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wohnte. Er ist so hoch, daß stets schnee darauf liegt. Hierony-mus spricht, daß man zu seiner zeit von bannen schnee bis nachTyro geholet, um das gelräncke damit zu kühlen. Dieser bergist mit unzehlich viel hohen und stattlichen tannen-bäumcn undholen angefüllet, unter welchen eine 400a. mann in sich fassenkan. Es soll auch aufdemselbigen ein dem Baal gewiedmetertempel gestanden seyn. Hieron. in locis. Eufib. Hitrcmb. lib.de miracul. natur. terr. promiss. c. 77. Adrubamius , dcscript.terne sancbe. Cetlarius , not. orb. ant. tom. II. lib. III. c. 1
•Aermotimus, ein dürger von Clazomene in Klein-Asien , hatviel fabeln veranlasset. Sonderlich erzehlet man von ihm, daßseine secl öfters den leibe verlassen, auswärts herum gewandert,und crdbebc», regen, dürre, pest, und andere dergleichen natür-liche dinge zuvor verkündiget, nach einiger zeit aber sich wiederin dem leibe eingefunden habe. Ob er nun wol seinem weide vesteingebunden, daß niemand inner solcher zeit mit seinem leibeetwas anfangen sollte, so habe selbige sich doch nicht enthaltenkönnen, dieses wunder ihren nachbarn kund zu thun, welchedarauf, als sie seinen leib ohne leben funden, ihn als einen todtencörper verbrannt hätten. Nachgehends erbauten die einwohnerdes obbe.aeldten orts Hermotimo zu ehren einen tempel, woreindieser verrätherey halber keine weibs-personen gelassen wurden.ApoBonius , in hist. de mirabil.
HERMUNDURI, ein altes volck in Teutschland. Es be-griffen derer Wohnungen alles, was zwischen der Saale und Elbe gelegen, als einen theil des FürstenthumS Anhalt,Meisten,Vvlgt«land, das Hertzogthum Coburg , einen theil von Francken undder Ober-Kfaltz. Tacitus sagt, daß ihre Gmerale, wenn sie indie enge getrieben worden , dem Marti und Mercurio die feind-liche armee zu wiedmen gewohnt gewesen; wenn es nun gesche-hen, daß sie hierauf den sieg erhalten, so hatten sie alles mit ein-ander von menschen, chieren, Waffen und anderm raube, nieder-gemacht und verwüstet, wie sie dann dergleichen an den Cattisbewiesen haben. Tacitus , demor. Germ. c. 41. & annal. XIII.fin. Cluverius,Getm. antiqua. Rhenanus , de reb. Germ. & Otto,in not. ad h. 1 . Cellarius , not. orbis antiq. tom. I. lib. II. c. 4. *
* Fernande;, (Franc.) ein Leib-Medicus Königs Philipp!II. von Spanien inl XVI. feculo, muste auf dessen beseht eiltereise nach West-Indien thun, um daselbst die seltenheiten dernatur anzumercken, und zu untersuchen, welche er auch in vielenvolmninibus gesammelt. Es ist davon Herum Medicarum no-v* Hispanite Thesaurus , s. Plantarum, Mineralium , Anima-liumque Mexicanorum Historia , heraus gekommen , welcheJoh. Terenlius zu Rom in 2. tomis, den ersten 1648. und denandern 1652. in fol. mit anmerckungen wieder drucken lassen.
Ambras . Morales , antiq. Hisp. 71. Antanius , bibl. Hisp.
-Aerndal, lat. Hemdalia, ein stück von Norwegen , distseit des bergs Sevus, so an Iemptland grentzet, und an.1645. krafft des zu Broemsebroo geschlossenen friedens nebstNemedale, Hciligeland, Frosten«, Jndera, Herva und anderndependentzien niehr, den Schweden eingeräumt wurde. Zeikr.descr. Dan.
* Hcrnio, < Jac.) ein Französischer Dominicaner-Mönchaus Reimes in Bretagne , war Professor Theolog«:, und inJure Canonico nicht unerfahren. Nachdem er Vicarius der so-genannten Cor.gregationis Britannica: gewesen , ward er auchan. 1680. Loinmilsarius des Ordens-Generals, und starb den 4.sept. an. 1706. Man hat von ihm Tr. de l’Usure avec les re-ponses an Traite de la Pratique des Billets , avec une differta-tion für les interets des deniers pupillaires seien l’usage deBretagne , Rcnnes 1699. in 12. darwlder Renat. de Kerhucl einwerckgen des tituls : Tratte des Deniers pupillaires zu Cöln1699. in 12. heraus gegeben , so aber einer beanttvortung nichtwerth geschienen. Echard, bibl. Dom. tom. II. p. 770.
