endlich den 10. drc. an. iz;r. J-G. Scbelhomii elogium G. H.in amaenitatibus hist. eccles. & litter. tom. I. p. 693.
* Hermann , (Leonhard David) ein Lutherischer Geistli-cher , ward yebohren den 27. tul. an. 1670. zu Massel im Oels-visch-Bernstadtischen Fürstenthum, wo sein vatter AbrahamHermann Pfarrer war. Er studirte anfänglich zu Oels, unddarnach zu Breßlau. Von da begab er sich auf die hohe schu-le nach Leipzig , und beflisse sich neben der Philosophie und denMorgenländischen sprachen auf die Gottsgelehrtheit. An. 169;.wurde er Catcchcte und Prediger, und drey jähr hernach Ad-junctus Ministerii, an. 1699. aber Substitutus seines vatters,und nach desselben absterben an. 170;. Pfarrer zu Massel . Erwar ein sonderbarer liedhaber der alkerthümmer und der merck-würdigkeilen der nalur, wovon seine beylräge zu den Breßlaui-schen natnr-geschichten , seine Maßiographie, und andereschristen zeugen. Er hat sich auch ein schönes cadinet gesammelt.Wegen seiner geschicklichkeit ward er an. 1725. zu einem Mit-glied der Königlich - Preußischen Societät der wissenschgfftencrwehlt, und starb den 1. may an. 1736. AHa bist. eccles.tom. II. p. 106.
Hermannfried, der letzte König in Thüringen , war einsöhn Basinl, Königs in Thüringe ». Nachdem er auf anstif-ten feiner regiersüchtrgen gemahlt» Amalbergis, die eine naheanverwandlin oder schwester des Ost-Gothischen Königs Theo-dorrci zu Verona war, seinen jüngsten bruder Berihariuman. 518. ermorden lassen , so gedachte er dem ältesten , nah-mens Balderich, dergleichen zu thun ; und da er demselbennicht so leicht deykommen konnte, machte er ein bündnis mitdem Äustrasischen Könige Theodoricv l. daß er halb Thüringen haben sollte, wofern er seinen bruder Balderich wollte helf-fen aus dem wege räumen, welches gedachter König baldbewerckstelligte, und Balderich in einer schlacht erlegte. In-dem aber Hermannfried ihm bald Thüringen abtreten sollte,so war Amalbergis übel damit zufrieden , und ließ einsmalsihrem qemahl die tafel nur halb decken und mit speisen bese-tzen ; als nun Hermannfried nach der Ursache fragte, gab siezur antwort: ein halber Rönig müsse auch nunmehromit einer halben tafel vorlieb nehmen, welches denn soviel würckte, daß Hermannfried dem Äustrasischen oder Ost-Fränckischen Könige Theodorico das versprechen nicht haltenwollte, und hingegen allerhand grausamkeiten an den Franckenverübte; Massen denn die Thüringer damals viel Franckischeknaben mit dem männlichen gliede an die bäume, unddie mägdlein den pferden an die Hälse gehenckt, auch vielegebunden in die hole wege gewvrffen haben , daß sie vonden pferden und wägen zerknirschet wurden. Hierauf kames nun zu einem blutigen kriege, in welchem anfangs dieFrancken ziemlich schaden litten , weil die Thüringer aller-hand verdeckte grüben und fallbrücken angelegt hatten. Dar-nach aber kam es zu einer haupt-schlacht, welche drey gantzer ta-
S gewähret haben soll, und in welcher die Thüringer völlig ge-lagen worden. Nach diesem Unglück flöhe Hermannfried aufsein bestes schloß Scheidingcn an der Unstrutt, ward aber vondem Könige Theodorico, der sich mit den «Lachsen verbundenhatte, darinn hart belagert, und ungeachtet er einen despera-ten ausfall gethan, und darinn 6000. Sachsen erlegt hatte,so ward die belagcrung doch fortgesetzt, weswegen er die fachemit list angriff, und auf einrathen seines getreuen bedientenIrungs oder Hirings, sich