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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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rechtschaffener mann, und ein grosser Rechtsgelehrter, suchteaber die Königliche gemalt allzu hoch zu erheben , daher er an.1686. zum Lord Chief- Justice, und bald hernach zu einemmttglied der neu - errichteten hohen geistlichen Commißion ge-macht ward, in welchen bcdienungen er dem Hof zu ausfüh-rung seiner absichten behülflich zu seyn suchte. Rapi«, hist.tom. X. Burnet , meni. des dern. revol. The compleat hiß. osEngland , tom. 11 /. Camdeni Brit. p. 41.

Herbert , (Georg) ein Englischer Edelmann, und Pfarrerzu Bemmerton bey Salisbury, hat sich durch seine vortreflichegeistliche getichte, welchen er den titul The Temple gegeben, be-rühmt gemacht. Er lebte unter der regierung der Königin Eli-sabeth. Winßanley , oftheEnglish Poets , p. 160.

Herbertinaen, ist ein schöner grosser stecken in Schwaben ,dem Hause Oesterreich gehörig.

* Hcrbeftus , (Bened.) ein Polnischer Jesuit, gebürtig ausReussen, war erst Canonicus und Prediger zu Posen, und tratan. 1571. zu Rom in die Societät JEsu. Er wurde sonderlichin Mißionen in Reussen, Podolien, Volhynien gebraucht, daer sich denn gegen die, so nicht des Römischen glaubens waren ,so wohl soll gehalten haben, daß man ihn der bemgldten länderApostel genennct, und starb an. r;yz. den 4. mcrtz zu Jaros-lau, da er eben auf den knien lag und bätcte. Er hat Lompu.turn Ecclesiasticum ; Arithmetfcam linearem & figuratam ,Cracau 1577. in 8. Preeationes Latino - Polonicas ; Vitam Ci-ceronis ; Explicationem selectarum Ciceronis Epistolarum ;

Streit - schriflen wider die Böhmische» Bruder, u. a. m. ge-schrieben. Alegambe , bibl. script. S. J.

* Herbinius , (Ioh.) war zu Bautzen in Schlesien gcboh-ren, und verfahr erstlich daselbst, hernach aber zu Wohlau ,die stelle eines Rectoris. Von dar kam er nach Bojavien, undward Professor primarius an dem Gymnasio, endlich aber zuVilna in Litthauen, und nachdem er von bannen vertriebenworden, zu Grauda in Preussen Pastor. Er starb den 14. febr.an. 1676. in dem 44. jähre seines alters , und hinterließ : Gss-sertationem de admirandis Mundi Cataractis ; eine PolnischeÜbersetzung der Augspurgischcn Confeßion, des kleinen Cate-chismi Lutheri und verschiedene lieber; Eloquentiam Academi-cam , Politicam , Domesticam ; Institutionem Epistolicam;Examen Terrse Motus & Quietis , Religiosas Rijouiensis Cry-ptas; Orationem ad Episcopos Daniae, pro Ecclesiis Polonäse;Collegium Oratorium de Cauiarum Generibus ; InstitutionesEpiftolares; Carmina Lyrica &c. Witte , diar. Kallner. inWoloviographia.

Herborn , eine kleine stadt nebst einem beyschlosse in derWetterau , an der Diüe, 4. weilen von Marpurg gelegen. Manhalt davor, daß der nähme von einer Herberge, so daselbst an derland - straffe gestanden, und dem dabey gelegenen brunnen, kom-me. Das Gymnasium daselbst wird von dem Hause Naffau-Diüenburg , Dietz und Siegen bestellet. Topogr. Haß *, p. ;o.

Herborth und Fulstein, eine adeliche familie , welche inden vorigen zeiten in Böhmen , Polen und Mähren , absonder-lich aber in Schlesien, berühmt gewesen. Ihr stamm - Hansund uraltes berg - schloß Fulstein im Troppauischen, hat nochan. 1562. Eckricht von Fulstein inne gehabt. Johann Fulsteinbekleidete an. 149z. bey dem Hertzog Henrico I. zu Münsterberg und Oels die stelle eines Marschalls. Henricus von Fulsteinwar an. i; »I. Suffraganeus des Bischoffs zu Breßlau . Johan-nes Herborth von Fulstein, Reichs - Senator in Polen , hat einekurtze Polnische Historie geschrieben, welche an. iz?i. zu Basel gedruckt, und an. i z?;. zu Paris in das Französische übersetztworden. Smapii Schlesische curiositäten.

