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von dessen tochter Alexandra, eine Dame voq ungemeinerschönheit, mit der er sich Olymp. CLXXX 1 V.U. C. 712. A.M. ;y4r. A.C. 42. vermählete. Deren bruder Aristobulum mach-te er zum Hohenpriester , ließ ihn aber nachmals Olymp.CLXXXVI. 2. U. C. 719· A. M. ? 949 - A. C. aus eifersuchtersäuffen, weil sowol die Jüden grosse gunst.fur denselben zeig-ten , als auch Herodes besorgte, Antonius mochte sich durch des,sen schönheit einnehmen lassen, und ihm seiner vor-eltern Reichwieder geben. Er ließ auch den Sohemum hinrichten , weil erdie geheime ordre offenbaret, die er ihm gegeben, die Königin,im fall er von Augusto verdammt werden sollte, umzubringen.Desgleichen tödtete er auch Olymp. CLXXXVIII. 1. U. C. 726.A. M. zy?6. A. C. 28. obbemeldte seine gemahlin die Mariamneaus blosser eifersucht, ohngeachtet er sie heftig liebte, Massen ersich einbildete, Sohemus würde ihr das vorgemeldte wichtigegeheimnis nicht verrathen haben , wo nicht ein liebes-verständ-nis zwischen beyden gewesen wäre. Doch trugen auch die viel-fältigen anstiftungen und Verleumdungen der muttcr und schwe«ster Hcrodis gar viel dazu bey. Indessen gereuete ihn die thatbald; daher er auch nach ihrem tobe gantz verwirret war, fastvon sinnen kam, und öfters nach ihr rief. Bald darauf brach-te er auch deren muttcr Alexandram, und seine zwey mit dersel-ben erzeugte söhne, mgleichen alle die, so aus dem Asmonäi-schen stamme waren , öder sonst in einigem ansehen stunden ,um. Er verschonte auch seiner schwäger nicht, nemlich des Jo-sephi (der seines valters bruder war , und den er fälschlich we-gen seiner gemahlin Mariamne aus einer gleichen Ursache, wieden vorgemeldten Sohemum, in verdacht hatte) und Costobari,der sich wider ihn aufgelehnet. Noch zwey von seinen wcibern ,die wider ihn conspirirten » Doris und Mariamne Simonis,fließ er vom Hofe, und vielen andern von seinen getreuestenfreunden gieng es eben so. A. U. 74z. Olymp. CXCI 1 . 4. A. AI.,979. A. C. 9. gieng er nach Rom , um den Kayser zu besuchen.Als seine zwey söhne, Alexander und Aristobulus, von Rom zu-rück kamen , woselbst sie auferzogen waren, Ueß er sie wegen dervon der Mariamne feinden ihnen aufgebürdeten lasterungenhinrichten. Gleicher gestalt ließ er auch seinen söhn Antipatrumtobten , etwan 9. tage vor seinem eigenen tode, weil er zu ent-fiichen suchte. Um dieser Ursachen willen pflegte Augustus vonHerode zu sagen, daß es besser wäre, Hcrodis schwein, alssöhn, zu seyn. Er ließ Iudam und Matthiam, zwey berühmteGesetz-Lehrer , lebendig verbrennen, weil sie einige junge leutheaufgewiegelt hatten, den göldenen adler, so er über des tcmpclsthüre seyen lasse», in stücken zu zerhauen. Doch hatte er an die-sem allen noch nicht genug, sondern es musten seiner raache nocheinige Hohepriester herhalten , und andere vier hat er abgesetzt.Er föchte auch das Sanhedrim oder den hohen Rath zu Jerusa lem sehr an , und setzte an statt der vorigen beysitzer» welche ihnunter Hyrcani regierung zum tode hatten verdammen wollen,und die er hernach alle todt schlug^ allerhand schlechte leuthe inselbigen Rath , nur den einigen vameam aus der zahl seinergewesenen Richter bey leben und am amte lassend, der zwar inder that am schärfsten wider Herobem geredt, aber nachmals ,da Herodes neben Sosio Jerusalem belagerte, dem volck gera-then hatte, selbigen die thore zu öfnen, weil es sich seinerÜbermächten fünden wegen, die nun GOtt bestrafen wollte,des Hcrodis nicht würde erwehren können. Er schlich oft ver-kleidet unter daS volck zur nach-tzeit, und weil sich die gemeinenleuthe mit ihren freyen reden nicht in acht nahmen, so wurdenunzehlich viel