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darüber sehr erfreuet wurde. Nachdem er zurück in Franckreichgekommen war, nahm ihn Fouquet, so General - Procurarordes Parlemcnts zu Paris und Ober-Aufseher über das Finantz-wefen war, in sein Haus , und gab ihm eine jährliche pensionvon i;c>o. livres. Ob nun gleich Fouquet bald darauf in Un-gnade fiel, schadete es ihm doch nicht, sondern er wurde zumKöniglichen Dollmelscher der Morgenländifchen sprachen ernen-net , und die bestallung in der Rechen - Cammer ausgefertiget.Nach verlauf einiger jähre that er eine abermalige reife in Ita lien , und wurde dergestalt hoch gehalten, daß auch hohe stan-des-perfonen verlangen trugen ihn kennen zu lernen. DerGroß-Hertzog von Florentz, welchem er nebst seinem Printzendas erstemal zu Livorno aufwartete, bezeugte so grosse gnadefür ihn , paß er ihn auch zu sich nach Florentz bat. Er langtedaselbst den r. iul. an. 1666. an, wurde von dem Staats-8e-cretario empfangen, der ihn in ein vor ihn zubereitetes haus,welches herrlich meubliret war, führte, daselbst wurde erwohl traetiret, und ihm eine carosse mit des Groß - HertzogSliberey gehalten. Weil auch eben damals eine grosse bibliotheckzu Florentz feil war, bat der Hertzog den Herdelot die Orienta-lischen manuscripren, so darunter befindlich, durchzusehen,die besten bey seile zu setzen , und deren preis anzumercken ; alsdiests geschehen, kaufte der Groß - Hertzog selbige, und ver-ehrte sie dem Herbelot; Colbert aber berief ihn wieder inFranckreich , und obwol der Groß - Hertzog von Florentz ihnnicht gerne lassen wollte, so konnte er ihn doch nicht wol auf-halten. AIS er zurücke in Franckreich kam , hatte er zum of-tern die gnade mit dem Könige zu sprechen, welcher ihm aucheine jährliche pension von 1500. livres gab. Nach etlichen jäh-ren wurde er durch Vermittelung des Pontchartrains, Königli-cher Professor der Syrischen spräche, starb aber den 8. decembr.an. 169;. Er war von einem treflichen verstände, auch nichtweniger in der Griechisch-lind Lateinischen, als in der Morgen-ländifchen spräche geübt. Er hat sich vornemlich durch seine Bi-bliothecam Orientalem bekannt gemacht , welche er in Italien angefangen, in Franckreich aber fortgesetzet. Anfänglich warer gesonnen, solche in Arabischer spräche zu schreiben, undhatte Colbert vor, es aus der Königlichen druckerey mit gantzneuen littern drucken zu lassen. Nach Colberts tode aber änder-te Herbelot seinen Vorsatz, und machte das gantze werck in Fran-zösischer spräche. Was darein nicht kommen können, brachteer in die Anthologie, worinnen alles, was in Türckischen, Per-fianischen und Arabischen Historien curieux ist, enthalten. Erhat auch ein Türckifches , Pcrsianisches und Arabisches Dictio -narium nebst andern welchen geschrieben, so aber noch in ma-Nllscript liegen. Perrault , hommes illustres, tom. II. p. 2;;.
* Herbemont, eine stadt in der Grafschafft Chiny, amfiuß Semoy, im Hertzogthnm Luxemburg, vier Meilen vonMontmedy . Sie hat ein derg-schloß.
