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Line» qeburts-taq begieng, tantzte die tochterder Hervdias vorihm , welches dem Herodi so wohl gefiel, daß er ihr mit einemende verhieß, ihr zu geben, was sie fordern wurde; wie ,ie nunzuvor von ihrer mutier abgerichtet war, sprach sie: Zieh mirher auf einer schüffcl das Haupt Johann,s des Lausers.Der Konig ward traurig , doch um des eydes willen und derer»die mit ihm zu tische fassen, befahl er es ihr zu geben, schicktehin, und ließ Iohannem im gefangnis enthaupten. SeinHaupt ward hierauf herqerragen in einer schüssel, und der toch-ter gegeben, welche es der Hervdias brachte. Hieronymussagt, sie hätte seine zunge mit ihrer haar-nadel durchstochen ,um sich dadurch an ihm desto besser zu rächen. Nachmals be-redete sie Herodem nach Rom zu gehen, solches aber wurde vondem Kayser Caligula gar ungnädig aufgenommen , und er nachLyon ins exilium geschickt. Es wird gesagt, daß der Kayser,nachdem er erfahren, daß Hervdias des Agrippä schwester wäre,
. selbige in Judäam zurück schicken wollen , damit sie an der Un-gnade ihres gemahls nicht theil haben möchte, sie aber habegroßmüthig geantwortet, daß , weil sie an des Herodis gluckhätte theil gehabt, wollte sie ihn auch in seinem Unglücke nichtverlassen. Sie folgte ihm dannenhero ins elend, worinncn siebeyde starben. Mattb. XIV. Marc. VI. Luc. III. Joßphus,ant. üb. XVIII. c. 7. & 9. Noidii hist. Idumxa. *
Herodicus, mit dem zunahmen ' Crateteus , von seinemPrxceptore gratete also benennet, lebte zu den Zeiten KönigsPtolemäi Physconis in Egyptcn. Er hat einige wercke geschrie-ben , worunter seine KMfj.ud'vfAtrtt , oder von den dingen » diezur comödie dienen. Es ist auch noch ein anderer dieses nah-mens , welcher des Hippocratis Pr;eceptor war. Suidas . Voj-Jms , de Hist . Gracis üb. I. c. 21. & üb. IV. c. 6 . Jovfius , descript. hist. Philos. üb. II. c. 13. Casaub. in Athen . p. 40g.
Herodium, ein von Herode dem grossen erbautes Königl.schloß , so beydes durch die natur und kunst sehr vest war. Denanlas zu diesem bau hatte Herodes genommen , weil er zur zeitdes Parthischen einfalls und der qefangennehmung Hyrcaniebenfalls davon flöhe, und um dieselbige gegcnd die ihn anfal-lende feinde, so es mit Antigono wider Hyrcanum hielten, ta-pfer geschlagen hat. Es lag auf einem künstlichen Hügel, undwar mit runden thürnen gezieret. Man muste über 200. mar-morsteinerne stufen hinaus steigen, inwendig aber waren des Kö-nigs sehr prächtig ausgebaute gemacher. Zu ende des bcmeld-ten Hügels stunden viel kostbare gebäude , die würdig zu sehenwaren , sonderlich wegen den vortrefliche» Wasserleitungen,durch welche von sehr weiten orten das wasscr hinzu geführetwurde. Weil nun auch die benachbarte ebene voller gebäudewar, so schien um das castell herum eine vollkommene stadt zuliegen. Jofiphus. Noidii histor. Idum. *
Herodorus von Megara, war ein mann von sehr kleinerstatur, aber dabey so starck und lebhafft, und von so grossemappetit zum essen, daß er bey einer mahlzcir 6. grosse körbe vollbrodt, 20. pfund fleisch und 8. maas wein verzehren konnte.Er pflegte auf zwey pfeiffen zugleich zu spielen, und dieses mitsolcher stärcke, daß man es sehr weit hören konnte; ja man er-zeiget , des Demetrii Poliorcetae soldatcn wären durch den schallseiner pfeiffen so bewogen worden , daß sie mit leichter mühedie grosse kriegs-maschine, Helepolis genannt, tragen können,welche sie vorhero nicht von der stelle zu bewegen vermocht, und« so die stadt Argos eindekommen hätten. Leo».