* Herbrechtingen , eines der drey Würtembergischen klbsterim Brentz - thal, ohnweit Heydenheim und Giengen, ehedes-sen Augustiner-ordens , und unter das AugspurgischeBißthumgehörig. Es ist nach Bruschii bericht an. 1144. oder nach an-dern an. iiz b von dem damaligen Schwäbischen Hertzoge undnachmaligen Römischen Kayser Friderico Barbarossa dem heili-gen Divnysio zu ehren gestiftet worden. Um das jähr 14;°.wurde es von den Giengern verbrannt, weswegen sie folgen-des jähr von Papst Nicolao V. nach Rom citirt worden. Eshak bis auf die Reformation neunzehen Calholische, und vonder Reformation an bis an. 1740. siebenzehen Evangelische

Pröbste qcfyabttCrußi annal. Suev. [M.Steiurveeg. manuscripta.]

Herbst von Herbstburg, eine adeliche familie in Tyrol, wel-che aus Friaul unter dem Kayser Marimiliano l. dahin gekom-men. Derselbe hat an. i<;oo. das schloß Herbstburg erbauet,und sich mit einer Gräfin Frangipani vermählet. Brandts Ty-rolifches ehren - kräntzlein, p. 66.

t ercegovina, ein land in Dalmatien , siehe Arcegovtna.er<k, lat. Archa, eine stadt nebst einem schlösse in dem StiftLüttich , an den Brabantischen grenyen, gleich auf der helftedes Weges zwischen Mastricht und Löven. Es ist auch daselbstein siuß gleiches nahmens, welcher vor dem schlösse vorbey läuft.

Guicciardini Belg.

* Herculaneum , eine alte stadt in Campanien, welchesonst auch Herculanum und Herculea urbs heissct, heut zu tageist es nichts mehr als ein in Terra di Lavoro gelegener guter fle.Leu, welcher fonsten auch Torre n ·~ - -

Thun. Corneille , Dict.

del Greco gcnennet wird.

