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Tertuüiattus. Kircberi Oedip . JEgypt. Pignorii mensa Isiacä.Cboul , de la religion. Spon , iccherches curieuses d’antiquite.Monfaucon, antiq. *
Hermanville, eine kleine stadt in der Picardie, nicht weitvon Calice in Franckreich.
HERiVl APHRODiTUS, ein götzen-bild der Alten, bey-derley geschlcchts, zusammen gesetzt von Mercurio, genanntHermes, und von Venere, sonst Aphrodite genannt. DieAlten wollten dadurch sonder zwcifel andeuten, wie die be-redtsamkeit mit der Wollust zu vereinigen, oder zeigen , daß Ve-nus in beyderley geschlecht zu finden, wie denn Theophrastus beiahet, daß ohnweit Amathus in Cypern ihre statue mit einemmanns-barte zu sehen gewesen. Die Poeten lichten, Herma-phroditus wäre des Hermclis söhn von der Venere, und vonungemeiner schönheit gewesen; daher hätte ihn die NympheSälmacis heftig zu lieben begonnen , als fie ihn an dem usereines brunnen in der Asiatischen provintz Carien gesehm, al-lein fie hätte dessen gegen-liebe nicht erlangen können. End-lich aber, als sie wahrgenommen, daß er sich gebadet, sey siegeschwind hinzu gelausten, habe ihre kleider ausgezogen , undsich in den brunnen geworffen , als sie ihn aber auch dadurchnicht gewinnen können, habe fie die götter gebäten, daß sie ausihren beyden leibern nur einen einzigen machten. Sie wolltenhierdurch sonder zwcifel die würcknng der liebe anzeigen, alsderen endzweck ist, die hertzen zu vereinigen , gleichwie sie auchanderseits hierdurch die schwache und weibische natur der ein-wohner desselbigen landes, als die im Müßiggang und Wol-lust lebeten, an den tag legten. Ovidius . Strabo . Natalts Ca-mes, mytholog.
HERMARPOCRATES , eine statue von Mercurio undHarpocrate, dem gott des stillschwcigens, zusammen gesetzt.Es wurde selbige mit flügeln an den fersen, mit einem dop-pelten schlangen-stabe, als Mercurius , und mit dem fingerauf dem munde, als Harpocrates, abgebildet. Sie wolltensonder zweifel dadurch anzeigen, daß das stillschweigen bis-weilen anstatt der beredtsamkeit diene, und daß Kran bey ge-legenheit sein gemüthe sowol durch die äugen, als durch > diezunge ausdrücken könne. Spon , recherches curieuses de l’an-tiquite. Cup er , de Harpocrate.
-Herinas , Pastor, oder der Hirte genannt. Es ist ein al-ter jcrident, von welchem Oriaenes, Eusebius und St. Hie-ronymus behaupten, daß er eben derjenige sey, welchen Lt.Paulus zu ende seines briefes an die Römer grusset. Wer ereigentlich gewesen, und zu welcher zeit er gelebet, ist jo garbekannt nicht; jedoch wollen einige aus seiner andern Visiondarthun, daß er an. 8°. gelebet. Etliche nennen ihn Hermes,welches veranlasset, daß einige heutige scribenten sein buch desPapsts Pii I. bruder Hermeti zugeschrieben. Allein die Altennennen ihn beständig Hermas, und St. Hieronymus bemer-ket , daß der Urheber des gedachten huchs ein Grieche, undfolglich den Griechen bekannter als den Lateinern gewesen,welches aber nicht seyn könnte, wenn er des Papsts Pu 1 . bru-der gewesen wäre. Baronius gedencket 2. unterschiedener bn-cher, unter welchen er eines dem Hermes zuschreibet, so vonfeyrung des Ofter-fests handelt; das andere aber dem Her-mas zueignet, welches in 3. theile unterschieden, worunterder erste von gefichtern, welche dem Hermä durch eine stau,so die kirche vvrstellete, geschehen , worinnen der kirche zustandund der Christen sitten enthalten; der andere von kirch-gcbräu-chen, und der dritte von gleichnissen handelt. Das Griechi-sche original dieser bücher ist verlohren, und nur eine Überse-tzung davon noch übrig, welche nach vielen vorhergegangenenausgaben, deren erste man schon an. 1313. dem Jacobo Fa-bro Stapulensi