bemuhete, eine feindschafft zwischenden Francken und Sachsen zu stiften, sich aber mit Theodoricoheimlich zu vertragen, und hernach mit gesamter macht aufdie Sachsen loszugehen , welches dann schon so weit gekom-men war, daß Hermannfried und Theodoricus mit einanderin der vestung, wiewohl incognito, sollten gesprochen haben.Indem aber in währenden tractaten die belagcrung nichtsonderlich fortgesetzt wurde, so gieng ein Thüringer , nah-mens Wito, aus der vestung mit einem Habicht auf die vo,gcl-beitze, es flog ihm aber der stoß - vogel davon, und warbüber der Unstrult von einem Sachsen , Gotzhold genannt,aufgefangen, worauf der Thüringer unter dem versprechen,daß er seinen Habicht wieder haben sollte, dem Sachsen al-les vertrauere, was in der vestung vorgienqe, und daß manwillens wäre, das Sächsische saget anzufallen, und darinnalles niederzuhauen. Hierauf ward in folgender nacht dievestung mit stürm erobert, und alles darinn niedergemacht;König Hermannfried aber war mit feiner familie entflohen.Thüringen ward hernach an. $24, unter den Sachsen undFrancken gethellet; jene bekamen die helfte gegen norden, die-se aber die helfte gegen süden ; die grentze war der fluß Un-strutt, und weil solche theilung zu Scheidingen beschlossenward, so gerathen etliche auf die muthmassung, als wennder vrt damals allererst zum andcnckcn wäre Scheidingengenennet worden. Nachdem nun das Thüringische Königreichalso ein ende genommen , so begab sich Amalbergis wiedernach Italien an den Ost-Gothischen Hof; Herinannfried aberließ sich von feinem bedienten Hiring überreden, daß er seinezufluchl zu dem Fränckifchen Könige Theodorico nahm, wel-cher sich damals m der vestung Zülch oder Zülpich , lat. Toi.piacum, im Jülicher - lande aufhielte; er kam aber daselbstums leben. Einige sagen, König Theodoricus wäre mit ihmaus der vestung fvatzieren gegangen, und hätte ihn bey gele-senheit den graben herunter'gesrürtzt, daß er den hals gebrochen;
andere aber versichern, Hiring wäre darzu genöthigt wor-den, baß er seinen Herrn hätte ums leben dringen müssen.Krantzins meldet, Irung, oder Hiring, habe hernach auchTheodoricum erstechen wollen, habe es aber nrchl vollbracht,und darauf sich selber entleibet. Hermannfried hat einenPrintz, nahmens Amelfricd, hinterlassen, weicher sich an denGriechischen Hof nach Constantmopel begeben, und Teutsch-land nimmer gesehen. Spangenbergs Mannsfcld. chronick.c. ;ü. Lehmanns Speyerifche chronick, lib. III. Krantz»Sax. lib. 1 . c. 27. Meriani topogr. Thür.
* Hermannideo, ( Rutgerus ) ein Doctor Juris unt» Pro-fessor Politices und Historiarum zu Harderwlck in der mittedes XVII. saeculi, gab Britanniam magnam ; PeninsulanumRegnum Speciae; Danke, Slesvici & Hoisatiae Deseciptionemnovam heraus. -
Ertz-Bischöffe und Churfürsten zu Cöln , ingleichenandere vornehme Herren:
Hermannus I. der fromme, wurde an. 890. erwehlet,hatte bey Kayfer Arnolpho viel zusprechen, und starb an. 92;.andere setzen 920.
Hermannus II. der edle, ein bruder des Churfürsten Hen-rici do Taeu zu Pfaltz , wurde an. io;6. als Ertz-Bifchoff er.wehlek. An. 1049. erhielt er von dem Papst ein privilegium,daß ein jeder Churfürst zu Cöln allemal ein Cardinal seyn sollte,welches aber hernach wieder aufgehoben worden. Er starban. 10;;.
Hermannus III. der reiche, war ein Graf von Northeim und ein bruder Richsä, Kaysers Lvtharii II. gemahlin. Erhat von an. 1089. bis 1099. regieret.
