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Egyptiern der vermeynten gottheit Serapidi gcwiedmet war,gemercket, daß es des tages zu gewissen zeiten u. mal sein was,ssr ließ. Desgleichen hält man davor/ daß er auch den Zodia-cum in die 12. zeichen eingetheilet habe. Der Egyvtische näh-me des alten Hermes oder Mercurii war Thoth. Er war desKönigs in Egypten Oßris Rath, und toll die gemeine weise zuschreiben, nebst den hieroglyphicis, wie auch die ersten gesetztder Egyptier, und unterschiedene wissenschaffle» erfunden ha-ben. Ausser diesem war noch ein anderer Hermes, welcher desTrismegilti wereke von der Artzney-kunst / Astrologie und Egy -ptischer Gotlsgelehrsamkcit übersetzte. Clemens Alexandrinerstagt , daß von ihm ;r. bücher von der Theologie und Philo-« fophie, und 6. von der Medicin vorhanden gemessn , welcheaber verlohren worden, so daß die noch übrige / welche seinennahmen führen, vor fälschlich Angeschobene schriften gehaltenwerden. Ausser den vvrbenannten ist sonderlich ein buch vor-handen , unter dem titul : Poemander, wovon Cassiuboniisglaubet , baß es durch einen Christcmgeschrieben worden , umdadurch die Hcyden zu gewinnen , sintemal Hermes darinnenangeführet wird, als stcllcte er einen theil von solchen dingenvor/ welche die Christen glauben. Dieses buch scheinet zuansang des andern seculi gemacht zu seyn. Die allerbesteedition ist an. 1628. Griechisch und Lateinisch zu Landen her-aus gekommen. Sonsten hat man es auch in Französischer und Holländischer spräche. Kircher. Oed. JEgypt. Job. Ursin .in exercit. de Zoroastre, Hermete, Sanchon. Casaubonus , inBaronium. Corning, de IYledicina Hermetica. Horrich.de Her-met. iapientia. Marsbam. can. jEgyptiac. Fabricius , bibl. Gr.Üb. I. c. 7. seqq.
Hermes (von) siehe oben Hermersdorff.
Hermcstanax, ist ein elegischer Poet gewesen , von Co-lophon gebürtig, dem in seinem vatterlande wegen seiner Poe-sie eine ehrcn-taule aufgerichtet worden. Es scheinet, baß erzu Eoicuri zeiten gelebet/ und die Leontium / eine von densshülerinnen dieses Philosophi geliebet habe. Bayie.
Hermias, in Carien gebohren, war Antiochi des grossemKönigs in vyrien, vornehmster Minister, welcher diesen Herrnnach seinem gefallen, regieretc. Nachdem er sich aber seinesansehens allzusehr mißbrauchte / und so gar auf den schädlich-sten rathschlägen , welche er einmal dem Könige gegeben hal-te / aus cigensinn vcrharrete, auch letztlich Epigenem, den be-sten und gelreuesten Kriegs-Obersten Antiochi , nur weil erimmer, wiewol mit bestem gründe , anderer meynung war,durch falsche Verleumdungen ums leben brachte/ eiilstundebald ein allgemeiner haß wider ihn, wie er sich dann denKönig selbst endlich durch seine gewaltthätigkeiten und ange-nommene Herrschsucht zum feinde machte. Doch war seinegemalt so groß / und hatte er die / so gemeiniglich um denKönig waren / dergestalt auf seiner feiten, daß, als man be-schloß denselben hinrichten zu lassen , Antiochus sich mustekranck stellen , um den Grossen des Reichs eine von Her-mia unbeargwohnte gelcgenheit/ mit ihm allein zu sprechen/an die Hand zu geben; wozu dann sonderlich der Artzl Apol-lophanes meisterlich half. Wie nun alles angestellt, nahmder König / unter dem schein sich von der kranckheit zu erho-len/ in begleit der meisten vornehmen Herren sich einen spa«tzier-gang vor, worbey sich auch Hermias Anfände; als mannun etwas weil vom lager, in welchem dieser feinen gröstenanhang hatte, kommen war, schlug man ihn todt, und wardie Verbitterung so groß und allgemein, daß, als das gerächthievon zu Avamca erschollen / wo dieses Hermia wetb undkinder sich aufhielten / die erstere von den weibern der stadt/und die andern von den jungen Andern gestciniget wurden. Fo-lyb. üb. IV. V. *
Hermias , An Christlicher Philosophus, welcher vermuth-lich im andern, oder wie einige wollen , im vierdten feculo ge-lebet. Er schrieb ein buch wider die Heydnifchen Philosophen,unter dem titul: Gentilinm Philosophorum Irrist0 , worinnener sonderlich ihre widrigen lehr-sätze von GOtt / von der mensch-lichen seele / u. d. g. an den tag leget. Er ist beydes im Grie-chischen und Lateinischen zu verschiedenen malen aufgeleget wor-den. Letztlich hat es Wilhelmus Worth nebst TatianiOratione ad Grxcos an. 1700. zu Oxford mit anmerckungendrucken lassen. Cave , hist. littet, p.