-Herberger, (Valerius) war den 21. april an. i;6r. zuFraustadt »n Groß-Polen gebohren. Sein vatter hieß Marti-nus , ein bürger daselbst. Weil selbiger ihm bald abgieng, undseine mutter wieder einen schuster heutalhete, lvoüte ihn seinstief-vatter zu seinem handwercke bringen , sein tauf-pathe aber,Martinus Arnoldus, so Prediger daselbst war, mißrieth es.Er wurde hierauf von feiner miitter schwester , einer fleischen»,rrzogen, welche er nachmals in ihrem alter in die sechs jähr er-halten hat. An. 1579. that ihn sein tauf-pathe nach Frey-fradt, allwo er drey,ahr bey Pctro Sculteto < so Notarius da-selbst war, informirte, und. unter andern auch FridericumClosium, fo nachmals ein berühmter Jurisconsukus wurde, instiner information hatte. An. i?8r. den 20. jun. gieng ernach Leipzig . An. i;84. wurde er zum Baeealaureo in seinemvatterlanbe beruffen. An. 1590. wurde er Diaconus daselbst,und an. 1598. Prediger in der kirche zum kripvlein Christi,woselbst er die erste predigt von dem Nahmen JESU hielt.An. 1615. wurde er zum Superintendenten nach Liegnitz vocirt,welches er aber ausschlug. Er hatte ein gelüdd gethan, daßer täglich einen Psalm bäten wollte, welches er auch treu-lich hielt, und daraus dasjenige, was ihm bevorstund , an-merckte, wie er selbst vielmals bekennet hat. An. 1623. sonna-bends vor dem XIX. Triuitatis , als er den andern tag dar-aus das Evangelium von dem gichtbrüchigen erklären sollte,rührte ihn auf der lincken seile der schlag, weil er aber seinespräche völlig behielt, predigte er doch des andern tages. Al-lein am sonntage Invocavir an. 1627. bekam er ein recidiv, daer nach gehaltener früh - predigt, wider der Medicorum ein-rathen, annoch eine leich- predigt hielt, welche aber seineletzte war; denn bald darauf vermehrte sich das übel, daß erden 18. may an. 1627. im sechs und sechzigsten jähre seinesalters verstarb , einen söhn Zachariam zum Nachfolger hinter-lassend. Seine schriften sind : Magnalia Dei ; HoroscopiaPaffionis Domini; Geographia Regionis Vivorum ; LiberVi-ts ; Gloria Lutheri; Rosetum Christianum ; Florilegium exParadifo Psalmorum ; Baculus & Bajulus Senectutis ; Geistli-che Trauer-Binden; Hertz - Postllle; rc. Freber. theatrum.Witte, memor. Theolog, dec. II. Lauterbacb. in vita , fama& fatis ipsitis.
Herdcrdorf, ein schloß in dem Hertzogthum Steyermarck,an dem fiusse Muhr, zwischen Grätz und Rackelsburg, nichtweit von dem ersten orte, gelegen, ist das stamm-haus der da-von genannten Grafen,welche an.1629. mit Adamo abgestorben.
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-Herbersdorf, (Adam, Graf von) Kayferlichcr und derCaiholifchen Gigue General - Major und Lands - Hauptmannim lande Oesterreich ob der Ens. Seine eitern waren Otto,Herr zu Herbersdorf, und Benigna von Lengheim, von wel-chen er an. 158;. gebohren worden. In dem fünfzehendenjähre seines alters wurde er aufdasPfaltz-Neudurgische Gymna-sium nach Lauingen , und nachgchends auf die Universität zuStraßburg gesendet. Er kam darnach in Pfaltzgraf PhilippLudwigs zu Neuburg dienste, darinnen er sich drey jähr langbefunden p und als dessen söhn , Pfaltzgraf Wolfgang Wil-helm, an. 1614. die regierung antrat, bestellte er ihn zum ge-heimen Rath und «Statthalter zu Neuburg . An. 1619. nahm erKayserliche kriegs-bestallung an , und warb in den Jülichischenlanden ein regiment von 1000. pftrdcn, kam auch leidiges iahrmit dem Hertzoge Maximiliano von Bayern in das land Oester reich ob der Ens, als vorbesagtcr Hertzog es zur Kayserlichendcvotion völlig brachte, und blieb nach der bemcldten lands-beruhigung als «Statthalter zu Lintz zurück. Weil selbiges landvon dem Kayser Ferdinando II. diesem Hertzoge wegen aufge-wendeten kriegs-kosten gelassen wurde, verblieb er in Bayeri-schen diensten bey solchem Statthalter-amte, behielt aber seinregiment bey der Ligistischen armee, wie sich denn solches an.1622. in der schlacht bey Wimpfcn und andern occastonen be-funden. An. 1624. war er Kayserlicher ReformattonS-Lom-missarius in dem Hertzogthum Oesterreich ob der Ens. Nach-dem er aber die Oesterreichische Unterthanen hart tractirte, undden baurcn in der religion viel bcdrangnis anthat, entstundan. 