuthe,umgebracht, weil er dessen bruder Radulphum, Grafen vonCambray, ermordet hatte. Er hinterließ r. töchter und Herber,tum II. Grafen von Vermandois , welcher in den unruhen, dieRvbercus II. Hugonis Capeti groß - vatter, wider Carolum Sim-plicem erregte, diesen seinen König , der ihn sonst des gröstenVertrauens qewürdiqet, treuloser weist verließ, und nach Rober,ti II. tobe, da Rudolphus, Hertzvg von Burgund , die Unru-he fortgesetzet, denselben abermals zu St. Quintin verrieth, in-dem er ihn unter dem scheine der freundschafft zu sich bat, her,nach gefangen nahm, und nach Peronne schickte. (Siehe Ca-rolus III. Simple*. ) Weil aber hierauf Rudolvhus Königwurde, entstund bey ihm eine ialousie wider denselben, und obihm gleich Rudolphus feine Herrschafften vermehrte, und seinensöhn, der nur 5. jähr alt war, zuin Ertz - Bisthoff von Rheimsmachte, fieng er dennoch an. 927. eine revolte an , als ihm Ru-dvlphus abschlug, seinem söhn Endes die Graffchafft Lavn zugeben. Er machte demnach mit Henricv Aucupe , dem Königein Tentschland, mit dem Hertzoge der Normandie , Wilhelme ,dem er feine tochter zur ehe gab, und mit Hugone Magno, Ro-berli II. sehne und Rudvlphi schwager, ein bündnis wider denKönig, und ließ Carolum Shnplieem aus der gefangenschafft los,zwang auch Rudvlphum dadurch, daß er ihm endlich Lavnübergab. ( b) Als aber Carolus nicht lange hernach starb, undRudolphus ihn nicht mehr so viel als vorher menaqirte, stunder von neuem wider ihn auf, und führte durch hulffe Giftiberti,Hertzogs in Lothringen , bey 5. jähr lang den krieg fort, bis end-lich an. 9*5. durch Vermittelung Henrici Aucupis friede ge-macht , und in demselben Herberte ein theil von seinen Herr-schafften wieder gegeben wurde. ( c ) Als kurtz daraufRudol.phus ohne erben starb, konnte er zwar nicht hindern , daß Hu.ao der grosse Ludovico Ultramarino , Caroli Simplicis söhn,auf den thron verhalf; weil aber der König ihm eben sowenigdas Ertz - Bißthum Rheims, so ihm Rudolphus abgenommen,als diestr, wiedergeben wollte, fieng er gar bald an. p? 8. seinerebellion wiederum an, und weil auch Hugo vom Könige dis,gustiret war, machte er mit demselben und mit seinem schwie-ger - söhn Wilhelme, Hertzoge der Normandie , desgleichen mitOttone I. Könige in Tcutschland , ein bündnis wider Liidovi-cum , und erhielte nach vielen schwicriqkeitcn endlich so viel, daßihm Ludvvicus das Ertz - Bißthum lassen muste, worauf endlichau. 942. völlig friede wurde, (d) (,Siehe Lubcwicus IV.

Transmar.)