dadurch hingerichtet, unter welche zahl einige auchden Zachariam, Johannis des Täufers vatter, rechnen wollen,welcher, weil er entweder von der zukunft Christi geredet,oder seinen jungen söhn Johannem des Wüterichs Händen ent-rissen haben soll, von demselben zwischen dem altar und tem-pcl soll umgebracht worden seyn. Doch haben hierüber viel Ge-lehrte auch andere gedancken. (siehe Zacharias.) Der stärckstebewciskhum seiner unmenschlichen grausamkeit war dieser,daß er das unschuldige kind JEsum tödten lassen wollte,auch so viel andere linder in der qegend Bethlehem umge.brachthat. Es blieb aber das gerechte gericht GOttes überdiesen Wüterich nicht lange mehr aus, sondern es wurde sein ein-geweyde inwendig entzündet, und weil er doch immer zu essen ha-ben muste, so bekam er ein schrecklichs reiffen in dem leibe, davon
fein einqeweyde gantz verwundet worden. Über diß schwollenseine fnsse und sein unter-leib von der Wassersucht, und selbstan den heimlichen orten wuchsen würmer aus ihm hervor,welches alles verfaulte, und einen unleidlichen gestanck verur-sachte ; auch wurde er so contracl, daß er kaum mehr athem ho-len konnte, und muste also unerträgliche schmertzen ausstehen ,bis er endlich im 40. jähre seiner regierung A. M. 5984. A. C. 1.U. C. 793. Olymp. CXCIV. 4. zu Jericho gegen das Ostcr-festseinen geist aufgegeben. Jedoch hat er auch zu derselben reit seineblutdürstjgkeit nicht halten können, indem er die edelsten und be-sten leuthe, damit sich niemand über seinen tob freuen könnte,hingegen alle Jüdische familien trauren möchten, hinzurichtensoll befohlen haben, als er dieselbige unter anderm vorwand genJerusalem berussen, und allda in dem Lirco einsthliessen lassen.Er hatte 10. weider, lebte 71. jähr, und ward mit grosser pompin seiner stadt Herodium begraben. Als er nach Rom entfliehenmüssen, hat er seinem bruder Josephs die vcstung Massada zudcfendiren übergeben, welche er auch bis aufdes Hcrodis Wie-derkunft erhalten hat. Als aber nachgehcnds derselbe einsmalsmit den Parthern bey Hcrodis adwesenheit sich in ein treffen
eingelassen, so wurde er mit dem meisten theile der armee er-schlagen. Sein jüngster bruder aber, Pheroras, diriqirtenachgehends seinen gantzen Hof , bis er seiner gemahlin zu liebe( die vormals nur seine magd gewesen war, und um deren wil-len er zwey schönen Printzcfiinnen HerodiS die ehe abgeschlagenhatte ) mit Hervde zerfiel, und ehe er dieselbige verlassen wollte,den Hof meldete; davor er aber schlechten danck bekommen, in-dem ,hn dieselbige durch gift soll hingerichtet haben. Er hinter-ließ noch vier söhne, welche waren Archelaus , Herodes , An-tipas und Philippus, die ihm folgten, und wenigst nach Jose-phs annoch einen andern Herodem, von welchem der folgende
artickul handelt. Josephus. tpiphamus. Sulpitius Severus . l'e-tavius , de doctr. temp. No/dii hüt. Herodum. Harduims , denummis Herodiad. welcher letztere aber mit verwerffung aller er-zehlungen Joftphi, dir er sowol als fast alle andere alte scriben-ten für untergeschoben ausgiebt, aus seinem eigenen gehirn, mitVerdrehung einiger allen müntzen Hcrodis eine gantz neue undsonderbare Historie dieses Königs und seiner Nachfolger geschmie-det hat, welche gleichwol noch wenig beyfall hat finden können. *
herodes, fonsten und absonderlich von den EvangelistenPhilippus genannt, war Hcrodis Magni und der MariamneSimonis söhn. Er ward von seinem vatter nach dem Antipa-tro zum Reichs-nachfolger ernennet, aber durch der muttcr ver-brechen , die sich der cönspiration mit Antipatro theilhaffug ge.macht, darvon wieder ausgeschlossen worden, dahero seiner indes HerodiS öffentlichem testamente nicht einmal gedacht wurde.