Hercules. Es giebt unterschiedene Helden dieses nahmens.Cicero macht deren 6. nahmhafft, worunter aber des Jvvissöhn von der Alcmenea, (um welcher liebe willen Jupiter diesonne für einmal soll zurück gehalten haben, baß also drey »äch-te auf einander gcfolget, ) der vornehmste ist. Juno, als sieüber des Jovis fremde liebe jaloux wurde , suchte gelegen,heit, die Alcmenam in der geburt umzubringen, allein sie kamglücklich nieder, und gebahr diesen jungen Herculem zu The-be. In seiner wiege zerriß er 2. schlangen, welche Juno ge-sandtHatte, ihn umzubringen. Ja als Pallas die Junvnemberedet, ihn an ihre brüst zu legen , hat er so scharf gesogen,daß es Juno nicht ertragen können, und das kind hingewvrf,fen, da indessen etwas von der milch herum gespritzel, wo-von die milch - straffe entstanden. Er wird vor ungemein starckausgegeben , wie er denn auch nach Proportion soll geessenund getruncken, auch 50. von des Theilst töchtern geschwängerthaben. Es wird gesagt, daß nach vielen andern thaten Eu-ristheus ihm aufJunonis befehl noch 12. arbeiten aufgelegthabe, um ihn dadurch aus dem Wege zu räumen, er habe abersolche arbeiten alle glücklich vollendet. Erstlich habe er in demNemäischen walde einen grossen löwen zerrissen, wovon er her-nach stets die haut getragen. Zum andern habe er den gros-sen siebenköpfigten brachen in dem morast von Lerna umge-bracht. Drittens den grossen eder von Erymantho geködkct.Viertens wurde ihm auferlegt, die der Diana gewiedmete Hün-din , welche eherne füsse und güldene Hörner hatte, einzuho-len , welche wegen ihres ungemein schnellen lauss bekanntwar; weil er nun selbige nicht verwunden durfte, ist er ihrein gantzes jähr nachgelauffen, bis er sie endlich auf dem ber-ge Artemisso eingeholet, und nach Mycenas auf den achseln ge-bracht. Fünftens tödtete er die Harpyen, des Neptuni töch-ter. Sechstens überwand er die Amazonen, und gab ihre Kö-nigin Hippvlytam dem Theses seinem freunde zur ehe. Sie-bendens säuberte er des Augiä, Königs von Elis, stall. Erüberwand achtens auf der insul Crcta den grossen brachen,der nichts als feuer von sich speyete. Er tödtete zum neuntenden Diomedem, nebst ftinen Pferden , die er von menschen-fleisch erhielt. Er überwand zehendens in Spanien den Gc-ryonem. Er raubte zum eilften aus dem Hesperischen gartendie güldenen äpfel, so durch einen drachen bewahret wurden.Zwölftens soll er den dreyköpfigten höllen - Hund Cerberum be-zwungen , und des Admeti frau nebst dem Cerbero aus derHölle geführt haben. Ausser diesen 12. arbeiten soll auch Her-cules die Gentauros, des Jxivnis und der wolcken kinder,welche halbe menschen und halbe Pferde waren, bezwungenhaben. Nicht weniger den riefen Cacus, des Vulcani söhn,an dem nfer der Tiber , wie auch den Busiridem, welcher dievorbey reisenden tödtete. Er soll auch den Antheum in seinenarmen erstickt, des Himmels achse getragen, um dem Atlantizu helffen, den Prometheum auf dem Caucafd befreyet, undviel andere wunder mehr gethan haben. Von seinen reisenwird vieles gemeldet, als unter anderm , daß er auf beydenseilen der zwischen Europa und Africa gelegenen straffe odermeer - enge von Gibraltar die 2. grosien berge aufgeführt, dar-auf die beyden vestungen Gibraltar und Ceüta stehen , welchenoch heutiges tages Hereulis Columnae genennet werden , wiedenn auch die meer - enge selbst von ihm den nahmen führet.Auf dem vorgedürge, Einis TertT genannt, soll er eine warteerbauet haben, um dir einlauffenden schiffe desto besser zu be-obachten. Auch wird zwischen ihm und den Muse» eine ge-naue einigkeit gesetzt, und gemeldet, daß er die Musen geführthabe, daher er Musagetes genennet worden. Ihm werdenviel weiber zugeeignet, als Meiste, des gusses Aegei tochter,mst welcher er de» Hyllum gezeuget; Megara , des Crcvntistochter, von welcher er 8. söhne hatte; Echidna ; Omphale ,des Königs in Lydien tochter, welcher er in weibs-kleidern gc«dienet, und Dejanira . Diese letztere, als sie über des Her-culis liebe mit der Jole eifersüchtig wurde , schickte ihm einvergiftet Hemd zu, »1 welchem Nessus, der Centaurus, vonHerculis »feilen war durchschossen worden, und sie die De«janiram beredt , wo sie dieses Hemd den Herculem anlegenmachte, würde er dadurch gewiß von fremder liebe abgezogenwerden, und ihr getreu verbleiben. Allein dadurch ward demHerculi der tod verursacht, und brachte sich auch Dejanira ,als sie die unglückliche würckung ihres geschencks sahe, selbstums leben. Nach seinem todc ficng ihn die Juno, die ihnbisher so heftig verfolgt hatte , an zu lieben, und nahm ihnan kindcs statt auf, auch wird getichtet, die ,2. grossen göt-ter hätten ihn in ihre zahl aufnehmen wollen, welches er aberausgefchlagen, hingegen sich im Himmel mit der Hebe , göt-tin der jugend, vermählet habe. Übrigens , wo man denPoeten noch mehr von Herculis geschichten will gehör geben,so müste derselbige nicht nur im kämpf und streit , sondernauch im fressen und sauffm wunder erwiesen haben. Der ei,nige Lcpreus ist ihm in dem letzter», nicht aber in dem erster»gleich gewesen. Hercules opferte einen ochsen , und spcisttethu nachgchrnds auf 7 das that Levrens auch, als aber die-ser nicht ruhete , und auch im kämpf gleiche kräffken sichbeymaß, zog er den kürtzcn,, und verlohr sein leben. Emander mal reisete Hercules mit seinem söhne Hyllus, und weiler treflichen appctil, hatte, ersuchte er einen bauer , der dasseid bauete, er mochte ihm einen von seinen pflüg - ochsen zu.kommen lassen, der sich aber damit entschuldigte, daß diß sein

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