Hersdotus Halicamafsensis , ein berühmter Historien? ,ja nach Cicervnis aussage ein vattcr und Fürst der Historicorum,gebohren A. U. C. 27t. Olymp. I.XX 1 V. 2. A. M. 3501. A. C.48z. Er war von Halicarnasso , einer stadt in Klein-Asien , ge-bürtig , wird aber auch Umriu? genennet, weil er mit unterden Griechen war , so st. U. C. 510. Olymp. LXXXIV. 1. a.j\\. 3540. A. C. 444. die Thunsche colmuc in dem untersten thei-le von Italien gestiftet. Suidas hält davor, daß er aufder in-sul Samos sich an den Ionischen dialect gewöhnet, und daselbstseine Historie, so in 9. büchern verfasset, geschrieben, die man auchin der vcrsammlung der Olympischen schau-spiele, als worbey ersie abgelesen, so vortreflich befunden , daß ihnen der nähme derneun Musen begelcgt wurde, wiewol Plinius will, er habe siein der stadt Thurio geschrieben, woselbst er auch gestorben. Eswird darinn eine zeit von 240. jähren beschrieben, nemlich vonCyro an bis auf Terrem, zu dessen zeiten der anthor lebte. VielHaben wider ihn geschrieben, oder ziehen ihn doch in ihren schrifttcn scharf an, als Plntarchus , Dio Chrysostomus und Har-pocration. Gleichwol haben sich auch viel seiner angenommen,als da sind aus dem XVI. feculo , Aldus Mauritius , Joachi-mus Camcrarius, und fürnemlich Henricus «Ltephanus, wel-cher eine doppelte apvlogie vor ihn geschrieben ; wiewol, wasdas grössere buch Stephan! unter diesem titul betrift, selbigeseigentlich etwas gantz anders , als Herodotum zum zwecke hat,und lediglich darum geschrieben ist, damit ■ man unter demschein solchen zu defendiren, allerhand seltsame und fast un-glaubliche dinge von neuern geschichten anbringen möchte.Man eignet des Homeri leben diesem Herodoto zu, wiewolnicht alle darinn übereinstimmen. Cicero , üb. I. de legibus &
11 . de Orat. Dionysius. tialicarn. Strabo . Diodorus. Lucianus.IHin. hist. üb. XII. c.4. GeOius. Phot. Suid. Vojs. Jons. de script.hist. Phil. p. 333 - La Mothe le Vayer , jugem. für les Histor.
Heroldus , (BasiliusJohannes) ward an. i?n. zu Hoch-stadt an der Donau gebohren, legte sich in seiner jugend auf die
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Humaniora, gieng an. 1539. nach Basel , und ließ die Theolo-gie und Historie sein haupt-werck seyn. Er verheurathete sichdaselbst, und man gab ihm eine Dorf-Pfarre, allem dre buch-händler hatten seiner allzu sehr vonnölhen, und machten, daßer wieder in die stadt kam, wo ihm der Magistrat an. 15,-6. z„einiger belohnung seines fleisses das bürger-recht ertheil. Daherhat er sich nach der zeit Basilium genennet, und »och an. 1566.der well gedienet. Seine schriften sind Philopscudes sive De-clamatio pro Des. Erastno Roter, contra Dialogum famosumanonymi cujusdam Medici , darinnen er sich in ansehest seinesvakterlandcö Acropolitam nennet; Historia Belli Sacri conti-nuata Iib. VI.; Legcs Antiquae Germanorum; Pannoni* Chro-nologia ; de Germaniae veteris verse , quam primam vocant,Locis antiquillimis Orthodoxographi; Hxresiologia &c. Manmuß ihn nicht mit einem Teutschen Dominicaner, Johanne Hk-roldo,vermengen, der ein geschickter Theologus und Prediger un-ter seinen glaubens-genossen gewesen,und dessen Opera zu Mayntzan. 16 r 2. in z. vol. in 4to zusammen gedruckt worden. Bayle.