Hermias , war ein Philosophus von Alerandrien aus demfünften steeulo. Er studirte nebst dem Proclo unter dem Sy-rianv/ und hatte r. söhne/ Ammonium und Heliodorum/welch« seiner profeßion waren , darvon aber der erste viel be-rühmter wurde 1 als der letztere. Er war gar modest und hat-te ein herrliches gedächtnis/ jedoch war er eben von sonder-barem verstände nicht. Er wußte dasjenige , was er gehöretoder gelesen hatte, ordentlich wieder herzusagen , allein wenner etwas behaupten sollte / ließ er bald seine blösse sehen. Erhielte davor, daß man sich in kauf und verkauf der Unwis-senheit des andern zu seinem Vortheil nicht bedienen , sondernvielmehr den wahren werth der fache dem andern selbst anzei-gen solle / welches er nicht nur so gelehret , sondern auch viel-fältig durch sein eigen beyspiel destärcket hat. Solche liebe zurgerechligkeit wirb man heut zu tage nicht viel in Israel fin-den. Ausser dem konnte er nicht wohl leiden / wenn ntan beyden kindern allerhand schmeichelnde Wörter und diminutiva
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brauchte, wie er sich denn darüber vielfältig mit seinem eigenenweide gezancket hat. Fbotius, ex Damascio in bibüoth. p. 1044.Bayie.
HERMINE , ein Ritter-orden, so von Ferdinandv dem Kö,nige von Neapoli an. 146,. gestiftet worden seyn soll. Und zwarwird gemeldet, daß ihn Ferdinandus um seines schwagers , deSPrintzen von Rossano , willen, der sich wider ihn empöret,aufgerichtet. Dessen zeichen soll gewesen seyn ein Hermelinan einer göldenen kette / mit diesem wahlspruche: Malo mori,quam foedari, ich will lieber sterben , als mich besudeln. Al-lein es wollen anderedaran zweifeln, ob selbiger orden gestif-tet worden / indem Summonte in seiner Neapolitanischen Hi-storie anführet / daß man auf den silbernen müutzen dieses Kö-nigs ein Hermelin gepräget gesehen, um seine großmüthig-keit und redlichkeit, und hergegen des Hertzogs undanckbarkeitdadurch anzuzeigen ; daß aber ein eigener Ritter-orden sollte ge-stiftet seyn , darvon saget weder er, noch Pontanus , nicht daS>geringste. Summonte , histor. Neapol. P. III. p. 449. Pontanihilt. Neapol. Gryphii Ritter-orden.
HERMINE, ist ein anderer Ritter-orden, welchen Franci-stus I. Hertzvg von Bretagne / an. 14$°. gestiftet. Das ordens-zeichen war eine göldene von creutz-weis über einander gelegtenkorn-ähren geflochtene kette, an welcher ein Hermelin hiesig ,mit diefen Französischen Worten : a ma vie. Durch die korn-ähren ward theils die fruchtbarkeit solcher landschafft, theilsdie gute Haushaltung der Hertzoge angedeutet. Die Fran zösischen worte aber , welche Johannes der sieghaffte , deSstifters groß - vatter , statt eines symboli gebrauchet, deutetenan , daß man sich eher todten lassen, als etwas böses bege,hen sollte, und daß man der lügend , welche durch das weisseHermelin vorgebildet ward , lebenslang folgen sollte; Massendenn von dem Hermelin insgemein geschriebeen wird/ daß,wenn es in der flücht vor dem jäger an eine Pfütze käme, lieberstille stehe, und sich fangen lasse / als daß es sich besudeln sollte.Grypbius. D’Argtntre, hist, de Bretagne liv. II. c. 15. Favtn,theatre d’honneur & de Chevalerie.