* -Aero, der ältere, ein berühmter Mathematicus, wird vonseinem vatterlande Alexandrinus , und von seinem lehrmeisterCtesidio, Greiibius genennet. Er lebte zu den leiten PtolemäiEvergetis II. Olymp. CLVIII. und CLXV. und übte sich in demgedachten Alexandria vornemlich in der Mechanic und Physic ,darinnen er besonders dem Democrito und Epicuro folgte. Hie-durch kam er also zu einer gründlichen erkänntnis, und wieer sich beständig das erempel Archimedis vorgestellet, also suchteer es auch demselben in erfindung vieler artigen und nützlichenMaschinen gleich zu thun, die noch heut zu tage in gutem werthgehalten werden. Es gehören sonderlich dahin die sehr bekann-ten Fila und der Föns Heronis, womit er viele damals unbe-kannte Phaenomena erklärte. Seine schristen sind nicht allemehr vorhanden, einige sind auch zerstümmelt, und von fremderHand verderbt worden. Das vornehmste aber unter denen, diewir übrig haben, ist sein Biber Spiritualium, welches FedcricnsCoinmandinus aus dem Griechischen ins Lateinische gebracht,Alexander Georgius aber ins Italiänische übersehet,und in Ita lien zu Urbino 1575. in 4. heraus gegeben haben. Sie sindauch Lateinisch zu Paris wieder aufgelegt an. i6g;. und anandern orten. Seine andern bücher de Vocabulis Geometricishat Dasypodius zu Slraßburg 1570. in 8. hergegcn de Teilsconficiendis , jaculandisque ; und de Automatis, welches letz-tere auch besonders zu Venedig r?89. und iüoi. in 4. gedruckt,hat Bernardinus Baldus übersetzt heraus gegeben , Augsburgrüiü. in 4.. Man hat aber noch viel andere schriften von ihm,die bisher nicht gedruckt sind. Fabricius , bibl. Griec. III. 24.
Histor. Lexicrn IV. Theil. 4
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p. $91. sq. Vojs. de scient. Mathem. XLVIII. §. 20. Hazianz.Or. 25. Cave, hist. litt.
* ^ero , ein Mathematicus von Alexandrien gebürtig , wirdzum unterscheid des vorigen der jüngere genennet, und lebteim VII. feculo. Man halt ihn vor einen Christen, und hat ver-schiedene buchet von ihm , als: de Machinis bellicis; de Geo-datsia; de Obfidione repelienda & toleranda; de VocabulisGeometricis ac Stereometricis &c. deren einige nur Griechisch,andere aber von Franciscv Barvcio übersetzt heraus gekommen.
Fabricius , bibl. Gr. III. 24. §. 7. p. 594.
Herodes, von seiner geburts-stadt Ascalonita, und wegenfeiner grossen thaten der grosse genannt, König von Iüden-land. Er war Antiparri, des Edomiters söhn , und weil sichbey ihm annoch in seinen jungen jähren grosser verstand zeigte,wurde er bald mit zu regiments-sachen gezogen, wie ihn käun ■sein mittet· im rz. jähre seines alters, nicht aber im r 5. wie esbisher fadelhafft in denen ausgaben Iosephi gestanden, überGaiiläam , nachgehends Sertus Cäsar über Cöl'esyrien und Sa-marien , Caßius und Marcus Brutus über das ganNe Cölefy-rien, und ÄntvniuS endlich über gantz Iudäam so» gesetzct ha-ben ; wiewol jedoch Hyrcanus, aus Maccabäischem geblüte,neben dem Hohenpriesterthum auch den schein der obern ge-malt in Iudäa mit willen Herodis, wie es schon vorher diesessein vatter Antipater auch also gelassen hatte, immerzu be-hielte. Wie nun ebm dieser Hyrcanus von seinem vetterAntigono durch hülffe der Parther gefangen , und nach ab-hauung der ohren , damit er dadurch des HohenpriesterthumSfür allezeit unfähig wurde , gen Babylon geführet ward ;flöhe Herodes nach Rom , um das Königreich Iudäam vorseiner trauen mutter wieder zu erlanaen. Da kehrte sich daSglück so unverhofft zu ihin, daß er selbst auf Antonii recommen-dation nicht nur von dem Rath A. U. 714. Olymp. CLXXXV.