Hermannus IV. war ein söhn Landgraf Ludwigs des fried-fertigen in Hessen , und anfangs Dom-Herr zu Aachen . Seinbruder Ludwig III. Landgraf in Hessen , bemühete sich ihn zurBischöfflichcn würde zu HildeSheim zu befördern, aber verge-bens. An. 1474. ward er zum Aäminiürator des Ectz-StlftsCöln erwehlet, als Ertz-Bifchoff Rupertus mit dem D'om-Ca-pitul in Uneinigkeit gerathen. Er defendirte die stadt Neus mselbiger unruhe fast ein gantzes lahr wider Hertzog Carl» denkühnen in Burgund , welcher die belagcrung aufheben muste.Nach dem tode Ruperti an. >48°. ward er Churfürst, undan. 1489. Bifchoff zu Paderborn . Er war sonderlich gutthätiggegen die armen, daher fein quartier auf den Reichs-tägen ge-meiniglich mit gantzen esquadronen bettelleuthen besetzt war.Er starb an. i;o8- Mersaus. Bucelinus. Aonbof. in catal.Archiepisc. Col, Spen. syll. gen.
Her mannus V . Ertz-Bifchoff und Churfürst zu Cöln , warein gekohrner Graf von Wied, und nachdem er sich dem geist-lichen stände einmal gewiedmet, ward er an. i;i;. zum Ertz-Bifchoss zu Cöln erwehlet, wcwzu ersuch an. 15,2. noch dasBißthum Paderborn erhielt. «Lein leben ist sonderlich wegenden religions-hänbeln zu mercken, die zeit seiner regierung inder grösten bewegung waren. Anfänglich hielt er an der Rö-mischen religion sehr eifrig, gestalt er denn bey antretung desPadcrbornischen Bißthums die daselbst befindlichen Lutherischen Prediger gefänglich wegführen ließ , auch an sechzehn, bürgern,die der Lutherischen lehre halber verdächtig waren, das tbdes-urtheil vollstrecken lassen wollte, welches er doch wegen einessonderbaren zufalls änderte, indem der dazu bestellte scharf-richter sein amt an denselben, als unschuldigen Personen , „ietztverrichten wollte. Indessen sahe er sowol, als viel andere vonseinem glauben, zu selbiger zeit, daß die kirche einer reforma-tion nöthig habe, deswegen er an. i;;6. mit seinen Land-Ständen einen gewissen schluß faßte, auch durch einen Kölni-schen Theologum, Ioh. Gropperum , darüber ein buch ausge-ben ließ, weil aber die, darinne gebrauchte beffcrungs - Mitteldem Churfürsten noch nicht zulänglich zu seyn dunckten, schickteer bereits an. i c;y. Peter Medmann an Melanchthonem, dersich damals zu Franckfurl befand, um feine gedancken von derReformation und religions - einigkeit zu vernehmen, ihn auchzu einer mündlichen Unterredung einzuladen, wiewol solches da-mals nicht geschehen. Die fachen blieben also in dem stände, bisan. 1S41· durch den Reichs-tags-schluß zu Regenspurg alle»Bischöffen anbefohlen ward, die Verderbnis ihrer kirchen ab-zustellen. Denn da ließ der Churfürst, nachdem er wegen dieserfache einen neuen Land-tag gehalten, Bucerum, der ihm vonGroppero sehr recommendirt worden, zu sich holen, selbigenauch nachmals zu ende des jahrs 1542. in Bonn öffentlich pre-digen, worauf ihn bey einem Land-tage der Adel und diesiadte ersuchten, die einrichtung der künftigen reformation je-mand geschickten anzubefehlen, weil die Geistlichkeit keine Handans werck zu legen begehrte. Da laS nun der Bifchoff Bucerumaus , und verschrieb zugleich aus Sachsen Melanchthonem, vondem Landgrafen aber Ivhanncm Pistvrium, welche zusammenein formniar der vcrbesierten lehre und kirchen-gebräuche aufsetz-ten. Ob nun wol der Churfürst nur dasjenige geändert habenwollte, was dem Worte GOttes ausdrücklich zuwider wäre, hin-gegen alle andere ceremsnien, sowol als die einrichtung deSDom - und anderer Capitul beyzubehalten willens war, soverdiente er doch bey einigen Protestantischen Ständen, diedavor hielten, es sey zu viel nachgegeben worden , wenig danck,und fand auch an dem grösten theile seiner Capitularen , an
I 4 welchem