1626. eine general - empörung dc^ bauren, ansangs unterdem coinmando eines hutmachcrs, «Stephans Fadinger, undhernach eines schusters, Achatii Wellingers, wider welche ermit etlichen völckern zog , von ihnen aber geschlagen wurde,daß er sich nach Lintz salviren , und den baüren gestatten wü-ste , daß ste viel örter einnahmen, auch 80000. mann starckdie stadt Lintz belagerten , und seine person heraus begehr-ten. Bey dieser belagerung riethen ihm die OesterreichischenStände, sich hinweg zu begeben, bekamen aber die antwort:daß, wenn die bauren Lintz eroberten, ihn seine diencr er-schiessen, und die Stände zum schlösse hinaus hcncken soll-ten. Er erhielt auch wider der bauren viele anläuffe und stür-me die stadt Lintz , bis sein stief-sohn , der General GrafGottfried Heinrich von Pappenheim, mit einem succurs an-langte , da denn die bauren bey Gemünd bis aufS Haupt ge-schlagen, und zum gehorsam gebracht wurden, gestalt sie den ;o.april an. 1627. zu Lintz eine abbitte thun musten , nachdem dievornehmsten rädelsführer enthauptet worden. Es beschwertensich aber die bauren bey diesem aufstande vornemlich wegen derreligion, schweren aussagen, und übler kriegs - disciplin. Erwar hierauf General-Major der cavalerie bey der Ligistischen ar-mee , erlangte von Kayser Ferdinando II. den Grafen - standsamt dem prädicat eines geheimen Raths , und an. 1627. vondem Könige in Spanien den Ritter-orden von Calatrava, undals der Kayser Oesterreich ob der Ens wieder erhielt, blieb erauch darinnen als Lands-Hauptmann. Als auch an. 1628. seinregiment in Nieder-Sachsen abgedanckt worden , zog er an desChurfürsten Maximiliani von Bayern Hof nach München , daer viel restirende besoldung forderte, allein es wurde ihm vondem Churfürsten eine starcke gegen-rechnung gemacht, worüberer sich dergestalt grämte , daß er die schwindsticht bekam, undals er den 1. septembr. an. 1629. mit seinem Beicht-vatter in sei-ne Herrschafft Ohrt an Traunser reisete, starb er daselbst plötz-lich. Er war mit Maria Salome , Freyin von Preyfin-gen, Herrn Veits, Freyherr» von Pappenheim wlttwc, ver-mählt.
-Aerberstein, eine Gräfliche familie in den Kayserlichen erb.landen, deren stamm-schlosi gleiches nahmens in der Stever-marck gelegen , besitzet in Kärndten das Erb-Cämmerer-und dasErb-Truchstssen-amt, in Steyermarck aber das Erb-Marschall-amt. Anselmus hat an. 1165. dem turnier zu Zürich beyge-wohnt. Otto, der an. 1300. gelobet, war ein älter-vatrcrGeorgii und Andrea, deren nachkommen sich in viele äste zer-theilt haben. Georgius zeugte mit einer von Mordaxin Fride,ricum ; dessen enckel George, Freyherr von Herbcrstein, Kao-serlich-geheimer Rath und Lands - Hauptmann in der Skeycr-marck, hinterließ unter andern zwey söhne: 1.) Bernardinnm,Kaysers Ferdinandi II. Hof - Marschall, welckwr die Steycr-märckrsche linie fortgesetzt. Seine söhne waren Johann George,Oberster; Johann Ferdinand, der an. 167;. als ein Jesuitund Professor Juris Canonici zu Grätz verstorben , und Gondu-siones Juridicas heraus gegeben; und Johannes Marimilmnus,erster Graf von Herbcrstein, und Kaysers Ferdinandi III. ge-heimer Rath; von dessen lohnen hat Johann Joscvh, desTeutschen ordens Ritter, Kayserlicher Gcneral-Feld-Marschallund General der Croatifchen grcntzcn, an. 1686. die Malthcser-flotte wider die Türckcn commandiret; die übrige» scheinenohne männliche erbe» abgegangen zu seyn. 2.) Georgium An-dream, einen vatter Johann Georgens, Grafen von Herbcr-stein , der an. i66z. als Bischoffzu Regensvurg gestorben, undJohann Bernhards, der Landes-Hauptmann in den Fürstcn-thümmern Brcßiau und Glogau worden. Er hat in dem ice-tern unterschiedene güther an sich gebracht, auf denselben sei-nen stamm in «Schlesien forlgepflautzet, und ist an. iSsz.vcr,storben. Von seinen söhnen wurde Johann Bernhard Kayser-