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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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helmus III. an. 1694. den 13. april Henricum Herbert, dessenvatter Henricus von Ribsford, Eduard« deS ersten Lords Her-bert von Chirbury jüngerer bruder gewesen, zum Baron vonChirbury. Derselbe war ein überaus verständiger mann, ge-segnete an. 1709. den 22. jan. das zeitliche, und hinterließ vonAnna, einer tochter und mit - erbin N. Ramsey, Aldermanns zuSonden, einen einzigen söhn, Henricum Herbert, Lord Her-bert von Chirbury, welcher noch an. 1726. mit Anna, einerfthwester Johannis Wallop, Vicomte Lymington , in unfrucht-barer ehe lebte. TbeBrit. comp. tom. I. p. 1)8. 227 . & 455.

Herbert, (Wilhelm) Graf von Pcmbrokc, gebühren an.1507. Der König Henricus Vlll. machte ihn zu seinem Cam-mer - Herrn. Eduardus VI. gab ihm den titul eines Grafen vonPembroke, da er zuvor nur Mylord von Cacrdif gcheissen, imgleichen den ordcn des Hosenbandes, die würde eines Oberst-Stallmeisters , das amt eines Präsidenten von Wallis , und dascommando seiner armeen zugleich mit dem Lord Ruffel und demLord Gren. Die Königin Maria brauchte ihn als ihren Gene-ral wider den rebellen Wiat, und jenseit des meers wider Franck-rcich. Ferner war er zu zwey unterschiedenen malen Gouver-neur von Calais , und Großmeister von dem Hause, oder ober-ster Hofmeister der Königin Elisabeth. Nicht lange vor seinemtobe kam er in den verdacht, daß er die Vermählung des Hertzogsvon Norfolk mit der Schottischen Königin Maria zu beförderngesucht, ward auch deswegen gefangen gesetzt, und gerichtlichbefragt, aber bald wieder losgelassen. An. 1570. starb er, undward sehr prächtig in der Pauls - kirche zu Londen begraben.Etivas gar sonderbares ist es, daß dieser Herr, welcher unge-meine Verdienste und so ansehnliche ämter gehabt, nicht hatschreiben können , wie er solches gegen die Richter, so ihn inder Norfolkischen fache examinirt, selbsten gestanden. Zum er-sten mal war er vermählt mit Anna Parr, deren fthwester Ca-tharina des Königs Henrici Vlll. sechste gemahlin gewesen , undnach deren tobe mit einer tochter des Grafen von Shrewsbury .Aus der ersten ehe ward ihm eine tochter gebohren, so sich, anden Lord Talbot verhenrathfte, ingleichen 2. söhne. Der älte-ste von denselben, nahmens Heinrich , ward Graf von Pembro-ke, Ritterdesordens von dem Hosenbande und Präsident indem Rath über die grentzen des Furstenthums Wallis . Er starban. 1601. und ließ von seiner gemahlin, welche des Ritters Hen-rici Sidney tochter, und eine sowol wegen ihrer gelehrsamkeitals wegen andern rügenden berühmte Dame war, 2. söhne, nem-lich Wtlhclmum, von welchem ein absonderlicher artickul, undPhilippum, welcher an. 760;. Graf von Montgomery, undan. 1630. nach seinem ältesten bruder zugleich Graf vom Pem-drvke wurde. Camdm. Britarm. p. 634. 642. De Larrey , hist.dAngl. tom. II. p. 191. 192. 614.