I. A. AI. J 944 - A. G. 40. zum Könige declarirt wurde, sondernnoch darzu eine armer bekam, durch deren hülffe er sich balddas gantze Iudäam und Gaiiläam unterwürfig gemacht, sel-biges land von de» räubern gesäubert, endlich auch A. U. 717.Olymp. CLXXXV. 4. A. M. ? 947 - A. c. nach einer ;. mo-natlichen belagerung erobert, und darinnen Antigonum gefan-gen bekommen, den er nachgehends, allen wettern zu besor-genden weitläustigkeiten vorzubeugen, enthaupten lassen; womitdann der Maccabaer hcrrschafft völlig aufhorche, und aufHe-rodem, einen fremdling verfiel. Nachdem aber Anlonius vonAugusto überwunden worden, söhnte er sich bey diesem letzter»aus, und wurde in seinem Königreiche Iudäa bestätiget, bekamauch des Zenodoti Vierfürstenthum noch darzu; begieng aberdabey eine schwere Missethat, daß er, alldieweil er noch dergnade Augusti unversicheret war, den schon 80. jährigen Hyr-canum , welcher aus der Parthischen gefangenschafft wiederkommen war, unterm verwand eines wider ihn gemachtenanschlags, allein in der that aus furcht, Auqustus möchtedemselben samt seinem stamme wieder zur Herrschaffr verhelf-fen, hinrichten ließ. Weil nun also Herodes der erste Jüdi-sche König worden , der von geburt kein Iüde gewesen, so liesser seine Herkunft zu bergen alle alte geuealogien, so viel ihmnützlich gewesen, verderben und verbrennen; gleichwie er abersich^ in kriegen hervor zu thun suchte, als wollte er nicht we-niger in andern stucken sich sehen lassen. Er bauete neuestädte, andere bevestigte er, oder zierte sie mit schönen neuengebänden, damit nicht nur er sicher, sondern auch vor seinefreunde danckbar seyn möchte, wie er dann deren absonderlichviel zu ehren Augusti aufgerichtet hat, zumal das theatrum undamphitheatrum, woselbst alle s. jähr dem Augusto zu ehrenschau-spiele gehalten worden. Dieses gefiel dem ermeldten Kay-ser dermassen woh>, daß, als selbiger das andere mal in Syrien kam, er des Herodis Herrschafften mit;. noch andern provintzenvermehrte. Daher» ließ er ihm, um seine danckbarkeit zu er-weisen , zu Cäsarea einen tempel erbauen , nebst einem Colosso,der so groß als des Iovis Olympii war. Agrippam, den gros-sen freund Augusti, als er in Asien kommen war , tractirte ernicht wie einen König , sondern als einen Kayser. ' Wiewol ersich nun dadurch, und durch viel andere eingeführte Hcvdmfthespiele und gebräuche bey dem Jüdischen volcke gantz gehässig ge-macht , so brachte er sich doch dadurch wiederum in ansehen,daß er cinsmals bey theurer zeit Olymp. CLXXXVIII. 4. u. C.729. A. M. 1959· A. C. 2z. dem volcke Nicht nur den dritten theildes zolls geschencket, sondern noch darzu sein silbcr-service um-schmeltzen, und das davon aus Egyvten erkaufte getreyde den ar-men austheilen lassen. Insonderheit hat er sich mit seinem sehrkostbaren und prächtigen tcmpel-bau , den er Olymp. CXC. 2.
II . C. 7??. A. M. ?9öy. A. c. 19. ansienge, und innerhalb 10.jähren weit grösser und prächtiger, als das vorhergehende gebä»ZorvbabelS gewesen war, nemlich hundert ellen lang und ebenso viel ellen hoch, aufgeführet hat, am meisten rühm und gunstbey den Iüden zuwege gebracht. Im übrigen war er einervon den allerlasterhafftigsten Königen. Au Hause richtete er, ab-sonderlich durch Verleitung seines regiersuchtige» sohns des An«tipatri, (welchen er von seiner ersten gemahlin Dora, die aberschlechter Herkunft war, gezeuget hatte,) und seiner raachgierigenschwester Salome , die alle confpirationes wider Herodem ent-deckte, und auch ihrer 2. eigenen männer nicht verschonte, vielunglück an. Seine andere gemahlin war Mariamne, iAleran-drl, Aristvbuli sohns, lochtet, und eine groß.lvchier Hyrcani,
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