Hermingard ; Caroli M. erste gemahlin, von andern auchBerlha und Desiderat« genannt. Sie war Desiderii, des letz,ten Königs der Longodarden tochter, welche Bertha, CaroliM. mutier, mit in Franckreich brachte, und an ihre» Printzenvermahlete, jedoch stieß sie Carolus nachmals auf des PapstSStephan« Anrathen wieder von sich. (siehe Carolus M.) Egin.
bort. vita Caroli M.
Hermingard, Ludovici Pii erste gemahlin, welche ihmsöhne 1 Lotharium, Pipinum und Ludvvicum gebohren. (a)Sie ward an. 816. zugleich mit ihrem gemahl vom PapstStephans IV. als Kayssrin gecrönet / (b) und starb den 3. oct.an. 818. zu Angers , (e) (a) Anna!. Moißar. ad an. 817.
(b) Tbegannt, (c) Annal. MoiJJiac. & Egixbardi, ad an. 818.Vita Lud. Pii.
Hermingard / des Kaysers Ludovici II. tochter von der En-gelverga von «Lpoleto. (siehe Ludovicus II. Kayssr.) Sie wnr-Le anfänglich an des Kaysers Bafilü von Constantinopel Prin-tzen ehelich versprochen / (a) heurathete aber nachmals Boso«nem, so anfänglich Graf von Provence war, welcher sie ent-füyrete / und sich an 876. mit ihr vermählte, (b) Nachmalslag sie ihrem gemahl an , baß er sich muste zum Könige aus-ruffen lassen, (siehe Boso, König von Provence .) Sie hatteeinen söhn, Ludovicum Bofonidem / den geblendeten zuge-nannt/ und Jngelbergam/ Wilhelmi I. des frommem Hertzogsvon Aquitanien , gemahlin. Wenn sie eigentlich gestorben , istunbekannt , jedoch ist gewiß , daß sie noch an. 8yc>. gelebet.
(c) (a) Annal. Bertin. ad an. 869. (b) lidem, ad an. 876. (c)Diploma ap. Guichenon in biblioth. Sebufiana, p.öo. & ap. Ma~bitlon , fec. V. Bened. p. 71.
Hermingard , eine tochter Adelberti , Marqgrafen vonThu seien und Lucca , und der Berthä, (siehe Adelbertus undBertha) wurde an Adelbertum Marggrafen von Ivrca verheu,rathet, den sie aus angeerbtem haß wider Berengarium I. Kö-nig in Italien / zu erregung vieler unrnhen anhetzte. Nachdein tobe ihres gemahls an. 924. führte sie die vormundschafft-liche regierung über ihres stief-fohns Berengarii II. Marggra-fens von Ivrca, länder, mit solchem ehrgeitz / daß sie den da-maligen König in Italic», Rudolphum von Burgund, angriff,auch durch ihre inlriguen mit den vornehmsten ItaliänischenHerren , die sie durch zulassung allerley verbotener lüfte auf ih-re feite gebracht hatte , verschaffte, daß ihr stief-bruder Hugo,Graf von Provence, »ach Italien kain, und Rudolphum dar-aus verjagte, (siehe Rudolphus II. König in Burgund , undHugo, Graf von Provence.) Luitprand. Üb. III. c. 2;. Sigon.de Regno Italix üb. VI. p. 153. seq.
* Herminiuo, (Tit.) einer von den tapfern Römern, wel-che sich zu Horatio Coelite gesellten, um nebst ihm den Etru-riern sv lange Anhalt zu thun, bis die bn'icke über die Tiber hinter ihnen würde abgewvrffen seyn. Es schAnet, daß eredeii der sey , welcher A. ü. 248. mit Sp. Lartio Bürgermei-ster zu Rom gewesen. Uvius , I.
Hermion, ein König der alten Tentfchm, welcher wegenseiner tapferkeit und lügend sv hoch geschätzt wurde, baß manihn nach seinem tode unter die zahl der gotter setzte. Seinestakue war fast in allen ihren tempeln zu sehen, und zwar
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