Er bekam die Herodias zum weibe, welche, nachdem sie ihm einetochter, nahmens Salome , gebohren, ihn verließ, und seinenbruder Herodem Antipam heurathete. Nach Josepho, welcherallein unter den Alten seiner Meldung thut, hatte er nach demtode seines vatters gar kein Fürstenthum noch Hcrrschafft er.halten, und als cinprivaruz gelebt. Josephus . Noldii hist. Idum,*
Aerobes, der Vierfürst, der auch Anttpas, Anttpater, undHerodes der jüngere geheissen. Er wurde von dem Hero,de AI. ob er wol sein jüngster söhn war , vor allen andernbrüdern erstlich zum Könige eingesetzt, darnach aber nur zumVierfürsten in Galiläa gemacht. Hähers denn nach HerodiStode grosser streit entstanden ist, indem Archelaus das übrige ansich dringen, dieser aber das ihm ehemals vermachte Reich %nicht verlassen wollte. Doch wurde zu Rom also gesprochen,daß er mit seinem Vierfürstenthum zufrieden seyn muste,und keinKönig war, ob er sich wol vor einen wollte gehalten wissen, undKönigliche gcwalt hatte. Er erwarb sich zwar durch allerhandgebäude einigen rühm, der aber von seinen lästern fast qantzverdunckelt worden. Nachdem er Areta, des Königs der Ara-ber , tochter verstossen, entführte er seines bruders gemah-lin , Herodias , mit gemalt, und freyete sie. Weil aber Jo hannes der Täufer diese blut «schände strafte, brachte sie eSdahin , daß derselbe an Herodis gedurts-tage A. C. 29. ent-hauptet wurde. Damit aber Aretäs den an seiner tochter be-wiesenen schimpf rächen möchte , führte er wider Hcrvdemkrieg , und schlug ihn zum öftern. Seine obbemeldte bösethaten nun , und absonderlich auch sein geld-und ehr-geitz wa-ren der weg zu seinem verderben. Denn indem er nicht lei-den konnte, daß Agrippa , der vorher» von dessen gnade gclc-bct hatte , von Caligula zum Könige declariret worden,auch die Herodias ihn aufs heftigste anstiftete gleiche ehrezu suchen, so gieng er nach Rom , ihn daselbst in verdachtzu bringen. Agrippa aber schickte gleich schreiben nach, da-rinn er Antipam anklagte, als ob er es mit den Parcherngehalten hätte. Hierauf nun wurde Herodes oder AnupaSnebst seiner gemahlin Herodias A. U. 79;. A. C. 40. nachLyon in Franckreich verwiesen, von bannen er in Svaniengeflohen, und daselbst gestorben ist. Ein anderer HerodeSwar gleichfalls ein söhn Herodis AI. der aber in seinen mn«gen jähren verstorben ist. Der beste aber und der glücklich-ste unter allen brüdern ist Philippus Tetrarcha gewejen, des-sen tod seine Unterthanen gar ungern gesehen haben. Nochein anderer Herodes, der König in Chalcide, hatte zwar erst-lich als ein privat: iis gelebt, hernach aber durch die Bere-nicem, seine dritte gemahlin, die des Agrippä tochterwar, von Claudio vorerwehntes Reich bekommen, der ihnsehr werth gehalten , und nebst andern wohlthaten, daSrecht über den teinpel und die Priesterfchafft übergeben hat.Siehe unten Herodes oder Agrippa Alinor. Joßphu., Xol-dius , de vita & gestis Herodum. *
Aerobes, oder Agrippa Major, des Aristoduli söhn.
Er kam vor Herodis rode nach Rom , daselbst er mit spendi-ren sich zwar die günstlinge Tibcrii, und sonderlich dessenfreygclasscne gewogen zu machen gesucht, aber in kurtzem nichtnur alles das seinige verschwendet , sondern auch sehr vielschulden qeinacht. Dannenhero er sich aus Rom weg begeben,und selbst ermordet hätte, wofern ihn nicht seine treue gemah-lin , die Cypros, nicht davon abgehalten, und ihm darauf beyseiner schwester Herodias die stadt Tiberias , daß er davon lebenkönnte, verschaffet. Als ihn aber der Antipas einsten da-mit spottete, wollte er nicht länger seiner gnade leben, son-dern begab sich zu dem Syrischen Statthalter, und weil ihmauch hier daS spiel bald verderbt wurde, so kehrte er wiedernach Rom , als er nicht ohne die gröste mühe das zur reuenöthige gelb aufgebracht hatte, so gar, daß Alexander, ein Jü-discher vorgesetzter u» Egyptcn, der das »reiste hergab, solches ei«