zu dancken gehabt, von Cotelerio unter denPatribus Apostolicis mit an das licht gegeben, auch hernachzu Oxford neben dem sendbriefe Barnabä besonders ediret wor-den. Der Urheber der Übersetzung ist unbekannt, jedoch schei-net sie accurat und gut zu seyn, weil fie mit den Griechischenstellen überein kömmt, so von St. Elemente, Origene, An-tiocho rc. angezogen werden. Dieses buchs authorität anlan-gend , so wird davon berichtet, daß es vor zeiten in vielen kir-chen vor ein canonisch buch angenommen worden, wie eSdenn auch St. Jrcnäus, St. Clemens Alexandrinus , Orige-nes und Tertullianus als ein buch der heiligen Schrift anfüh-ren ; allein andere kirchen haben ihin dieses ansehen nicht bey-geleget , sondern es nur vor ein nützlich und erbauliches buchgehalten. St. Prosper verwirft es, als ein solches buch, daszu seiner zeit in kein ansehen kommen, und Gelafius rechnetes unter die Apocrypha. Eusebius , lib. III. c. 3. Hieran, dcscript. c. 10. Tertutliemus , de pudicitia c. 10. Prosper Aqut-tan. de libero arbitrio. Athanaßus , de decret. Syn. Nieten.Magdeb. Cent. II. c. 4. Pearßnius , vindic. Ignat, P. I. p. 39.Da Pin , nouvelle bibliotheque des Ecclesiastiques. Cave ,bist. litt. p. 16. *
HERMATHENA, von , Mercurius , und ’ASrm,Minerva , war eine statue, auf welcher diese beyde götter zu-gleich vorgestellet wurden. Die Athenienser haben dieses mitflciß so erdacht, weil jener ein gott der beredtsamkeit, dieseraber über die studien gesetzt ist, wodurch sie andeuten »vollen,daß man beydes zugleich fleißig exerciren müsse. Eigrelius,de statuis. Pitifcus.
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* Hermelin, (Olaiis) war erstlich auf der Universität zuDörpt Pros. Eloq. & Poes bekam aber hernach die Profeflio-nem Juris. Der König Carolus XII. ernennete ihn zu seinemHiftoriographo und geheimen Cantzley-Ralh, da er denn den-selben in seinen feldzügen begleitete, und an. 1709. den 27. jun.in der schlacht bey Pultawa umkam. Er war willens Sue-ciam novam & antiquam , welches P. Lagerhof angefangen,und der Graf Dahlberg mit mehr als 200. figuren ausgezie-rct hat, zu continuiren, wie auch Vermiam novam & anti-quam ; Tr. de antiquo Sueonum Jure & Imperio in Livo-niam ; Historiam Academite Torpateniis ; Syntagma de Tro-phatis Veterum ; Tr. de Infantibus expofititiis; Uelicias Poe-tarum Suecorum , U. < 1 . IN. heraus gegeben. Afia Erud. 1702.
p. 2?I.
Hermelin, Ritter-orden von Hermelin; siehe HERMINE.
HERMEMITHRA, war eine statue, so unten eine Her-mam oder faule abbildete, mit einem köpfe mit strahlen, wiedie Mithra oder die sonne sonst pflegte abgebildet zu werden;daß es also ein bild, so von dem Mercurio und der sonne zu-sammen gesetzet war , bedeutete. Span , recherches curieusesd’antiquite.
Hermengardis, siehe Hermingardis.
Hermeniaildus, ein Spanischer Printz, Leovigildi, desKönigs der Gothen söhn. Er vermählte sich an. 580. mitJngonde, einer Französischen Printzcßin, und ließ sich vonstldiger bereden, die Arianische lehre abzuschwören. Diesesmißfiel seinem vatter dermassen, daß er einen krieg wider ihnanfieng. Allein weil er ihm nicht gewachsen war, schickte erLeandrum, Bischoff von Sevilren, zu dem Kayser Tiderionach Constantinopel, um bey selbigem hülffe zu suchen, wur-de aber indessen gefangen, und weil er bey einem ArianischenBischoffe nicht commiiniciren wollte, den tag vor Ostern an.586. im gefängnis ermordet. Sein nähme stehet in dem Rö-mischen Märtyr-buche, und kommt auf den 1;. apr. Gre-gor. Turon. lib. V. c. 58· & lib. VIII. c. 28· -'ido Vienn. ad an.58z. Aimoinus, lib.III. c. ;8- Gregor, üb. III. dial. 31. Ißdarus,in chron. Loth. Warnefridus , de gest. Longob. lib. III. c. 2.