Herbert . (Wilhelm) Graf von Pembroke in Engelland,war ein söhn des vorgedachten Henrici, gebohren an. 7380.Er bekam den nahmen nach seinem groß - vatter Wilhelmo ,Grafen zu Pembroke, so an. 1570. gestorben. Weil er der erst-gedohrne war, so folgte er seinem vatter in der Grafschafft Pem-broke , ftin jüngerer bruder aber, Philjppus, ward hernach vondem Könige Jacobs zum Grafen von Montgomery gemacht.An. 1610. empfieng er den Französischen Gesandten, den Mar-schall von Lavardin , in seines Königs nahmen bey Londen , undwurde an. 1611. in den Königlichen Senat aufgenommen. Inselbigem iahre that er auch viel zu aufrichtung der neuen colo-nien in Virginien, daher nach ihm und anderer beförderer nah-men die neue insul Bermuda in 8. theile getheilt worden, welche8. theile Pembroke, Northampton , Paget, Cavendish, Ha-rington, Smith , Mansoel und Saiites gencnnet worden.Durch des Königs Iacvbi savoriten, Robert Cars, Grafen zuSommerset, wurde er an. 1614. bey dem Könige verdächtiggemacht; als aber derselbe zu wancken anfieng, half er ihn vol-lends stürtzen, dabey er Georgen Villers, so hernach Hertzog von Buckingham worden, als welcher sich in des Königs gna-de insinuirte, animiren half, welcher fall auch an. -615. er-folgte. An. 1616. ward er nach Thoma Egertons tode Cantz-lcr der Universität Oxford , und bemühere sich nicht wenig, der-selben statuten , die vor ihm einige in stand zu bringen sich ver-geblich beworben hatten, in ticfstiqe ordnung zu setzen , worzuer auch einen guten ansang machte. Sein Nachfolger aber,Wilhelm Laud, Erv - Bischoff von Canterbury, vollführte esan. 1636. Er verehrte auch bemeldter Universität die hihlio-thecam Baroccianam. All. 1618. errettete er den Königlichenvaüast in einer starcken feuers - brunst grossen theils , und bliebbey den Königen Jacobe l. und Carolo l. in ästime. Er besänf-tigte an. Isrz. des Königs gcmüth , als das Parlement in En-gelland und per Hertzog von Buckingham hart in einander ge-rathen , und war bey den gedachten Königen nach einanderOder - Cammer - Herr. An. 1630. wurde er zum Ritter desHosendandeS gemacht, und ihm die aufsicht über die zinn-bergwercke in Devonshire und Cornwall aufgetragen. In sei-ne» letzten jähren war er der vornehmste vireckor der Königli-chen Consilien. Er starb aber de» io. april an.;o. imbof.hist. gen. M. Bitann.

* H erber t, (Thomas) Graf von Pembroke und Montgo-mery , Patr von Groß - Britannien, war ein söhn Philippi Her-bert, Grafen von Pembroke und Montgomery, den derselbemit seiner andern gemahlin Catharina, einer tochter WilhelmiVilliers von Brvvksby, gezeuget hatte. Nachdem sein bruder,

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Philippus Herbert, an. 1683. ohne männliche erben mit todeabgegangen, erbte er die lehrn und titul seines vätterlichenHauses, und fegte sich bey dem Könige Wilhelmo III. in sol-ches ansehen, daß derselbe ihn zum öftern als Gesandten nachHolland , und an. 1697. als ersten Plenipotentiarium zu demftiedens - congreß nach Ryßwick schickte. An. 1700. wurde ermit dem blauen Hosenbande, und an. 1702. den 29. januarirmit der würde eines Groß - Admirals von Engclland und Irr«land beehret; welche ehren - stellen er jedoch noch in selbigemjähre dem gemahl der Königin Annä abtrat, und dagegenPräsident in dem geheimen Rath wurde. An. 1707. war er ei-ner von den Lommillariis , welche die Vereinigung mit Schott-land zu stände brachten, und gieng hierauf als Vice - König nachJrrland. Im folgenden jähre ward er abermals zum Groß-Adnüral von Engelland erkläret, wiewol er diese ehren - stellean. 1709. im novemd. von freyen stücken niederlegte, und sichauf seine güther zur ruhe begab. Nach der Königin an. 1714.erfolgrem tode war er einer von den Regenten des Reichs,bis zur ankunft Königs Georgii l. bey dessen crönung er dasStaats - schwerdk vortrug, undvon ihm zum Lord-Lieutenantvon Monmouth , Wilts, und South-Wales ernennet, auchin der würde eines geheimen Raths bestätiget wurde. An. 1727.trug er bey der crönung Georg« ll. gleichfalls das Staats-schwerdt vor , und starb endlich an. 1733. den 22. jan. Ausser-den Verdiensten, weiche er in Staats - fachen sich erworben, undwodurch er sich den weg zu den vorgedachten hohen würden unddedienungen gebahnet, hatte er sich auch durch seine sonderbarezuneigung zur gelehrsamkeit bekannt gemacht, wie er dennnicht nur die Lateinische und Griechische scribenten nebst denantiquitäten überaus wohl verstanden, sondern auch so gar aneiner Übersetzung des Hesiodi, die in Engclland heraus gekom-men , nicht geringen antheil gehabt. So war er auch ein mit.glied der Königlichen Gesellsthafft der wissenschafften, inqlei«chen der Vvcietät de propaganda Fide, und hielt wöchentlichgelehrte zusammenkünfte, wobey seine auserlesene und mit de«raresten büchern angefüllte bibliotheck allen Gelehrten zum ge-brauch offen stund. Bibliotheque Britanmque , tom. I. P. II.