-Zerold, (Joh. Christoph) war zu Halle, allwo sein vatterCarl Erb-FreyjaßzuDiemitz, Worlhalter und Pfänner war,,den 31. ocr. an. 1631. gebohren. Nachdem er aufdem Gymn».lio daselbst den gründ seiner studien gelegt, wurde er an. 1651.aufdie Academte nach Jena geschickt. Von dar wandte er sichan. 1654. aufdie zu Leipzig , gieng aber das jähr daraufwiedernach Jena , und promovirte daselbst in Doctorem der Rechten.Hierauf wurde er an. 1656. Astelsor bey dem Schöppen-stuhlzu Halle, bald daraufHos-und Consistorial-Rath der Sachsen-Weissenfelsischen und anderer erb-lande, muste auch an. 1660.im nahmen des Administratoris Augusti die erb-huldigung inder Grafschaffl Barby und Herrschafft Rosenburg elnnehmen,und wurde auf verschiedene Kreis-tage geschickt. An. 1666. be-kam er das Cantzley-Direetorinm der Sächsischen Regierungzu Weiffcnfels , welches er bis an. i66g. verwaltet, da erdas Rathsmeister-amt zu Halle erhielt, auch dabey von demMagdeburgischen Dom-Capitul zum §yndico von haus aus'bestellet wurde. An. 1680. wurde er zum Vcrg-Richtcr zuHalle verordnet, ihm auch bald darauf die stelle eines Regie-rungs-Consistortal-Raths in dem Hertzogthum Magdeburg ,nebst der mspection über die grentzen, iagd-und forst-sachen an-vertraut. Er muste aber an. isyi. einige Widerwärtigkeit er-fahren , dannenhero er von seinen bedtenungen abdancktc,und die übrige zeit seines lebens in ruhe zubrachte, biS er end-lich den 22. »in. an. 1704. im hohen alter starb. Er hat mitDorothea Wildvogelm 15. kinder erzeuget, unter welchen seinältester soh», Christian, ihm in der stelle eines Iagd-undForst-Raths gefolgct ist. Ausser diesem seinem ältesten söhn,dem damaligen Jagd - Forst - und Grentz-Rath im Hertzog-thun, Magdeburg , hat er noch zwey söhne am leben zurückgelassen , wovon der mittlere, Joh. Christoph, als Land-gräflich-Hessen -Homdurgischer Drost und Rath über die Aem,ter Obisfeld, Hötensleben und Winningen im HertzogthumMagdeburg und Fürstenthum Halberstadt gelegen; der n'mg-ste, Friedrich Wilhelm, aber anfänglich in Köntglich-Polm-schen und Churfürstlich-Sächsischen diensten gestanden, nach-gehends Magdeburgischer Jagst-Forst-und Grentz-Rath, undbald darauf zugleich Kriegs-und Domainen-Rath im besagtenHertzogthiim, nicht weniger zu Halle erster Obcr-Bürger-meister worden. Denn als der älteste im jähr 170g. als Hof-Rath nach Berlin bcruffen ward, conferirten Se. Königl. Mai.in Preussen dagegen dessen jüngstem bruder die bedrenung alsMagdeburgischer Jagd-Rath, und nachhero die übrigen char-gen. An. 171 s. wurde der älteste als geheimer Rath in das da-malige Finanz-Direekorium , und die General.Rechen-Cam-mer, an. 1723. aber in das neu angerichtete grosse General-Directorium , worinnen Se. Königl. Maicstat selbst das Präsi-dium führten , als geheimer Gcneral-Finanz-Kricgs-undDe-mainen-Rath gcfttzet, nachdem höstgedachte ©e. KöniglicheMajestät ihm einige jähre vorher das Jndigenat und die würdederer vom Adel im Königreiche Prcussm aus eigener hohen be-wegnis conferiret, auch seine» neu acguirirten guthern, Leuen-berg , Bruno und Biesow die crblichkcit nebst andern begnadi-gungen beygeleget. In erster ehe hat er mit des Königlich-Schwedischen Hof-Raths in Vor-Pommern von Essen lochtereinen söhn gezeuget, der aber schon in dem zwölften iahre sci-ms alters und mit ihm eine gute Hoffnung abgestorben. Auszweyter ehe mit des Königlich-Preußischen geheimen Kriegs-Raths von Klinggraf tochter ist unter.andern kinder» auch cmsöhn, Joachim Friedrich genannt, befindlich. Seine vornehm-ste schriften sind : de Jure Katificationis ; Isagoge ad ProcessumCivilem ; Consnltationes Forenses ; Observationes Forestales·Pare»talia Heroldi. *
Herolde, oder Ehrcnholde, sind gewisse vornehme Per-sonen , die bey, ertheilung der wapcn, turnieren oder auderiigrossen solcnnilätcn, als bey Königlichen crönungcn, bcylagcrn,taufen, und dergleichen, gebraucht wurden. Einige führen esvon dem Griechischen worte welches so viel als einen
Helden bedeutet, her, und sagen, daß Bacchus seine alten sol-daten in Indien zu Herolden oder Helden gemacht, daß siegleichsam der Könige Rathe seyn sollten. Andere schreiben esdem Alexandro M. zu, welcher sie nach des Arisiotelis ratb sollangestellt haben. Andere menncn, Herault bedeute einenvornehmen Herrn, ober Hcrald einen Diener des Hccre,