Hermenricus, König in Schwaben ; siehe Ermericus.
HERMERACLE 8 , eine statue von Hercule und Mercu-rio zusammen gesetzt, um anzuzeigen, daß stärcke und tapfer-keit mit der beredtsamkeit vereiniget werden müsse, und daßberedtsamkeit vermögend sey, monstra oder ungeheuer zu be-zwingen. Die alten Gallier stelleten ihren Herculem mit demzunahmen Ogmius, nach Luciani bericht, auf solche art vor,daß aus seinem munde ketten giengen, um die macht der bc-redtsamkeit anzuzeigen. Spon, recherches de l’antiquite. *
HERMEROTES , von , Mercurius , und ,Cupido, eine statue, darauf Mercurius mit seinem stabe undbeutel, und Cupido zugleich vorgestellet wird. Pitifcus.
* Hermersdorff, (von) eine bey dem Kocher-Viertel imma,tricnlirte adeliche familie in Schwaben in dem HertzogthumWurtemberg , zu Dettingen-Schlvßbcrg, Kirchheimcr-Amls, sichbefindend, ist von gutem und alten Adel, hat auch jederzeittapfere und berühmte Officiers gehabt. Vormals führten sieden uralten und gantz besondern nahmen Hermes. JohannHermes war ein Lüneburgischer Oberster, und denn desien söhngleiches nahmens , Major und Commendant zu Schertzfeld.Dieser letztere erzeugte einen söhn Johann Nicolaus, welchender Kayser Leopoldus I. an. 1699. aus besondern gnaden aufdas neue in dem Adel-stand confirmirt, und ihm aufkünftighinden nahmen von Hermersdorff beygeleget hat. Seit dieser zeitwurde ihm doch insgemein der nähme von Hermann, als un-ter welchem er bekannt war, beygeleget. Er war, nach hinund wieder bey grossen Herren aethaiiön vielen kriegs-diensten,zuletzt Brigadier unter den Holländischen trouppen, und Ober-ster über ein eigen gehabtes regiment zu fuß. Er war vcrheu-rathet mit Maria Dorothea, einer gebohrnen Sväthin vonHopsigheim, und hinterließ einen soh» Eberhard Ludwig , wel-cher mit Eleonora Juliana, des,berühmtcn Carlins von Sum-marippa, Generals, Obersten über ein eigenes dragoner-rcgi-ment, und Cammer-Herrn bey dem Herkoge von Lothringen ,tochter, sich vermählte, aber frühzeitig, als Hauptmann über ei-ne Baden-Durlachische compagnie, gestorben. Dieser hinter-ließ zwey noch lebende söhne, Nicolaus Friedrich Carl, so den29. aua.an. 1722. gebohren, und Fähndrich unter dem Land-Printz-Wurtembergischen regiment, und Ernst Leopold, wel-cher den 31. ang. an. 1726. gebohren, und unter gedachtem rcgi-ment Cadet ist, nebst zwey töchtern, deren die erste, Eleonora Iu-liana, mit F. R. Ncubronn von Eysenburg, Fähnbriche» unterbereits gedachtem Wurtembergischen regiment, vermählet ist,die andere aber Wilhelmina Charlotta heisset. M. E. G. A.
Hermes, Trismegistus zugcnannt, ein berühmter Egvpti-fther I'hilosophlis. Einige wollen, daß er Adam, andere,daß er der Patriarch Joseph , andere, daß er der Hcnoch, undwiederum andere, daß er Chanaan gewesen. Andere glauben,daß durch diesen nahmen kein mensch, sondern GOtt selbst ange.zeiget würde. Man giebt vor, daß er der erste gewesen , wel-cher die Astrologie zu verlassen angefangen, um die andernwunder der natur zu beschauen. Er bewies, daß nur einGOtt sey, welcher alle dinge erschaffen, und theilete den tagin ir. stunden ein, nachdem er an einem thiere, so von bei»