The Britisb comp. tom. I. p. 141.

Herbert, (Eduardus) Lord Herbert von Chirbury. Erstammte von Richard Herbert von Coiebrvek, William des er-sten , Grafen von Pembroke jüngern brnder her , dessen ande-rer söhn er war. Er wurde in Engelland auf dem schlösse Mont-gomery gebohren, und stndirte zu der Königin Elisabethä zeitenzu Oxford. Nachdem er sich im kriege versucht, und auswär-tige iänder gesehen hatte, wurde er bey Iacobi I. crönung zumRitter des Bades gemacht, und darauf zu des Königs Kriegs-Rath ernennet. So dann wurde er als Ambassador zu demKönige Ludovico Xlli. in Franckreich verschickt , um vor dieProtestanten selbigen Königreichs zu intercediren, welche in ver-schiedenen Plätzen belagert wurden. Als er in dieser charge 3.jähr lang gestanden, wurde er zum Baron von Castle-Jiandin Jrrland gemacht, woselbst er ein schön guth hatte, und weiler sich gleichfalls gegen den König Carolum l. in Staats - undkriegs - affairen sehr treu erwiesen, so wurde er an. 1630. zumBaron von Engelland unter dem titul Lord Herbert ok Chirbu-ry ernennet. Sonst wird er wegen seiner gelehrsamkeit ästimi-ret, und unter die gelehrtesten Naturalisten gesctzet. Endlichstarb er den 20. aug. an. 1648. ohne erben. Er hat viel geschrie-ben , worunter sein tractat de Veritate , prout diftinguitur aRevelatione &c. das Leben und die Regierung Königs Henri-ci Vlll. in Engclländischer spräche ; de Lavlis Erroruni; de Re-ligione Laici; de Religione Gemilinm und de Expeditione inRheam Insulam. Wood , hist. & antiq. Oxon. Tr.bbecbomus ,de Naturalismo , c. 10. §. 3. Kortbott . de tribus impost. ma-gnis. Imbof. hist. gen. M. Brit.

* Herbert, (Arturus) Graf von Torrington, war ver-muthlich aus dem berühmten geschiecht derer Herbert entspros-sen , und stand bey Jacobe ll. der ihn znm Admiral machte, ingrossem ansehen, wollte aber dem ungeachtet, und ob er gleichausser den einkünflm von seiner bedicnung wenig zu leben hat,te, dennoch die abflchren des Hofes in ansehung der Catholi-schen religion nicht befördern helffen, sondern legte, da manihm solches zumnthete, seine bedienung an. 1688. nieder. Hier-auf gieng er nach Holland zu dem Printzen von Llranien, wel.chem er durch seinen unerträglichen stoltz viel zu schaffen mach-te ' daher auch dieser Printz wider feinen willen ihm das cvm-manbo der Holländischen flotte, mit welcher er nach Engellandübergienq, auftrug. Weil er nun durch seine Vorstellung vielOfficiers der Englischen flotte auf des Printzen feite zog, machtederselbe , als er zur Crone gelangt war, ihn aufs neue zum Ad-miral , und an. 1639. ;um Baron Herbert von Torbay in De-vonshlre, und zum Grafen von Torrington. Er ist vermuth-lich ohne erben gestorben. Er war ein hertzhaffter und in see«fachen wohl erfahrner mann,, liebte aber die Wollüste, und in-sonderheit das frauenzimmer über alle Massen , war trotzig undhochmüthig 1 und glaubte, daß seine Verdienste niemals satt-sam belohnt werden könnten; daher auch einige sagen, er seyaus Verdruß über die vorzüge, so der König Jacobus dem LordDarmouth vor ihm gegeben , zu dem Printzen von OranienÜbergängen. Er gestand selbst, daß er viel fehler hätte, rühm-te sich aber dabey, daß er wenigstens kein Heuchler wäre. veinbruder, der RMer Eduardus Herbert, war ein tugendsamer,

recht-